Den Horizont erweitern


Der Horizont ist jene Linie in der Ferne, an der sich Himmel und Erde berühren. Bis zum Horizont können wir sehen. Weiter nicht. Deshalb fühlen wir uns im Blick auf ihn wohl, weil wir die Welt, die Dinge, bis zu ihm überschauen, »im Griff haben«. Was hinter dem Horizont liegt, ist unbekannt und fremd. Bis zum Horizont können wir uns auf unsere Gewohnheiten und Fähigkeiten verlassen, wir kennen den Raum bis dorthin und fühlen uns in dieser uns bekannten Umgebung geborgen. Was dahinter liegt, macht uns Menschen Angst. Wir müßten unsere gewohnte Umgebung über den Horizont hinaus erweitern, unsere Komfortzone verlassen, uns auf neue Erfahrungen einlassen, unseren Horizont im Sinne des Wortes erweitern, um Neues, Unbekanntes und Anderes kennenzulernen, das uns mit neuen, unerwarteten Sichtweisen konfrontiert.

Weil wir dabei nicht auf antrainierte Routinen zurückgreifen können, macht uns das Unbekannte und Fremde hinter dem Horizont Angst. Wir könnten ja die Kontrolle über lieb gewonnene Gewohnheiten verlieren.

Deshalb neigen wir Menschen zum Beispiel dazu, unsere Informations­quellen so zu filtern, daß sie in unser gewohntes Welt­bild passen; wir umgeben uns mit Gleichgesinnten, die unsere Interessen, Meinungen und Erfahrungen teilen, und wir essen und trinken - um endlich zu Geschmack und Wein zu kommen - vor allem das, was wir schon kennen. 

Geschmack beruht maßgeblich auf Gewohnheit. Der Sinn dafür scheint schon im Mutterleib zu entstehen: Isst die Mutter vielfältig, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß auch ihre Kinder vielfältiger essen werden - was nicht bedeutet, daß man den eigenen Geschmack nicht sein Leben lang verändern und entwickeln könnt. Man muß nur die Bereitschaft aufbringen, den eigenen geschmacklichen Horizont über das Gewohnte und Bekannte hinaus erweitern zu wollen. 

Es scheint bezeichnend, daß der »eigene Geschmack« oft unbedacht, aber im Brustton der Überzeugung, verlautbart, nur das essen und trinken zu wollen, »was mir schmeckt«. Er kommt nicht auf die Idee, daß er damit offenlegt, wie eng der eigene Horizont gesetzt ist, wie wenig Neugier, Toleranz und Offenheit dem Anderen gegenüber vorhanden ist.

Wein macht vielen Menschen also mehr Angst, als sie zugeben würden. Deshalb trinken sie nur, was sie schon kennen. Manche ein Leben lang. 

Das liegt unter anderem auch daran, daß die Weinbranche sich gerne als etwas ganz Besonderes inszeniert. Sie zelebriert Wein in Superlativen und wolkigen Adjektiven als das superfeine, edle Getränk, das gar nicht teuer genug sein kann, um »Spitze« zu sein, und zu dessen Genuß profunde Kenntnis von Regionen, Rebsorten und Jahrgängen Voraussetzung sind. 

Das ist erstens Unsinn, zweitens falsch und drittens schade, denn so grenzt sie Unwissende aus und verhindert Interesse an einem Jahrtausende alten, faszinierend vielfältigen Natur- und Kulturgetränk, dessen Genuß weniger Wissen als Können voraussetzt. 

Denn Wein genießen zu können, bedeutet, ihn mit allen Sinnen erleben zu wollen. Sich auf ihn einzulassen. Sich mit ihm auseinanderzusetzen, wenn er nicht sofort die antrainierten Trinkgewohnheiten erfüllt. Sich selbstkritisch mit den eigenen Sinnen darüber auseinanderzusetzen, warum er mir nicht schmeckt oder mich nicht anspricht. Dazu muß ich den geschützten Raum des eigenen Horizontes verlassen können, um den Wein über den Tellerrand meiner mühsam antrainierten Weinerfahrung hinaus erleben und dann vielleicht auch genießen zu können. 

Geschmack ist Gewohnheit. Er lehnt deshalb reflexartig ab, was nicht ins gewohnte Raster paßt. Deshalb ist man dann so schnell geneigt, einen Wein, der einem nicht schmeckt, als »der ist nicht gut« abzutun, wogegen der Wein, der geschmeckt hat, ganz selbstverständlich »der Beste« ist.

Anfängerfehler. Nur zu verständlich. Es erklärt mir ja niemand, warum der eine Weine so schmeckt, der andere so. Ich bin gezwungen, mich auf mein passives »schmeckt mir/schmeckt mir nicht« zu beschränken. 

Dabei wäre der Zugang zum Wein so einfach. Man müßte ihn nur anders kommunizieren als mit wertlosen Punktebewertungen oder sich in opulenten Aromen ergehenden Beschreibungen, die niemand nachvollziehen kann (und will). 

Wenn man versucht, so verständlich wie möglich zu beschreiben, warum ein Wein so schmeckt wie er es tut, schafft man die Möglichkeit des aktiven Entdeckens über die eigene beschränkte Trinkerfahrung hinaus. Fast unbemerkt erweitert man so den Horizont der eigenen Sinnlichkeit über das ahnungslos passive »Schmecken« hinaus zu einem aktiv neugierigen Entdecken, das verstehen läßt und nachvollziehbar macht, was man da gerade im Mund fühlt und schmeckt und im Glas riecht. Eine solche Horizonterweiterung möchten wir mit unserem Selbsterfahrungs-Paket nachvollziehbar machen.

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Erleben Sie sechs sehr unterschiedliche, in Stil und Charakter überaus anspruchsvolle Weiß- und Rotweine, die Sie sich freiwillig vermutlich nie kaufen würden. 

Wir versprechen Ihnen aber, daß Sie mit den drei Weiß- und den drei Rotweinen dieses Horizont-Erweiterungs-Paketes nicht nur viel Freude, sondern auch wertvolle Erkenntnisse über Ihre Sinne und deren erstaunliche Fähigkeiten gewinnen werden. 

Nur wer mehr weiß, kann auch mehr schmecken. Dabei geht es aber nicht um Weinwissen, das man überall nachlesen kann, sondern um das Erfahrungswissen der eigenen Sinne, das Ihnen die Weine dieses Paketes ganz praktisch vermitteln möchten.

Dazu liegt dem Paket eine ausführliche Beschreibung bei. Sie gibt zu jedem Wein Auskunft darüber, warum er so schmeckt, wie er schmeckt, welche Einflüsse ihn maßgeblich prägen und wie Sie diese erkennen und nachvollziehen können. Dabei steht jeder Wein in diesem Paket für einen bestimmten Aspekt der sinnlichen Wahrnehmung. Wir erklären die stilistischen Unterschiede im Licht der Herkunft, vom Boden bis zum Standort, der Rebsorten und der jeweiligen Machart und Weinbereitung. Damit Sie all diese Einflüsse in jedem Wein nachvollziehen können und sie mit spürbar weiterem Horizont erleben können.  

Sie werden staunen, was Sie in diesen Weinen an unterschiedlichen Sinneseindrücken und Kriterien wahrnehmen können. Wir versprechen, daß Sie nach dem aufmerksamen Genuß dieses Paketes Wein anders erleben und wahrnehmen werden. Eine Horizonterweiterung im spielerischen Praxistest.

Nachtrag & Angebot


Man kann Wein trinken, in dem man ihn vorhandene Geschmackserfahrungen immer und immer wieder erfüllen läßt. Das endet in einer Dauerschleife der Einfalt, die einen die aufregende Vielfalt im Wein nie entdecken läßt. Sie lernt man aber leicht und fast schon spielerisch kennen, wenn man Wein zum Essen trinkt. Da kann man dann erleben, in welcher erstaunlichen Wechselwirkung er mit den Speisen interagiert; da kann er ein Gericht (und sich selbst) bewußtseinserweiternd beflügeln - oder frustrierend zerstören. Wenn man also nicht nur Weine trinkt, die man schon kennt, weil sie risikolose Wirkung garantieren, sondern sich darauf einläßt, mit unbekannten Weinen zu experimentieren, die man gezielt für bestimmte Gerichte, Zutaten oder Stilrichtungen in der Küche aussucht, wird sich der eigene Horizont nachhaltig von ganz alleine entwickeln und erweitern, mit enormem Gewinn an Genuß, Erfahrung und sehr viel mehr Freude am Wein.

Damit Sie dabei nicht im Dunkel tappen, behandeln wir unter WEINE - einfach oben in der Navigationsleiste berühren - das Thema »Küche und Wein« so aufwendig wie detailliert.  Wir bieten aber auch sehr gerne an, Sie ausführlich telefonisch zu beraten. Unsere Mitarbeiter beherrschen ihr Metier. Sie freuen sich darauf, Ihnen passende Weine zu Ihrer Küche, bestimmten Gerichten, konkreten Rezepten etc. zu empfehlen. Weine zum Essen sind andere als diejenigen, die man »solo« auf dem Sofa trinkt; da geht es um die Chemie und Physik in der Wechselwirkung mit den Speisen - ein spannendes Thema, mit dem Sie den Genuß von Wein ohne jede Vorkenntnisse praktisch erleben (und erlernen) können, weit über den Tellerrand Ihrer bisherigen Weinerfahrung hinaus. Sie erreichen unser Berater-Team täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 0911 525153 oder per Mail unter info@weinhalle.de.

Unser Leitfaden N°2 »Küche & Wein« möchte dazu animieren, Wein und Küche gemeinsam zu erleben

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