30.11.

Im Gespräch: Wein & Wahrheit. Warum dem Wein so viele geschmacksverändernde Stoffe zugesetzt werden dürfen

Mittwoch | 30. November | 20:00 - 21:30 Uhr
ZOOM-Meeting | K&U-Weinhalle | Nürnberg


Wein gilt gemeinhin als »ehrliches« Naturprodukt. Zumindest wird er als solches angeboten, verkauft und von Winzern und Händlern gleichermaßen gefeiert. Daß dies eine riesengroße Lüge ist (um nicht von vorsätzlichem Betrug zu sprechen), die von Forschung, Produktion und Handel unbeirrt verbreitet wird (auch im Biohandel, wohlgemerkt), läßt Martin Kössler von K&U keine Ruhe. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich deshalb als  Naturwissenschaftler mit den Kriterien, die Qualität im Wein geschmacklichen Mehrwert verleihen.
In Deutschland wird Wein vor allem nach dem Preis eingekauft - besonders billig wie besonders teuer. Dabei kann keiner der Käufer beurteilen, welcher Wert dem Preis entgegensteht. Er hat auch keine Ahnung davon, wie der Preis, den ihm sein Genuß wert ist, zustande kommt. Mit anderen Worten: Jeder trinkt nur den Wein, den er versteht. 

Daß sich dahinter ein eigener Wissenschaftszweig, die Önologie, die Lehre von der Kellerwirtschaft, verbirgt, die den »Genuß« im Namen des jeweiligen Preis-Niveaus zum massentauglichen Klischee gemacht hat, dem Forschung und Lehre in den Weinuniversitäten der Welt zynisch zuarbeiten, ist weder bekannt, noch scheint es Handel und Verbraucher zu interessieren.
In Wahrheit ist die Önologie nichts anderes als die Reparaturabteilung jener Agrochemie, die unsere Weinberge weltweit so nachhaltig verwüstet hat (außer den zertifiziert biologischen), daß deren Weine ohne geschmacksverändernde Manipulationen von der weintrinkenden Allgemeinheit nicht mehr als Wein erkannt werden. Eine dramatische Entwicklung, der sich die Naturweinbewegung wirkungsvoll entgegenstellt und so verhindert, daß sich eine ganze Branche, von der Forschung bis zum Handel, in Schweigen hüllen kann, um keine schlafenden Hunde zu wecken.

Für Dunja Ulbricht und Martin Kössler von K&U ist das rücksichtslos betriebswirtschaftliche Denken hinter dem Billigwein wie den schweineteuren vermeintlichen Nobeltropfen ein rotes Tuch und Grund, Weingenuß zum Politikum zu machen. Immerhin bereichern sich viele ihrer Produzenten am Gemeinwohl, in dem sie wertvolles Trinkwasser zur Bewässerung mißbrauchen, es mit unzähligen Spritzmitteln und völlig überflüssiger synthetischer Düngung nachhaltig verseuchen und wertvolle Böden nicht nur mißbrauchen, sondern permanent abbauen und damit nachhaltig zerstören, nur um Weine produzieren zu können, die wenige zu Lasten aller bereichern.

Hier soll es um die Hintergründe dieser (unserer Meinung nach) nicht mehr haltbaren Weinproduktion gehen. Wir beleuchten, wie es dazu kam, was die Auswirkungen sind, und was passieren muß, damit Wein - unabhängig seines Preisniveaus - nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit produziert wird. 
Ein unbequemes, aber notwendiges Statement zur Zukunft des Weines.

07.12.

Im Gespräch: Maria Antoanett Crab über Ungarns spannend neue Winzer- und Weinszene (in Englisch)

Mittwoch | 7. Dezember | 20:00 - 21:30 Uhr
ZOOM-Meeting | K&U-Weinhalle | Nürnberg


Niemand kennt Ungarns boomende junge Weinszene besser als die in Budapest lebende junge Sommelière Maria Antoanett Crab. Ihrem engagierten Einsatz für die Weine ihres politisch und wirtschaftlich arg gebeutelten Landes verdanken wir ein äußerst spannendes funkelnagelneues Ungarn-Sortiment. 

Maria hat in den besten Restaurants der Stadt gearbeitet, bevor sie sich im Auftrag einer kleinen Gruppe engagierter Winzerinnen und Winzer daran machte, die unbekannte Spitze der ungarischen Weinszene international bekannt zu machen.

Sie wird uns an diesem Abend (in Englisch) einführen in die Geheimnisse ihres jungen Weinlandes, das zwar auf eine uralte Geschichte im Wein zurückblicken kann, die aber weder wir, noch die Ungarn selbst zu kennen scheinen. Hierzulande steht Ungarn für Süßwein aus Tokaj, für Erlauer Stierblut aus dem Supermarktregal und für gruseligen Kadarka, wie er in Ostdeutschland beliebt war - das war's. 

Tatsächlich waren Ungarns Weine einstmals weltberühmt, bis, wie überall in Europa, auch hier die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts den Weinbau zerstörte. Das Wenige, das ihre Invasion überlebte, geriet dann während der kommunistischen Herrschaft endgültig in Verruf und Vergessenheit.

Typisch für Länder mit junger, unerfahrener Weinkultur dominieren heute in Ungarn vor allem harmlos fruchtige Konsumweine das Angebot. Große Qualitäten aus den Weinbauregionen, die das Land einst berühmt machten, muß man mit der Lupe suchen. Genau das hat Maria Crab für uns übernommen und fand begeisternd individuelle Weine von begnadeten Winzerinnen und Winzern, die im eigenen Land hart kämpfen müssen, um wahrgenommen zu werden, im Ausland aber ganz schnell Aufmerksamkeit fanden. 

Über sie wollen wir uns mit ihr unterhalten. Maria möchte an diesem Abend ihr weitgehend vergessenes Weinland und dessen beste Winzerinnen und Winzer (noch sind es nicht viele) in den Fokus rücken.  
Damit Sie nachvollziehen können, warum wir ihnen eine große Zukunft prophezeien, bieten wir Ihnen ein korrespondierendes »Ungarns Zukunft«-Weinpaket an, das Sie bitte rechtzeitig vor dem Meeting zum Vorzugspreis bestellen möchten. Es enthält sechs exemplarische Flaschen aus Ungarns spannendsten Weinbauregionen und kostet frei Haus (Bundesrepublik) 99.- Euro (statt 117.-€)

Keine Angst vor der Fremdsprache. Sie können jederzeit auf Deutsch fragen, wir antworten auf Deutsch oder übersetzen Marias Antworten.
25.01.

Im Gespräch: Das unsägliche »Preis-Leistungs-Verhältnis«. Maßlose Selbstüberschätzung oder objektive Illusion?

Mittwoch | 25. Januar 2023 | 20:00 - 21:30 Uhr
ZOOM-Meeting | K&U-Weinhalle | Nürnberg


Ein spannendes Thema, das »Preis-Leistungs-Verhältnis«. Allein schon bei dem Wort sträuben sich uns die Nackenhaare. Mal ganz kurz nachgedacht über das, was man da so schnell hin
sagt: Wer muß denn beim Weingenuss die Leistung bringen? Doch nicht der Wein, sondern derjenige, der vor dem Glas sitzt, oder?

Der Wein ist an einem bestimmten Ort auf eine bestimmte Art und Weise entstanden, die in den allermeisten Fällen aber demjenigen, der ihn einzuschätzen können meint, nicht bekannt sind. Er vertraut in seinem Urteil seinem sinnlichen Instrumentarium, das er wie selbstverständlich zur Messlatte macht. Daß dieses nur von seiner ganz persönlichen Trinkerfahrung, seinen Trinkgewohnheiten, seinen geschmacklichen Vorlieben und seinen Fähigkeiten, die eigenen Sinne zu nutzen, abhängt, ficht ihn nicht an. Ganz schön arrogant, auf dieser Basis ein Lebenswerk zu beurteilen, oder? 

Weine, die für die üblichen banalen Klischees des Mainstreams produz
iert werden, sind auf diese Weise allerdings treffsicher zu beurteilen. Die Klischees sind bekannt, sie sind so etwas wie der Standard des Marktes. Sie sprechen die Sprache all jener Weintrinker, die solche Weine kennen und trinken. Insofern ist die »Leistung« solcher Weine einschätzbar. Derjenige, der diese »Leistung« des Weines beurteilen zu können meint, denkt aber weder über seine eigenen Fähigkeiten noch über seine Unfähigkeiten nach, sondern setzt sein Urteil als »objektiv«, weil ja selbst erlebt und angetrunken, voraus.

Mit dieser Haltung werden wir fast täglich konfrontiert. Da ist ein Wein »umgekippt« oder »schlecht«, weil ihn der Betreffende nicht versteht, weil ihm z. B. ganz schlicht und ergreifend die Erfahrung mit Reife und deren sekundären oder gar tertiären Aromen fehlt. Die technische Sensorik weiß, daß man automatisch ablehnt, was man geschmacklich nicht kennt. Mal darüber nachzudenken, daß vielleicht der eigene Apparat der Sinneswahrnehmung Mängel aufweist, kommt den wenigsten dieser Kritiker in den Sinn. Die eigene Wahrnehmung wird als die richtige postuliert. Schuld ist immer der Wein. Selbstkritik oder gar Demut den eigenen sinnlichen Fähigkeiten gegenüber sind, insbesondere unter weintrinkenden Männern, eher die Ausnahme als die Regel.

Die Wirklichkeit im Wein fordert Reflektion 

Durch den Zwang zu mehr Nachhaltigkeit im Weinbau und durch die unbestreitbaren Auswirkungen der Naturweinbewegung auch auf bisher konventionell wirtschaftende Winzer hat sich der Wein weltweit so in Stil und Charakter verändert und diversifiziert, daß die mühsam antrainierten Klischees und Trinkgewohnheiten nicht mehr greifen. Immer mehr Winzer entziehen sich mit ihren Weinen bewußt den uniformen Klischees des Mainstreams. 

Allein der Unterschied zwischen Vergärung mit Reinzuchthefen und wilden Umgebungshefen trennt den Weinmarkt in zwei radikal divergierende Lager in Sachen Aroma und geschmacklicher Wirkung.
Durch die Rückbesinnung auf den Boden und dessen für Gärung und Hefen so elementar wichtigen Nährstoff-Transport-Mechanismen individualisieren immer mehr Weine in einem Ausmaß, wie wir es, die wir seit 40 Jahren mit Wein handeln, selbst kaum vorherzusagen gewagt hätten.
Das ist großartig und hat den Wein so spannend gemacht, daß wir z. B. konventionelle Weine als gähnend langweilig empfinden, weil die andere Seite des Marktes so spannend vielfältig und interessant geworden ist, daß wir die Klischees von gestern nicht mehr trinken möchten. 

Wenn ich mich als Weintrinker*in dieser Entwicklung verschließe und auf die alte »Leistung«, die der Wein mir gegenüber zu erbringen hat, poche, kann ich in der neuen Weinwelt kaum mitreden und werde deren Weine wohl niemals verstehen können. Wenn ich aber anerkenne, daß ich als Trinkender die Leistung erbringen muß, das, was da vor mir im Glas steht, in seiner Bewirtschaftung, Herkunft und Machart (und deshalb auch Andersartigkeit) entsprechend würdigen zu können, eröffnet sich mir eine ganz neue, vielfältige und hochspannende Weinwelt von morgen. 
Das Gestern wird in Form des breiten Mainstreams aber auch weiterhin den Markt dominieren. Ich bin als Weintrinker von gestern also nicht verloren. Die Entwicklung im Wein von morgen ist dagegen noch lange nicht abgeschlossen. Die Klimakrise fordert den Weinbau weltweit so grundsätzlich heraus, daß sich dessen Weine in Zukunft in Stil und Charakter noch stark verändern dürften. Will ich dieser nicht aufzuhaltenden Entwicklung als Weintrinker*in folgen, komme ich kaum umhin, mich mit der Sprache dieser neuen Weinwelt zu beschäftigen, um deren Weine wertschätzen zu können.

Das ist die Leistung, die ich erbringen muß. Nicht der Wein. Insofern ist das »Preis-Leistungs-Verhältnis« vor allem eine Aussage über mich und meine Fähigkeiten bzw. Unfähigkeiten. Der tatsächlich zu beurteilende Wert des Weines, für den ich bezahle, findet in dem unsäglichen Verhältnis keinerlei Beachtung. Ihn beurteilen zu können ist die Leistung desjenigen, der ihn zu genießen weiß.

Darum soll und wird es diesem Meeting gehen. Dazu bieten wir ein Paket mit drei spannend visionären Flaschen an, das wir rechtzeitig vorher versenden werden, um die Weine gemeinsam zu verkosten und zu diskutieren.

08.03.

Seminar N° 1 | Aller Anfang ist schwer. Wie der Einstieg in den Weingenuß trotzdem gelingt

Mittwoch | 8. März 2023 | 19:00 - 22:30 Uhr | 80,- Euro
Vor Ort in der K&U-Weinhalle | Nürnberg


Das erste Weinseminar im Leben? Keine Angst. Bei uns müssen Sie nichts wissen über Wein, um an diesem Grundlagenseminar teilnehmen zu können. Einfach nichts.

Denn wir fangen bei Null an und hören erst dort auf, wo der Wein anfängt, Spaß zu machen. Wir ballern Sie also nicht zu mit unnötigem Wissen über AnbaugebieteRebsorten und sonstiges Winzerlatein. Martin Kössler von K&U (seit 40 Jahren Weinhändler und als kritische Stimme seiner Branche bekannt) zeigt in diesem augen-, mund- und naseöffnenden Einstiegsseminar, daß Wein kein dekadentes Luxusgut ist, sondern ein bezahlbares Kulturgetränk, über das man etwas mehr wissen sollte, um es entsprechend bewußt genießen zu können. Das häufig zitierte »Ich trinke, was mir schmeckt« führt nämlich leider unweigerlich in die Sackgasse der vinologischen Ignoranz.

Wer sich im Weingenuß also nicht nur auf die eigenen Trinkgewohnheiten beschränken will, ist in diesem Einstiegs-Seminar genau richtig, egal ob Neuling oder Weinfreund. Einzige Voraussetzung: Neugier und Offenheit. Alles andere machen wir. 

Anhand von zehn exemplarischen Weinbeispielen zeigen wir, was sich hinter dem Mysterium Wein tatsächlich verbirgt - abseits der vielen Lügen, Märchen und Illusionen, die über den Wein kursieren. Wir führen ein in die spannende Welt des eigenen Weinerlebens, das Sie nach diesem Seminar hoffentlich für den Rest Ihres Lebens beschäftigt und erfüllt. Sie erfahren, wie Wein technisch entsteht, warum er so schmeckt wie er sich anfühlt, und Sie werden an sich selbst erleben, was Sie können sollten, wenn Sie vor dem Glas sitzen. Wenn Sie Spaß haben an dem, was Sie bei uns erfahren und erleben, werden Sie in Zukunft in der Lage sein, den für Ihre Weinerfahrung richtigen Wein im Glas zu haben.

Seminar: Aller Anfang ist schwer
Termin: Mittwoch 8. März 2023 | 19:00 - 22:30 Uhr | 80.- €
Ort: K&U-Weinhalle | Nordostpark 78 | 90411 Nürnberg
Anmeldung: Verbindlich buchen oder per Mail.
29.03.

Seminar N° 2 | »Sensorik« - oder: Wie man Wein zu riechen, zu schmecken und zu denken lernt

Mittwoch | 29. März 2023 | 19:00 - 22:30 Uhr | 80,- Euro
Vor Ort in der K&U-Weinhalle | Nürnberg


»Sensorik«. Die Lehre vom Riechen und Schmecken
Über Jahrhunderte hinweg hat man den Wein über sein Aroma bewertet und beschrieben. Für sein Bukett hat man ihn angebaut, für dessen Beschreibung Winzerinnen und Winzer, Sommelièren und Sommeliers ausgebildet, der gesamte Handel der Welt unterwarf sich dem ungeschriebenen Sprach- und Bewertungs-Diktat und so drehte sich die Welt des Weines wesentlich um Duft, Bukett und Aromen. Daraus entstand eine Weinsprache, die wir nicht nur als albern geschmäcklerisch empfinden, sondern vor allem als ausgrenzend, weil sie jeden, der ihre blumigen Adjektive nicht nachvollziehen kann oder will, außen vor läßt.

Heute versucht man Wein neu und vor allem anders zu beschreiben. Dabei orientiert man sich an seiner neurophysiologischen Wirkung, die er im Mund auslöst, dem sogenannten Mundgefühl. Das läßt ihn nicht nur aromatisch, sondern vor allem physisch erleben. Es beschreibt, wie er sich im Mund anfühlt, ob er dicht oder transparent wirkt, ob seine Gerbstoffe fein oder hart wirken, seine Säure mager und karg oder lang und erfrischend agiert usw.. Über dieses Mundgefühl ist auch der absolute Wein-Laie in die Lage, Wein in seiner Wirkung zu beschreiben und somit den Zugang zu nachvollziehbaren Kriterien für Qualität zu »erfühlen«.

»Qualität« im Wein wird damit konkreter, faßbarer, als in den bisherigen mehr oder weniger blumigen, aber nicht für jeden nachvollziehbaren Beschreibungen von Aromen und Strukturen, die auf subjektivem Empfinden, auf Gewohnheit basierenden Gefühlen und individuellen Vorlieben basierten. Jetzt finden Auge, Nase und Zunge im Mundgefühl zusammen, dessen physische Wirkung eine Meßlatte für konkrete Kriterien liefern kann, die Geschmack und Qualität erklärbar machen.

Aufmerksame Sensorik schafft ein Gedächtnis der eigenen Sinne, denn nur wer für sich formulieren kann, was er riecht und schmeckt, kann sich an diesen speziellen Geschmackseindruck auch noch später erinnern. Sensorik wird zur Technik für bewußtes Erinnern von Geschmack und dessen physischer Wirkung, ermöglicht damit erst deren Vergleich und baut sich so mit der Zeit eine persönliche »Bibliothek« an Geschmackserinnerungen auf, die Weinqualität ohne das geschmäcklerische Gelabere der Vergangenheit nachvollziehbar und verständlich bewertbar macht.

Das in Worte gefaßte Erinnern von Geschmack nennt man »Genuss«. Ein lebenslang zu füllendes Puzzle, dem der Rand fehlt, weil Wein in Stil und Charakter viel zu vielfältig ist, um ihn in seiner Gesamtheit erleben zu können. Dieses Puzzle setzt neben der Lust am Wort und dem Interesse an den eigenen Sinnen vor allem Neugier, Toleranz und die Fähigkeit zu Selbstkritik und Demut dem eigenen Urteil gegenüber voraus.

Anhand zehn grundsätzlich verschiedener Schaum-, Weiß- und Rotweine werden wir versuchen, uns diesem Genusss gemeinsam sensorisch zu nähern. Ein wichtiges, Augen, Nase und Mund öffnendes Seminar, das keinerlei Vorkenntnisse in Sachen Wein voraussetzt, sein persönliches Erleben aber nachhaltig verändern wird.

Seminar: Sensorik
Termin: Mittwoch 29. März 2023 | 19:00 - 22:30 Uhr | 80.- €
Ort: K&U-Weinhalle | Nordostpark 78 | 90411 Nürnberg
Anmeldung: 
Verbindlich buchen oder per Mail.
19.04.

Im Gespräch | Kritische Diskussion über Winzer von gestern, den Wein von heute und den Weinbau von morgen

Mittwoch | 19. April 2023 | 20:00 - 21:30 Uhr
ZOOM-Meeting | K&U-Weinhalle | Nürnberg


Dunja Ulbricht und Martin Kössler im Zwiegespräch. Die Journalistin hinterfragt den Wahrheitsgehalt der Quelle und klopft Sachverhalte in allen möglichen Richtungen auf Plausibilität ab. Der Ingenieur stellt auf seiner Suche nach dem »Warum« nicht minder viele Fragen, versucht diese aber auf naturwissenschaftliche Art und Weise zu beantworten. Eine so inspirierende wie selbstkritische und kreative Kombination an Fragestellungen, die K&U bis heute prägt und belebt.

Die Herausforderungen, die uns die Klimakrise in Sachen Weinbau stellt, sind vielfältig, komplex und aufregend. Wir wollen uns an diesem Mittwoch-Abend intensiv mit ihnen beschäftigen, um sie in ihrer Tragweite zu verstehen. Wir reden über Winzer, die den Anschluß verpasst haben und zeigen auf, warum das so ist und was ihnen droht. Wir stellen aber auch exemplarisch Winzer vor, die sich den Herausforderungen stellen und skizzieren, wie und warum sich ihre Weine dadurch verändert haben. Wir diskutieren den Weinbau von morgen und versuchen vorherzusagen, warum seine Weine anders riechen und schmecken werden, als wir es bisher gewohnt sind. 

Der Wein von morgen wird sich in zwei extrem divergierende Märkte teilen. Auf der einen Seite wird er für den günstigen Preis maximal industrialisiert, mechanisiert und technisiert sein, mit sich schon heute abzeichnenden Konsequenzen für Charakter, Geschmack und Stil. Auf der anderen Seite ist er durch den Einfluß der globalen Naturweinbewegung bereits dabei, sich in einem Maße zu individualisieren, das ihn so spannend vielfältig machen wird, wie er es in seiner langen Geschichte wohl noch nie war. 

Die Zukunft im Weinbau wird im regenerativen Anbau liegen. Ohne ihn werden die klimatischen Extreme und deren Auswirkungen kaum zu beherrschen sein. Dabei steht insbesondere das Wasserspeichervermögen der Böden im Fokus, das ohne das Bodennahrungsnetzwerk der Mykorrhiza-Pilze kaum zu verbessern sein wird. Die vielfältigen Funktionen der Mykorrhiza werden derzeit in Frankreichs Weinkreisen heftig diskutiert und zusammen mit Viti-Forst-Projekten als vielversprechende Lösung für die Probleme der Zukunft in Landwirtschaft und Weinbau gesehen. 

Ein spannendes Thema, das uns alle, weit über den Wein hinaus, betreffen wird, weshalb wir es im Austausch mit Ihnen (und zugeschalteten Fachleuten) diskutieren möchten.