Wesentlich werden. Wesentlich sein.

Wein radikal anders


2023 war kein gutes Jahr für den Wein

Erstmals seit vielen Jahren sind weltweit die Verkäufe rückläufig. Durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten haben weniger Haushalte Wein eingekauft und dabei auch stärker auf den Preis geachtet. Neueste Statistiken zeigen über alle Einkaufsmöglichkeiten hinweg einen Rückgang von 10 % im Volumen und 6,5 % im Wert. Besonders schlecht geht es dem sogenannten »Fine Wine«-Segment, das mit seinen teuren Nobel-Etiketten noch mehr Einbruch zu verzeichnen hat als der Billigmarkt.

Als Antwort auf den internationalen Nachfrage-Rückgang – der auch, darüber spricht man dort aber nicht gerne, auf die international schlechte Presse bezüglich des enormen Pestizid-Einsatzes in der Region zurückzuführen ist - wird man in Bordeaux mit 10.000 ha rund 10% der Anbaufläche roden. Ähnliches geschieht gerade auch in Australien und Chile, und selbst in Kalifornien wird diskutiert, wie man auf die sinkende Nachfrage reagieren kann. Gegen den Trend zulegen konnten allerdings die Bioweine.

Marktanteile im Handel

Am besten schneidet der Online-Handel ab, der seinen Markt-Anteil um 2 Punkte auf 13 % ausbauen konnte, während der Direktabsatz beim Winzer auf 11 % kommt und der klassische Wein- und Getränkefachhandel auf 9 %. Der Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) verlor 2 % Marktanteil auf 30 %, während der Marktanteil der Discounter konstant bei 37 % liegt. 

Preis statt Wert

Im weltweiten Vergleich sind deutsche Weinkonsumenten am wenigsten bereit, Geld für Wein auszugeben. Sie kaufen - siehe die Zahlen oben - ihre Weine überwiegend im Discounter bzw. im Supermarkt, was den durchschnittlichen Preis für einen Liter Wein hierzulande von nur etwa drei bis vier Euro erklärt, einer der niedrigsten Preise weltweit. Deutsche Durchschnitts-Weintrinker sind dem Preis treu, nicht dem Wein. 

Den Wert, der hinter einem Preis steckt, hat ihnen nie jemand erklärt. Der sogenannte Fachhandel hat seine Chance nicht genutzt und im Selbstbedienungsregal erfahren Kundin und Kunde ohnehin nichts. Wo aber keine Information, da kein Interesse. Deshalb lassen sie heute den teureren Wein, den sie im vergangenen Jahr noch gekauft haben, jetzt im Regal stehen und greifen zum günstigeren Produkt. 

Das hat dazu geführt, daß im Selbstbedienungsregal, dem Kerngeschäft der industriellen Weinproduktion, praktisch nur noch Weine aus industriellen Großkellereien stehen, die billig produzierte Trauben verarbeiten. Die traurige Konsequenz, seit Jahren zu beobachten: Wein verkommt vom einstmals wertvollen handwerklichen Kulturprodukt zum austauschbaren alkoholhaltigen Wirkungsgetränk, denn in diese Regale wird alles gestopft, was dem erlauchten Publikum zugemutet werden kann, vom Gold bis zum letzten Schrott. Dann kommt der Algorithmus, der nach neurophysiologischen und psychologischen Vorgaben die Abverkäufe entsprechend Charakter, Stil und Qualität analysiert und daraus die geschmacklichen Anforderungen ableitet. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, a self-fulfilling prophecy, man könnte auch sagen: knallharter Konformitätsdruck. So sieht er denn auch aus, der Weinmarkt von heute: Die immer gleichen Weine und Marken füllen die Regale; weil sie erfolgreich waren, sind sie es noch immer. Inzwischen scheinen auch immer mehr Online-Shops durch den Druck auf dem Markt gezwungen, ihre Abverkäufe zu analysieren, um dann all das auszulisten, was sich nicht innerhalb bestimmter Zeit verkauft. Deshalb gleichen sich auch im Online-Handel die Sortimente immer mehr an.  

Die Konsequenz 

Die zunehmend individueller und charaktervoller werdenden Weine jener Winzerinnen und Winzer, die sich weltweit den Herausforderungen der Klimakrise draußen im Weinberg stellen, tun sich zunehmend schwer, Gehör auf diesem Markt der kommerziellen Uniformität zu finden. Auf der Seite dieser Winzerinnen und Winzer werden die Weine also so aufregend und spannend, wie sie es vermutlich noch nie waren. Auf der Käufer-Seite dominiert dagegen stromlinienförmige Ödnis und Einfalt einen Markt, der Wein nur noch nach kommerziellen Gesichtspunkten produziert und verkauft. Will sich der Wein von morgen dagegen in Zukunft durchsetzen, muß sich sein Handel etwas einfallen lassen ...  

Wachstum

Seit den 1960er Jahren hat sich die Rebfläche weltweit vervielfacht. Vor allem in den 1970er bis 2000er Jahren wurde gepflanzt wie verrückt. Um eine immer globaler werdende, weitgehend unerfahrene Kundschaft bedienen zu können, wurden die Erträge mittels Agrochemie maximiert und für billige Preise (und gute Margen) immer billiger, mechanisierter und industrialisierter produziert. Mit der modernen Önologie schuf man dafür eigens eine Wissenschaft, die Wein auch von großen Flächen zum schnell und sicher produzierten getränketechnologischen Erzeugnis macht. Diese jahrzehntelange Entwicklung beginnt diesem Wein nun allerdings ins Gesicht zu blasen. 

Wachstum war und ist für viele Winzer erstrebenswerter Maßstab für Erfolg. Wer in den Jahrzehnten des Weinbooms nicht gewachsen ist, hat für sie etwas falsch gemacht. Deshalb sind auch und gerade hierzulande viele erfolgreiche Weinbaubetriebe rasant gewachsen. Ihre Winzerinnen und Winzer sind deshalb allerdings kaum noch draußen in den Reben. Sie verwalten ihre Größe in Personal und Lagerbestand, müssen raus, um die Produktion zu verkaufen, entfernen sich so immer mehr von ihrem Anspruch an Qualität und Transparenz in der Produktion, ihre Weine werden technisch konformer, büßen an Individualität und Eigenart ein, werden vergleichbarer und marktgerechter. Um Wachstum und Größe ohne entsprechendes Personal, das kaum noch zu kriegen ist, zu beherrschen, stellen viele auf Fremdbewirtschaftung um, lassen ihre Reben also von anonymen Lohnunternehmern bewirtschaften. Andere suchen ihr Heil in lautstarkem Marketing, das »Premium«-Anspruch und steigende Preise rechtfertigen muß. Daß Größe Folgen haben und zur Last werden kann, erleben viele Betriebe gerade mit unbequemen Konsequenzen. 

Wir von K&U arbeiten seit vielen Jahren vornehmlich mit kleinen überschaubaren Weinbaubetrieben, deren handwerkliche Winzerkunst für uns von der Rebe bis auf die Flasche transparent nachvollziehbar ist. Klein zu bleiben und davon leben zu können ist die große Kunst, Größe und Wachstum sind weder in der Produktion noch im Handel Zeichen für Qualität.

Preis und Wert

Die hohen Energiekosten haben Glas drastisch verteuert (+70%), Flaschen sind zwischenzeitlich rar geworden, wenn nicht sogar Mangelware. Kartons und Papier sind um etwa 30 % gestiegen. Die Logistikkosten steigen durch neue gesetzliche Vorgaben, höhere Maut und Steuern. Die Personalkosten sind deutlich gestiegen, wenn man denn das Personal findet, das man so dringend sucht; gutes Personal ist qualitätsentscheidender Faktor in der Weinbranche. Neue gesetzliche Vorgaben zur Deklaration der Zusatz- und Inhaltsstoffe, die ab nächstem Jahr verpflichtend sind, verursachen Kosten. Und nicht zuletzt sorgt die Klimakrise für steigende Preise, denn durch Wassermangel, Hitze und Trockenheit sinken die Erträge, weil die Beeren kleiner werden, die Saftausbeute geringer. Die Reben wie bisher zu bewässern, ist volkswirtschaftlich nicht mehr zu vertreten und in Sachen Nachhaltigkeit nicht mehr opportun. Wein wird und muß also teurer werden. Egal, ob ganz unten im Markt, in der Mitte oder ganz oben. Seinen Wert hinter seinem Preis transparent und für Sie nachvollziehbar zu kommunizieren, ist deshalb mehr denn je unsere Aufgabe. 


Unser Winterwein des Monats Januar

Eine der großen Weinlegenden aus Châteauneuf du Pape. Laurent Charvin keltert ihn wie Château Rayas als einer der letzten mit Stiel und Stängel, er besitzt nicht mal eine Presse. Großer Wein für lange Stunden des Genusses. Wenn Sie die Flasche anklicken, erhalten Sie sie statt für 47,00 € für 39,90 € zum Vorzugspreis als »Wein des Monats«. 


Wesentlicher werden. Wesentlich sein.

Programm

Unser Programm umfaßt über 2500 Positionen. Damit diese nicht zur Qual der Wahl für Sie werden, überarbeiten und überprüfen wir sie laufend. Unser Programm muß schließlich auch für uns überschaubar sein, damit wir Ihnen über jeden einzelnen Wein Rechenschaft ablegen und seine Qualität garantieren können. Weil uns dabei nichts mehr am Herzen liegt als die faszinierende Vielfalt des Weines an sich, sind für uns nicht Umschlagsgeschwindigkeit oder Abverkaufszahlen entscheidend, sondern Charakter, Qualität, Originalität und Stil. Wir wollen und müssen nicht verkaufen, was andere im Programm haben. Wir bieten Ihnen an, was wir für wesentlich halten. 

Einkauf


Das faszinierende am Wein ist die Vielfalt seiner Herkunftscharaktere, seiner vielen lokalen Rebsorten und deren handwerklicher Interpretation. Diese Vielfalt werden wir weiter ausbauen. Deshalb sind wir regelmäßig vor Ort. Nur so finden wir die für unser Einkaufs- und Qualitäts-Konzept wesentlichen Betriebe. 

Profil


Wein radikal anders® ist konzeptionell einmalig. Wir können und wollen es nicht jedem und jeder recht machen. Weinhandel bedeutet für uns mehr als nur mit Flaschen voller Wein zu handeln. Wein an sich ist langweilig. Was ihn spannend macht (und von so vielen anderen alkoholischen Getränken unterscheidet), ist der Kontext, in dem er entsteht: Die Geschichte seiner Herkunft; der sinnliche Reiz seiner Böden; die schmeckbare Andersartigkeit seiner Rebsorten; seine Interpretation der Menschen, die ihn produzieren, sofern sie etwas zu erzählen haben ... also sein Zusammenspiel mit dem Boden, dem Klima, den Menschen, der Umwelt, der Physiologie, der Psychologie .... all das erst macht ihn lebendig, spannend, originell und hält uns seit über vierzig Jahren auf Trab. Wir wissen, was wir suchen und warum wir Ihnen diese und keine anderen Weine anbieten. Wesentlicher kann das Qualitätsprofil eines Weinhändlers kaum sein. 

Verkauf

Weinbeschreibungen sind die entscheidende Schnittstelle zwischen Ihnen und uns. Insofern sollten sie so wesentlich wie möglich sein. Doch was heißt das? 

Wir wollen nicht auch kritiklos bejubeln, was wir anbieten. Wir möchten in unseren Weinbeschreibungen wesentlich sein für Sie und Ihre Entscheidungsfindung. Deshalb beschreiben wir, warum ein Wein so schmeckt, wie er schmeckt. Nicht nur wie er riecht und schmeckt. Die üblichen Beschreibungen von Geruchs- und Geschmackseindrücken halten wir für wertlos, weil jeder und jede sie anders empfindet, je nach Trink- und Sinneserfahrung. Wenn Sie aber erfahren, warum wir einen Wein ausgewählt haben und warum er so schmeckt, wie er schmeckt, lösen wir vielleicht Ihre Neugierde aus und verändern damit vielleicht Ihre grundsätzliche Sicht auf den Wein. Das hilflos passive »schmeckt mir/schmeckt mir nicht« bringt Sie nicht weiter. Wenn Sie entdecken möchten, was Ihre Sinne alles können, müssen Sie mehr über einen Wein wissen, damit Sie auch mehr in ihm erleben können. Erst dann wird Wein zum aktiven Genuß. Wenn das unsere Weinbeschreibungen schaffen, sind sie wesentlich.

Ein anderes Konzept

In über 40 Jahren Weinhandel haben wir eines gelernt: Sind die Menschen hinter einem Wein nicht interessant, ist es ihr Wein auch nicht. Anders gesagt: Ein Wein ist stets das Abbild der Menschen, die ihn produzieren. Insofern stehen unsere Weine für Lebensmodelle, die auf Überzeugungen und Leidenschaft basieren und eine Freiheit im Denken beweisen, die ihnen ungewöhnlich lebendige Ausstrahlung verleiht. Persönlichkeit im Glas von Menschen mit Herz und Verstand.  

Deshalb stossen uns schicke Hochglanz-Weingüter mit Protzkellern ab. Da gehen wir meist schnell wieder. Wir suchen das Echte, das Handwerk, bevorzugen dreckige Finger vor Anzug und Schlips, versuchen den Geist, die Philosophie, eines Betriebes zu ergründen und machen uns daraus unser Bild von Menschen, Weinen und ihrem Wert für uns. 

Unsere Weine müssen gegen die Einfalt des breiten Stromes und ihre geballte Langeweile in jeder Hinsicht überzeugen. Dazu brauchen wir ein absolut eigenständiges Sortiment, dessen Weine es nicht an jeder Ecke gibt. Deshalb arbeiten wir ausschließlich direkt mit unseren Winzerinnen und Winzern, brauchen keine Agenten, Vertreter und sonstige Mittelsmänner. Wir sprechen die Sprachen der Länder, in denen wir arbeiten, machen uns gerne auch mal selbst die Finger für den Wein dreckig und können deshalb so eigenständige wie charaktervolle Weine anbieten, mit denen Sie garantiert nicht mit dem Strom schwimmen. Panta rei. Alles fließt. Offen für Neues. Diese Dynamik hält K&U seit vierzig Jahren am Laufen. Sie ist die Triebkraft für unser Denken und Handeln.

Alkohol

bzw. Anti-Alkohol ....

Die calvinistischen Länder im Norden Europas, in denen Alkoholismus ein großes soziales Problem ist, strengen seit vielen Jahren eine Anti-Alkohol-Kampagne in der EU an, die uns wohl schon bald ernsthaft beschäftigen wird. Sie subsummiert Wein unter alle anderen alkoholhaltigen Getränke. Alkohol in seinen vielen Formen ist hier wie dort eine traditionell frei zugängliche Droge, die seitens der Gesellschaft keinerlei Ächtung erfährt. Dabei enthält z. B. eine Flasche durchschnittlichen Qualitätsweines immerhin ca. 70-90 g/l reinen Alkohols. 1 Vol. % im Wein entspricht 7,95 g/l reinen Alkohols. Da kann die Dosis das im Wein enthaltene Ethanol schnell zum Gift machen. Ethanol ist in allen alkoholhaltigen Getränken gleichermaßen in unterschiedlicher Konzentration enthalten. Es gilt als Zellgift und damit in Überdosis als karzinogen.

Ist guter Wein, wie wir ihn propagieren, banaler Alkohol, den es zu ächten gilt? Oder ist er vielleicht doch ein Jahrtausende altes Kulturgetränk? Immerhin gehört eine gewisse Kultur dazu, ihn nicht als Droge zu mißbrauchen, sondern als uraltes, menschheitsgeschichtliches Kulturgut mit allen Sinnen - und deshalb auch in Maßen - wertzuschätzen und zu genießen

Vor dem Hintergrund dieser Alkohol-Diskussion kann es für uns ganz wesentlich nur darum gehen, den kulturellen Wert guten Weines, wie auch die Kultur seines moderaten, bewußt erlebten Genusses zu vermitteln, um so das Kulturgetränk vor dem alkoholhaltigen Wirkungsgetränk (das sich leider auch »Wein« nennt) zu bewahren und zu retten.

Vieles deutet darauf hin, daß sich der Wein in den kommenden Jahren weltweit großen Herausforderungen gegenübersieht, die er bis heute kaum geahnt zu haben scheint. Seine gnadenlose Kommerzialisierung hat ihn zum wertlosen Alltagsgetränk gemacht, dem man nun mit einer Anti-Alkohol-Kampagne beizukommen versucht. Kommende Generationen nehmen ihn deshalb kaum noch als das Kulturprodukt wahr, das er historisch so lange war, sie verweigert sich dem Wein, den sie pauschal und ideologisch verkürzt als »Alkohol« ablehnt. Zum Glück hat die Naturweinbewegung Tausende junger Menschen weltweit zum Wein gebracht, allerdings zu einem ganz anderen Wein, als er bis dahin existierte. Ihre Weine präsentieren sich unmanipuliert und ungeschminkt, frei von den Eingriffen der industriellen Kellerwirtschaft. Sie riechen und schmecken deshalb gänzlich anders als das, was Weintrinkerinnen und Weintrinker weltweit bis dahin unter Wein verstanden. Hier wird es also über kurz oder lang zu einer Disruption auf dem Markt kommen, weil nachfolgende Weintrinkergenerationen kaum noch die Weine trinken werden, die die Generation ihrer Eltern getrunken hat. 

Die Naturweinbewegung ist nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie hierzulande noch immer nicht wirklich wahrgenommen und akzeptiert wird. Weltweit hat sie sich fest etabliert und die Märkte in Frankreich, wo sie als Antwort auf die Kommerzialisierung der Bioweine für die Supermarktregale entstand, in Italien, Spanien und vor allem auch in den USA nachhaltig verändert und aufgerüttelt. In wenigen Jahren schon wird sich der Weinmarkt deshalb in drei wesentliche Lager aufteilen, die wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben: Hier der Billigwein aus gnadenloser Industrialisierung der Weinproduktion, dort der konventionelle Wein, wie er sich bis heute versteht, der aber von ganz unten bis in den »Fine Wine«-Markt hinein zunehmend unter vielfältigen Druck geraten wird, und auf der anderen Seite des Marktes der realistisch bepreiste, weil ambitioniert handwerklich hergestellte, Kulturwein aus kleiner, überschaubarer Betriebsgröße und transparent demonstrierter Nachhaltigkeit.

Der Weg dahin wird holprig, denn wir müssen versuchen, den Wert hinter dem Preis dieser Weine glaubwürdig und nachvollziehbar zu vermitteln. Der ist weit mehr als nur »Geschmack«. Für ihn müssen in Zukunft die Qualität der Böden, die Art der Bewirtschaftung und des Ausbaus ebenso berücksichtigt werden, wie alle weiteren Nachhaltigkeitsaspekte und natürlich auch der Geschmack. Wer tut sich diese Differenzierung an in einer Zeit, in der alles, auch der Genuss, immer schneller und oberflächlicher wird und sich niemand mehr die Zeit nimmt, zu lesen?

Aber halt! Da war doch was! Als man die Schokolade endgültig verindustrialisieren wollte, entstand eine Gegenbewegung, die uns Qualitäten beschert hat, an die wir vorher nicht zu denken gewagt hätten. Als die Quarzuhr aufkam, proklamierte man das Ende der mechanischen Uhr - die heute den Markt beherrscht. Als die CD aufkam, beerdigte man die gute alte Schallplatte und mit ihr die HiFi-Technik, heute boomt Vinyl trotz Musik auf dem Smartphone, trotz Spotify & Co. Wird der gute, der »anstrengend« andere, weil fordernd handwerkliche und natürlich imperfekte Wein vielleicht doch eine Zukunft haben? Es liegt an uns, ihm den Weg zu bereiten....  z. B. mit unserer Hausmesse am 19. und 20. April 2024:

Unsere Hausmesse 2024
am 19. und 20. April 2024

Wesentlich sein. Das Motto unserer Hausmesse 2024: 

»Wein muß mehr können als nur zu schmecken«