Zum Hauptinhalt springen

Domaine La Grange Tiphaine

Coralie & Damien Delecheneau

Ein Modellbetrieb in der Touraine an der mittleren Loire. Auf diversen Parzellen sehr unterschiedlicher Böden und Rebsorten produzieren die beiden charaktervolle Weiß- und Rotweine, die für die Vielfalt der Weine der Touraine stehen. Dabei vermitteln sie jedem Wein sein ganz eigenes Profil. Irgendwie stehen sie mit ihren Weinen für das, was man »typisch französisch« nennt: Ehrlich trocken, angenehm süffig in der Säure, prägnant in der Mineralität, mundfüllend saftig im Mundgefühl, fröhlich beschwingt und ernsthaft herzhaft zugleich. Originell, anregend persönlich, aufregend gut.

Region: Touraine/Amboise/Montlouis sur Loire

Rebfläche: 15,7 ha

Bewirtschaftung: biodynamisch (zert. »Biodyvin®«)

Boden: Sand, Kalk-Lehm, Silex, Kalkuntergrund

Rebsorten: Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Côt (Malbec), Cabernet Franc, Gamay 

  

Wein ist nur so interessant wie die Menschen, die ihn produzieren. Da ist es dann nicht so wichtig, wo er entsteht, weil das Wie der Bewirtschaftung der Reben und Böden und die Umsetzung im Keller viel prägender sind, als eine angeblich renommierte oder gar berühmte Herkunft.  

Coralie und Damien Delecheneau haben wir mehr oder weniger per Zufall auf einer kleinen lokalen Messe kennengelernt. Ihre Weine stachen einem heraus und wir verstanden uns sofort. Der Besuch bei ihnen bestätigte unsere Sympathien füreinander, wir freundeten uns an, seitdem sind ihre Weine bei uns im Programm ...

... und wir lieben sie, ihre Weine! Sie zu verkaufen ist allerdings kein Kinderspiel, weil sie aus der Touraine kommen, einer weitläufigen Weinbauregion an der mittleren Loire, die auch der »Garten Frankreichs« genannt wird. Hier bauten die französischen Könige im Mittelalter und in der Renaissance beeindruckende Schlossanlagen wie AmboiseAzay-le-RideauChenonceau oder Villandry (mit seiner originellen Gartenanlage, die vor allem aus Gemüse besteht). Während die Schlösser weltbekannt sind und Millionen Besucher anziehen, gehören die Weine der Touraine zu den weniger bekannten und beachteten der Loire. Vermutlich, weil den meisten unter ihnen eine identifizierbare Identität, eine unverkennbare Herkunftsstilistik, abgeht, weil sie sich, meist konventionell und billig produziert, in den Regalen der Supermärkte der Welt behaupten müssen. Da geht es vor allem um die Rebsorte und den Preis, nicht aber um Herkunft oder Qualität.

Bei Coralie und Damien ist das anders. Sie präsentieren ihre Weine in der selbstbewussten Persönlichkeit und dem Charakter ihrer Herkunft und Böden. Uns haben es dabei besonders die Weine von ihren alten, wurzelechten Rebstöcken angetan, deren historische Genetik sie mehr formt und prägt als die Sorte: Côt (Malbec) und Gamay für die Rotweine, Chenin Blanc und Sauvignon Blanc für die Weißweine.

Auf die Weine von Coralie und Damien muß man sich einlassen. Man kauft sie nicht wegen ihrer Etiketten. Die sind wenig einprägsam und eher konventionell. Man kauft sie auch nicht wegen ihres Namens oder ihrer Herkunft. Man könnte sich aber für sie interessieren, weil sie sich die Freiheit nehmen, das zu sein, was sie sind: Weine mit Charakter, Eigenart und Ausstrahlung, die ihrer Herkunft aus Montlouis sur Loire, Amboise und der Touraine Glanzlichter aufsetzen und dort nicht umsonst als Referenz gehandelt werden. Dabei sieht sich Coralie als Winzerin, wie so viele in ihrer Generation, dem Naturwein verpflichtet. Sie hängt aber nicht der Schwefel-frei-Ideologie militanter Naturwein-Gurus an, ihr geht es um ungeschminkt ehrliche Weine ohne geschmacksverändernde Eingriffe und Zusatzstoffe. Um »Low-Intervention« im besten Sinne.

Coralie hat Sprachen studiert und als Englisch-Lehrerin ihren Unterhalt verdient. Damien hat den Winzerberuf von der Pike auf gelernt. Als sie sich kennenlernen, bilden sie sich in verschiedenen Auslandsaufenthalten fort. Dann beginnt Coralie das Studium des Weinbaus und der Önologie. Im Jahr 2002 übernimmt Damien die ihm vom Vater vererbte Domaine de la Grange Tiphaine. Die beiden beginnen, den kleinen, heruntergekommenen Betrieb zu renovieren. 2008 beendet Coralie ihr Studium, quittiert den Schuldienst und steht Damien seitdem zur Seite.

Damien kümmert sich um die Bewirtschaftung der Reben, die er auf biologische Bewirtschaftung umstellt. Coralie ist für Weinbereitung und Kellerwirtschaft zuständig. Es dauert, bis sie ihre Reben und deren Böden verstehen und ihre ersten Jahrgänge auf den Markt bringen. Doch es gelingt ihnen binnen weniger Jahre ihre kleine Familien-Domaine überregional bekannt zu machen. Sie regenerieren nun auch den uralten Reb-Bestand, der sich als wahrer Schatz erweist in Weinen, die vor Persönlichkeit strotzen und plötzlich auch international Beachtung finden.

Damien hat sich im Weinberg dem biologischen Anbau verschrieben. Oben alte, wurzelechte Malbec-Stöcke aus den 1930er Jahren. Seit 2014 ist La Grange Tiphaine zertifiziertes Mitglied bei Biodyvin®, Frankreichs größtem Biodynamik-Verband. Diese Form der die Natur respektierenden Bewirtschaftung ist für Damien zwingende Voraussetzung für eine »andere« Weinqualität, die ohne spontane Vergärung und den Verzicht auf geschmacksverändernde Eingriffe in die Weinbereitung, wie sie Coralie fordert und praktiziert, nicht möglich wäre. »Low Intervention«, vom Boden bis ins Glas glaubwürdig und nachvollziehbar umgesetzt.

Der Erfolg ihrer Weine in Frankreich, zunehmend aber auch im Export, ermöglicht den Bau einer neuen Kellerei. Dort setzt Coralie auf avantgardistische Gärständer aus Beton, für den Ausbau dienen ihr vor allem gebrauchte Fässer. 

Coralie arbeitet im Keller im Sinne der »Low-Intervention«-Naturwein-Bewegung. Sie baut ihre Weine also ohne Schönung und Zusatzstoffe aus, die ideologische Anti-Schwefel-Hysterie vieler Naturwein-Gurus hält sie aber für falsch. So widmet sie sich im Keller mit Feingefühl und ideologiefreier Kompetenz der maximal schonenden Umsetzung in natürlich ungeschminkte Weine aus gesunden, perfekt reifen Trauben, wie sie nur der eigene Anbau liefern kann.

Verkostungen fallen bei Coralie und Damien umfangreich aus, ihr Sortiment ist breit gefächert. Inzwischen experimentieren die beiden auch mit dem Ausbau in Amphoren aus Keramik und Ton, es entstehen Weine unterschiedlicher Prägung, die Coralie sehr differenziert auszubauen versteht. 

Absolut verblüffend ist die Reife- und Entwicklungsfähigkeit der Weine von Tiphaine. Die Erträge sind niedrig (bei den historischen Reben mit < 15 hl/ha sogar historisch niedrig), die Biodynamik garantiert gute Nährstoffversorgung der Beeren, die wilden Gärungen laufen reibungslos durch und der lange Ausbau auf der Vollhefe sorgt für langlebige Weiß- und Rotweine voller Charakter und Charisma.

Der große Schatz des Betriebes sind seine alten Rebstöcke. Deren meist wurzelechte Genetik liefert konzentrierte, dicht gepackte, typisch von Gerbstoff geprägte Weißweine und dicht verwobene, samtig weiche Rotweine ganz eigener, kühl wirkender Ausstrahlung, die im Keller viel Zeit brauchen.

Die Weine von La Grange Tiphaine stehen für mutig eigenständiges Profil. Die Sauvignon Blancs sind einmalig »anders«, setzen der arrogant lauten Aromatik moderner Weine eine steinig mineralische Realität entgegen. Die Chenin Blancs agieren auf dem Niveau der Grossen der Loire und die Rotweine sind Persönlichkeiten, die das einmalige Habitat ihrer alten Reben in eigensinniges Trinkvergnügen übersetzen.  

Alte Reben. Historische Genetik. Vergessener Geschmack

Es dürfte nicht viele Betriebe an der Loire geben, die auf ähnlich alte Reb-Genetik zurückgreifen können, wie La Grange Tiphaine. Amboise ist eine vergessene Ecke der Loire und seine sandigen, von Kies und Kalksteinen durchsetzten Böden verhinderten, daß sich hier die Reblaus während ihrer desaströsen Epidemie Ende des 19. Jahrhunderts ausbreiten konnte. Ein rarer Glücksfall. Zudem wütete dort nicht jener Fortschrittsglaube, der dem europäischen Weinbau in den 1970er Jahren durch den aufkommenden Pestizideinsatz und die Flurbereinigungen enorme Verwüstungen und katastrophale Verluste an genetischer und biologischer Vielfalt bescherte. Dazu war die Region damals schlicht zu arm.

Das erklärt, warum hier Reben aus dem 19. Jahrhundert überleben konnten, die, wenn auch nur in winzigen Mengen, noch immer Trauben produzieren, die uns so eindrucksvoll komplex strukturierte Weine wie den weißen Quatre Mains oder den roten Violetta bescheren, oder jenen hinreissend originellen Petillant naturel »Rosa Rosé Rosam«, der einem alten Mischsatz mit 13 verschiedenen Rebsorten entstammt, der ihm nicht nur eine vergessen duftige Aromatik in fröhlich feinperligem Mundgefühl verleiht, sondern ihn auch jedes Jahr »anders« ausfallen läßt. 

La Grange Tiphaine | Lieu-dit La Grange Tiphaine | F-37400 Amboise | Erstinverkehrbringer: Gebr. Kössler & Ulbricht GmbH & Co KG

Tiphaine, La Grange

2024

»Trinqu´âmes« Sauvignon blanc

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (19,33 €* / 1 l)

14,50 €*

Inhalt: 0.75 l (21,33 €* / 1 l)

16,00 €*

Inhalt: 0.75 l (25,20 €* / 1 l)

18,90 €*

Inhalt: 0.75 l (26,00 €* / 1 l)

19,50 €*
2022

»Nouveau Nez« Petillant Naturel

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (32,00 €* / 1 l)

24,00 €*
2024

»Nouveau Nez« Petillant Naturel

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (33,20 €* / 1 l)

24,90 €*
2023

»Clef de Sol« Montlouis (blanc)

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (35,87 €* / 1 l)

26,90 €*
2021

»Clef de Sol« Touraine rouge

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (36,00 €* / 1 l)

27,00 €*
2023

»Quatre Mains« Sauvignon blanc

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (43,87 €* / 1 l)

32,90 €*
2022

»Violetta« Malbec (Amphore)

La Grange Tiphaine

Inhalt: 0.75 l (58,53 €* / 1 l)

43,90 €*
Sonderformat
2020

»Nouveau Nez« Petillant Naturel

La Grange Tiphaine

Inhalt: 1.5 l (32,00 €* / 1 l)

48,00 €*
%
Sonderformat Versandkostenfrei

Inhalt: 4.5 l (31,09 €* / 1 l)

139,90 €* 151,70 €* (7.78% gespart)