Vegetarische Küche ist weltweit ins Lampenlicht gerückt. Ihr widmen sich inzwischen Spitzenrestaurants in aller Welt. Längst ist sie mehr als nur die so lange lieblos praktizierte »Küche ohne Fleisch«.
Wer selbst Gemüseküche praktiziert, weiß, wie aufwendig anspruchsvolle vegetarische Küche ist. Fleisch und Fisch setzen Erfahrung im Umgang und Handling voraus, ihre technische Präparation ist einfach. Gemüse will dagegen erstmal geputzt und vorbereitet sein, bevor man es in einem kreativen Prozess der Zubereitung zu dem verarbeitet, was man von anspruchsvollen Gerichten erwartet. Alleine die Schnitt-Technik für die geplante Präparation der Gar-Art und Gar-Zeit anzupassen, verlangt Übung und Erfahrung. Die kreativen Freiheitsgrade in Vor- und Zubereitung sind ungleich größer und vielfältiger als in der konventionellen Fleisch- und Fischküche. Nicht umsonst kennt die Küchenlogistik den »Entremétier«, der in der Küchenbrigade für die Zubereitung der Beilagen zuständig ist. Neben dem Sous-Chef der anspruchsvollste Posten in der Küche.
In Sachen Wein ist vegetarische Küche eine Herausforderung. Gemüse kann von roh bis geschmort, von mariniert bis fermentiert, in allen möglichen Zuständen auf den Teller kommen. Jedes Mal reagiert es mit dem Wein grundlegend anders. Gemüse kann süß, neutral, herb oder bitter schmecken, kann - wie bei Spinat und Spargel - Oxalsäure enthalten, die mit dem falschen Wein eine unangenehme chemische Reaktion auslöst.
Mit konventionellen Weißweinen aus Reinzuchthefevergärung ist dieser Küche nicht beizukommen. Sie setzt anspruchsvollere Strukturen voraus. Da muß man mit dem Mundgefühl spielen, mit Bitterkeiten, Strukturen, Säuren oder Süßen, aber auch mit Reife. Wir stellen anspruchsvoller Gemüseküche Weiß- und Rotweine zur Seite, die physisches Erlebnis im Mundgefühl bieten. In den Weißweinen durch Spontangärung, langes Hefelager und Maischestandzeiten, bei den Rotweinen durch entsprechend auf- und anregende Wirkung der Gerbstoffe. Erleben Sie selbst, wie es funktioniert.