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K&U - Die Weinhalle

Weinhandel mit Konzept

Abseits der Einfalt des breiten Stromes präsentiert sich guter Wein heute so bunt und vielfältig in Stil, Machart und Charakter, wie er es in seiner vieltausendjährigen Geschichte noch nie war. Diese neue Vielfalt wird nicht nur sein Angebot, sondern auch seine Wahrnehmung und die Kriterien seiner Beurteilung in den kommenden Jahren nachhaltig verändern.

In den letzten zwanzig Jahren haben Winzer und Industrie die Vielfalt regional verwurzelter Rebsorten durch eine global massentaugliche Sorten-Monotonie ersetzt. Weit weniger als 20 Rebsorten dominieren das Angebot auf dem Weltmarkt, obwohl es über 1300 verschiedene Rebsorten gibt, von denen viele kaum bekannt oder vom Aussterben bedroht sind.

Es sind besonders engagierte und kompetente Winzer, die sich solchen Rebsorten widmen. Sie tun dies meist in weniger bekannten Anbaugebieten, oft in biologischem oder biodynamischem Anbau, auf oft nur kleiner Fläche. Sie ernten von Hand, verarbeiten ihre Trauben so natürlich und schonend wie möglich und lehnen die Manipulationen der industriellen Önologie aus Überzeugung ab. Der wunderbaren Vielfalt ihrer Weine widmen wir unsere Arbeit.

Vom Hobby
zur Berufung

K&U gibt es seit 1982. Gegründet von vier Weinenthusiasten, deren Hauptanliegen zunächst die Eigenversorgung ist. Die Weinwelt ist damals noch überschaubar. Es gibt weder Winzerkult noch Kultweine. Wein ist kaum populär, das Weingeschäft kommunikativ unterentwickelt, wenige Anbaugebiete bestimmen den Markt.

Weil die Neugier der Jungunternehmer größer ist als das Angebot, bereisen Martin Kössler und Dunja Ulbricht als K&U in den frühen achtziger Jahren bekannte und unbekannte Weinbaugebiete rund um den Globus. Der Ingenieur und die Journalistin scheuen weder kilometerlange Schotterpisten zu abgelegenen Weingütern, noch die aufwendige Kontaktaufnahme zu deren oft menschen- und medienscheuen Besitzern. Das Internet gibt es noch nicht, viele Winzer müssen mühsam ausfindig gemacht und kontaktiert werden.

Es beginnen sich persönliche Beziehungen zu den innovativen Winzerpersönlichkeiten der Zeit zu entwickeln. Regelmäßige Besuche vor Ort, bis heute das Rückgrat der Einkaufs- und Qualitätsphilosophie von K&U, führen zu oft freundschaftlichen Geschäftsbeziehungen. Schon damals sind uns Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen und korrekte Handelsbeziehungen wichtiger als Image, Name oder Marktwert. Stimmt die Qualität der Weine, kommt der Mensch dahinter auf den Prüfstand. Paßt er nicht zu uns, werden seine Weine nicht gekauft. Dieser Maxime folgen wir, seit es uns gibt.

Während der deutsche Markt nach dem Millennium marktgerechter Konformität huldigt, entsteht im Spannungsfeld der bohrenden Fragen der Journalistin und der technischen Kompetenz des Naturwissenschaftlers das strategische Konzept »Wein radikal anders«. Es stellt die gewohnten Beurteilungskriterien infrage und jene überholten Lerninhalte in Zweifel, auf denen die Ausbildung der Sommeliers (WSET) bis heute beruht.

Um Kompetenz für mehr als nur die übliche geschmäcklerische Beurteilung zu erlangen, beschäftigen wir uns mit dem Boden, seiner Morphologie, seinen Nährstoffen und Transportmechanismen. Wir besuchen Seminare und Tagungen, arbeiten aktiv im Weinberg und bei der Lese mit. Wir lernen biologischen und biodynamischen Anbau in der Praxis kennen und assistieren bei der Weinbereitung. Seit über dreißig Jahren beschäftigen wir uns zudem mit der Chemie des Weines, seinen Hefen, aromatischen Komponenten und technischen Qualitätskriterien. Deshalb lehnen wir heute den konventionellen Anbau mit seinem gedankenlosen Unverständnis der Natur kategorisch ab und setzen zertifiziert biologischen Anbau für alle Neueinkäufe voraus.

Trotzdem ist K&U kein typischer Biowein-Händler. Weil das »Bio im Wein« keine Garantie für geschmackliche Qualität ist, müssen unsere Weine und Winzer »mehr als nur Bio« sein. Sie müssen die Anforderungen an »Wein radikal anders« erfüllen und die Faszination handwerklicher Kultur im Wein vermitteln. Natürlicher Wein ist kein Natur-Produkt. Er ist ein über Jahrtausende entstandenes Kultur-Produkt. Das unterscheidet nicht zwischen »Natural«, »Orange« oder »Bio«, sondern formt aus allen möglichen Macharten und Stilrichtungen jenes dynamische Spektrum, das guten Wein heute so faszinierend individuell und vielfältig macht. Unsere Weine soll jeder verstehen können, der sie verstehen will. Ohne Vorkenntnisse, ohne elitäre Ab- oder sprachliche Ausgrenzung. Genuß will erlernt sein, ohne regionale, dogmatische oder stilistische Grenzen. Die offene Vielfalt des Kulturhandwerks im Wein mit Leidenschaft und Kompetenz gegen die Infantilisierung des Geschmacks durch die immer raffinierter agierende Industrie und willfährige Winzer zu verteidigen, ist uns Berufung.

Wir möchten, daß Sie mehr wissen über Wein, weil Sie dann noch mehr genießen können, was Sie in ihm erleben. 
— Martin Kössler
Unsere für Sie relevanten Ansprechpartner:
Wider den Strom
und stets ein Stück voraus

Den »Geiz-ist-geil«-Aberwitz nach dem Millennium durchlebt K&U, ohne sich programmatisch und preislich anzubiedern. Dem rasanten Siegeszug der alkoholhaltigen Wirkungsgetränke aus dem Selbstbedienungsregal setzt K&U die Kultur des Handwerks im Wein als ideellen und geschmacklichen Mehrwert entgegen. Die Abwanderung vieler deutscher Winzer in die von institutionellen Investoren mit obszönen Millionenbeträgen ausgestatteten neuen Vertriebsplattformen im Internet und das gierige Drängen renommierter deutscher Betriebe in die Regale der Discounter und des Lebensmittelhandels deutet K&U als borniertes Desinteresse an Fachhandel und Vertriebsqualität. K&U reagiert und engagiert sich nur noch für ambitioniert handwerklich biologisch arbeitende Betriebe überschaubarer Größe in Deutschland.

K&U arbeitet ausschließlich mit Familien-Betrieben. Bei uns gibt es keine Markenweine, keine anonyme Handelsware, keine Industrieweine, sondern nur Erzeugerabfüllungen, stets direkt vom Winzer bezogen. Angeblich »biologisch« zu arbeiten, sich aber nicht zertifizieren zu lassen, akzeptieren wir in Anbetracht der Vielzahl unseriöser Trittbrettfahrer und skandalöser Winzerlügen nicht mehr. Um in unser Programm aufgenommen zu werden, muß ein Betrieb menschliche Dimensionen haben, eine Qualitätsphilosophie in unserem Sinne glaubhaft praktizieren und die Kriterien für seine Arbeit in Weinberg und Keller transparent nachvollziehbar machen können.

In den frühen 80ern beginnt K&U als einer der ersten in Deutschland italienischen Qualitätswein zu importieren. Diesen bieten wir direkt vom Winzer per Versand an. Das ist neu. Wein per Versand gibt es noch nicht. Verpackungsmaterial muss konstruiert und beschafft, der Versand per Post, Bahn und Speditionen organisiert werden. Die Anfänge des Versandhandels gestalten sich schwierig, doch der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. K&U beginnt rasant zu wachsen.

Der einsetzende Hype um den italienischen Wein, die Unloyalität seiner Winzer und deren Preistreiberei sorgen dafür, daß sich K&U schon bald Frankreich und seinen Winzern zuwendet. Dunja Ulbricht und Martin Kössler beginnen Mitte der achtziger Jahre die Weine später gefeierter »Garagen-weingüter« wie Le Pin in Pomerol, L´Angelus oder Tertre Roteboeuf in St.Emilion direkt ab Château zu importieren. Sie lernen den damals noch unbekannten Robert Parker in Bordeaux kennen und probieren mit ihm über Jahre hinweg auf den Châteaus die Weine, die sie dann als erste hierzulande »en Primeur«, also in Subskription, zum Kauf anbieten. Sie wenden sich von Bordeaux ab, als ihnen die Weine zu uniform werden und das Primeurgeschäft ob des Wandels im Handel für die Kunden sinnlos, weil unrentabel wird.

Mitte der achtziger Jahre finden die ersten deutschen Weingüter Eingang in das Portfolio von K&U, zwei Jahrzehnte bevor hierzulande jemand vom Riesling und dem deutschen Weinwunder spricht. Schon damals setzen wir konzeptionell die Vergärung mittels wilder Hefe voraus, was führende deutsche Winzer in ihrem Glauben an die Machbarkeit der Technik erschüttert und zu teilweise köstlichem Widerspruch provoziert . . .

Ende der achtziger Jahre entwickelt sich K&U zum führenden Anbieter kleiner wegweisender kalifornischer Spitzenbetriebe. In den neunziger Jahren werden spontane Vergärung und der Verzicht auf synthetische Spritz- und Düngemittel im Weinberg und die »Korrekturen« der modernen Önologie im Keller strategische Grundlage des kritischen Einkaufs- und Qualitäts-Konzeptes »Wein radikal anders«, mit dem K&U selbstbewußt in die Zukunft blickt.

Aus Leidenschaft
anders

Seit seiner Gründung treibt K&U eine Dynamik an, für die neben Dunja Ulbricht und Martin Kössler ein passioniertes Team langjähriger Mitarbeiter steht, das in einer kreativen Mischung aus Kompetenz, Engagement und Leidenschaft »Wein radikal anders« im täglichen Geschäft umsetzt und weiterentwickelt. Inzwischen steht die nächste Generation am Start. Für Kontinuität in der Dynamik ist also gesorgt.

Wir von K&U handeln aus Überzeugung antizyklisch. Wir folgen nicht wie die Lemminge vermeintlichen Geheimtipps, scheren uns nicht um Trends oder Moden, nicht um große Namen oder berühmte Etiketten, schon gar nicht um Bewertungen, und auch nicht um den Markt. Wir wollen Ihnen nicht »alles, was geil schmeckt« offerieren und wir »besorgen« auch nicht irgendwelche Weine außerhalb unseres Sortimentes. Wir sind keine Flaschenhändler, sondern sehen es als unsere Aufgabe, aus der unüberschaubaren Fülle des Angebotes ihren Preis besonders werte und charaktervolle Weine von Winzer-Persönlichkeiten, die eine möglichst eigenständige Qualitäts-Philosophie verfolgen, herauszufiltern. Wir widmen uns vergessenen Rebsorten und sind in abgelegenen Regionen unterwegs. Wir kennen unsere Winzer persönlich, egal wo auf der Welt, und können ihre Arbeit in Weinberg und Keller beurteilen. Weil wir das garantieren können möchten, beschränken wir unser Sortiment im Umfang und sind viele Tausend Kilometer im Jahr unterwegs. So haben wir Markt gemacht und viele Winzer als Partner auf ihrem Weg begleitet.

Jeden unserer Weine kaufen wir direkt beim Winzer. Sie wollen gesucht, entdeckt, transportiert, eingelagert und kommuniziert werden. Dabei suchen wir mehr als nur den besten Preis. Unsere Weine tragen den Mehrwert des Handwerks in sich. Sie haben eine Geschichte. Deshalb verramschen wir sie nicht respektlos über Preisnachlässe, sondern kommunizieren ihren Wert. Ihren Preis kalkulieren wir auf der Basis reeller Kennzahlen, die uns unsere Mitarbeiter motivierend entlohnen und unsere Lieferanten pünktlich bezahlen lassen.

K&U beherrscht die Kunst, so klein zu bleiben, daß wir das tun können, was wir wollen, ohne Zwängen von Banken oder Absatz folgen zu müssen, aber groß genug zu sein, um international mitspielen zu können.

Wir stellen uns den Herausforderungen der Zukunft in Handel und Weinbau. Weil wir eine dezidierte Meinung dazu haben, kommen wir in Fernsehen, Rundfunk und Presse regelmäßig zu Wort. Der Stachel im Fleisch zu sein, ist uns nach all den Jahren so selbstverständlich geworden, wie die Fähigkeit, Entwicklungen und Trends vorherzusehen, anzustoßen und mitzugestalten.

Wir betreiben unseren Beruf nicht nur mit besonderer Konsequenz, sondern auch mit Leidenschaft und Kompetenz. Wohl auch deshalb eilt uns der Ruf voraus, einer der wegweisenden Weinhändler Deutschlands zu sein.

Wein & Versand
mit Herz & Verstand

Bei K&U arbeiten Menschen, nicht raffinierte Algorithmen, die den höchsten Profit und die schnellste Umschlagsgeschwindigkeit Ihrem Kaufverhalten anpassen. Wir gaukeln Ihnen nicht mit der Zustellung am Tag der Bestellung eine Service-Qualität vor, die keine ist. Wir praktizieren individuellen Service mit Herz und Verstand: Wir beraten Sie am Telefon oder im Laden persönlich und kompetent und nehmen uns dafür alle Zeit der Welt. Für Ihren ganz persönlichen Genuß. Sie können Einzelflaschen bestellen, beliebig sortieren, Liefertermine und Adressen vorgeben und gerne liefern wir auch an Ihre Urlaubsadresse. Ihre Bestellung geht spätestens am Tag nach Ihrer Bestellung in den Versand.

Unsere handwerklich »langsamen« Weine müssen nicht am Tag ihrer Bestellung bei Ihnen im Glas stehen. Aber sie brauchen guten Service vom Einkauf vor Ort bis zu Ihnen ins Glas. Deshalb haben wir Lager und Versand nicht an einen anonymen Dienstleister ausgelagert, sondern betreiben sie auf dem neuesten Stand der Digitalisierung selbst. Auf weit über 1000 Stellplätzen lagern unsere Weine in Hochregalen in eigenen Hallen. Die Entladung anliefernder LKW, die Bestückung des Lagers und die Kommissionierung Ihrer Bestellwünsche erfolgt durch langjährig erfahrene Mitarbeiter schnell und zuverlässig mittels modernster Technik.

Leider haben wir auf die Zustellung bei Ihnen vor Ort keinen Einfluß. Sie droht in enormer Komplexität für den rasant wachsenden Online-Handel zum schwächsten Glied zwischen Kunde und Lieferant zu werden. Dramatischer Mangel an LKW-Fahrern, verstaute Autobahnen, verstopfte Innenstädte und wachsende Ansprüche an die Zustellqualität stellen Versender und Logistik vor große Herausforderungen. Sollen die Transport-Sklaven von heute nicht - verständlicherweise - morgen ihre Dienste einstellen, muß deren Dienstleistung zukünftig fair entlohnt werden. Mit unseren Logistikpartnern arbeiten wir daran, diese Herausforderungen zu meistern. Bitte haben Sie Verständnis für all die, die Ihnen täglich mit harter Arbeit dienen.