Verlogene Weinwelt. Vom Schweigen der Lämmer…
  • Von Martin Koessler
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  • 02.05.2016
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  • 20 Kommentare
  • Meinung

 

Ein wunderschöner 2. Mai 2016 in Main-Franken.

 

Der Frühling ist, wie jedes Jahr, Round-Up-Hoch-Saison. Da sind sie wieder im Einsatz, die Giftspritzer-Winzer. Ich dokumentiere ihre »Arbeit« in vielen Weinbauregionen in Tausenden von Bildern, nicht nur in Franken wie hier. Herbizide wie das berühmte »Round Up« werden, trotz genauer juristischer und technischer Vorgaben, seit ein paar Jahren wieder mehr oder weniger flächendeckend, und damit abseits der beschworenen »guten fachlichen Praxis«, so intensiv eingesetzt, wie lange nicht mehr. Sie sind billig geworden, seit das Monsanto-Original-Patent erloschen ist. Über 250 Nachahmerprodukte hat der Markt zu bieten. Selbstverständlich auch für den heimischen Gemüsegarten.

 

Glyphosate sparen teure Handarbeit und machen so billige Preise für billig schmeckende Weine möglich. Der deutsche Kunde will ihn billig, seinen Wein. Wie der Inhalt der Flasche entsteht und wie sein Preis zustande kommt, scheint ihn nicht zu interessieren. Das ist beim Wein übrigens so, wie beim Schwein aus der Massentierhaltung: Ich finde das ja alles grausam und ganz schrecklich –  aber mein Fleisch darf nicht mehr kosten . . .

 

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Mainfranken/Volkach, 2. Mai 2015. Nur ein Weinberg von vielen. Harter Glyphosateinsatz ohne Bodenbearbeitung. Konventioneller Weinbau, wie er heute leider üblich ist. Die Ausnahmen bestätigen nur die traurige Regel…

 

Daß selbst viele Spitzenwinzer auf den hier in beispielhaften Bildern dokumentierten Herbizideinsatz setzen, beweist, daß sie so Spitze nicht sein können. Es zeigt aber auch, wie inkompetent und desinteressiert eine ganze Branche, vor allem aber der Handel mit Wein, agiert, denn die Wahrheit draußen im konventionell bewirtschafteten Weinberg ist grausam. Vielleicht will sie deshalb niemand sehen? Sie geht auf Kosten der Umwelt, der Allgemeinheit (Grundwasser, Erosion, Nitrateintrag und Glyphosat im Trinkwasser etc…) und der Winzergesundheit, doch wen schert das schon. Hauptsache, der Wein ist billig. Nach dem Wert dessen, was man da in sich hineinkippt, fragt ohnehin niemand mehr. Es scheint ihn auch kaum noch jemand beurteilen zu können, diesen Wert.

 

So wird aus dem einstigen Kulturgut Wein ein im besten Fall »getränketechnologisches Erzeugnis«. Das kommt nur zu oft über das »alkoholhaltige Wirkungsgetränk« nicht hinaus. Ein agrarindustrielles Erzeugnis. Die Massentierhaltung im Wein …

 

 

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Die üblichen Glyphosat-Einsatz-Spuren. Wenn der Randstreifen zur Strasse zur ökologischen Nische verkommt . . . traurig.

 

Von all dem will die Weinbranche nichts wissen. Leider interessiert auch viele Sommeliers und Masters of Wine, vom Handel ganz zu schweigen, die Schattenseite ihres glorreichen Businesses wenig bis gar nicht. Paßt nicht zum sauberen Berufsbild und schadet dem Geschäft. Sie schweigt, die elitäre Weinwelt. Betrug am Gast, am Kunden, an der Öffentlichkeit? Keiner kratzt dem anderen ein Auge aus. Schließlich ist ja alles »Spitze« und »groß«, Superlativ hat man in der Branche ohnehin schnell zur Hand.

Tatsächlich wird auf Winzerseite gelogen, daß sich die Balken biegen, und auf der anderen Seite des Marktes propagiert man lieber »Spitzenweine«, als daß man ehrlich sagen würde, was Sache ist. Ob die vermeintlichen Spitzentropfen auf malträtierten Rebflächen von rücksichtslos gierigen Winzern produziert werden, deren monetäre Ambitionen wichtiger sind als die Qualität, die im Keller von berühmten Önologen hingetrickst werden muß, weil sie auf natürliche Weise nicht gewachsen sein kann, wird weder hinterfragt, noch scheint es zu interessieren.

 

Schön, daß die Naturweinbewegung hier Bewegung und Gedanken in den Markt gebracht hat. Sie hat so manchen renommierten Winzer wachgerüttelt und dazu geführt, daß über Wein und seine Produktion grundsätzlich nachgedacht wird. Viele haben ihre Weinbereitung daraufhin überarbeitet, so mancher ist konvertiert zum biologischen oder biodynamischen Weinbau. Der Klimawandel tut das Seine dazu. Um auf dessen Herausforderungen zu reagieren, beschäftigen sich immer mehr engagierte Winzer so intensiv wie noch nie mit Bodenbearbeitung, Begrünung und Physiologie der Rebe. So hat die noch immer vom klassischen Handel belächelte und kritisierte Naturweinszene quasi von hinten durch die Brust einen erstaunlich nachhaltigem Wandel bewirkt, der noch für so manche Überraschung sorgen wird. Im positiven Sinne.

 

Dagegen ist die angelsächsisch dominierte Ausbildung der Sommeliers und Master of Wine (WSET) nicht dazu angetan, Licht in das Dunkel zu bringen. Sie zementiert mit borniert geschmäcklerischer Oberflächlichkeit das von der Agrarchemie geprägte Bild des Weines und macht um dessen unbequeme Realität einen großen Bogen. Von wegen Ehrenkodex. Jahrgänge, platte Regionscharakteristika, berühmte Chemieäcker und läppische Gemeinplätze zu lehren scheint einfacher, als nachvollziehbare Kriterien für Qualität in Weinberg, Boden und Klima zu vermitteln.

 

 

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Langjähriger Einsatz von Glyphosaten führt zu Bodenverdichtung. Es kommt zu charakteristischem Moos-Bewuchs, wie er in biologisch bewirtschafteten Weinbergen nicht existiert.

 

Wer seine Weinberge so respektlos behandelt, wie hier in den Bildern aus dem Mai 2016 in Mainfranken zu sehen ist, der arbeitet auch im Keller nur nach technischem Rezept.

 

Dieser Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird in immer mehr Weinen spür- und schmeckbar. Die Verdichtung der Böden durch Glyphosat-Einsatz zerstört das Bodenleben. Weil dadurch auch die Mykorrhiza-Kulturen am Wurzelsystem der Rebe nachweislich zerstört werden, ist die lebenswichtige Versorgung mit Spurenelementen und Nährstoffen nicht mehr gewährleistet. Es kommt zu Nährstoffmangel in Rebe und Traube, der Gärprobleme verursacht. Warum werden im konventionellen Weinbau die Moste fast schon systematisch vitaminiert und künstlich ernährt? Damit die zugesetzten synthetischen Reinzucht-Hefen die Nahrung finden, die sie benötigen, um einen reibungslosen Gärverlauf garantieren zu können. Und es wird gedüngt. Völlig überflüssig mit Stickstoff und Phosphor. In fast allen konventionellen Weinbergen ist viel zu viel Stickstoff in Boden und Blättern, erkennbar an der intensiv dunkelgrünen Farbe der Blätter und deren Nichtabreifen im Herbst.

 

Derartige Weine sind von dem, was wir »lebendigen Wein« nennen, Lichtjahre entfernt. Es sind statische, technisch korrekte Weine, die über das Niveau vieler weit billigerer Weine aus dem LEH-Regal aber kaum hinauskommen. Denen hat nämlich die moderne Önologie in den letzten Jahren mächtig auf die Sprünge geholfen. Das Ergebnis ist ein Heer von uniform »fruchtigen« Weinen, die austauschbar banal riechen und schmecken, damit aber exakt die Erwartungshaltung vieler Weintrinker treffen, denen dieses Niveau an technisch definierter Mindestqualität reicht. Das ist er, der Strukturwandel, der vielen konventionell wirtschaftenden Winzern noch zum Verhängnis werden wird, weil sie niemals so billig produzieren können, wie es die globalen Großkonzerne der internationalen Weinindustrie können.

 

Als Reaktion auf diese Entwicklung lassen sich ambitionierte Winzer biologisch zertifizieren. Es geht ihnen dabei nicht um »Bio« als Marketingtool oder Verkaufshilfe, es geht ihnen um die Abgrenzung zu den zahlreichen Trittbrettfahrern, die es inzwischen im konventionellen Bereich gibt. Die behaupten in unverfrorener Frechheit, »fast biologisch« zu arbeiten, die Zertifizierung aber nicht bezahlen zu wollen. Das ist billige Ausrede und unseriöses Geschäftsgebahren. Es gibt nur noch Bio oder Nicht-Bio.  Alles andere ist unseriös. Das Studium zahlreicher Webseiten konventioneller Winzer spricht diesbezüglich Bände. Wenn die alle wirklich so »naturnah« und »traditionell« arbeiten würden, wie sie es dort vorgeben, wären ihre Weine weniger statisch und ihre Weinberge sähen anders aus.

 

Reben, die mit sich und ihrer Umgebung in Balance stehen, bringen Weine hervor, die spürbar »anders« riechen und schmecken als konventionell produzierte Weine. Erkennbar an ziemlich radikalem Paradigmenwechsel: Würze statt Frucht, Länge statt Breite, Schmelz statt magerer Bitterkeit am Gaumen, präzise Reife statt Überreife und spürbare Dichte im Mundgefühl, die physische Struktur dem simplen »Geschmack« entgegensetzt. Nur in Weinen von lebendigen Böden läßt sich von der Arbeit im Weinberg auf den Inhalt der Flasche schließen. Nur sie machen Wein zum Kulturgut.

 

 

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Gehts noch »töter«?  Steillagenweinbau ist anspruchsvoll, gewiss, aber so tot muß er nicht aussehen. Massiver Bodenabbau statt Aufbau. Erosion. Inkompetenz und Desinteresse. Offenbarungseid des Winzers.

 

Wer ohne Glyphosat auskommen will, muß sich intensiv mit seinem Boden und dessen Struktur beschäftigen. Er muß sich um die richtige Begrünung und deren Management ebenso  kümmern, wie um den Wasserhaushalt seiner Reben. Er muß seine Reben kennen und überzeugt sein von dem was er tut. Er muß handwerkliches Können beherrschen und die Kompetenz besitzen, die Physiologie seiner Reben in entsprechendes Mundgefühl zu verwandeln. Er muß eine eigene, auf dieser Physiologie basierende Qualitäts-Philosophie verfolgen, die sich nicht am Preis für eine bestimmte Kundschaft orientiert, sondern an einer definierten Vorstellung von Qualität, die identifizierbar und unverwechselbar sein muß und stringent verfolgt und weiterentwickelt werden muß. Wer ohne Glyphosat im Weinberg arbeitet, muß sehr nahe an seinen Reben sein, sonst sind Lagenqualität, Herkunft und Regionalität das, was sie im Wein leider meistens sind: Lügen, Märchen und Illusionen.

 

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Eine der berühmtesten Steillagen Frankens. Glyphosat reichlich, plus Bewässerung. Das nennt man dort Qualitätsweinbau und verlangt viel Geld für die Weine. Begrünung mit Bewässerung wäre sinnvoller für Ökologie und Qualität.

 

Ginge jeder Weinhändler mit jedem seiner Winzer in die Weinberge, um sich dort die Philosophie der Arbeit erklären zu lassen, könnte der Handel seinen Kunden die dringend benötigte Transparenz bieten. Würde man im Falle, daß einem die Arbeit dort nicht gefällt, die Konsequenzen ziehen, wäre viel gewonnen. Eine andere Sprache scheinen unbelehrbare Winzer nicht zu verstehen.

 

Handel und schreibende Zunft müßten die Sensibilität und Kompetenz aufbringen, mit Winzern auf Augenhöhe über deren Arbeit im Weinberg sprechen zu können. Dann würde sich der »Spitzenweinbau« schnell neu definieren und anders aussehen. Dann würde so mancher vermeintliche »Spitzenwein« zum ganz normalen Industrietropfen desillusioniert und man käme dem bereits erwähnten Trittbrettfahrer-Gerede vom biodynamischen Weinbau nicht minder schnell auf die Schliche. Der ist nur zu häufig nicht das, was er vorgibt zu sein und wenn wir dies mit einem Blick in den Weinberg beurteilen und entlarven können, kämen wir einer dem Kunden oder dem Gast gegenüber ehrlichen Transparenz in Sachen Qualität deutlich näher.

 

Bis dahin können sich Gemeinden auch weiterhin mit idyllischen Ortseinfahrten wie dieser schmücken: Brutaler Glyphosateinsatz im Frühling, die beste Werbung für einen »modernen« Weinort. Merken diese Leute nicht, wie entwurzelt sie sind? Wie sie ihr Handwerk verraten? Im Krieg gegen die Natur entlarvt sich die Perversität deutschen Reinlichkeitswahns. Beste Werbung für den örtlichen Agrarchemieweinbau. Danke, da geh ich gleich wieder. »Saubere« Weinwelt in Köhler am Main.

 

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Kommentare
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20 Kommentare
Martin Koessler
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16.Dec.2016
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Liebe Sigrid, das frage ich mich auch. Es ist eine sehr verlogene und sehr inkompetente Branche, in der wir arbeiten. Aber das wird sich schon bald ändern. Liebe Grüße.
Sigrid
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28.Nov.2016
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Grundsätzlich finde ich es unglaublich interessant, dass es im Internet kaum Bilder dieser totgespritzten, daueroffenen, umgeackerten Weingärten gibt. Jene Winzer, von denen wir wissen, dass sie mit sehr viel Einsatz von Chemie arbeiten, beschreiben sich auf ihren Internetseiten als „naturnahe“ wirtschaftend. Warum bekennen sie sich nicht zu Ihrer Philosophie, wenn es ja kein Problem für Boden, Pflanze und Umwelt gibt?
Michael Christ
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24.May.2016
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@ Petry, Wer sagt denn dass der unterstock Bereich bearbeitet oder abgespritzt werden muss? Es geht in diesem Bereich auch mit spontaner Begrünung, bei uns setzt sich immer stärker einjährige Trespe durch die reif jetzt schon ab und braucht kein Wasser mehr. Die Stellen mit Pfeilkresse und anderen Kräutern oder Gräsern die zu hohe Wasser oder Nährstoff Konkurrenz sind werden ein bis zwei mal mit der Motorsense gemäht. Die Frage die ich mir dabei aufgrund von der schweren Arbeit und des Preisdrucks dabei oft stelle ist, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Die Antwort nachdem ich die Arbeit gemacht habe ist immer, dass es sich Lohnt! Wissen nicht anzuwenden ist gleich zu stellen mit nicht wissen. Hoffe auf Erkenntnis Gewinn und den Muth es anzuwenden
Rolf Cordes
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05.May.2016
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"Verlogene Weinwelt. Schweigen der Lämmer .... Teil 2 " Herr Kössler, Sie kritisieren ja nicht nur den Einsatz von Glyphosat, sondern auch die Arbeitsweise der Händler und der gesamten Weinbranche. Bei Herbiziden findet doch eine öffentliche Diskussion statt. Gehe davon aus, dass jene auch von Händlern beachtet wird. Das nicht jeder Händler alle seine Weingüter besucht, halte ich für normal. Neben wirtschaftliche Gründen spielt auch die Zeit eine Rolle. Als Fachhändler muss man sich entscheiden, entweder dem Kunden zur Verfügung stehen oder durch die Gegend reisen. Da von "Schweigen der Lämmer" zu reden, halte ich für übertrieben. Aber auch ich zweifle daran, dass die Weinbranche ihrer Verantwortung bewusst wird. Der Schwerpunkt liegt anscheinend beim Handeln / finanziellen Interessen und nicht bei der Qualitätsprüfung. Beim Thema DIAM werden in erster Linie die Werbesprüche kommuniziert. Die Probleme welche durch Diam entstehen werden von der Fachpresse, den Winzern & Händlern, den Verantwortlichen bei den staatlichen Instituten, den Weinkritikern & Bloggern ... also allen in der Weinbranche totgeschwiegen. Nur Wein-Plus berichtete ... Durch das Schweigen begeben sich Redakteure, Händler, Winzer und Professoren ... auf eine Stufe mit der Firma Diam Bouchage. Da bedarf es keiner Lobbyarbeit wie im Bereich der Herbizide.
Martin Koessler
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05.May.2016
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Es geht mir mit meinem Beitrag nicht »gegen« den konventionellen Landbau. Es geht mir nicht darum, Andersdenkende zu diskriminieren. Es geht mir auch nicht um »den offensichtlichen Versuch andere niederzumachen, um das eigene Geschäft anzukurbeln«, wie mir der dilettierende Hobbywinzer Andreas Durst in Facebook-Beiträgen unterstellt. Es geht um Differenzierung in jeder Hinsicht. Es geht um die Zukunft des guten Weines. Es geht um die Aufklärung unserer Kunden über die Hintergründe von Qualität. Wenn nicht der engagierte Fachhandel seinen Kunden zeigt und sagt, worum es geht, wer soll es denn dann machen? Der Weinhandel an sich macht es sich (zu) leicht. Er schimpft auf seine Kunden, weil die sich angeblich nicht bewegen und nur Weine kaufen, die sie kennen. Er selbst tut allerdings herzlich wenig dazu, seine Kunden zu »erziehen«, ihnen die Wahrheit zu sagen und jenen Mehrwert zu vermitteln, für den sie bezahlen sollen. Er führt stattdessen lieber den verhängnisvollen Kampf um den besten Preis. So hat das »Fach-« im Handel aber keine Zukunft. So hat auch der gute Weine kaum Zukunft, weil ihm dieser Handel keine Lobby ist. Es geht mir mit diesem Beitrag um die Aufwertung der Arbeit jener Winzer, die sich mit risikofreudigem Engagement und profundem Können der Qualität in Weinberg und Keller widmen. Wenn konventioneller Landbau immer so gut wäre, wie er in manchen der Beiträge auf Facebook dargestellt wird, bräuchten wir das »Bio« kaum. Da frage ich mich allerdings, warum diese Bauern und Winzern sich dann nicht seriös »Bio« zertifizieren lassen? Es handelt sich dabei meist um kleine, humane Dimensionen, um Landwirtschaft, wie sie früher war. Anders geht »die richtige Handhabung umweltschonend und nachhaltig« auch gar nicht. Da durch die von der Agrarlobby rücksichtslos dirigierte EU-Agrarpolitik die kleinen Strukturen aber in ihrer Existenz nachhaltig bedroht sind und große Strukturen gefördert werden, die in riesigen Dimensionen immer billiger produzieren, hat die konventionelle Landwirtschaft, wie ich sie sehe, einen Weg eingeschlagen, der in der Katastrophe enden wird. Das ist beim Spargel, bei der Milch, bei sehr vielen Agrarprodukten so, und das hat, etwas anders in der Struktur, nicht aber in der Denke, leider auch im Wein schon begonnen. Dort sind es die neuen großen Absatzmärkte in den Regalen des LEH und das dort verursachte Verbraucherverlangen nach billigem Preis, die die Möglichkeiten jener Produzenten begrenzen, die nicht in der Lage sind, aus der Spirale auszubrechen und aufgrund der globalen Strukturen fast schon in den billigen Herbizideinsatz gezwungen werden, so wird zumindest immer argumentiert, um noch mithalten zu können mit der billigen Konkurrenz. Wer ist in einer solchen Situation schon in der Lage, seinen Betrieb auf humane Dimensionen zurückzufahren, die Preise entsprechend zu erhöhen und sich dann besagter richtiger Handhabung konventioneller Bewirtschaftung in aller Ruhe und mit Engagement zu widmen? Im Vergleich zur Landwirtschaft ist der Weinbau übrigens noch in einer fast luxuriösen Situation. Um so bedauerlicher, daß der Glyphosateinsatz in bestimmten Regionen wieder so zugenommen hat. Wir sitzen dabei alle im gleichen Boot. Wenn wir es nicht schaffen, in der Landwirtschaft wie im Weinbau, unseren Kunden die Wertigkeit unserer Produkte zu kommunizieren, die Produktqualität zu bewahren (alte Sorten z. B.) oder gar zu verbessern und so auf ein Preisniveau zu kommen, das uns alle, vom Produzenten zum Handel, ohne Existenzängste und Wahnsinns-Druck leben ließe, könnten wir in Innovationen, Qualität und Zukunft investieren. Gelingt uns das nicht nachhaltig, wird die Großindustrie ob völlig zerstrittener Klein-Klein-Kriege und nicht miteinander kommunizierender eitler Egomanen, man muß sich die Reaktionen auf meinen Beitrag ja nur anschauen, so sicher wie das Amen in der Kirche den Markt machen, bestimmen und zerstören. Tausende bäuerlicher Existenzen sind dadurch schon zerstört worden, es werden Tausenden mehr werden. Zugunsten immer größerer, anonymerer Strukturen, die immer industrieller agieren müssen, um im immer härter werdenden globalen Kampf überleben zu können. Dagegen sind die noch immer kleinen Strukturen der Weinbauern und Winzer geradezu paradiesisch, doch auch dort scheinen es viele nicht mehr zu schaffen, sich aus den verhängnisvollen Marktentwicklungen herauszuhalten und z. B. unabhängig von globalem Vermarktungsdruck eigene Absatzmärkte zu schaffen bzw. vorhandene auszubauen. Viele Betriebe sind dazu technisch oder von der Manpower her gar nicht in der Lage, viele sind in den letzten erfolgreichen Jahren zu groß geworden, verspüren nun aber plötzlich den Druck verkaufen zu müssen und schon sind auch sie gefangen. Da wieder rauszufinden, ist nicht leicht. Die Zeichen für den Sieg der Agrargiganten stehen gut, weil wir Kleinen es nicht schaffen, uns zu organisieren und miteinander an einem Strang zu ziehen. Egal, ob Bio oder engagiert praktizierte konventionelle Bewirtschaftung (die in diesem Kontext leider zur großen Ausnahme geworden ist).
Martin Koessler
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05.May.2016
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Danke, Stefan Schmid.
Stefan Schmid
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04.May.2016
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Glyphosate zerstören Mykorrhiza. Damit ist die natürliche Symbiose von Mykorrhiza mit vielen Pflanzen zerstört. Dadurch haben z.B. die Reben nur mehr 20% Bodenkontakt verglichen mit gesunden Ökosystemen (Nährstoff- u. Wassermangel). Da Mykorrhiza z.B. Phosphor aufschließen kann, die Rebe aber nicht, fehlt dann auch der natürliche Zugang zu Phosphor. Es gibt alternative Unterstocksysteme: Beispiel: Weißklee, Gelbklee, Spitzwegerich, Thymian, Oregano, Erdbeere (Sorte Frica - kein Virusträger). Alles was nicht höher als 30cm wächst und gemäht werden kann. Unterschiedliche Wurzelsysteme und Blattstrukturen zur optimalen Bodenbedeckung. Die Begrünung wird dann nur mehr gemäht und kann ggf. bei guter Bodenstruktur auf 10cm mit dem Stockräumer unterfahren werden um den Boden zu lockern (nur mit dem flachen Schwert). Unser Ökosystem hat sich in 100.000ten von Jahren gebildet. Seit 100 Jahren versuchen Menschen diese Mechanismen zu umgehen oder auszuschalten. Das wird nicht funktionieren. Die Natur hat den längeren Atem.
Martin Koessler
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03.May.2016
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Lieber Jörg. Schwachsinn? Argumente. Auf der Basis von Fakten bitte. Ansonsten ist dieser Beitrag so wertlos wie die vielen, die mich erreicht haben und die ich gleich dem Papierkorb übereignete. Deine Äußerungen zu »Bio« zeigen mir, wie wenig Du informiert bist und insofern antworte ich auf Deinen Beitrag besser weiter nicht. Er stellt sich selbst ins Abseits.
Joerg
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03.May.2016
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ich kann mich da den scheinbar ersten Rednern auch nur Anschließen. So ein Schwachsinn! Ich stimme zu, eine andere Bewirtschaftung als ein totales abspritzen wäre in den Reihen wünschenswert. Wenn jedoch das Wasser fehlt um eine Begrünung zu versorgen dann ist das relativ aussichtslos! Sollen die Winzer die Reihen aufreißen? Beim ersten Regen möchte ich den Autor bei der Arbeit sehen. Zu Bio wer es ernsthaft und gewissenhaft macht der tut damit Vermutlich etwas gutes. Jedoch bezweifle ich das heute die meisten Betriebe es aus Überzeugung machen nicht aus Marketing und Selbstzweck. PS: Glyphosat! Also Prost der Bio Wein mit auch Glyphos Mam Man Bitte erst mal ebenfalls denken vorm schreiben Besten Dank
Martin Koessler
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03.May.2016
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Lieber Herr Zimmer. Leider stimmt das mit Argentinien nicht. Es ist das Land, in dem die bereitwillig praktizierten Genmanipulationen an Lebensmitteln besonders schlimme Folgen haben. Es ist das Land, das uns die Verseuchung mit Natamycin im Wein gegen Schimmel im Keller gebracht hat. Eine rosarote Brille hat Argentinien nicht verdient. Der Pestizideinsatz ist dort leider so hoch wie überall woanders auch. Die Welt ist für den Verbraucher sehr komplex geworden. Es fällt auch dem, der es will, schwer, sich umfassend über alles zu informieren. Das geht nicht. Leider. Sie sprechen die Ökobilanzen an. Sie sind schwer zu erstellen, weil die Welt so komplex geworden ist. Sie haben aber absolut recht, wenn Sie darauf hinweisen, daß sich der Verbraucher zumindest im Ansatz Gedanken machen könnte und sollte über die Auswirkungen seines Einkaufsverhaltens. Dann wären wir weiter, als wir es heute sind. Doch wie kann er beurteilen, wer ihn »richtig« informiert? Im Falle des Pestizideinsatzes im Weinberg geben uns Bilder die Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen. Alles andere muß dann der Verbraucher mit sich selbst ausmachen. Da steht er in der Verantwortung für sein Tun, das Markt machen kann.
Andreas M. Zimmer
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03.May.2016
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Ich wohne seit einem Jahr in einem Weindorf in Rheinhessen und beobachte ebenfalls das intensive Spritzen mit Herbiziden, auch in flachen Weinbergslagen. Der sich "gesund" ernährende und vollkommen politisch korrekte Verbraucher interessiert sich nur für die vermeintlich kurzen Wege vom Herstellungsort zum Verbraucher und ignoriert dabei, das z. B. Weine aus Argentinien nahezu ausschließlich naturnah angebaut werden, da die natürlichen Wachstumsbedingungen ideal sind. Diese Verbraucher kritisieren auch nicht, das ihre billige Kleidung aus Asien stammt, ebenfalls viele Gewürze und Computer. Sie kritisieren aber sehr wohl lange Transportwege für überseeische Weine, obschon dieser Transport umweltfreundlicher ist, als z. B. Wein aus Süditalien nach Deutschland zu transportieren. Fakten interessieren leider nicht.
Reinhard
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03.May.2016
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Bei uns setzt man sich lieber mit TTIP auseinander ,nur nicht vor dem eigenen Teppich kehren
Wolfgang Konz
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03.May.2016
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Lesen Sie mal die Empfehlungen der jahrzehntelangen Empfehlungen der Weinbauberatung: Herbizideinsatz ist wirtschaftlich, allerdings m.E. nur für die Hersteller der Mittel, langfristig zerstört es die Bodenfruchtbarkeit und ist gesundheitsschädlich
Martin Koessler
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03.May.2016
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Lieber Armin Kobler. das unterschreibe ich. Danke für den besonnen Beitrag. Es geht um die großen, komplexen Zusammenhänge. Ich bitte mich nicht falsch zu verstehen: Bios kommen garantiert ohne Herbizide aus, aber es gibt zahlreiche Nicht-Bio-Winzer, die auch darauf verzichten, aus Überzeugung. Es soll nicht so aussehen, als wären alle konventionellen, also Nicht-Bio-Winzer, Giftspritzer. Um Gottes Willen nein! So, wie es umambitionierte Biowinzer gibt, so gibt es engagierte, ambitionierte Nicht-Bio-Winzer, die brillante Weine produzieren. Es geht mir um ein grundsätzliches Verständnis. Ich spreche übrigens bewußt nicht von Round up, sondern vom Wirkstoff. Daß die Öko-Bilanzierung ein komplexes Thema ist, das Grund für berechtigte Diskussionen bietet, wissen wir alle. Nicht alles, was »Bio« ist, ist uneingeschränkt gut. Aber im Biobereich sind wir an einigen Stellen schon ziemlich weit, nicht umsonst stellen immer mehr engagierte Winzer weltweit auf Bio um, auch, um ihre Weine über die Arbeit im Weinberg entscheidend zu individualisieren. Das grundsätzliche Problem scheint mir die Wertschätzung der Arbeit der Winzer. Wir, unsere Branche, der Handel, muß weg vom Preisdenken. Wir müssen hin zum Wert-Denken, zur Vermittlung anderer Werte als nur des Preises, damit unsere Winzer den Rücken frei haben, sich ggf. zum Umdenken entscheiden zu können, statt in einem Kosten-Nutzen-Denken gefangen zu sein, aus dem sie ohne den Chemiekrieg im Weinberg nur schwer herausfinden. Der fränkische Winzer Rudi May wies mich in dem Zusammenhang auf eine Jungwinzer-Initiative hin, die sich genau diesem Umdenken stellt und widmet: Die Ethos-Gruppe.
Armin Kobler
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03.May.2016
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Ich bin kein Steillagenwinzer und auch nicht aus Mainfranken, weshalb ich es mir nicht erdreiste, über die Arbeit der Kollegen zu richten, besonders wenn ich an deren Arbeitserschwernisse denken. Die gezeigten Bilder sehen natürlich heftig aus und es stellt sich mir die Frage, ob das ganzflächige Abbrennen (wie in Frankreich gang und gäbe) wirklich notwendig ist. Dass ein offener Boden extrem erosionsgefährdet ist, ist eine Tatsache, ob sie einem gefällt oder nicht und auch der Grund, warum sich die Dauerbegrünung und Quertrassierung in den Steillagen meiner Heimat durchgesetzt haben. Eine Sensibilisierung der Weinbauern im Hinblick auf einen nachhaltige Bodenpflege ist sicherlich wichtig, keine Frage, kann sicher aber sicherlich nicht nur auf ökologische Gesichtspunkte beschränken. Was mir im Artikel weniger gefällt ist die Behauptung, nur Biobetriebe würden auf Herbizideinsatz verzichten. Und auch dass jeglicher Einsatz von Roundup (sicher, dass es nur dieses Herbizid gibt?) des Teufels sei. Es gibt genügend Beispiele, wo Winzer nur einen möglichst schmalen Streifen (20 bis 30 cm) unter den Reben ein- bis max. zweimal behandeln, gerade so, dass sie in den Fahrgassen mit dem Mulch- oder Bodenbearbeitungsgerät gut durchkommen und den diffizilen Unterstockbereich auslassen können. Wenn man so arbeitet (das Herbizid gelangt bei guter Ausbringungstechnik ja nicht in den Boden), wage ich zu behaupten, dass die Gesamtumweltbilanz nicht schlechter ist. Die Verdichtung durch mehrmaliges Befahren der Anlage ist sicherlich schwerwiegender als der oben beschriebenen Herbizideinsatz. Deswegen, Missbrauch aufzeigen ist wichtig, das Gesamte aber bitte nicht aus den Augen verlieren.
Martin Koessler
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03.May.2016
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Leute, kommt doch nicht mit dieser Argumentation. Schwachsinn? Erst denken, dann schreiben. Glaubt Ihr das, was Ihr hier schreibt, eigentlich selber? Ich lasse hier gerne Steilagenwinzer und Wissenschaftler zu Wort kommen, die beweisen, daß es anders geht.
Sepp
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03.May.2016
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so viel schwachsinn habe ich schon länger nicht gelesen. dass der glyphosateinsatz nicht optimal ist, mag stimmen. aber er verhindert auch bodenerosion - würde in den steillagen die unterstockbearbeitung mechanisch erfolgen und anschließend ein starkregen kommen, dann sind es genau jene leute wie der autor, die sich beschweren, weil die straßen alle verdreckt sind (mit bestem erdreich). gruß
Martin Koessler
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03.May.2016
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Sorry, aber ich kann nur zurückgeben, daß Sie keine Ahnung zu haben scheinen. Erstens gibt es Winzer, die in Steillagen Bioweinbau ohne Herbizid betreiben (Clemens Busch, Stephan Krämer & Co), es geht dabei auch um beherrschbare, also entsprechend bearbeitbare Betriebsdimensionen, zweitens geht es dabei ganz maßgeblich um Erosionsschutz, also um Bodenaufbau, statt Abbau. Ich kenne die wissenschaftlichen Arbeiten zum Bodenabbau in Steillagen; es gibt zahlreiche Beispiele von gekonnter Begrünung, die mechanisch bearbeitet werden muß, die zu Bodenaufbau auch in Steillagen führt. Es gibt wissenschaftliche Projekte zu dem Thema, die beweisen, daß durch richtige Begrünung die Erosion verhindert werden kann und dadurch z. B. die Wasserqualität in den entsprechenden Gemeinden besser geworden ist etc... Also so einfach, wie Sie es sich hier machen, ist es nicht. Meine Behauptung zu den Mykorhizza-Kulturen ist Schnee von gestern. Sie wollen doch wohl nicht ernsthaft bezweifeln, daß langjähriger Glypohsateinsatz zu Bodenverdichtung führt? Dazu gibt es profunde Artikel seitens der Agrarchemie, die die Bedeutung dieser Kulturen für eine erfolgreiche Nährstoffversorgung nicht nur beim Wein belegen. Selbst die Agrarchemie hat erkannt, daß viele Böden so nachhaltig zerstört sind, daß ihre Mittelchen nicht mehr helfen. Deshalb beschäftigt sich sogar die Agrarchemie mit Mykorhizza. Es geht um Bodenstrukturen. Nur gesunder Boden hält Erosion stand, sorgt für Aufbau statt Abbau. Das geht nachweislich auch und gerade in Steillagen. Ihre Argumentation scheint mir deshalb üblich und doch sehr simpel.
Petry
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03.May.2016
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übrigens der Artikel ist auch voller falscher Behauptungen: "Weil dadurch auch die wertvollen Mykorrhiza-Kulturen am Wurzelsystem der Rebe nachweislich zerstört werden, ist die lebenswichtige Versorgung mit Spurenelementen und Nährstoffen nicht mehr gewährleistet, es kommt zu Nährstoffmangel in Rebe und Traube, es muß gedüngt werden, der Teufelskreis setzt sich in Gang."
Petry
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03.May.2016
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sorry, der Artikel zeugt davon, dass Sie so gar keine Ahnung haben, noch niemals in einer Steillage gearbeitet haben, noch Ansatzweise eine Ahnung haben, was es bedeutet. Es gibt für den Steilhang aktuell keinen Ersatz für die unterstockbehandlung mit Herbizid. Über die gassen kann man streuten, aber jede mechanische Bearebitung funktioniert entweder nicht (zb Unterstoickräumer) oder bewirkt Bodenerosion. Da jedes Kind weiss, das Erosion der größte GAU in der Landwirtschaft ist, ist herbizid vielleicht nicht die beste Lösung aber weit weniger schlimm wie eine Bodenbearbeitung.