Der Seehaldenhof von Familie Hornstein war, wie so viele landwirtschaftliche Betriebe rund um den See, ursprünglich ein Obstbaubetrieb. Man vermietete aber auch Zimmer, weil der Tourismus rund um den See ein einträglicher Nebenerwerb für viele Bauern und Landwirte war. Erst als Sohn Simon 2010 den Betrieb übernimmt, entsteht der heutige Weinbaubetrieb, der zum Weinbaugebiet Württemberg gehört, seine Herkunft aber als »Bayerischer Bodensee« deklarieren darf, weil er innerhalb jener 18 km liegt, die Bayern am Seeufer für sich beansprucht.
»From soil to soul«. Ein vom Zeitgeist geprägtes Motto, mit dem Simon Hornstein für sich und seine Weine wirbt. Sie stehen tatsächlich dafür: Wenn man sie zum ersten Mal im Glas hat, staunt man, weil man derart straff säurebetonte, im Mundgefühl feste, karge, filigran kühl strukturierte Weine so nahe am See im tiefen Süden Deutschlands eigentlich nicht erwartet. Deshalb brauchen nicht nur seine Rotweine, sondern auch seine Weißweine viel Zeit im Glas oder am besten in der Karaffe, um sich entfalten zu können. Sie sollten möglichst auch nicht eiskalt serviert werden.
Weil Simons Weine den Charakter ihres Jahrgang und der Morphologie und Biologie ihrer Böden, auf denen sie entstehen, entwaffnend direkt und natürlich widerspiegeln, hat er den familiären Betrieb umbenannt. Er widmet ihn heute seiner besten Lage direkt am See, der »Seehalde«. Im Kontext des deutschen Weines, der nur zu oft geschmäcklerische Konzepte über authentische Identität stellt, ist er mit seiner Betriebsphilosophie eine wegweisende Ausnahme. Jetzt muß er sich nur noch biologisch zertifizieren lassen...
»Unser Seehaldenhof liegt in Nonnenhorn direkt am Bayerischen Bodenseeufer. Am Wasser, mit Blick auf die Alpen, leben wir und machen Wein. Jeder Wein hat sein Zuhause. Das soll man schmecken können. Deshalb machen wir Weine, die von dem jeweiligen Jahr und dem Boden, in dem ihre Reben wurzeln, erzählen.«
So wirbt Simon Hornstein für sich und seine Weine. Ein Statement ohne Superlative, ohne Übertreibungen, das in verständlichen Worten treffend beschreibt, was seine Weine so speziell macht. Beim Gang durch die Rebzeilen erfährt man von seiner Begeisterung für gesunde, lebendige Böden, die er in seinen Weinen so fühl- und schmeckbar erfahrbar macht. Um so mehr erstaunt, daß sein Betrieb Mitglied in der Gemeinschaft FAIR’N GREEN ist, der wir äußerst skeptisch gegenüberstehen.
Simon Hornstein propagiert eine ganzheitliche Sicht auf den Weinbau. Der sollte die Natur maximal respektieren, braucht eine nachhaltige Betriebsführung, aber auch entsprechendes gesellschaftliches Engagement: »Jeder einzelne trägt Verantwortung für die Gesellschaft, die Erde und die Zukunft. Denn auch alle, die trinken und essen beeinflussen den Markt und bestehende Strukturen. Unterstützt die kleinen BauerInnen... ist auf Dauer besser für alle - versprochen!»
Seehaldenhof
Inhalt: 0.75 l (17,33 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (18,00 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (18,00 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (29,33 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (60,00 €* / 1 l)