Coralie hat Sprachen studiert und als Englisch-Lehrerin ihren Unterhalt verdient. Damien hat den Winzerberuf von der Pike auf gelernt. Als sie sich kennenlernen, bilden sie sich in verschiedenen Auslandsaufenthalten fort. Dann beginnt Coralie das Studium des Weinbaus und der Önologie. Im Jahr 2002 übernimmt Damien die ihm vom Vater vererbte Domaine de la Grange Tiphaine. Die beiden beginnen, den kleinen, heruntergekommenen Betrieb zu renovieren. 2008 beendet Coralie ihr Studium, quittiert den Schuldienst und steht Damien seitdem zur Seite.
Damien kümmert sich um die Bewirtschaftung der Reben, die er auf biologische Bewirtschaftung umstellt. Coralie ist für Weinbereitung und Kellerwirtschaft zuständig. Es dauert, bis sie ihre Reben und deren Böden verstehen und ihre ersten Jahrgänge auf den Markt bringen. Doch es gelingt ihnen binnen weniger Jahre ihre kleine Familien-Domaine überregional bekannt zu machen. Sie regenerieren nun auch den uralten Reb-Bestand, der sich als wahrer Schatz erweist in Weinen, die vor Persönlichkeit strotzen und plötzlich auch international Beachtung finden.
Der Erfolg ihrer Weine in Frankreich, zunehmend aber auch im Export, ermöglicht den Bau einer neuen Kellerei. Dort setzt Coralie auf avantgardistische Gärständer aus Beton, für den Ausbau dienen ihr vor allem gebrauchte Fässer.
Coralie arbeitet im Keller im Sinne der »Low-Intervention«-Naturwein-Bewegung. Sie baut ihre Weine also ohne Schönung und Zusatzstoffe aus, die ideologische Anti-Schwefel-Hysterie vieler Naturwein-Gurus hält sie aber für falsch. So widmet sie sich im Keller mit Feingefühl und ideologiefreier Kompetenz der maximal schonenden Umsetzung in natürlich ungeschminkte Weine aus gesunden, perfekt reifen Trauben, wie sie nur der eigene Anbau liefern kann.
Verkostungen fallen bei Coralie und Damien umfangreich aus, ihr Sortiment ist breit gefächert. Inzwischen experimentieren die beiden auch mit dem Ausbau in Amphoren aus Keramik und Ton, es entstehen Weine unterschiedlicher Prägung, die Coralie sehr differenziert auszubauen versteht.
Absolut verblüffend ist die Reife- und Entwicklungsfähigkeit der Weine von Tiphaine. Die Erträge sind niedrig (bei den historischen Reben mit < 15 hl/ha sogar historisch niedrig), die Biodynamik garantiert gute Nährstoffversorgung der Beeren, die wilden Gärungen laufen reibungslos durch und der lange Ausbau auf der Vollhefe sorgt für langlebige Weiß- und Rotweine voller Charakter und Charisma.
Der große Schatz des Betriebes sind seine alten Rebstöcke. Deren meist wurzelechte Genetik liefert konzentrierte, dicht gepackte, typisch von Gerbstoff geprägte Weißweine und dicht verwobene, samtig weiche Rotweine ganz eigener, kühl wirkender Ausstrahlung, die im Keller viel Zeit brauchen.
Die Weine von La Grange Tiphaine stehen für mutig eigenständiges Profil. Die Sauvignon Blancs sind einmalig »anders«, setzen der arrogant lauten Aromatik moderner Weine eine steinig mineralische Realität entgegen. Die Chenin Blancs agieren auf dem Niveau der Grossen der Loire und die Rotweine sind Persönlichkeiten, die das einmalige Habitat ihrer alten Reben in eigensinniges Trinkvergnügen übersetzen.
Alte Reben. Historische Genetik. Vergessener Geschmack
Es dürfte nicht viele Betriebe an der Loire geben, die auf ähnlich alte Reb-Genetik zurückgreifen können, wie La Grange Tiphaine. Amboise ist eine vergessene Ecke der Loire und seine sandigen, von Kies und Kalksteinen durchsetzten Böden verhinderten, daß sich hier die Reblaus während ihrer desaströsen Epidemie Ende des 19. Jahrhunderts ausbreiten konnte. Ein rarer Glücksfall. Zudem wütete dort nicht jener Fortschrittsglaube, der dem europäischen Weinbau in den 1970er Jahren durch den aufkommenden Pestizideinsatz und die Flurbereinigungen enorme Verwüstungen und katastrophale Verluste an genetischer und biologischer Vielfalt bescherte. Dazu war die Region damals schlicht zu arm.
Das erklärt, warum hier Reben aus dem 19. Jahrhundert überleben konnten, die, wenn auch nur in winzigen Mengen, noch immer Trauben produzieren, die uns so eindrucksvoll komplex strukturierte Weine wie den weißen Quatre Mains oder den roten Violetta bescheren, oder jenen hinreissend originellen Petillant naturel »Rosa Rosé Rosam«, der einem alten Mischsatz mit 13 verschiedenen Rebsorten entstammt, der ihm nicht nur eine vergessen duftige Aromatik in fröhlich feinperligem Mundgefühl verleiht, sondern ihn auch jedes Jahr »anders« ausfallen läßt.
Tiphaine, La Grange
Inhalt: 0.75 l (19,33 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (21,33 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (25,20 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (26,00 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (32,00 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (33,20 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (35,87 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (36,00 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (43,87 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (58,53 €* / 1 l)
Inhalt: 1.5 l (32,00 €* / 1 l)
»Das La Grange-Tiphaine-Kennenlern-Paket«
La Grange TiphaineInhalt: 4.5 l (31,09 €* / 1 l)