Domaine des 13 Lunes

Savoyen im äußersten Osten Frankreichs. Die Berge der Schweiz in Sichtweite. Kontinentales Bergklima mit atlantischen, auf Südlagen in der Höhe auch mediterranen Einflüssen. Karstiger Voralpen-Kalk, aber auch komplexe Kies- und Schuttaufschüttungen durch Bergabbrüche, Gletscher, Frost und Wasser. Alpenwein. Die Faszination von Licht und Schatten, der Sonneneinstrahlung der Höhe und langer Frostperioden in den Tälern, der kleinparzellierten Hanglagen auf extrem kargen Böden durch Jahrtausende der Erosion. Dazu regional verwurzelte, den extrem Bedingungen angepaßte Rebsorten, die man woanders kaum findet: die weißen Altesse, Jacquère und Gouais, die roten Persan und Mondeuse. Savoyen, französisch Savoie, bringt Weine aufregend eigenartiger Regional-Charaktere hervor. Vom süßen Rosé-Schaumwein Cerdon de Bugey, der auf extremen Steillagen gedeiht, bis zu Apremont und AbymesChigninJongieux oder Seyssel: 21 Appellationen auf nur 2100 ha Rebfläche machen Savoyen zur eigenen Welt im Wein. Getrunken werden seine Weine fast ausschließlich vor Ort. Dem durch die Nähe zur Schweiz boomenden Tourismus in der Region verdankten die vielen kleinen Winzer Savoyens, daß ihre Keller stets im April leergetrunken waren. Exportiert wurde kaum. 

Februar 2018. Besuch vor Ort, denn ohne Mensch, Keller und Weinberg zu kennen, kaufen wir keinen Wein. Nach diversen Besuchen bei renommierten Winzern Savoyens sind wir auf dem Heimweg ins Hotel. Wie immer fahren wir kleine Nebenstrecken, um Landschaft und Leute kennenzulernen. In Apremont fällt uns ein Schild auf: »Domaine des 13 Lunes«. La Lune, der Mond. Wer ihn im Namen führt, muß etwas mit Bio oder Biodynamik zu tun haben. Wir fahren hin, ohne Termin. Auf Schotterwegen geht es durch kleinparzellierte Weinberge direkt unter den legendären Mont Granier, dessen katastrophaler Bergsturz im Jahr 1248 noch heute die Menschen der Region bewegt und der Appellation »Abymes« (altfranzösisch für Abgrund) den Namen gab. Eindrucksvolles Szenario im Licht der untergehenden Sonne. 

Wir treffen den Winzer gerade noch an, er ist dabei abzusperren. Wir überreden ihn, uns seine Weine probieren zu lassen - und sind hin und weg, haben gefunden, was wir suchten und bisher hier nicht gefunden haben.     

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Sylvain Liotard war damals neu in der Szene. Der ehemalige Möbelschreiner kam zum Wein wie wir zu ihm. Irgendwann schickt ihn sein Chef nämlich zu einem Winzer mit dem Auftrag, dessen Fässer zu reparieren. Daraus entwickelte sich ein neuer Geschäftszweig: Sylvain wird zum Spezialisten für Faßreparaturen. Als solcher lernt er die besten Winzer Frankreichs kennen. Der Wein-Virus befällt ihn, der Wunsch, selber Wein zu machen, keimt auf. Zusammen mit seiner Frau Anne, die als Graphikerin ihr Geld verdient, entschließt er sich 2014 dazu, den Betrieb eines Winzers zu übernehmen, der aus Altersgründen verkauft. Zwei Jahre arbeitet er mit ihm zusammen, um Böden und Reben aus erster Hand kennenzulernen So erblickt im Jahr 2016 seine Domaine des 13 Lunes das Licht der Weinwelt. Ihr Kapital: 40 Jahre alte Reben auf dem Schutt des Bergsturzes direkt unter dem Mont Granier. Karger Karstboden auf der Grenze zwischen den Appellationen Abymes und Apremont. Einer der höchsten Betriebe der Appellationen, auf einem Süd-Ost-Hang mit phantastischem Blick auf die Schweizer Viertausender.

Wir verstehen uns blendend und besuchen die Domaine seitdem regelmäßig. Sylvain und Anne entpuppen sich als ideale K&U-Winzer. Kaum haben sie den Betrieb übernommen, beschließen die beiden, ihre 5 ha Reben auf biodynamische Bewirtschaftung umzustellen (2020 ist ihr erster Demeter®-Jahrgang). Auch sie hat der Naturwein-Gedanke inspiriert. Allerdings sollen ihre Weine geschmacklich und aromatisch präzise sein und nicht nur für ihre Machart stehen, sondern für ihre Herkunft. Aus  minimalen Schwefelzugaben (wenn nötig) machen sie keine ideologische Grundsatzdiskussion. Ihre Weine vergären vom ersten Tag an spontan auf der wilden Hefe. Die Zusatzstoffe und »Korrekturen« der Önologie gibt es bei ihnen nicht. Ausgebaut wird in neuen und gebrauchten Holzfässern, von deren Qualität Sylvain berufsbedingt konkrete Vorstellungen hat. Ihre Weine begeistern uns jedes Jahr aufs Neue. Sie sind charaktervoll fordernd und stehen für ihre alpine Herkunft und deren typische lokale Rebsorten. Sie verströmen die Ausstrahlung maximaler Natürlichkeit und wagen ungeschminkt den Charakter ihrer Jahrgänge. 

Ihre Rotweine aus der alten, lokalen Rebsorte Mondeuse stehen für die wechselvolle Geschichte Savoyens als Spielball zwischen Italien und Frankreich. Ihre markante Gerbstoffstruktur erinnert an piemontesische Rotweine, in Preiswürdigkeit, Duft und geschmacklicher Wirkung sind sie typische Franzosen.

Die kristalline Präzision ihrer Weißweine weist diese unverkennbar als Alpenweine aus. In ihnen meint man die Höhe riechen und deren gleißendes Licht schmecken zu können. Spontan kommt einem ein kristallklarer Gebirgsbach in den Sinn.

Der Blick ins nahe Tal von Chambery fällt allerdings frustrierend unerwartet aus von hier oben: Dichter graubrauner Smog hängt über dem Tal. Tag für Tag, das ganze Jahr hindurch. Unglaublich, was wir Menschen der Natur antun, meint Sylvain, während der Corona-Monate sei die Luft über dem Tal so klar und sauber gewesen, wie er sie, in Chambery geboren, noch nie in seinem Leben gesehen habe.

Ein Betrieb mit Zukunft aus einer Region, die, zusammen mit dem benachbarten französischen Jura und dem winzigen Bugey, beweist, wie sehr sich die Weinwelt im Wandel befindet. Es sind diese kleinen, lange nicht beachteten Appellationen, deren ambitionierten Weinen wir unsere Zukunft widmen, weil sie vielfältig charaktervoll und wagemutig anders sind als jene klischeehafte Einfalt, die inzwischen omnipräsent die Selbstbedienungsregale des Handels füllt. 

Savoyen im äußersten Osten Frankreichs. Die Berge der Schweiz in Sichtweite. Kontinentales Bergklima mit atlantischen, auf Südlagen in der Höhe auch mediterranen Einflüssen. Karstiger Voralpen-Kalk, aber auch komplexe Kies- und Schuttaufschüttungen durch Bergabbrüche, Gletscher, Frost und Wasser. Alpenwein. Die Faszination von Licht und Schatten, der Sonneneinstrahlung der Höhe und langer Frostperioden in den Tälern, der kleinparzellierten Hanglagen auf extrem kargen Böden durch Jahrtausende der Erosion. Dazu regional verwurzelte, den extrem Bedingungen angepaßte Rebsorten, die man woanders kaum findet: die weißen Altesse, Jacquère und Gouais, die roten Persan und Mondeuse. Savoyen, französisch Savoie, bringt Weine aufregend eigenartiger Regional-Charaktere hervor. Vom süßen Rosé-Schaumwein Cerdon de Bugey, der auf extremen Steillagen gedeiht, bis zu Apremont und AbymesChigninJongieux oder Seyssel: 21 Appellationen auf nur 2100 ha Rebfläche machen Savoyen zur eigenen Welt im Wein. Getrunken werden seine Weine fast ausschließlich vor Ort. Dem durch die Nähe zur Schweiz boomenden Tourismus in der Region verdankten die vielen kleinen Winzer Savoyens, daß ihre Keller stets im April leergetrunken waren. Exportiert wurde kaum. 

Februar 2018. Besuch vor Ort, denn ohne Mensch, Keller und Weinberg zu kennen, kaufen wir keinen Wein. Nach diversen Besuchen bei renommierten Winzern Savoyens sind wir auf dem Heimweg ins Hotel. Wie immer fahren wir kleine Nebenstrecken, um Landschaft und Leute kennenzulernen. In Apremont fällt uns ein Schild auf: »Domaine des 13 Lunes«. La Lune, der Mond. Wer ihn im Namen führt, muß etwas mit Bio oder Biodynamik zu tun haben. Wir fahren hin, ohne Termin. Auf Schotterwegen geht es durch kleinparzellierte Weinberge direkt unter den legendären Mont Granier, dessen katastrophaler Bergsturz im Jahr 1248 noch heute die Menschen der Region bewegt und der Appellation »Abymes« (altfranzösisch für Abgrund) den Namen gab. Eindrucksvolles Szenario im Licht der untergehenden Sonne. 

Wir treffen den Winzer gerade noch an, er ist dabei abzusperren. Wir überreden ihn, uns seine Weine probieren zu lassen - und sind hin und weg, haben gefunden, was wir suchten und bisher hier nicht gefunden haben.     

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Sylvain Liotard war damals neu in der Szene. Der ehemalige Möbelschreiner kam zum Wein wie wir zu ihm. Irgendwann schickt ihn sein Chef nämlich zu einem Winzer mit dem Auftrag, dessen Fässer zu reparieren. Daraus entwickelte sich ein neuer Geschäftszweig: Sylvain wird zum Spezialisten für Faßreparaturen. Als solcher lernt er die besten Winzer Frankreichs kennen. Der Wein-Virus befällt ihn, der Wunsch, selber Wein zu machen, keimt auf. Zusammen mit seiner Frau Anne, die als Graphikerin ihr Geld verdient, entschließt er sich 2014 dazu, den Betrieb eines Winzers zu übernehmen, der aus Altersgründen verkauft. Zwei Jahre arbeitet er mit ihm zusammen, um Böden und Reben aus erster Hand kennenzulernen So erblickt im Jahr 2016 seine Domaine des 13 Lunes das Licht der Weinwelt. Ihr Kapital: 40 Jahre alte Reben auf dem Schutt des Bergsturzes direkt unter dem Mont Granier. Karger Karstboden auf der Grenze zwischen den Appellationen Abymes und Apremont. Einer der höchsten Betriebe der Appellationen, auf einem Süd-Ost-Hang mit phantastischem Blick auf die Schweizer Viertausender.

Wir verstehen uns blendend und besuchen die Domaine seitdem regelmäßig. Sylvain und Anne entpuppen sich als ideale K&U-Winzer. Kaum haben sie den Betrieb übernommen, beschließen die beiden, ihre 5 ha Reben auf biodynamische Bewirtschaftung umzustellen (2020 ist ihr erster Demeter®-Jahrgang). Auch sie hat der Naturwein-Gedanke inspiriert. Allerdings sollen ihre Weine geschmacklich und aromatisch präzise sein und nicht nur für ihre Machart stehen, sondern für ihre Herkunft. Aus  minimalen Schwefelzugaben (wenn nötig) machen sie keine ideologische Grundsatzdiskussion. Ihre Weine vergären vom ersten Tag an spontan auf der wilden Hefe. Die Zusatzstoffe und »Korrekturen« der Önologie gibt es bei ihnen nicht. Ausgebaut wird in neuen und gebrauchten Holzfässern, von deren Qualität Sylvain berufsbedingt konkrete Vorstellungen hat. Ihre Weine begeistern uns jedes Jahr aufs Neue. Sie sind charaktervoll fordernd und stehen für ihre alpine Herkunft und deren typische lokale Rebsorten. Sie verströmen die Ausstrahlung maximaler Natürlichkeit und wagen ungeschminkt den Charakter ihrer Jahrgänge. 

Ihre Rotweine aus der alten, lokalen Rebsorte Mondeuse stehen für die wechselvolle Geschichte Savoyens als Spielball zwischen Italien und Frankreich. Ihre markante Gerbstoffstruktur erinnert an piemontesische Rotweine, in Preiswürdigkeit, Duft und geschmacklicher Wirkung sind sie typische Franzosen.

Die kristalline Präzision ihrer Weißweine weist diese unverkennbar als Alpenweine aus. In ihnen meint man die Höhe riechen und deren gleißendes Licht schmecken zu können. Spontan kommt einem ein kristallklarer Gebirgsbach in den Sinn.

Der Blick ins nahe Tal von Chambery fällt allerdings frustrierend unerwartet aus von hier oben: Dichter graubrauner Smog hängt über dem Tal. Tag für Tag, das ganze Jahr hindurch. Unglaublich, was wir Menschen der Natur antun, meint Sylvain, während der Corona-Monate sei die Luft über dem Tal so klar und sauber gewesen, wie er sie, in Chambery geboren, noch nie in seinem Leben gesehen habe.

Ein Betrieb mit Zukunft aus einer Region, die, zusammen mit dem benachbarten französischen Jura und dem winzigen Bugey, beweist, wie sehr sich die Weinwelt im Wandel befindet. Es sind diese kleinen, lange nicht beachteten Appellationen, deren ambitionierten Weinen wir unsere Zukunft widmen, weil sie vielfältig charaktervoll und wagemutig anders sind als jene klischeehafte Einfalt, die inzwischen omnipräsent die Selbstbedienungsregale des Handels füllt. 

Inhalt: 0.75 l (20,00 €* / 1 l)

15,00 €*

Inhalt: 0.75 l (22,67 €* / 1 l)

17,00 €*