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Die Rebsorte Bacchus ist eine deutsche Neuzüchtung aus dem Jahr 1933, gekreuzt aus den Rebsorten (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau. Ihr,Name ist dem römischen Weingott Bacchus gewidmet, vermutlich weil sie hohe Erträge bei vergleichsweise hohen Mostgewichten liefern kann. Über viele Jahre machte diese Opulenz die damals sehr oft auch noch mehr oder weniger restsüß ausgebaute Rebsorte bei deutschen Winzern sehr beliebt, auch weil sie frühreifend ist, sehr hohe Reifegrade erreicht und auch in Lagen angebaut werden kann, die für den Riesling nicht mehr geeignet sind.
Da es im deutschen Wein stets um Menge und Effizienz ging (und oft auch noch immer geht), war Bacchus über viele Jahre hinweg die Rebsorte der Stunde. Weil sie mit ihrem blumigen Muskatton an die ebenfalls sehr beliebte Scheurebe erinnern kann, boomte sie besonders in den 1970er bis 80er Jahren und erreichte 1985 mit 3,6 % der Anbaufläche ihren Höhepunkt.
Weil man der Rebsorte hohe Erträge abverlangte, konnte das Lesegut oft nicht völlig ausreifen. Vielen Weinen fehlte es dann an Säure. Also begann man sie mit ähnlich nachlässig angebautem Müller-Thurgau zu relativ neutralen Weinen zu verschneiden, denen der Bacchus wenigstens ein wenig Aroma vermitteln konnte. So wurde er zum festen Bestandteil der damals extrem erfolgreichen »Liebfrauenmilch«, dem ersten global vertriebenen Massenwein, der noch heute in vielen Ländern die Vorstellung vom deutschen Wein prägt.
Anfang der 1990er Jahre paßte der Bacchus nicht mehr zum Zeitgeist, er verschwand langsam aus den deutschen Rebgärten. Heute wird er nur noch auf 1500 Hektar in Franken, Rheinhessen, an der Nahe und in der Pfalz angebaut. Inzwischen reizt der schlechte Ruf der Rebsorte aber wieder engagierte Winzerinnen und Winzer, weil deren Reben zum Teil schon recht alt sind. Sie reduzieren deren Ertrag gezielt, ernten früher, vergären die Moste spontan und bauen die Weine in großen Holzfässern mit langem Hefelager aus. Prompt entstehen erstaunlich kraftvolle und aromatisch reizvolle Weine, die sich extraktreich präsentieren, aromatisch verhalten aber animierend an Scheurebe erinnernd und im Säurespiel auch an Riesling, der ja auch einen dezenten Muskatton besitzen kann, je nach Genetik und Unterlage.
So ist der Bacchus ein gutes Beispiel für den Einfluss von Zeitgeist, Trends und weinbaulichen Ansprüchen auf Qualität und Geschmack von Wein.
Die Rebsorte Bacchus ist eine deutsche Neuzüchtung aus dem Jahr 1933, gekreuzt aus den Rebsorten (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau. Ihr,Name ist dem römischen Weingott Bacchus gewidmet, vermutlich weil sie hohe Erträge bei vergleichsweise hohen Mostgewichten liefern kann. Über viele Jahre machte diese Opulenz die damals sehr oft auch noch mehr oder weniger restsüß ausgebaute Rebsorte bei deutschen Winzern sehr beliebt, auch weil sie frühreifend ist, sehr hohe Reifegrade erreicht und auch in Lagen angebaut werden kann, die für den Riesling nicht mehr geeignet sind.
Da es im deutschen Wein stets um Menge und Effizienz ging (und oft auch noch immer geht), war Bacchus über viele Jahre hinweg die Rebsorte der Stunde. Weil sie mit ihrem blumigen Muskatton an die ebenfalls sehr beliebte Scheurebe erinnern kann, boomte sie besonders in den 1970er bis 80er Jahren und erreichte 1985 mit 3,6 % der Anbaufläche ihren Höhepunkt.
Weil man der Rebsorte hohe Erträge abverlangte, konnte das Lesegut oft nicht völlig ausreifen. Vielen Weinen fehlte es dann an Säure. Also begann man sie mit ähnlich nachlässig angebautem Müller-Thurgau zu relativ neutralen Weinen zu verschneiden, denen der Bacchus wenigstens ein wenig Aroma vermitteln konnte. So wurde er zum festen Bestandteil der damals extrem erfolgreichen »Liebfrauenmilch«, dem ersten global vertriebenen Massenwein, der noch heute in vielen Ländern die Vorstellung vom deutschen Wein prägt.
Anfang der 1990er Jahre paßte der Bacchus nicht mehr zum Zeitgeist, er verschwand langsam aus den deutschen Rebgärten. Heute wird er nur noch auf 1500 Hektar in Franken, Rheinhessen, an der Nahe und in der Pfalz angebaut. Inzwischen reizt der schlechte Ruf der Rebsorte aber wieder engagierte Winzerinnen und Winzer, weil deren Reben zum Teil schon recht alt sind. Sie reduzieren deren Ertrag gezielt, ernten früher, vergären die Moste spontan und bauen die Weine in großen Holzfässern mit langem Hefelager aus. Prompt entstehen erstaunlich kraftvolle und aromatisch reizvolle Weine, die sich extraktreich präsentieren, aromatisch verhalten aber animierend an Scheurebe erinnernd und im Säurespiel auch an Riesling, der ja auch einen dezenten Muskatton besitzen kann, je nach Genetik und Unterlage.
So ist der Bacchus ein gutes Beispiel für den Einfluss von Zeitgeist, Trends und weinbaulichen Ansprüchen auf Qualität und Geschmack von Wein.
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Bacchus
Inhalt: 0.75 l (25,20 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (35,87 €* / 1 l)