Terroir


Wieder einer dieser hübschen französischen Fachbegriffe, bei deren Verwendung sich einige gleich ein bisschen schlauer fühlen. Damit geht leider auch häufig ein nicht korrekter Einsatz des Begriffs einher – durch die Verwendung von Fachbegriffen an falschen Stellen nur des Fachbegriffes wegen.

Oft wird Terroir (Französisch für Gegend) ganz simpel als Synonym für entweder Boden, Mikroklima oder einfach Standort verwendet. All diese Faktoren sind zwar tatsächlich Teil des Terroirs, aber es geht eben um die Gesamtheit und Wechselwirkungen all der Parameter. Zu diesen gehören also Bodenbeschaffenheit und -geologie, Mikro- und Makroklima, Hydrologie und Witterung, Ausrichtung des Weinbergs und Bodenrelief, Sonnenenergie und -einstrahlung und ganz wichtig ist auch der menschliche Einfluss. Die Winzer:innen bestimmen die Erziehungsform der Rebanlage, die Bodenbearbeitung, die Arbeiten am Stock (Laubwandmanagement, Pflanzenschutz, usw.), den Ertrag und den späteren Ausbau im Keller und beeinflussen dadurch ganz entscheidend die Entwicklung der Rebe und den resultierenden Wein.

Für diese Gesamtheit an Einflussfaktoren darf dann gerne der Begriff Terroir verwendet werden. In dem Sinne ist das Terroir auch in jedem Wein schmeckbar, weil diese Masse an Einflüssen die finale Ausprägung des Weins stark determiniert.

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