Kaum zu glauben, der Jahrgang 2017 Zehnthof-Luckert
  • Von Martin Koessler
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  • 06.03.2018
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  • Unterwegs

 

Es ist uns liebgewordene Tradition geworden, zwischen dem Zusammenlegen der diversen Partien im Keller zum füllfertigen Wein und der finalen Abfüllung den aktuellen Jahrgang zusammen mit Wolfgang (Bild oben), Uli und Philipp Luckert vom Weingut Zehnthof-Luckert in Sulzfeld in Franken auf Herz und Nieren zu prüfen.

 

Seit 1986 arbeiten wir zusammen. In den, ich kann es kaum glauben, dreißig Jahren ist eine in unserer Branche seltene Freundschaft und Partnerschaft entstanden. Und so laden uns Luckerts stets um die gleiche Zeit zu sich nach Sulzfeld ein, um den neuen Jahrgang zu probieren. Dieses Jahr stiegen wir neugierig, aber ohne die üblichen Erwartungen, in den Zug nach Kitzingen. 2017 war in Deutschland ein schwieriger Jahrgang. Bis zum August schürte der Jahrgang Hoffnungen auf ein richtig gutes Jahr. Dann kam der Wetterumschwung, das Wetter wurde kühl und feucht, in Franken sogar sehr feucht, mit teilweise heftigen und intensiven Regengüssen, wie wir sie hier bislang kaum kannten. Nassen und feuchten Herbst mögen Winzer nicht.

 

Uli Luckert staunt in aller Stille über seine eigenen Weine

 

Wir waren vorher natürlich schon intensiv in den Weinbergen Frankens unterwegs gewesen. Alleine schon um zu dokumentieren, wie intensiv der Glyphosat-Einsatz dieses Jahr gefahren wurde, aber auch, um die Behänge, also die zukünftigen Erträge des Jahrgangs, zu evaluieren. Was wir sahen, machte uns Angst. Solche enormen Mengen an Trauben, wie wir sie in vielen Weinbergen, vor allem im Steigerwald, zu sehen bekamen, hatten wir in Franken schon lange nicht mehr. Das verhieß nichts Gutes. Bei fachlich gut arbeitenden Betrieben notierten wir dagegen wunderschöne gesunde Trauben, gut ausgedünnt, homogen in der Reife, gut freigestellt und damit bestens vorbereitet auf einen feuchten Herbst – der prompt kam. Es ist also Vorsicht geboten. Der Jahrgang 2017 fällt in Franken rekordverdächtig heterogen aus. Oben hui, unten pfui, nichts in der Mitte. Entsäuerungen, Schönungen und massive Ascorbinsäure-Korrekturen gegen die hohen Erträge und deren UTA-Gefahr auf der einen Seite, brillant profilierte, strahlend straffe Saftprotze und Charakterdarsteller, wie wir sie selten so stringent und in sich stimmig aus Franken im Glas hatten, auf der anderen Seite.

Größer und drastischer können Qualitätsunterschiede innerhalb eines Weinbaugebietes kaum ausfallen. Kein Wunder, daß der offizielle Tenor zum Jahrgang lautet: Trinken und vergessen …

 

Handlese im Cyriakusberg

 

Bei Luckerts begann die Ernte so früh wie lange nicht mehr und war zudem verdammt schnell. Sie arbeiteten mit allen Familienmitgliedern drei Wochen durch, ohne Sonntagsruhe, um ihre 17 Hektar mit einer großen Mannschaft rumänischer Erntehelfer, und Philipp draußen im Weinberg als Organisator, in für den schwierigen Jahrgang ausreichender Reife und gutem Gesundheitszustand der Trauben in die Kelter zu bringen. Penibel mußten sie im Weinberg jede Beere, ja fast jede Traube, prüfen und selektionieren. Durch manche Silvaner-Zeilen schickte Philipp die Lesemannschaften dreimal durch, um jeweils nur die wirklich reifen Trauben zu ernten. Uli notierte derweil an der Kelter staunend erstaunliche Säurewerte, vergleichbar mit 2013. Obwohl die Oechlse reife Trauben signalisierten, schienen die analytischen Säurewerte eine andere Sprache zu sprechen. Die pH-Werte einiger Partien lagen unter 2,9. Das hatten Uli und sein Labor noch nie gehabt.

Mit diesem Wissen um den Jahrgang fuhren wir nach Sulzfeld.

 


Unsere Gruppe stimmt sich ein.

 

2017 Sulzfelder Müller-Thurgau

Er präsentierte sich zunächst wie gewohnt: Gelbfruchtig, knackig frisch im Mundgefühl, leicht und spielerisch im Trinkfluß, ein wunderschöner, stilistisch klar vom Jahrgang geprägter Müller, der der geschundenen Rebsorte zur Ehre gereicht. Doch halt, mit zunehmender Luft im Glas wurde der Wein immer kühler, straffer und frischer, präsentierte sich jetzt weißfruchtig im Duft ätherischer Frühlingsblüten, entwickelte präsente Muskatnoten und machte Druck am Gaumen, enorm straff, nicht sauer sondern strukturell griffig in bestechend würziger, kalkiger Mineralität, die für saftige Länge am Gaumen sorgt. Furztrocken mit 0,7 g/l Restzucker, aber alles andere als sauer, sondern enorm saftig und mundwässernd. Das ging ja gut los!

 

2017 Sauvignon Blanc

Ein erstes Raunen geht durch unsere Gruppe. So saftig, rund und harmonisch im Trinkfluß kannten wir Luckerts Sauvignon Blanc bisher nicht. Der Wein entfaltet enorm saftige Mitte auf der Zunge, wirkt fast weich im Mundgefühl, Hinweis auf niedrige Erträge, und kommt dann von hinten, also retronasal, aromatisch erst so richtig zur Geltung, läßt erst dann den Rebsortencharakter erkennen. Im Duft wirkt er bis dahin sehr verhalten, fast leise und scheu, zeigt nicht, was er später können wird. Das Klonenmaterial bezogen Luckerts damals aus Frankreich. Dabei stellte sich später heraus, daß man ihnen zwar Sauvignon geliefert hatte, aber nur ein Teil der Reiser war tatsächlich Sauvignon Blanc, der andere war Cabernet Sauvignon. Beide stehen heute als unfreiwilliger Mischsatz im gleichen Weinberg und müssen mühsam getrennt geerntet werden. Einer der bemerkenswerten Weine des Jahrgangs, der sehr spannend zu werden verspricht, vor allem sehr eigenständig. Er dürfte sich nicht laut im Stile der Steiermark entwickeln, sondern eher leise im Sinne eines guten Loire-Sauvignons. Weniger Duft also, als intensiv im Geschmack.

 

2017 Muskateller

Wenn wir könnten, wie wir wollten, würden wir die gesamte Partie von knapp 2500 Flaschen kaufen. Wir lieben ihn, Luckerts Muskateller. Der geht dieses Jahr ab wie Schmidts Katze. Kaum Restzucker, 1,5 g/l. Im Mund legt er los mit einem Zug, der fast benebelt vor Rasanz und Rasse. Salzig straff, mittig kalkig und ungewöhnlich rassig und saftig im Mundgefühl, das explosiv aromatisch wirkt, ohne aufdringlich zu sein. Kühl und raffiniert, superwürzig und fast laut, trotzdem aber vornehm und sinnlich raffiniert. Fließt straff und lang an den Gaumen, öffnet sich dort und macht sofort Lust auf den nächsten Schluck.

So langsam kapieren wir den Jahrgang bei Luckerts und beginnen zu staunen über seine Saftigkeit und sein Mundgefühl, das komplex und fordernd ausfällt, aber trotz seiner straffen Art auch zugänglich und verblüffend trinkfröhlich und trinkflüssig. Die Weine laufen wie von alleine und dieser Muskateller, den mußt du richtig bremsen im Zug, sonst ist er weg und du kommst nicht hinterher. Kann es sein, daß der Jahrgang 2017 mit Luckerts Stil so harmoniert wie noch nie?

Wir sind gespannt, was kommt, erfreuen uns an diesem Ausnahme-Muskateller und planen schon dessen Einkaufs-Mengen.

 

Blauer Silvaner

 

2017 Silvaner Zehnthof (die Basis)

Der »kleine« Guts-Silvaner, der bei uns vor allem in die Gastronomie geht. Entpuppt sich als sehr typischer grünwürziger Silvaner, der jeden Gast glücklich macht, der echten Silvaner aus Franken zu schätzen weiß. Nur 1,2 g/l Restzucker, also richtig trocken und nicht, wie in Franken sonst üblich, auf dem Etikett trocken, im Glas aber mit Zuckerschwanz für die Nürnberger Kundschaft zwischen Sixtminetundscheintot. Er wirkt schlank, es fehlt ihm ein wenig die Mitte der anderen, höherwertigeren Silvaner, aber er schmeckt richtig gut, fließt leicht und fröhlich, ist süffig und erweist sich als sehr stringent im Stil des Jahrgangs. Stammt von jüngeren Reben zwischen 5 und 20 Jahren. Bei Luckerts werden alle Reben und Trauben gleich behandelt, aber alle Partien, alle Lagen und Parzellen getrennt ausgebaut. Erst im Keller beginnt dann die Selektion und dabei haben sich unverwechselbar und eindeutig die Weine von älteren Reben als signifikant dichter und damit höherwertiger erwiesen.  Die jüngeren Reben gehen in diesen Wein, der trotzdem ein Niveau beweist, das den vielen weniger ambitionierten Winzern Frankens den Angstschweiß auf die Stirn treiben dürfte.

 

2017 Sulzfelder Silvaner

Der Guts-Silvaner. Das Aushängeschild des Betriebes. Der wichtigste Wein im Programm und der, von dem es am meisten gibt. Ein wichtiger Wein also für Luckerts wie für uns. Dieses Jahr nicht mehr im Bocksbeutel, sondern auch er kommt jetzt in der langen Schlegelflasche. Hier spielt spürbar mehr Substanz auf der Zunge, hier wird’s gelbfruchtig, der typische Luckert-Geschmack im Mund, cremig saftige Konsistenz, kristalline Saftigkeit ergießt sich in den Mund, wirkt dort typisch kalkig vor allem auf der Mitte der Zunge, die er matt und herb und trocken belegt. Deutlich mehr Mitte als Breite im Mundgefühl. Zieht leicht grünlich und zunehmend weniger gelb wirkend in rasanter Straffheit über die Zunge, gefällt mir damit in diesem kühlen Jahrgang persönlich viel besser als in reifen Jahrgängen wie 2015 oder 2016, weil er viel weniger gelbfruchtig ausfällt, weil er saftiger und präziser im Mund wirkt, dadurch, zumindest nach meinem Empfinden, auch süffiger und animierender im Trunk.

Ein verblüffend ausgefallener Jahrgang, der unsere Erwartungen völlig aus der Bahn wirft. So gut hatten wir Luckerts Weine nicht erwartet. Der Jahrgang definiert eine neue Luckert-Stilistik. Weniger breit als früher, trotzdem konzentriert und fokussiert, wirkt stimmiger als bisher, mag manche Kunden als »sauer« abstoßen, anderen dafür Riesenfreude bereiten, weil das hier für ein neues Franken steht, das nicht mehr simpel weiche, weil entsäuerte Weine mit Gletscherbonbonduft aus Reinzucht-Hefe-Vergärung präsentiert, die keinen Herkunftscharakter zeigen, sondern nur für eine bestimmte technische Machart und Populismus a la »Frank & Frei« stehen, sondern für ein echtes, raues, natürliches, kompromißloses Franken stehen, nach dem so viele Winzer in Franken suchen. Hier ist es zu probieren und zu erleben. Mehr Franken im Silvaner geht kaum. Muschelkalk spürbar gemacht.

Nach zehn Jahren biologischer Bewirtschaftung, so Uli Luckert selbstkritisch, scheint jetzt der Boden ihrer Weinberge so richtig zu sprechen zu beginnen und er kann sich als »Macher« zunehmend zurückziehen. Die Weinsäure machte in 2017 über 70% der Säuren im Wein aus. Deshalb lief auch in diesem Jahr der biologische Säureabbau fast unbemerkt vor oder während der alkoholischen Gärung ab. Typisch für Reben die auf lebendigen Böden im biologischen Anbau stehen. Die Rebphysiologie verändert sich und das grundlegend. Das scheint eine der signifikantesten Änderungen zu sein, bestätigt Uli, legt aber auch Wert darauf, daß ihre im Jahr 2000 erfolgte Umstellung auf die Niedrigertrags-Reberziehung »Cordon« ganz wesentlich zum Erfolg ihrer Weine beigetragen hat. Nur mit niedrigen Erträgen lassen sich im Zusammenspiel von biologischer Bewirtschaftung, passender Reberziehung und einem Winzer, der seine Reben kennt und pflegt, entsprechend gesunde Trauben produzieren, die mehr als nur »gesund« sind. Das macht Luckerts »einfacher« Guts-Silvaner  im Jahr 2017 spürbar, schmeckbar und erlebbar.

 

2017 Roter Silvaner

Luckerts geht es um das Spektrum des Silvaners. Deshalb besorgten sie sich im Elsaß eine Selektion des sogenannten »roten Silvaners«, der in alten Zeiten in vielen fränkischen Weinbergen zu Hause war, dort aber als Esstraube oder für den eigenen Hausschoppen angebaut wurde, nicht aber als klassische Rebsorte in die Geschichte des fränkischen Weinbaus einging. Er erweist sich im Jahrgang 2017, gekeltert aus jungen Reben, als floral im Duft und erinnert irgendwie entfernt, übrigens auch im fast weich wirkenden Trinkfluß, an die Rebsorte Traminer. Die Trauben sehen im Stadium der Reife auch aus wie Traminer, also leicht rötlich gefärbt. Geschmacklich erinnert er an Burgundersorten wie Weißburgunder, wirkt weicher und weniger kräuterwürzig als der klassische Silvaner, beweist auf der Zunge dichte, feinmaschige Mitte in perfekt integrierter weicher Säure, die man kaum wahrnimmt, legt dann aber kraftvoll los im Körper und wirkt schließlich deutlich breiter als der Rest der 2017er Kollektion von Luckerts. Wer also einen etwas breiteren, säureärmeren Silvaner vorzieht, der von Uli Luckert aber weder entsäuert noch ansonsten irgendwie im Keller hingetrickst wurde, liegt bei Luckerts rotem Silvaner, der mir 2,4 g/l-Restzucker zu ihren »süßen« Weinen des Jahrgangs gehört, genau richtig.

 

2017 Blauer Silvaner

Ein wichtiger Wein in unserem Programm. Der blaue Silvaner hat seine festen Fans. Die können jubeln dieses Jahr. Unter 1 g/l-Restzucker, also richtig trocken, deshalb fast etwas metallisch karg und straff im Grundcharakter, im Mundgefühl sich dann aber öffnend zu etwas fetterer Struktur als der grüne Silvaner, prägnanter und kerniger als der rote Silvaner,  beweist mehr Druck am Gaumen, hat mehr Fülle im Mund, entfaltet Rauch- und Speckaromen, wirkt einen Tick süßer, reifer, breiter, fetter und runder als alle grünen Silvaner und erfreut ungeheuer saftig, aber straff und griffig im Mundgefühl seinen Genießer. Spannend, wie unterschiedlich sich dieses Jahr die Rebsorten, aber auch die einzelnen Lagen zu profilieren verstehen. Eine Bereicherung der Silvaner-Palette.

 

2017 Silvaner »Alte Reben«

Wie jedes Jahr bisher einer der bemerkenswerten Silvaner dieser Verkostung. Tolle Nase, erinnert unweigerlich an guten Urgesteins-Veltliner. Dicht und enorm tiefgründig, rauchig, fast ein wenig speckig im Bukett, nur dezent gelbfruchtig, durchaus noch etwas unentwickelt und spröde, mächtig kompakt im Mundgefühl, wirkt knorrig und abweisend, wird also noch ein paar Monate brauchen, bis er zeigt was er wirklich kann. Christoph nennt ihn »ernst«, was wohl am besten beschreibt, wie er derzeit wirkt.

 

Uli Luckert bei der Fassreinigung

 


Uli Luckert: »Unsere Gärungen liefen alle extrem gut ab. Die Malolaktik haben wir fast nicht bemerkt, sie scheint seit der Umstellung auf den biologischen Anbau vor oder während der alkoholischen Gärung abzulaufen. Ihr verdanken wir die mild schmeckenden Säuren, trotz extrem niedriger pH-Werte, die für den so typischen Zug auf der Zunge dieses Jahr sorgen. Die Weine sind enorm lang in der Wirkung, straff und saftig wie nie. Warum, können wir uns selbst auch nicht erklären. Um den Rebsortencharakter dieses Jahr zu prononcieren, haben wir die Moste relativ blank vergoren. Nachimpfen mußten wir unsere spontanen Gärungen nur in einem Fall. Ich habe das Gefühl, daß unsere wilden Naturhefen von Jahr zu Jahr stabiler und effizienter werden. Zumindest liegen unsere 2017er Weine bis auf drei Ausnahmen alle unter 1 g/l im Zucker.«


 

 

Philipp Luckert beim Rebschnitt

 

2017 Sonnenberg Silvaner »Gelbkalk«

Ein Silvaner, der uns zum Staunen brachte. Keiner für den Franken-Schlotzer, einer für stille Stunden des Genusses. Wer die Möglichkeiten der Rebsorte für sich ausloten möchte, der möge es mit diesem Wein tun. Er wird allen Silvaner-Skeptikern beweisen, daß Silvaner eine überaus anspruchsvolle Rebsorte sein kann, die überaus anspruchsvollen Wein liefern kann.

Luckerts »Gelbkalk« 2017 kann mit den großen Weißweinen der Welt mithalten. Wen das nicht überzeugt, der möge sich den »Creutz« des Jahrgangs 2017 zulegen. Da gibt es dann nichts mehr zu motzen. Der haut jeden um, erstickt jede Kritik an der verkannten und mißinterpretierten Rebsorte im Keim. Ihn stellen wir gegen die ganz großen Weine der Welt und erwarten völlig entspannt die Kommentare.

Doch zurück ins reale Leben: Gelbfruchtig geht es hier zu, reif wirkt der Wein im Vergleich zu den alten Reben, gelb wie Gelbkalk. Auf der Zunge das pure Salz, enorm lang im Nachhall, extrem würzig, wer hier »Frucht« sucht, hat verloren. Gehört zu den komplizierteren Weinen im Luckert-Portfolio, ist richtig komplex, wirkt fordernd und vielschichtig, beweist mehr Wirkung als Geschmack und sollte insofern nur genossen werden, wenn man sich für ihn präpariert hat.

 

2017 GG Silvaner Maustal

Tja Freunde, dieser Muster-Silvaner ist leider nicht für jedermann gemacht. Wer Silvaner kennt, wie ihn Franken üblicherweise präsentiert, dürfte von dieser Version nachhaltig verstört werden. Die Qualitätspyramide im Hause Luckert folgt der Feinheit, der Mineralität, der Finesse und dem zunehmenden Spiel. Dieses große Gewächs sollte Maßstab sein in Franken. Maßstab für Eigenart, Charakter, Persönlichkeit. Das können so überzeugend nur wenige Winzer im Land der Franken. Im Duft wirkt der Wein unerwartet fein. Da kracht nichts, da dampft nichts, da schreit keiner laut. Elegant und zurückhaltend präsentiert sich hier steinig und kalkig der Boden des Maustals, jener großen Lage, um die Luckerts so lange kämpfen mußten, weil die VDP-Kollegen in Franken nicht anerkennen wollten, daß es sich hierbei tatsächlich um eine große Lage handelt, um eine, die unverwechselbaren Charakter beweist. Heute spricht der Wein Bände und verweist die Weine der Kollegen in die Box.

Frucht? Fehlanzeige. Großer Wein hat selten Frucht. Es geht um Herkunft, um Steine und Muschelkalk, um niedrige Erträge. Der Wein fließt schon ganz anders im Mundgefühl, wirkt fast dick und viskos im Fließverhalten, beweist tolle Integration von Stein in Wein, wirkt mächtig kalkig und strahlt mit straffer Säure in knochentrockener Textur. 0,7 g/l Restzucker. Ohne Kommentar. Extrem komplex dieser Silvaner. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein anderes GG aus Franken hier mithalten kann. Superstraffe Struktur, der Wein vibriert am Gaumen, fordert heraus, widersetzt sich der Beurteilung, mehr noch seiner Beschreibung. Spürbar kalkig, steinig bitter, herb und würzig, enorm dicht, physischer Wein-Genuss, grünlich kalte, an exzellenten Chablis erinnernde kalkige Spuren in enormer Konzentration.

 

2017 Sylvaner »Creutz«

Sylvaner, der den Atem raubt. Buchstäblich. Technisch läßt sich dieser Ur-Silvaner, deshalb »Sylvaner«, kaum beschreiben. Cremig gelb fließt er über die Zunge. Greift bissig zu, schmeckt griffig und steinig bis an den Scheitel. Seine wurzelechten Rebstöcke konnte Uli Luckert in letzter Minute vor der Vernichtung retten. Sie stammen aus den 1870er Jahren. Eine solche Dichte und Tiefe wie dieses Jahr hat dieser Wahnsinns-Silvaner noch nie gehabt. Wirkt entwaffnend direkt und präsent wie nie. Wer kein Gefühl für Größe im Wein hat, wird diesen Wein nicht verstehen. Er macht sich selbst zum Gefühl und fordert dabei von seinem Gegenüber Sentiment, Erfahrung und Können in der Sensorik. Er tut tatsächlich fast weh als physisches Erlebnis auf der Zunge. Hat mit dem gewohnten fränkischen Silvaner nichts zu tun. Spielt in einer ganz anderen, eigenen Liga. Füllt den Mund leise und distinguiert, fast schwebend gleitet er über die Zunge, um dann ins Geschehen einzugreifen, mächtig griffig und dicht als Substanz spürbar, extrem kalkig und steinig in einem rauen, fast sandig wirkenden Phenolgerüst. Aufgewachsen in einem Tonneau, einem 600 l-Holzfass, von dem man außer der saftigen Struktur durch das Hefelager nichts bemerkt. Herb wirkt der Wein, abweisend und streng, wild und anstrengend, irgendwie aber auch entspannend. Silvaner mit dem Zeug zum Klassiker. Setzt aber nur Sentimente frei, wenn man selbst über die nötige Empathie verfügt. Kein Wein zum Teilen. Ihn genießt man am besten nur mit Menschen, die auf der gleichen Frequenz schwingen, wie man selbst. Dann wird er zum Sprachrohr zum Ich. Tiefe, Größe, Weinerlebnis. Atemberaubend gut.


 

Handlese

 

2017 Chardonnay

Chardonnay hat sich aufgemacht, den Riesling abzulösen, der in den letzten zehn Jahren die Weingläser der Deutschen gefüllt hat. Chardonnay hat sich dabei so verändert im Stil, wie sich Riesling verändert hat. Luckerts legen vor. Ihr Chardonnay ist so gut, daß wir seinen Preis nicht glauben wollen. Wirkt straff und lang am Gaumen, umhüllt die Zunge samtig mit Substanz, ist richtig gut, hat Biß und Gripp, wirkt im Mundgefühl schlank und präzise und nervig, brilliert fokussiert und überzeugt als extrem schöner Chardonnay, der zu diesem Preis nicht zu schlagen sein dürfte hierzulande. »Schmatzig lecker«, wie einer meiner Mitarbeiter bemerkt, »und trotzdem sehr anspruchsvoll.« Die Rebsorte kommt klar heraus, erinnert an Riesling durch ihre kalkig raue Spur auf der Zunge und hat jeden am Tisch verzaubert. Super gut.

 

2017 Chardonnay »Brunnquell«

Eine Premiere. Ein neuer Chardonnay im Programm der Luckerts. 1989 gepflanzt, im 1500 l Holzfaß vergoren. Ein paar Rebzeilen nur, die aber brachten besonderes Lesegut. Das war so gut, daß Uli Luckert an der Kelter beschloss, den Wein getrennt auszubauen. Exotischer, kühler und noch viel knackiger als die Normalversion. Geht kaum, könnte man meinen, geht aber doch. Ungemein frisch im Charakter, heller in der Tönung, stahliger und durchaus grünlich herb auf der Zunge, geschmeidig, aber herb, trocken, aber unheimlich saftig in gelber Fülle, die grün und kalt am Gaumen endet. Im Duft erdig, trocken, kalkig und sogar richtig kreidig. Großer unverwechselbar fränkischer Chardonnay, von dem es aber nur wenige Flaschen gibt.

 

 

Luckerts Weißweinkeller

 

Alle Weine des Jahrgangs werden bei der Füllung auf nur 40 mg freien Schwefel eingestellt. Die Maischestandzeiten fielen ob der Beerenschalenkonsistenz dieses Jahr nur kurz aus, maximal 17-18 Stunden gewährte Uli im Keller den besten Partien.

Luckerts stellen ihren Jahrgang 2017 über 2016. Sie meinen, daß die Weine mehr Individualität und mehr Charakter wagen, mehr Ausdruck und Kontur besitzen. Eines ihrer Geheimnisse: 5000 Stöcke pro Hektar, aufwendig von Hand gepflegte lockere, luftige Laubwand, damit Laub und Trauben schnell abtrocken können. Deshalb gehen Luckerts von der einstmals praktizierten dichten Pflanzung wieder weg. Sie meinen, daß die Art der Reberziehung, die Beschaffenheit des Bodens in Sachen Humusanteil und Nährstoffgehalt, und die intelligente händisch individuelle Pflege von Laubwand und Traubenzone in Zeiten des Klimawandels wichtiger sind, als eine dichte Pflanzung. Deshalb wollen sie auch so klein bleiben, wie sie sind. Sie kennen ihre Grenzen und beherrschen ihre 17 Hektar Rebfläche. »Mehr sollte es nicht werden«, meint Wolfgang, »wir sind schon heute zu Dritt ständig draußen in den Reben«. Echte Winzer, die ihr Handwerk noch verstehen und beherrschen.


 

2017 Riesling Sulzfeld

Franken kann keinen Riesling? Dieses Vorurteil nervt Luckerts immens. Deshalb legen sie großen Aufwand in ihre Rieslinge. 2017 beweist, wie gut fränkischer Riesling sein kann. Dieser hier hat, wie alle Weine des Jahrgangs, den biologischen Säureabbau absolviert. Das hat ihm, anders als gedacht, sehr gutgetan. Er präsentiert sich cremig, fast weich, mundwässernd saftig, alles andere als unreif oder gar grün. Seine Terpene macht er riech- und schmeckbar, schon heute in seiner Jugend. Leicht grüne Noten im Finish sorgen für Frische und vielversprechendes Zukunfts-Potential, spannende Steinobstaromen und reife Marille prägen ihn gelber im Duft, als er geschmacklich ist. Da wirkt er spürbar kalkig, verschlossen, jugendlich rasant. Dieser Guts-Riesling stammt von jungen Reben und enthält, interessantes Detail, zehn verschiedenen Riesling-Klone, mit denen Luckerts experimentieren. Ein süffig verdunstender Riesling, der Franken den Weg weist.

 

2017 Steinriegel Riesling 

Unser Riesling im Portfolio von Luckerts. Gelbe Reife, zunächst kaum der übliche Riesling-Charakter. Schmelz und dichte Tiefe, wirkt fast samtig, könnte fast Pfalz sein. Erst der rau und matt die Zunge bedeckende Kalk weist den Weg, macht den Wein schmelzig, durchaus dem Chardonnay ähnlich im Mundgefühl. Wirkt noch ziemlich sauer und leicht grünlich, nicht wirklich reif. Erweist sich aber als sehr konzentriert und präsentiert sich in steiniger Dichte als unbequemer Riesling, der fordert und sich nicht so präsentiert, wie man ihn gerne typisch hätte. Trotzdem wirkt er trotz seiner verschlossenen jugendlichen Art aber in sich sehr stimmig. Wolfgang Luckert meint: »Nicht der beste Klon, aber der vielleicht beste Standort bei uns für die Rebsorte. Sehr karg. Die Reben haben wir 1990 gepflanzt.«

 

2017 GG Riesling

Feinde des Rieslings in Franken: Luckerts GG Riesling Maustal spielt garantiert, wir werden es erleben, an der Spitze dieses Jahrgangs in Deutschland mit. Weiße Blüten. Holzfasseinfluss. Hefig verschlossen, enorm dicht, fast flüchtig, wirkt ätherisch schwebend, irres Mundgefühl, fast zart, duftig, flüchtig wie ein Papier, daß ein Windstoß wegweht. Toller Wein. Löst spontan Gefühle aus. Christoph notiert: »Ein Wein für Martin Luther. Protestantisch karg. Dem wurde alles abgehängt, was ihn schmücken könnte«. Gut beschrieben, was schwer zu beschreiben ist. Ein sich jeden Zugangs verwehrender Riesling, der nervig wirkt und unglaublich straff, der irgendwie sehnsüchtige Züge hat, der erstaunlich fein und fragil daherkommt, schließlich aber doch enorm potent auftritt, als würde er mit der Faust auf den Tisch hauen. Weißduftig straffe Kalkader. Extrem karg in der Wirkung, ohne mager zu sein. Unglaublich kompromißlos und stringent in Szene gesetzt, ungewöhnlich mutig, außergewöhnlich konsequent. Wolfgang Luckert zeigt sich in der Probe selbst beeindruckt von der Stringenz der Serie und der Stilistik dieses unnahbaren Weines. Ein Riesling-Klon, ein genialer Weinberg, Reben die extrem mager im Wuchs sind. Erst 2012 hat der VDP Luckerts die Lage Maustal als GG genehmigt. Schön, daß sie heute so überzeugend beweist, wie richtig die Entscheidung war.

 


 Luckerts neuer Rotweinkeller

 

Fränkischer Rotwein, der jede Skepsis überwindet

 

Er wird, außer aus der Hand von Paul und Sebastian Fürst in Bürgstadt, kaum wahrgenommen, geschweige denn ernstgenommen. Das hat den jungen Philipp Luckert, den Sohn von Wolfgang Luckert, der nach internationalen Lehrjahren jetzt voll im Betrieb mitarbeitet, dazu veranlaßt, sich der Rotweinbereitung anzunehmen. Uli verantwortet die Weißweine im Keller, Philipp darf sich im Rotwein verwirklichen.

 

Philipp, der u. a. auch bei Paul Fürst gelernt hat, schlägt aus dem Stand ein neues Kapitel in Sachen fränkischen Rotweines auf. Es dürfte unbestritten sein, daß Familie Fürst die eindrucksvollsten Rotweine Frankens produziert. Doch Philipp Luckert verkürzt jetzt den Vorsprung. Seine 2016er Kollektion verschlug uns die Sprache. Während sich Familie Fürst um eine raffinierte, gekonnt umgesetzte internationale Pinot-Stilistik bemüht, beweist Philipp, ganz im Stile des Hauses, mutige Eigenart. Seine Früh- und Spätburgunder gehen den eigenen Weg, sind wagemutig anders und deshalb unverwechselbar. Sie duften nicht nur nach Pinot Noir, sondern nach Luckert, nach Kalk, nach Handschrift und Handwerk, sind trocken, sind seidig und samtig, und lassen in ihrer kalkigen Kompaktheit den unangenehm süßlichen Schmelz so vieler deutscher Spätburgunder, der meist auch noch in mehr oder weniger seifigem Mundgefühl steckt, gar nicht erst aufkommen. Sie sind, was sie sind: Beeindruckend charaktervolle Rotweine aus Franken. Großes Kompliment, Philipp. Auf unserem Heimweg wirkten deine Rotweine lange nach in unseren Gesprächen, in unseren Köpfen, auf unseren Zungen.

 

Links Philipp Luckert, Mitte Winzerkollege Stephan Krämer im Gespräch

 

2016 Spätburgunder

Einer der besten seiner Art in Franken, der sicher beste von Familie Luckert bisher. Großes Kino zum fairen Kurs. Ein Referenz-Spätburgunder für Franken. Nur 10 bis 12 Tage Maischegärung mit rund 20 % Whole-Bunch-Trauben, also mit Stiel und Stengel mazeriert und vergoren, keine Kaltmazeration, keine Enzyme für mehr Farbausbeute, keine Auf- und keine Entsäuerung und auch keine Aufzuckerung (Chaptalisierung). Nach dem Abpressen läßt Philipp Luckert den Most so lange absetzen, bis die Grobhefe entfernt werden kann, dann kommt der Wein in sorgfältig ausgesuchte neue und gebrauchte Barriques (siehe Bild oben), in denen er, unter regelmäßigem Aufrühren der Hefe für das Redox-Potential, ohne eine einzige Schwefelung ein Jahr lang reifen darf.

Irres Niveau aus einem Geisenheimer Klon, der kleinbeerige Trauben liefert. Dicht wie kühler Samt, extrem feinmaschig in den Gerbstoffen, die man kaum und doch präsent spürt. Unglaublich sensible Integration der eigenartigen Würze dieses Weines in die Gerbstoffe. Sie sind es, die den Geschmack, das Aroma, die physische Wirkung im Mund verteilen, ohne daß man zwischen Tannin und Würze unterscheiden könnte. Deutlich treten das Eugenol der Gewürznelke zutage, Zimt und Vanille, dunkle Beeren und Früchte. Keinerlei Süße im Duft. Trockene, raffiniert kühle, unglaublich geschmeidige, dichte Substanz im Mund. Subtile Extraktion, also keinerlei Bitterkeit im Finish, das große Problem so vieler Pinot Noirs. Begeistert mich, ich kann es nicht anders sagen. Franken kann Rotwein.

 

2016 Frühburgunder

Noch intensiver im Duft als der Spätburgunder, was kaum möglich scheint. Seidige Tannine einer Substanz, die Staunen macht. Besser und feiner kann man die Rebsorte kaum extrahieren. Keine Spur von Bitterkeit, dafür dichte kompakte Packung an Gerbstoffen, die sich wie kühle Seide im Mundgefühl verteilen. Trocken, kompakt, kalkig, höchst vital und belebend, ohne jeden Speck auf der Hüfte, ohne störende Süße, ohne das Make Up neuen Holzes. Noch wirken die hier noch deutlich präsenteren Gerbstoffe fast ein wenig sandig, beweisen dafür aber um so mehr Philipp Luckerts gekonnte Integration der Würze. Das Bukett überwältigt, liegt irgendwo zwischen Cassis und Gewürznelken, ein orientalischer Basar ist nichts dagegen. Es wirkt dunkel, tief und intensiv, und es fasziniert, ob man es in seiner Eigenart und ungewohnten Expressivität mag oder nicht. Ein Frühburgunder, der dichte Konzentration mit schwebender Transparenz verbindet, feinkörnig und feinmaschig, atemberaubend samtig, Gefühl für Physis, beeindruckend eigenständiges Frühburgunder-Erlebnis.

 

2016 Frühburgunder »Sonnenberg«

Der große »blaue Nürnberger«, wie die Rebsorte Frühburgunder (auch Pinot Madeleine genannt) im Mittelalter hieß, weil sie Nürnberg, die damals drittgrößte Stadt Europas, mit Rotwein als Wasserersatz versorgte, der damals auf viermal größerer Rebfläche angebaut wurde, als Franken heute besitzt.

Im Ausbau absolut identisch zur Normalversion, in den Rebstöcken aber älter, 1999 gepflanzt, und in neueren und neuen Barriques aus Burgund ausgebaut und gereift, wirkt diese Version um einiges herber, etwas bitterer, protzt mit mehr Gerbstoff und mehr Substanz in seidig weicher Dichte. Diesen Wein muß man sich in seiner Komplexität erst erobern. Ich kenne nichts Vergleichbares aus deutschen Landen. So intensiv, so eigen, so druckvoll, so kompromißlos inszeniert ist deutscher Rotwein, ist Frühburgunder im Besonderen, wohl doch die Ausnahme. Unglaublich subtil verwoben in der Verbindung Gerbstoffe|Würze|Information, enorm dicht und kompakt, explosiv fast im Aroma des Eugenols, des typischen Gewürznelkenaromas, und faszinierend kühl und raffiniert engmaschig in Substanz und Wirkung auf der Zunge und im Mund. Einer wie keiner, der fast sprachlos macht, bis man ihn sich erobert hat. Dauert ein wenig, dann aber macht er glücklich.

 

2016 Maustal Spätburgunder

Ganz andere Tönung in Duft und Geschmack. Raffinierter und weniger laut, feiner und entspannter, vielleicht auch einfach nur bekannter und gewohnter. Protzt ebenfalls mit Tannin, aber so feinkörnig, daß man nur von »Supertanninen« sprechen kann, wie man sie viel zu selten auf der Zunge hat. Extrem gekonnte feinsinnige Integration der Würze in die massive Substanz. Wahnsinns-Transparenz in samtiger Fülle. Großer Rotwein aus Franken. Heller in der Tönung als der dunkelwürzige Frühburgunder, eher etwas rotfruchtiger, auf jeden Fall aber andächtig machend in einer Tanninqualität, die man nur still für sich genießen kann. Bravo, Philipp. Großes Kompliment. Du hast deine Rotweine in Franken zur Ausnahmeerscheinung gemacht. Damit beweist du, daß ihr Luckerts auch Rotwein auf höchstem Niveau beherrscht. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis sich das herumgesprochen hat.

 


 

 

 

Der Abend endete mit den traditionellen sauren Zipfeln, die nur versteht, wer Franken kennt. Supergute Handwerksqualität, kaum fettig, grobe Konsistenz, raffiniert gewürzt, extrem wohlschmeckend. Anschließend exzellente Rohmilchkäse. Dazu eine betörend gute Riesling-Beerenauslese aus dem Jahr 1988 und eine legendär gute TBA aus dem Jahrgang 1993. Luckerts waren über viele Jahre hinweg bekannt für grandiose Süßweine, die schon damals zu den besten Frankens zählten. Es kaufte sie hierzulande aber niemand, weil sie teuer waren. Sie gingen nach Amerika, Japan und Wer-weiß-wohin, nur konnten sie den deutschen Weintrinker, der damals erschreckend ideologisch verbohrt »trocken« trank, nicht überzeugen. Deshalb stellten Luckerts die Produktion süßer Weine ein. 

 

Unser Dank gilt nicht nur Wolfgang, Uli und Philipp Luckert, er gilt auch den Frauen, die im Hintergrund für uns gearbeitet haben. Es war eine eindrucksvolle Verkostung, eine der eindrücklichsten und motivierendsten, die wir bisher bei Luckerts genießen durften. Sie zeigt, was in Franken möglich ist, wenn man sein Handwerk versteht. Luckerts sind diesbezüglich eine Ausnahme in Franken. Das haben sie an diesem Abend auf eindrucksvolle Weise wieder unter Beweis gestellt. 


Die Weine des Jahrgangs 2017 werden wir ab Mai liefern können.

Die Rotweine des Jahrgangs 2016 im Laufe des Jahres.

Alle Weine können auf unserer Hausmesse

am 20./21. April 2018 verkostet werden!


MK für K&U® 2018
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