Weingut Rainer Zang

Frankens stiller Bio-Pionier

Es gibt engagierte und ambitionierte Winzer in Franken, die kaum einer kennt, die es aber verdient hätten, bekannt zu werden. Einer von ihnen ist Rainer Zang aus Nordheim (nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Ottmar Zang aus Sommerach). 

Rainer Zangs Weine erinnern uns an unsere Anfänge in Franken Anfang der Achtziger Jahre. Damals führten wir die Weine der Augustinusschwestern von der Vogelsburg hoch über Volkach. Kaum einer kannte sie und kaum einer wollte sie damals, weil sie die letzten waren, die in Franken spontan auf der wilden Naturhefe vergoren, in Holz ausbauten und ihren Weinen viel Zeit auf der Hefe ließen. Damals regierte eiskalte »Frucht« aus technisch »fortschrittlichem« Ausbau den Markt. Dagegen wirkten die Weine der Augustinerschwestern wie aus der Zeit gefallen. Ungefähr so, wie Rainer Zangs Weine heute. Sie widersetzen sich dem fruchtigen Mainstream Frankens. Deshalb tut sich Rainer Zang schwer auf dem Markt. Originalität und Eigenart werden in Franken zwar propagiert, wagen tut sie aber kaum jemand. 

Rainer Zang ist Bio-Mann der ersten Stunde. Schon 1990 stellte er als einer der ersten in Franken auf ökologischen Anbau um. Er hat es aber bis heute nicht geschafft, sich im lauten Werben um die Gunst der Kunden das Gehör zu verschaffen, das er und seine Weine verdient hätten. Marketing ist nicht sein Ding. Die Kunden fahren aber nicht mehr wie früher zu »ihrem Winzer«, sie kaufen Wein heute dort, wo er schnell, einfach und billig zu kriegen ist. Das bekommen Selbstvermarkter wie Rainer Zang brutal zu spüren. Das ist er, der Strukturwandel im Handel. Doch im Land herumzufahren, um seine Weine wie Sauerbier anzubieten, kommt für Rainer Zang nicht in Frage. Ihm gehen die notwendigen Superlative, mit denen er seine Weine von denen seiner Kollegen abheben müßte, nicht über die Lippen. Und während seine Kollegen architekturpreisverdächtige Vinotheken bauen, die ihre Sicherheits-Weine aufwerten und verkaufen helfen sollen, probiert man bei ihm in einer kultig gruftigen Stube im Charme der siebziger Jahre.

Rainer Zang steckt seine Energie, seine Gedanken und seine Arbeitszeit in seine Weinberge. Er kennt jeden seiner Rebstöcke. Bei ihm bearbeitet kein anonymer Fremdbewirtschafter die Reben. Er steht selber im Weinberg. Täglich. Das interessiert aber weder den Handel, noch die Kunden. Und so geht es Rainer Zang wie so vielen ambitionierten, aber bescheiden auftretenden Winzern: Sie müssen kämpfen, um überleben zu können.

Rainer Zang ist ein guter Typ (oben im Bild). Ein Winzeroriginal. Ein Winzerideal. Seine Weinberge sind eine Pracht. Mehr Bio geht kaum. Im Keller aber haben ihm Önologen und Weinbautechniker über Jahrzehnte hinweg den Glauben an die Natur auszutreiben versucht: »Das geht nicht und das darfst du auf keinen Fall machen, das wollen die Kunden nicht etc. etc…«. Wir fanden, das sagen wir ganz offen, nicht alle seine Weine gleichermaßen gelungen. Rainer Zang schien über die Jahre das Selbstvertrauen in seine Arbeit im Keller verloren zu haben. So selbstbewußt er im Weinberg agierte, so sehr wirkte er in Sachen Kellerwirtschaft wie ein gebrochener Mann. Doch in den letzten Jahren hat er viel probiert, sich intensiv mit der neuen Spitze im Biowein und der Naturweinszene beschäftigt und ganz offensichtlich Selbstbewußtsein getankt. Seit Herbst 2019 ist Sohn Maximilian mit im Betrieb. Er hat gerade sein Studium und seine Ausbildung erfolgreich beendet  und so stehen die Zeichen auf Zukunft im Weingut Zang. Maximilian hat unter anderem bei Von Winning in der Pfalz gearbeitet und steckt nun voller Ideen, die er gerne realisieren würde. Er hat spannende neue Cuvées geschaffen, in denen er unliebsame Rebsorten zu neuem Leben erweckt. Der Vater folgt ihm und ist Feuer und Flamme. Familie Zang hat sich von den Schatten der Vergangenheit befreit und steht unter Strom. Nicht umsonst bedienen sich ihre neuen Etiketten der Sprache des Herrn Ohm, von »Gegenstrom« über »Erdung« bis »Widerstand« ....

... und so setzt die neue Zang-Generation auf aufregend ehrliche, tiefgründig erdige Würze, wie man sie im Wein aus Franken heute mit der Lupe suchen muß. Spontan vergoren im Holzfaß. Viel Zeit auf der Hefe. Es sind in sich ruhende, leise, entspannt wirkende Weine mutig eigener Ausstrahlung. Samtig, fast cremig wirkend in ihrer mundfüllenden Konsistenz. Frisch und lebendig im Säurespiel, agil und vibrierend vor Mut zu Sturm und Drang. Durchaus schräg und ungewohnt, also vom Rand des Marktes, eher der Naturwein-Bewegung zuzuschreiben, als typisch deutscher Sicherheits-Önologie, genau deshalb aber so erfrischend anders als »das typische Franken«. Sie wagen mutiges Anderssein und Charakter, sind ur-fränkisch, ur-ehrlich, spürbar authentisch, erfrischend ungeschminkt und weit weg von der Einfalt moderner »Frucht«, dafür entwaffnend natürlich und angenehm leise. Wer sich so mutig und kompromißlos abseits von Kommerz und Mainstream bewegt wie Familie Zang, hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Zumindest die jener Weintrinker, die ihrem eigenen Geschmack mehr vertrauen als dem Schall und Rauch des lauten Marketings.

Rainer Zang und Sohn Maximilian gehören zu den wenigen Winzern, die sich gegen den Bewässerungsverband Maininsel wehren. Sie tun das mit überzeugenden Argumenten. Der Wahnsinn der gerade erst kürzlich abgeschlossenen dortigen Flurbereinigung und die bedauernswerte Ignoranz vieler Winzer vor Ort drohen zu einer Katastrophe für Mensch, Natur und Wein zu werden.
Barbara Bielek hat dazu ganz aktuell (24.11.2022) in der beliebten Sendung QUER des bayerischen Fernsehens einen Beitrag publiziert, der das Thema in aller Kürze zusammenfaßt und beleuchtet.

Es gibt engagierte und ambitionierte Winzer in Franken, die kaum einer kennt, die es aber verdient hätten, bekannt zu werden. Einer von ihnen ist Rainer Zang aus Nordheim (nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Ottmar Zang aus Sommerach). 

Rainer Zangs Weine erinnern uns an unsere Anfänge in Franken Anfang der Achtziger Jahre. Damals führten wir die Weine der Augustinusschwestern von der Vogelsburg hoch über Volkach. Kaum einer kannte sie und kaum einer wollte sie damals, weil sie die letzten waren, die in Franken spontan auf der wilden Naturhefe vergoren, in Holz ausbauten und ihren Weinen viel Zeit auf der Hefe ließen. Damals regierte eiskalte »Frucht« aus technisch »fortschrittlichem« Ausbau den Markt. Dagegen wirkten die Weine der Augustinerschwestern wie aus der Zeit gefallen. Ungefähr so, wie Rainer Zangs Weine heute. Sie widersetzen sich dem fruchtigen Mainstream Frankens. Deshalb tut sich Rainer Zang schwer auf dem Markt. Originalität und Eigenart werden in Franken zwar propagiert, wagen tut sie aber kaum jemand. 

Rainer Zang ist Bio-Mann der ersten Stunde. Schon 1990 stellte er als einer der ersten in Franken auf ökologischen Anbau um. Er hat es aber bis heute nicht geschafft, sich im lauten Werben um die Gunst der Kunden das Gehör zu verschaffen, das er und seine Weine verdient hätten. Marketing ist nicht sein Ding. Die Kunden fahren aber nicht mehr wie früher zu »ihrem Winzer«, sie kaufen Wein heute dort, wo er schnell, einfach und billig zu kriegen ist. Das bekommen Selbstvermarkter wie Rainer Zang brutal zu spüren. Das ist er, der Strukturwandel im Handel. Doch im Land herumzufahren, um seine Weine wie Sauerbier anzubieten, kommt für Rainer Zang nicht in Frage. Ihm gehen die notwendigen Superlative, mit denen er seine Weine von denen seiner Kollegen abheben müßte, nicht über die Lippen. Und während seine Kollegen architekturpreisverdächtige Vinotheken bauen, die ihre Sicherheits-Weine aufwerten und verkaufen helfen sollen, probiert man bei ihm in einer kultig gruftigen Stube im Charme der siebziger Jahre.

Rainer Zang steckt seine Energie, seine Gedanken und seine Arbeitszeit in seine Weinberge. Er kennt jeden seiner Rebstöcke. Bei ihm bearbeitet kein anonymer Fremdbewirtschafter die Reben. Er steht selber im Weinberg. Täglich. Das interessiert aber weder den Handel, noch die Kunden. Und so geht es Rainer Zang wie so vielen ambitionierten, aber bescheiden auftretenden Winzern: Sie müssen kämpfen, um überleben zu können.

Rainer Zang ist ein guter Typ (oben im Bild). Ein Winzeroriginal. Ein Winzerideal. Seine Weinberge sind eine Pracht. Mehr Bio geht kaum. Im Keller aber haben ihm Önologen und Weinbautechniker über Jahrzehnte hinweg den Glauben an die Natur auszutreiben versucht: »Das geht nicht und das darfst du auf keinen Fall machen, das wollen die Kunden nicht etc. etc…«. Wir fanden, das sagen wir ganz offen, nicht alle seine Weine gleichermaßen gelungen. Rainer Zang schien über die Jahre das Selbstvertrauen in seine Arbeit im Keller verloren zu haben. So selbstbewußt er im Weinberg agierte, so sehr wirkte er in Sachen Kellerwirtschaft wie ein gebrochener Mann. Doch in den letzten Jahren hat er viel probiert, sich intensiv mit der neuen Spitze im Biowein und der Naturweinszene beschäftigt und ganz offensichtlich Selbstbewußtsein getankt. Seit Herbst 2019 ist Sohn Maximilian mit im Betrieb. Er hat gerade sein Studium und seine Ausbildung erfolgreich beendet  und so stehen die Zeichen auf Zukunft im Weingut Zang. Maximilian hat unter anderem bei Von Winning in der Pfalz gearbeitet und steckt nun voller Ideen, die er gerne realisieren würde. Er hat spannende neue Cuvées geschaffen, in denen er unliebsame Rebsorten zu neuem Leben erweckt. Der Vater folgt ihm und ist Feuer und Flamme. Familie Zang hat sich von den Schatten der Vergangenheit befreit und steht unter Strom. Nicht umsonst bedienen sich ihre neuen Etiketten der Sprache des Herrn Ohm, von »Gegenstrom« über »Erdung« bis »Widerstand« ....

... und so setzt die neue Zang-Generation auf aufregend ehrliche, tiefgründig erdige Würze, wie man sie im Wein aus Franken heute mit der Lupe suchen muß. Spontan vergoren im Holzfaß. Viel Zeit auf der Hefe. Es sind in sich ruhende, leise, entspannt wirkende Weine mutig eigener Ausstrahlung. Samtig, fast cremig wirkend in ihrer mundfüllenden Konsistenz. Frisch und lebendig im Säurespiel, agil und vibrierend vor Mut zu Sturm und Drang. Durchaus schräg und ungewohnt, also vom Rand des Marktes, eher der Naturwein-Bewegung zuzuschreiben, als typisch deutscher Sicherheits-Önologie, genau deshalb aber so erfrischend anders als »das typische Franken«. Sie wagen mutiges Anderssein und Charakter, sind ur-fränkisch, ur-ehrlich, spürbar authentisch, erfrischend ungeschminkt und weit weg von der Einfalt moderner »Frucht«, dafür entwaffnend natürlich und angenehm leise. Wer sich so mutig und kompromißlos abseits von Kommerz und Mainstream bewegt wie Familie Zang, hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Zumindest die jener Weintrinker, die ihrem eigenen Geschmack mehr vertrauen als dem Schall und Rauch des lauten Marketings.

Rainer Zang und Sohn Maximilian gehören zu den wenigen Winzern, die sich gegen den Bewässerungsverband Maininsel wehren. Sie tun das mit überzeugenden Argumenten. Der Wahnsinn der gerade erst kürzlich abgeschlossenen dortigen Flurbereinigung und die bedauernswerte Ignoranz vieler Winzer vor Ort drohen zu einer Katastrophe für Mensch, Natur und Wein zu werden.
Barbara Bielek hat dazu ganz aktuell (24.11.2022) in der beliebten Sendung QUER des bayerischen Fernsehens einen Beitrag publiziert, der das Thema in aller Kürze zusammenfaßt und beleuchtet.

Inhalt: 0.75 l (12,67 €* / 1 l)

9,50 €*

Inhalt: 0.75 l (21,20 €* / 1 l)

15,90 €*
2021 Silvaner »Langgraben« Rainer Zang

Inhalt: 0.75 l (25,33 €* / 1 l)

19,00 €*
2019 Silvaner »Langgraben« Rainer Zang

Inhalt: 0.75 l (25,33 €* / 1 l)

19,00 €*