Die 20 eindrücklichsten Weine unseres Wein-Jahres 2023


»Guter« Wein muß mehr können, als nur »gut« zu schmecken. Das so gerne zitierte »Hauptsache, er schmeckt« erweist sich als falsch, weil die Industrie den Wein mit den Mitteln der modernen Kellerwirtschaft längst den geschmacklichen Bedürfnissen der Käufer im Selbstbedienungsregal »angepasst« hat.

Unsere Weine vermeiden die dort üblichen »Gut«-Klischees. Sie gehorchen anspruchsvolleren Kriterien, wie unsere 20 eindrücklichsten Weinentdeckungen des Jahres 2023 hierunabhängig von Image, Preis und Herkunft - unter Beweis stellen. Es sind maximal kompetent realisierte, ihren Preis besonders werte Weine, die man getrunken und bewußt erlebt haben sollte. Wir wünschen viel Freude mit unseren in vielerlei Hinsicht besonderen Entdeckungen.


2018 Vouvray »Solera 18-19-20-21« Demi-sec François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (34,53 €* / 1 l)

25,90 €*

N°1     Ihn vergißt man nicht

Chenin Blanc ist Frankreichs ureigenste weiße Rebsorte. Die historische Rebsorte der Loire verblüfft mit erstaunlicher Plastizität: Aus ihr lassen sich je nach Erntezeitpunkt alle Arten von Weißweinen herstellen, stille wie prickelnde, trockene wie ultrasüße (nur einmal alle 5 Jahre). Ihre Säure verleiht ihr fast unbegrenzte Entwicklungsfähigkeit. Große Jahrgänge reifen über 100 Jahre und mehr.

Die rare Solera des jungen Julien Pinon aus Vouvray. Seit dem heißen Jahrgang 2018 füllt er jedes Jahr einen Teil des Grundweines mit dem neuen, aktuellen Jahrgang auf. Ergebnis ist ein hinreißend komplexer, aber auch vergnüglicher Weißwein voller Spannung, Exotik und Charakter. Demi-sec, natürlich halbtrocken. Eine wunderbare Verabreichungsform von Chenin Blanc. Die Rebsorte will nicht immer durchgären. Geschmeidiger Meditationswein mit viel Schmelz und vermutlich ewigem Leben ...

N°2     Wie Samt und Seide

Und nochmal Chenin Blanc von der Loire. Aber aus der kaum bekannten Vendée im äußersten Südwesten der Loire-Appellationen, wenige hundert Meter vom Atlantik entfernt. Purer Granit. Kühles Klima. Eine junge Equipe, die auf Naturwein setzt.

Hier ihr gediegen leiser, feinmaschig dichter, im Mundgefühl samtig kühl agierender Top-Wein, dessen geschmeidig seidige, fast schon sahnig wirkende Konsistenz uns einfach begeistert. Der fühl- und schmeckbare Einfluß langer Reife auf der Vollhefe. Winzerkunst in einem Wohlfühlwein, der eine neue Ära im Naturwein einläutet: Raffiniert kühl und präzise frisch im Charakter, fordernd komplex und anspruchsvoll, aber verständlich im Stil und berührend sinnlich in Physis und Ausstrahlung. Entspannt große, maximal natürliche Chenin Blanc mit Potential für Jahre.

Inhalt: 0.75 l (34,53 €* / 1 l)

25,90 €*

N°3     Macht Italien alle Ehre

Für Luigi Sarnos brillanten »Fiano« aus dem wenig bekannten Kampanien östlich von Neapel machen wir uns krumm. Weißwein aus dem Mezzogiorno. Aus exponierter Höhenlage in fast schon alpiner Umgebung mit tiefgründig mineralischem Vulkanboden. Er steht für die spannende Raucharomatik und das weiche, aber auch unerwartet frisch strahlende Mundgefühl.

Fiano ist eine der großen weißen Rebsorten Italiens. Nur weil sie aus dem Süden kommt, für die Weinwelt Italien aber meist südlich der Toskana aufhört, hat sie es bis heute nicht geschafft, so wertgeschätzt zu werden, wie sie es längst verdient hätte. Pikant salzige Mineralität in cremig saftiger physischer Wirkung. Knochentrocken, niedriger pH-Wert, praktisch schwefelfrei. Trotzdem extrem sauerstoffstabil. Unsere Referenz für die neue Generation von Naturweinen aus dem dynamischen Süden Italiens. Toller Wein!

N°4     Der Hammer!

Classic Penedes. So nennt sich traditionell flaschenvergorener Cava aus Spaniens erster Appellation, in der die Reben schon bald ausschließlich ökologisch bewirtschaftet werden. Wegweisende Weitsicht. Loxarel ist biodynamischer Modellbetrieb dort und stellt hier seine Cava Reserva vor, neben der sich die Nobelcuvées der großen Champagner-Marken warm anziehen müssen. Ein Hammer, der auch ausgefuchste Kenner der Materie sprachlos macht. 

Jahrgang 2016. Von der Hefe der Flaschengärung abgezogen im September 2023. Sechs Jahre Hefe-Reife auf der Flasche. Aus Pinot Noir und Xarel-lo Vermell, zwei roten Rebsorten. »Brut Nature«, keine Dosage, furztrocken. Dafür nobel feine Perlung, komplex reife, hefige Aromatik in fordernd hochwertigem Mundgefühl. Trotz hohen Anspruchs aber pures Vergnügen und verständlich. Absolut rarer Mehrwert.  





Schade! »Der Hammer« von Loxarel ist leider ausverkauft. Tut uns echt leid. Ist bestellt, kommt aber erst im Januar wieder. Wir bitten um Verständnis.

2021 Saint-Peray AOC weiss Domaine de Lorient

Inhalt: 0.75 l (39,87 €* / 1 l)

29,90 €*

N°5    Das coole Date

Weißwein, dem man sich erst nähern muß. Man spricht miteinander, hört sich gegenseitig zu und irgendwann stellt man fest, ob man zueinander paßt oder nicht.

Roussanne und Marsanne sind hier das Gegenüber, die zwei weißen Rebsorten der Nordrhône, gekonnt im kleinen Holzfaß ausgebaut. Ein opulent riechender Weißwein rarer Konsistenz und Ausstrahlung. Herbst, feuchtes Laub im Wald, reife gelbe Aromen, ein Hauch Kakao und Schokolade. Merkwürdig weiche Fülle in ungewohnt opulentem Mundgefühl. Aufregend fremdartig. Da will man mehr drüber wissen. Und schon legt er los, tiefgründig fordernd, aber nicht überfordernd; ungewohnt, aber zugleich unheimlich anziehend und attraktiv. Ein echt cooles date, nichts für jeden Tag, aber sehr reizvoll und begehrenswert. 

N°6     Wo der Gejagte den Jäger jagt ...

Burgund ist in aller Munde. Nicht beim Wort genommen, dafür sind die Weine zu teuer, aber jeder, der auf sich hält, spricht über seine Weine, als hätte er sie alle getrunken. Die großen Weißweine des Roussillon kennt kaum jemand. Die ernsthafte Alternative. Im Mundgefühl seidiger und dichter verwoben, in der Säure ähnlich frisch, aber besser integriert, weil ihre Reben älter, deren Erträge niedriger sind. Spürbar salzige Mineralität verleiht ihnen kraftstrotzendes Selbstbewußtsein. 

Clos Escounils. Eine eindrucksvoll tiefgründige Cuvée aller Grenache-Varianten, die es im Süden Frankreichs gibt. Weiß gekeltert. Von einer uralten Parzelle mitten im Wald. Mühsam regeneriert, biologisch bewirtschaftet und im Geiste der Naturweinbewegung von den Brüdern Danjou in grandiosen Weißwein verwandelt, der die Sinne reizt bis an die Grenzen. Burgund? Da wird der Jäger zum Gejagten, denn »Clos Escounils« macht vieles besser, als man es von großem Burgund erwartet. 

Inhalt: 0.75 l (44,00 €* / 1 l)

33,00 €*

Inhalt: 0.75 l (44,00 €* / 1 l)

33,00 €*

N°7     Provozierend gut

Unter den ca. 1.360 Rebsorten, die es weltweit auf Flasche geschafft haben, gibt es einige, die zwar weithin bekannt sind, nach denen aber seit Jahren kein Hahn mehr kräht. Den guten alten Gewürztraminer würden in diese Kategorie stecken. 

Doch jede Regel kennt die Ausnahme. Marie und Matthieu Boeschs großer Gewürztraminer aus der Grand Cru-Lage Zinnkoepfle kommt nicht nur aus einer der anerkannt besten Lagen für die altehrwürdige Rebsorte, er war auch der erste und lange der einzige, der sich knochentrocken dem Markt stellte. Dafür wäre Matthieu damals fast von seinem Vater enterbt worden, so sehr widersetzte er sich mit dem kompromißlos trockenen Ausbau den Gepflogenheiten im Elsaß. Die Wogen haben sich geglättet und Boeschs »Zinnkoepfle« gilt heute als einer der besten seiner Art im Elsaß. Aromatisch prägnant, aber nicht laut, eher raffiniert würzig. Im Mund zeitlos groß, salzig und sahnig dicht. Man traut der Rebsorte ein derart souverän in sich ruhendes, entspannt anspruchsvolles Mundgefühl nicht zu, doch sie kann es.. So mutig wie provozierend gut.

N°8     Der Laserstrahl

Das Weingut Barta in Tokaj wird schon in wenigen Jahren für seine grandiosen Weine gefeiert werden. Ein Weingut, das Großes verspricht. Hier zu erfahren. Hárslevelü die Rebsorte. Der Lindenblättrige. Von der berühmtesten und teuersten Lage Ungarns. Der Weinberg der Könige. Eine Legende im Land, eine Legende im Glas. 

Präzise fokussiert wie ein Laserstrahl sucht sich der Wein den Weg über die Zunge. Das können so überzeugend karg, sparsam und mager, schlank und strahlend frisch zugleich nur wenige andere ähnlich harmonisch und wohlschmeckend. Wobei - von Geschmack kann man hier kaum sprechen. Hier geht es um Wirkung, um Physis, um Salz und Stein, um gelbe Reife und eigenwillige Würze. Extrem steiniger vulkanischer Rhyolithtuff mit rotem Ton. Karger Boden mit allerdings gutem Wasserspeichervermögen und guter Nährstoffversorgung. Sensationell wie man diesen Boden hier als Struktur im Mund nachvollziehen kann. Großes Kino!

Inhalt: 0.75 l (58,53 €* / 1 l)

43,90 €*

        

Inhalt: 0.75 l (65,20 €* / 1 l)

48,90 €*

N°9     Blasen, die Frieden schaffen

Die Champagne kann in Sachen Schaumwein noch immer das Maß aller Dinge sein. Doch allmählich schießt sie sich preislich aus dem Markt. Deshalb suchen wir nach ernsthaften Alternativen. Dabei sind wir vor Jahren schon auf »1701« in Franciacorta im Norden Italiens gestoßen. Ein kleiner Biodynamik-Betrieb mit herausragenden Qualitäten. Der Weinbau überzeugend auf die Produktion von Schaumwein abgestimmt. Die Qualitäten undosiert, »Brut Nature«, also trocken, die Grundweine exzellent, zum Teil in Amphoren ausgebaut, die Versektung von einer technischen Perfektion, die der Champagne zur Ehre gereichen würde.

Der Knaller im Portfolio ist der Rosé aus Pinot Noir. Echter Rosé, auf der Schale mazeriert. Zarte Färbung, feinste Gerbstoffe, rauchig speckige Aromatik, herbes Finish. Rosés dieser Machart und Güte gibt es auf der Welt nur noch in Les Riceys in der Champagne. Rare Spitzenklasse. Kaufen, trinken, genießen und staunen - macht erfahrbar, was echten Rosé im Schaumwein so reizvoll macht. 

N°10     Großes Burgund. Vom Garda See?   

Das glaubt uns niemand. Doch was Daniele Delaini hier vom höchsten Weinberg Calmasinos, einem schmalen Bergrücken, der aus purem Kalk besteht, auf Flasche bringt, macht Freude. Neun Jahre alter Bardolino? Tja, Leute. Herkunft und Alter prägen den Wein, sie »machen« ihn aber nicht. Das ist noch immer die Kunst des Winzers. Er muß seine Böden und deren Potential kennen und im Spiegel des Jahrgangs einschätzen können, um die Weinbereitung darauf abzustimmen.  

Das ist hier in seltener Harmonie von Herkunft, Natur und Winzer-Intuition gelungen. Obwohl 2014 ein mieser Jahrgang war! Daniele interpretiert ihn souverän in burgundischer Transparenz mit enorm viel Finesse und Zug am Gaumen und feinem Säurespiel, das seiner Riserva Länge verleiht, die Staunen macht. Die Gerbstoffe zart aber präsent. Das Mundgefühl schlank und frisch und lang am Gaumen. Die Farbe reif und hell. Der Geschmack beeindruckend intensiv. Schlicht und ergreifend großer Wein.  

2014 Bardolino Superiore »Avresir« Villa Calicantus

Inhalt: 0.75 l (43,87 €* / 1 l)

32,90 €*

Inhalt: 0.75 l (45,20 €* / 1 l)

33,90 €*

N°11     Die »falsche« Referenz?

Sangiovese. Während im Chianti viele Weine durch den Verschnitt mit den beliebten Globalrebsorten (bis auf glorreiche Ausnahmen) in Stil und Charakter auf globale Beliebigkeit getrimmt sind, finden wir in den Weinen der Villa Pappiano in der Emilia Romagna unsere Referenz für authentische Sangiovese.

Ein alter Weinberg mitten im Wald im kühlen Hochland des zentralen Apennins. Alte Genetik, biodynamischer Weinbau, kühle Höhenlage, wie große Burgunder mit Stiel und Stängel »wholecluster « spontan vergoren, mit nur minimalem Schwefel ohne andere Zusätze im Betontank ausgebaut. Dicht und kompakt im Mundgefühl, aber auch frisch und transparent. Aromatisch expressiv würzig und anspruchsvoll komplex. In den Gerbstoffen fein und griffig wie guter Flanell. Eine besondere Sangiovese. Natürlich anders, souverän eigensinnig und deshalb wegweisend. 

N°12     Der Gallier im Muscle-Shirt

Es gibt immer noch Weintrinker (meist Männer...), denen Rotwein nicht dick, konzentriert und muskulös genug sein kann. Die Klimakrise liefert durch Trockenheit kleinere Beeren mit dickeren Schalen. Deren Extraktion in den ersten Tagen der Weinbereitung entscheidet, wie der fertige Wein sich präsentieren wird. Grundsätzlich wird Rotwein eher leichter, weil schonende Extraktion geschmeidigere Gerbstoffe, bessere Haltbarkeit und unkompliziertere Trinkfreude beschert. 

Doch das Muscle-Shirt stirbt nicht aus. im Departement Var, im Norden der Provence, produziert der junge Fabien Broton seinem Vater zuliebe, den die Familie »Bär« nennt (deshalb Ursus, der lateinische Name dafür), einen Rotwein, der selbigen nach ein paar Gläsern buchstäblich auf den Stuhl nagelt. Mehr Kraft, Konzentration und Muskeln kann Rotwein kaum haben.  Auf seine Weise auch ein Kunstwerk.

Inhalt: 0.75 l (56,00 €* / 1 l)

42,00 €*
2018 »Violetta« Malbec (Amphore) La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (56,00 €* / 1 l)

42,00 €*

N°13     Wo Vergangenheit zum Erlebnis wird

Violetta? Winzerin Coralie Delecheneau ließ sich bei der Namensfindung von Verdis La Traviata inspirieren. Reinsortiger Côt alias Malbec von der Loire. Ein Wunder der Natur von 120 Jahre alten Reb-Methusalems. Steht so violett im Glas, wie es nach Veilchen duftet; färbt Tischdecken und Wohnzimmerteppiche nachhaltig und macht die Zähne blau. Letzteres geht immerhin beim Zähneputzen wieder weg. 

Malbec, die rote Rebsorte Argentiniens und der schwarzen Weine von Cahors. Hier von Uraltreben in historisch wurzelechter Genetik zu erleben. Coralie baut das wertvolle Lesegut in Ton-Amphoren aus und verleiht so dem gerbstoffbeladenen Historien-Konzentrat samtigen Schliff, der in dichter, an englischen Tweed erinnernder Wirkung in intensiv violetten Fruchtspuren am Gaumen ausklingt. Macht nachdenklich, weil längst vergangene Zeit zum Erlebnis.  

N°14     Baden, von Könnern verwöhnt ...

Charlotte und David Beck bewirtschaften weniger als 2 Hektar Reben auf verwittertem Vulkangestein mit hohem Tonanteil. Sie kennen jede ihrer Trauben persönlich. Pure Handarbeit, die Gelassenheit der Kompetenz, tiefes Vertrauen in die Kraft der Natur und ein Zeitverständnis, das dem kapitalistischen Effizienz-Gedanken diametral entgegensteht, lassen die beiden grandios tiefgründige Pinot Noirs produzieren, die zum besten gehören, was Deutschland zu bieten hat. Mehr als nur Baden. 

»Eichert«. Dunkel und dicht in der Farbe. Dicht verwoben auch die Wirkung der Gerbstoffe. Konzentriert und kraftvoll, aber auch schwebend lebendig wirkend im Mundgefühl. Pinot Noir statt nur Spätburgunder. Dunkelwürzig intensive Beerenfrucht, exotische Gewürze, die Kraft niedriger Erträge aus regenerativem Anbau, keine Schönung, keine Filtration, minimalster Schwefel. Badischer Pinot Noir, wegweisend frei im Denken und Handeln.

2018 Pinot Noir »Eichert« Charlotte und David Beck

Inhalt: 0.75 l (65,33 €* / 1 l)

49,00 €*
%

Inhalt: 0.75 l (53,20 €* / 1 l)

39,90 €* 47,00 €* (15.11% gespart)

N°15     Wärmt Körper, Geist und Seele

Seit Châteauneuf du Pape die Begehrlichkeit wohlhabender Weinsammler in aller Welt geweckt hat, ist er teuer geworden, hat an Profil und Eigenständigkeit aber mächtig verloren. Dick, fett, reif und megakonzentriert muß er heute sein, wie Amarone soll er schmecken, um möglichst viele Punkte einzuheimsen und damit Beachtung zu finden. Dabei ist sein Profil ausschließlich vom Standort seiner Reben abhängig, ob sie nämlich in Luv, also in der Einflugschneise des Mistrals stehen, an deren Rand oder in Lee, also im Windschatten. Mit Punkten ist das nicht zu beschreiben ...

Laurent Charvin produziert als einer der letzten noch traditionellen Châteauneuf handwerklicher Spitzenklasse. Er vergärt ausschließlich spontan mit Stiel und Stängel. Seine zertifiziert biologisch bewirtschafteten Reben stehen auf identischem Boden in unmittelbarer Nachbarschaft von Château Rayas (also in Luv). Sein Châteauneuf ist, wie alle, alkoholisch wirkmächtig, wirkt strukturell bei aller bäuerlichen Kraft und Ausstrahlung aber edel und fein. Authentischer geht´s kaum. Großer Winterwein mit Kultstatus, der hier ausnahmsweise gerechtfertigt ist.

N°16     Pure aus Saumur

In den letzten Jahren hat die Loire enorm an Profil gewonnen. Insbesondere Saumur hat sich dabei hervorgetan. Das geht auch auf das Konto des jungen Etienne Bodet. Er hat, wie sein Lehrmeister Romain Guiberteau auch, bei Clos Rougeard gelernt und arbeitet dort auch noch, hat kürzlich aber sein eigenes kleines Weingut in den elterlichen Gemäuern gegründet. Sein viel beachtetes Erstlingswerk kündigt Großes an:

Alte Reben in einem »Clos« mit besonders kargem, hartem Kalkboden. Reiner Cabernet Franc. Biologische Bewirtschaftung, niedrige Erträge, über 24 Monate Ausbau in gebrauchten Barriques von Clos Rougeard. Enorm dichte Packung im Mund mit saftig fleischigem Abgang. Filigrane Finesse in kühler Substanz mit dem morbiden Duft von Räucherspeck (typisch für die Lage) und getrockneten Rosenblättern. Vereint und verbunden in der Harmonie des großen Jahrgangs 2020. Ein junger Winzer, der Saumur nachhaltig prägen dürfte in den kommenden Jahren. Die Entdeckung des Jahres. 

2020 Saumur rouge »Clos Durandiere« Etienne Bodet & Bodet-Herold

Inhalt: 0.75 l (69,20 €* / 1 l)

51,90 €*
Champagne »Cuvée 72« Extra Brut Champagne Bruno Paillard

Inhalt: 0.75 l (93,33 €* / 1 l)

70,00 €*

N°17     Schmeck- und fühlbar gemacht. Die Zeit

Bruno Paillards legendäre »Premiere Cuvée« ist eine der besten Basis-Cuvées der Champagne. Seit Tochter Alice Paillard übernommen hat, gewinnt das Haus mächtig an Profil. Hier demonstriert sie den Einfluß der Zeit als wesentlichen Qualitätsfaktor: »72» steht für 36 Monate auf der Hefe der Flaschengärung, sowie 36 Monate Reife auf der Flasche nach dem Abzug der Hefe. Das erste und zweite Leben des Champagners.

Extrem feine Perlung. Nussig hefiges Bukett, das an ofenwarme Croissants erinnert. Entwickelt, aber auch tiefgründig frisch und anregend. »Extra Brut«, richtig trocken. Niedrig im Schwefel. Die absolvierte Milchsäuregärung des Grundweines und die lange Reife auf der Flasche münden in rare Harmonie. Stilistisch souverän, beruhigend und belebend zugleich. Ein von der Zeit veredelter Champagner überzeugender Größe.

N°18     So ist er, der Süden

Warum schmecken so viele der sogenannten Spitzenweine so uniform ähnlich? Weil Menschen, die sich derart teuere Rotweine leisten können, eine klare Vorstellung davon haben, wie diese riechen und schmecken müssen. Weil sie Wein kaum kennen, müssen »Ihre« Weine einem Code gehorchen, den sie »sicher« decodieren können.

Vino di Gio. Rotweinlegende der Côte d´Azur. Riecht wild, weil aus alter autochthoner Rebsorte gekeltert. Schmeckt wild, weil ohne Eingriffe von der Rebe auf die Flasche gebracht. Ist wild, weil genau das seine Größe ist. Kraftvoll mundfüllende Gerbstoffe in dunkelwürziger Substanz, aufregend kantig, vibrierend charaktervoll. Persönlichkeit und Eigensinn. Durchdringend frisch, enorm potent, zu komplex für »Spitzenwein«. Nicht der Preis ist Luxus, sondern Kennerschaft. Vielfalt statt Einfalt. Der Code für diese Spitze aus dem Süden. 

Inhalt: 0.75 l (92,00 €* / 1 l)

69,00 €*
2007 Champagne »Comme Autrefois« Extra Brut Françoise Bedel & Fils

Inhalt: 0.75 l (145,33 €* / 1 l)

109,00 €*

N°19     Wie früher, aber so aufregend!

Champagner von der Stange nervt mit den immer gleichen Zitrusaromen, die Frische suggerieren sollen. Wer nur solche Zitrus-Schäumer trinkt, wird »echten« Champagner nicht verstehen. Der lebt von gutem, reif geerntetem Grundwein, der viel Zeit auf der Hefe verbringen darf, bevor er zurück in die Flasche muß, wo er erneut viel Zeit auf der Hefe der Flaschengärung verbringt. Zeit und Hefe. Dafür steht Champagner.

»Comme  autrefois«. Wie früher. Biodynamik-Winzerin Françoise Bedel reift ihren großen Jahrgangs-Champagner aus dem Marne-Tal über 16 Jahre hinweg als eine der wenigen noch auf Naturkork, wie früher. Das verleiht ihm verstörend oxidativen Charakter, der in den Spuren der Zeit diesem sehr besonderen Champagner einen ganz besonderen Reiz verleiht. Mit »normalem« Champagner nicht zu vergleichen. Setzt Kennerschaft, Offenheit und Verständnis voraus. Nur dann kann man dieses aufregende Hefe-Zeit-Erlebnis entsprechend feiern, das Größe im Schaumwein neu definiert.   

N°20     Macht sprachlos glücklich

Cathy Corison macht seit über 40 Jahren Wein im Napa Valley. Erst für andere, dann für sich. Lange nicht wahrgenommen und gewürdigt, weil zu eigensinnig, zu fein, zu leise im Auftritt. Heute wird Ihr Cabernet Sauvignon als eines der großen Erlebnisse gefeiert, das man als WeintrinkerIn haben kann.

Cathys Cabernet ist zeitlos groß, von Moden und Klischees wohltuend unberührt. In rarer stilistischer Souveränität ruht er in sich. Seine alten Rebstöcke stehen auf einer der besten Lagen des Napa Valley. Sie ist für eine Gerbstoffqualität bekannt, die weltweit ihresgleichen sucht. Dunkelwürzig tiefgründig integriert sie eine intensiv kühl und dicht wirkende Beerenfrucht so raffiniert in physische Wirkung im Mundgefühl, daß man zwischen Frucht und Gerbstoff nicht mehr unterscheiden kann. Eine perfekte Symbiose. Dichter Samt und kühle Seide in Gänsehaut-Harmonie. Cabernet Sauvignon der Luxusklasse. Macht sprachlos glücklich.

Inhalt: 0.75 l (146,67 €* / 1 l)

110,00 €*