Teroldego ist eine der ehrwürdigen großen roten Rebsorten Italiens. Die uralte, 1383 erstmals urkundlich erwähnte, dann lange fast vergessene typisch Trentiner Rebsorte hat ihren Namen vermutlich von einem Ortsteil der in der Rotaliano-Ebene gelegenen Ortschaft Mezzolombardo, der Teroldeghe hieß. Dort, mitten im Etschtal, hat der zufließende Fluß Noce im Laufe der Jahrhunderte steiniges Geröll aus den Bergen in die Ebene transportiert, wo auf tiefgründigen Kiesböden im milden Klima des Talbodens beste Wachstumsbedingungen für den Weinbau herrschen. In den 1960er und 1970er Jahren, als auf dem gesamten Agrarsektor blindwütig erneuert wurde, wäre auch Teroldego fast von der Bildfläche verschwunden. Für höhere Erträge hatte man einen Klon gezüchtet, der Ende der siebziger Jahre praktisch die gesamte Rebfläche des Campo Rotaliano bedeckte. Elisabetta Foradori, die große Dame des Teroldego, erkannte die Chance der alten, spätreifenden Rebsorte und machte sich 1985 auf die Suche nach alten Rebstöcken. Sie fand eigenständige Varietäten, vermehrte sie und entwickelte daraus per Massenselektion ihre heutige klonale Vielfalt.
Wie Lagrein oder die geschmacklich verwandte Barbera hat Teroldego das Zeug zum unverwechselbaren Weincharakter. Die uralte autochthone Rebsorte liefert einen der eigenständigsten Rotweine Italiens mit Geschichte und Ausstrahlung. Seine weiche, kühle, würzige Gerbstoffstruktur, die oft in ihrer Kraft und Intensität unterschätzt wird, tatsächlich aber mächtig ist, steckt in cremig milder Säure und unverwechselbar samtigem Mundgefühl, das den Charakter der Rebsorte einmalig und unverkennbar prägt. Ein großer Teroldego verbreitet schon in seiner Jugend den merkwürdigen Duft von Teer und kühlen, blauen Waldbeeren, von Wacholder, grünem Tee und frischem Lorbeer. Trotz seiner weichen Säure und seiner milden, würzigen Art besitzt ein großer Teroldego legendäres Alterungspotential. Er kann mühelos fünfzig und mehr Jahre alt werden. In Stil und Charakter ist ein Teroldego einmalig und die vielleicht größte Ausnahme in Italiens Rotweinszene.
2004 gelang dem Istituto Agrario di San Michele all'Adige der Nachweis der genetischen Verwandtschaft ersten Grades des Teroldego mit den alten angestammten regionalen Sorten Lagrein und Marzemino. Über die Sorte Dureza, eine so gut wie ausgestorbene rustikale lokale Rebsortde der Ardêche an der südlichen Rhône, gelang zudem der Nachweis einer Verbindung zur nicht minder alten französischen Sorte Syrah, mit der Teroldego mehr als nur die Farbe gemein zu haben scheint. Die faszinierende Welt alter Rebsorten.
Teroldego ist eine der ehrwürdigen großen roten Rebsorten Italiens. Die uralte, 1383 erstmals urkundlich erwähnte, dann lange fast vergessene typisch Trentiner Rebsorte hat ihren Namen vermutlich von einem Ortsteil der in der Rotaliano-Ebene gelegenen Ortschaft Mezzolombardo, der Teroldeghe hieß. Dort, mitten im Etschtal, hat der zufließende Fluß Noce im Laufe der Jahrhunderte steiniges Geröll aus den Bergen in die Ebene transportiert, wo auf tiefgründigen Kiesböden im milden Klima des Talbodens beste Wachstumsbedingungen für den Weinbau herrschen. In den 1960er und 1970er Jahren, als auf dem gesamten Agrarsektor blindwütig erneuert wurde, wäre auch Teroldego fast von der Bildfläche verschwunden. Für höhere Erträge hatte man einen Klon gezüchtet, der Ende der siebziger Jahre praktisch die gesamte Rebfläche des Campo Rotaliano bedeckte. Elisabetta Foradori, die große Dame des Teroldego, erkannte die Chance der alten, spätreifenden Rebsorte und machte sich 1985 auf die Suche nach alten Rebstöcken. Sie fand eigenständige Varietäten, vermehrte sie und entwickelte daraus per Massenselektion ihre heutige klonale Vielfalt.
Wie Lagrein oder die geschmacklich verwandte Barbera hat Teroldego das Zeug zum unverwechselbaren Weincharakter. Die uralte autochthone Rebsorte liefert einen der eigenständigsten Rotweine Italiens mit Geschichte und Ausstrahlung. Seine weiche, kühle, würzige Gerbstoffstruktur, die oft in ihrer Kraft und Intensität unterschätzt wird, tatsächlich aber mächtig ist, steckt in cremig milder Säure und unverwechselbar samtigem Mundgefühl, das den Charakter der Rebsorte einmalig und unverkennbar prägt. Ein großer Teroldego verbreitet schon in seiner Jugend den merkwürdigen Duft von Teer und kühlen, blauen Waldbeeren, von Wacholder, grünem Tee und frischem Lorbeer. Trotz seiner weichen Säure und seiner milden, würzigen Art besitzt ein großer Teroldego legendäres Alterungspotential. Er kann mühelos fünfzig und mehr Jahre alt werden. In Stil und Charakter ist ein Teroldego einmalig und die vielleicht größte Ausnahme in Italiens Rotweinszene.
2004 gelang dem Istituto Agrario di San Michele all'Adige der Nachweis der genetischen Verwandtschaft ersten Grades des Teroldego mit den alten angestammten regionalen Sorten Lagrein und Marzemino. Über die Sorte Dureza, eine so gut wie ausgestorbene rustikale lokale Rebsortde der Ardêche an der südlichen Rhône, gelang zudem der Nachweis einer Verbindung zur nicht minder alten französischen Sorte Syrah, mit der Teroldego mehr als nur die Farbe gemein zu haben scheint. Die faszinierende Welt alter Rebsorten.