Die italienische Colomba - Symbol für den Zyklus der Zeit
Wenn es auf Ostern zugeht, freut man sich in ganz Italien auf dieses so einfach wirkende, tatsächlich aber gar nicht einfach herzustellende Sauerteig-Gebäck.
Kaum fängt die Sonne in den ersten Tagen des Frühlings an zu wärmen, wird sie in Italien geradezu sehnsüchtig erwartet, das kunsthandwerkliche Backwerk der österlichen Colomba. Es verdankt seine frisch duftende, fast schon fluffig weiche Konsistenz und seine über viele Monate saftig bleibende Konsistenz der Kunst, echten reinen Sauerteig nicht vollständig auszubacken – was der wesentliche Unterschied zur industrieller Produktion ist.
Unsere Colombe bleiben lange frisch, wogegen die Industrie-Backware schnell verblüht und zu geschmacklos, bröckelig harter Konsistenz austrocknet. Ursprünglich wurde die handwerkliche Colomba ausschließlich im reichen Norden Italiens regional genossen. Dann machte sie in den 1950er Jahren die Industrie durch Massenproduktion für alle Italiener verfügbar - und aus war's mit dem Sex der sinnlich fluffigen Sauerteig-Konsistenz. Die braucht vor allem Zeit für die Verarbeitung, an der die Industrie spart. »Time is money«. Das hat eine italienische Fachzeitschrift dazu veranlaßt, 15 nette Recycling-Rezepte für die vertrockneten Zeit-ist-Geld-Teiglinge zu publizieren:
Come riciclare Colomba: https://www.lacucinaitaliana.it/gallery/come-riciclare-colomba-ricette/