Spanischer Wein, allen voran Rotwein, erfreut sich größter Beliebtheit in Deutschland. Er bevölkert in riesigen Mengen die Regale des Lebensmitteleinzelhandels. Neuerdings findet man dort auch immer mehr Bioweine aus Spanien. Das ist neu, denn in Spanien selbst gibt es kaum Nachfrage nach Bioprodukten. Sie gehen zu über 90% in den Export. Was dabei kaum jemand weiß: Der Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen liegt im spanischen Weinbau aktuell bei rund 19 % der gesamten Rebfläche. Mit einer zertifizierten Bio-Rebfläche von über 166.000 Hektar bewirtschaftet Spanien die größte Bio-Rebfläche der Welt und liegt damit vor Frankreich und Italien.
Das liegt vor allem an der Trockenheit im ganzen Land als Auswirkung der Klimakrise, aber auch, weil Tausende illegal gebohrter Brunnen für die Gemüseproduktion das Grundwasser weitgehend verbraucht haben. Doch die größte Sorge im spanischen Weinbau ist das Klima. In den vergangenen 40 Jahren ist die Temperatur um über ein Grad gestiegen. Das hat Folgen. So beginnt die Weinlese heute im Schnitt zehn bis vierzehn Tage früher als noch vor zwanzig Jahren. Untersuchungen gehen davon aus, dass durch die Erderwärmung die Fläche, auf der traditionelle Weinreben angebaut werden können, weltweit um mehr als die Hälfte schrumpfen wird. In Spanien wären vermutlich sogar 65 Prozent der derzeit bewirtschafteten Fläche nicht mehr für den Anbau von Qualitätsweinen geeignet.
Diese Realität hat den spanischen Weinbau binnen weniger Jahre radikal verändert. Inzwischen gibt es dort über 1700 biologisch zertifizierte Weinbaubetriebe, weil nur biologischer bzw. regenerativer Weinbau ohne Bewässerung auskommt. Dessen gezielte Dauerbegrünung vermittelt den ausgetrockneten Böden der konventionellen Bewirtschaftung wieder Leben, schafft organische Masse, baut Böden wieder auf und sorgt so wieder für Wasserspeichervermögen.
Einer dieser wegweisenden Biowinzer ist Lorenzo Boris. Der studierte Önologe und Chemieingenieur stellt in der Region Murcia, wo der Bio-Anteil inzwischen sogar weit über die Hälfte der lokalen Rebfläche ausmacht, Weine her, die er ausschließlich in Tinajas, großen tönernen Amphoren aus lokaler Produktion, vergärt und reifen läßt. Er gehört zu jenen »low intervention«-Winzern, deren Weine heute in der Naturweinszene auf der ganzen Welt gefeiert werden.
Als Chemieingenieur weiß Lorenzo Boris allerdings sehr genau, wie man saubere Naturweine produziert, die nicht die üblichen Naturwein-Fehler wie flüchtige Säure, Mäuseln oder zerstörerischen Bakterienbefall aufweisen. Er setzt zudem auf die autochthonen Rebsorten der Region wie Monastrell, Verdil, Malvasia oder Moscatel, die dort auf kalkhaltigen Mergelböden an den Nordhängen der Sierra de La Pila stehen und ohne Bewässerung bewirtschaftet werden. Keine seiner Lagen, die er zum Teil von Freunden zugepachtet hat, kam jemals mit Pestiziden oder Kunstdünger in Kontakt. Die Reben sind zum Teil sehr alt und bringen wegen der wenigen Niederschläge und den permanenten Winden, die über die Sierra fegen, nur geringe Erträge. Diese Bedingungen machen die biologische Bewirtschaftung dort leichter als anderswo, weil kaum Pilzdruck herrscht und er deshalb auf Pflanzenschutz weitgehend verzichten kann.
Lorenzo Boris setzt im Ausbau seiner Weine auf traditionelle Amphoren. Sie werden aus einem speziellen Ton in der Region gefertigt und verändern weder Charakter noch Geschmack seiner Weine. Er kann sie darin natürlich auf der Hefe der spontanen Gärung ausbauen, ohne Zusatzstoffe, ohne Schönung, ohne Schwefel. Die Weine gären in den Amphoren und reifen dort auch auf dem Hefetrub, bis er sie ohne Filtration naturtrüb abfüllt. Als Chemieingenieur gelingen sie ihm trotz der Trübung auf der Flasche aber aromatisch sauber und reintönig, sie präsentieren sich im Mund präzise in ihrem Naturweincharakter, in Duft und Geschmack aber nicht von ihrer »natürlichen« Machart dominiert, sondern geradezu begeisternd klar und stimmig im Charakter ihrer Rebsorten und unverfälscht in ihrer wilden, kühlen Herkunft aus der Sierra.
Eine neue Generation spanischen Weines, die so manchen Fan traditioneller Spanien-Charakteristik zunächst verstören wird. Doch der Wandel ist ob der klimatischen Bedingungen und der Trockenheit der Böden unausweichlich. Weil man sich dabei auf die lokal angestammten alten Rebsorten besinnt, statt den üblichen international bewährten Klischees hinterherzujagen, und mutig den eigenen Weg in Stil und Charakter der Weine wagt, wird er erfolgreich sein. Wir freuen uns, Ihnen und euch hier als Beispiel für den Blick in die Zukunft des spanischen Weines Lorenzo Boris horizonterweiternde Natur-Weine vorstellen zu können. Wir wünschen viel Freude und neue Weinerfahrungen damit.
Spanischer Wein, allen voran Rotwein, erfreut sich größter Beliebtheit in Deutschland. Er bevölkert in riesigen Mengen die Regale des Lebensmitteleinzelhandels. Neuerdings findet man dort auch immer mehr Bioweine aus Spanien. Das ist neu, denn in Spanien selbst gibt es kaum Nachfrage nach Bioprodukten. Sie gehen zu über 90% in den Export. Was dabei kaum jemand weiß: Der Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen liegt im spanischen Weinbau aktuell bei rund 19 % der gesamten Rebfläche. Mit einer zertifizierten Bio-Rebfläche von über 166.000 Hektar bewirtschaftet Spanien die größte Bio-Rebfläche der Welt und liegt damit vor Frankreich und Italien.
Das liegt vor allem an der Trockenheit im ganzen Land als Auswirkung der Klimakrise, aber auch, weil Tausende illegal gebohrter Brunnen für die Gemüseproduktion das Grundwasser weitgehend verbraucht haben. Doch die größte Sorge im spanischen Weinbau ist das Klima. In den vergangenen 40 Jahren ist die Temperatur um über ein Grad gestiegen. Das hat Folgen. So beginnt die Weinlese heute im Schnitt zehn bis vierzehn Tage früher als noch vor zwanzig Jahren. Untersuchungen gehen davon aus, dass durch die Erderwärmung die Fläche, auf der traditionelle Weinreben angebaut werden können, weltweit um mehr als die Hälfte schrumpfen wird. In Spanien wären vermutlich sogar 65 Prozent der derzeit bewirtschafteten Fläche nicht mehr für den Anbau von Qualitätsweinen geeignet.
Diese Realität hat den spanischen Weinbau binnen weniger Jahre radikal verändert. Inzwischen gibt es dort über 1700 biologisch zertifizierte Weinbaubetriebe, weil nur biologischer bzw. regenerativer Weinbau ohne Bewässerung auskommt. Dessen gezielte Dauerbegrünung vermittelt den ausgetrockneten Böden der konventionellen Bewirtschaftung wieder Leben, schafft organische Masse, baut Böden wieder auf und sorgt so wieder für Wasserspeichervermögen.
Einer dieser wegweisenden Biowinzer ist Lorenzo Boris. Der studierte Önologe und Chemieingenieur stellt in der Region Murcia, wo der Bio-Anteil inzwischen sogar weit über die Hälfte der lokalen Rebfläche ausmacht, Weine her, die er ausschließlich in Tinajas, großen tönernen Amphoren aus lokaler Produktion, vergärt und reifen läßt. Er gehört zu jenen »low intervention«-Winzern, deren Weine heute in der Naturweinszene auf der ganzen Welt gefeiert werden.
Als Chemieingenieur weiß Lorenzo Boris allerdings sehr genau, wie man saubere Naturweine produziert, die nicht die üblichen Naturwein-Fehler wie flüchtige Säure, Mäuseln oder zerstörerischen Bakterienbefall aufweisen. Er setzt zudem auf die autochthonen Rebsorten der Region wie Monastrell, Verdil, Malvasia oder Moscatel, die dort auf kalkhaltigen Mergelböden an den Nordhängen der Sierra de La Pila stehen und ohne Bewässerung bewirtschaftet werden. Keine seiner Lagen, die er zum Teil von Freunden zugepachtet hat, kam jemals mit Pestiziden oder Kunstdünger in Kontakt. Die Reben sind zum Teil sehr alt und bringen wegen der wenigen Niederschläge und den permanenten Winden, die über die Sierra fegen, nur geringe Erträge. Diese Bedingungen machen die biologische Bewirtschaftung dort leichter als anderswo, weil kaum Pilzdruck herrscht und er deshalb auf Pflanzenschutz weitgehend verzichten kann.
Lorenzo Boris setzt im Ausbau seiner Weine auf traditionelle Amphoren. Sie werden aus einem speziellen Ton in der Region gefertigt und verändern weder Charakter noch Geschmack seiner Weine. Er kann sie darin natürlich auf der Hefe der spontanen Gärung ausbauen, ohne Zusatzstoffe, ohne Schönung, ohne Schwefel. Die Weine gären in den Amphoren und reifen dort auch auf dem Hefetrub, bis er sie ohne Filtration naturtrüb abfüllt. Als Chemieingenieur gelingen sie ihm trotz der Trübung auf der Flasche aber aromatisch sauber und reintönig, sie präsentieren sich im Mund präzise in ihrem Naturweincharakter, in Duft und Geschmack aber nicht von ihrer »natürlichen« Machart dominiert, sondern geradezu begeisternd klar und stimmig im Charakter ihrer Rebsorten und unverfälscht in ihrer wilden, kühlen Herkunft aus der Sierra.
Eine neue Generation spanischen Weines, die so manchen Fan traditioneller Spanien-Charakteristik zunächst verstören wird. Doch der Wandel ist ob der klimatischen Bedingungen und der Trockenheit der Böden unausweichlich. Weil man sich dabei auf die lokal angestammten alten Rebsorten besinnt, statt den üblichen international bewährten Klischees hinterherzujagen, und mutig den eigenen Weg in Stil und Charakter der Weine wagt, wird er erfolgreich sein. Wir freuen uns, Ihnen und euch hier als Beispiel für den Blick in die Zukunft des spanischen Weines Lorenzo Boris horizonterweiternde Natur-Weine vorstellen zu können. Wir wünschen viel Freude und neue Weinerfahrungen damit.