Carboxymethylcellulose CMC
Diesen Zungenbrecher findet ihr immer wieder vor allem in einfacheren Weißweinen und Rosés hinter dem QR-Code auf Rückenetiketten von Weinflaschen. Es ist seit 2009 erlaubter Zusatzstoff im Wein, der seit dem Jahrgang 2024 als im Wein verbleibend deklariert werden muß. Nutzt also den QR-Code auf den Flaschen!
CMC wird Wein als Stabilisierungsmittel zugesetzt. Da viele Menschen Weißwein und Rosé gerne eiskalt trinken, setzt man diesen Weinen oft CMC zu, um damit die Ausscheidung von Weinstein (Kalium- oder Kalziumydrogentartrat) zu verhindern. Sie kann bei Kalium- oder Kalziumüberschuß im Wein (vor allem in feuchteren Jahrgängen) beim Unterschreiten einer bestimmten kritischen Temperatur entstehen. Man kann sie durch Kältestabilisierung während der Weinbereitung verhindern, oder eben durch Zusatz von CMC kurz vor der Abfüllung. Weinstein ist aber kein Weinfehler, sondern völlig harmloses Zeichen maximal naturbelassener, also nicht entsprechend stabilisierter Weine, die auf diese Weise übrigens eine leichte natürliche Entsäuerung erfahren.
Carboxymethylcellulose ist wichtiger Zusatzstoff in der Textilindustrie, wo sie als Appretur eingesetzt wird. Sie ist Zusatz in Waschmitteln und in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der E-Nummer E 466 zugelassen. Da soll sie vor allem die Konsistenz vieler Lebensmittel verbessern. In Speiseeis reduziert sie die Eiskristallbildung, in Mayonnaisen, Saucen, Fruchtmassen und Gelees wird sie als Bindemittel eingesetzt. In industriellen Backwaren verzögert sie das Trockenwerden. Im Wein »verbessert« sie angeblich die optische Qualität, die unserer Meinung nach aber Ansichtssache ist (siehe Naturwein).
Weil es bis heute nicht gänzlich ausgeräumte gesundheitliche Bedenken bezüglich Dickdarmentzündungen gibt, ist CMC in Bioweinen nicht erlaubt.
® K&U 2026