Der Radoarhof liegt hoch über dem Eisacktal. Der legendäre Südtiroler Kastanienweg, der »Keschtnweg«, der über 90 Kilometer an den Sonnenhängen zwischen Vilpian und Brixen entlangführt, führt direkt durch den Hof.
Die vielen Wanderer sind für Familie Blasbichler wichtiger Wirtschaftsfaktor, dem sie mit einem Hofladen und einem beliebten Buschenschank Rechnung tragen. Geöffnet zwischen Anfang September und Ende November gehören sie zu den Geheimtipps entlang der Strecke. Familie Blasbichler bewirtet die Einkehrer mit ihren Bio-Weinen und famosen Destillaten, die Norbert Blasbichler mit großer Leidenschaft aus eigenem Obst brennt. Es gibt Säfte aus eigener Produktion und eine traditionelle »Marende«, wie in Südtirol die Brotzeit heißt, und in der Saison gibts warme, frisch geröstete Kastanien. Ein kleines Paradies nachhaltiger Gastfreundschaft in atemraubend schöner Kulisse ...
Wir von K&U streben nicht nach »Weltklasse-Weinen«, wir suchen nicht »die Spitze«. Die Weine unseres Programms sollen nicht durch die üblichen geschmacklichen Manipulationen der Kellerwirtschaft für einen bestimmten Stil produziert werden. Unsere Weine müssen auf lebendigen Böden entstehen und durch Leidenschaft und klare Haltung in der Umsetzung ihre Herkunft und Ursprünglichkeit in berührend sinnliches Erlebnis übersetzen können. Norbert Blasbichlers Weine können das. Sie werden sorgfältig von Hand gelesen, maximal schonend verarbeitet und dürfen mit viel Zeit zu dem werden, was ihnen die besondere Natur der Höhe mitgegeben hat.
Die Rebgärten sind nach Südosten ausgerichtet. Viel Morgensonne, Hitze und harte Sonneneinstrahlung am Tag, am späten Nachmittag sorgt der Schatten des Berges im Rücken für Kühlung. Humusreicher, lebendiger Boden auf vulkanisch steinigem Untergrund. Starker Temperaturgradient. Alte Reben, im Laubwerk hoch aufgestellt für maximale Lichtausbeute. Die Hänge- und Reifezeit der Trauben am Stock will optimal genutzt werden. Winzerhandwerk unter besonderen Bedingungen.
Der Keller von Familie Blasbichler ist klein, sinnvoll abgestimmt auf die Größe der Parzellen ihrer drei Hektar Rebfläche.
Je nach Rebsorte reifen die Radoar-Weine neun Monate lang in großen Eichenholz- oder Edelstahlfässern auf der Voll- und später auf der Feinhefe. Vergoren werden sie spontan auf den wilden Umgebungshefestämmen. Konsequent verzichtet Norbert Blasbichler auf die üblichen Zusatzstoffe der Kellerwirtschaft. Er schönt seine Weine nicht, korrigiert sie nicht in Stil und Geschmack, setzt lediglich je nach Bedarf und Jahrgang kleine Mengen an Schwefel zu, um Oxidation und möglichem bakteriellem Befall vorzubeugen. Ihren ursprünglich unverwechselbaren Herkunftscharakter, ihre prägnante kristalline Mineralität, verdanken sie dieser Sorgfalt im Keller, vor allem aber der natürlichen Spontangärung. Nach der Abfüllung lagern sie mindestens zwei Jahre, bevor sie in den Verkauf gehen. Gut Ding will Weile haben.
Das Rebsorten-Spektrum des Bio-Hofes Radoar wirkt ungewöhnlich. Dem Riesling ist es hier schon fast zu heiß. Der Spätburgunder fällt hier oben erstaunlich dicht verwoben und kompakt aus im Mundgefühl. Die Höhenlage prägt ihn zusammen mit der französischen Genetik, für die sich Norbert Blasbichler entschieden hat, signifikant, macht ihn zum einzigartigen Pinot-Erlebnis in Südtirol.
Herausragend gelingen hier oben zwei weiße Rebsorten, die bei uns nur noch am Rande Beachtung finden - wenn überhaupt: Müller-Thurgau und Kerner. Sie gelingen hier unerwartet gut. Als würden sie hierher gehören. Stilistisch auf ihre Art einmalig. Unverkennbar in Stil und Charakter. Und sie reifen verblüffend gut, zehn und mehr Jahre sind für sie kein Problem. Sie reifen, ohne alt zu werden. Vermutlich dank der gezügelten Erträge, der guten Nährstoffversorgung durch die Böden, der besonderen klimatischen Verhältnisse und des schonend respektvollen Ausbaus. Die authentische Expression ihrer besonderen Südtiroler Herkunft.
Radoar
Inhalt: 0.75 l (21,20 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (22,53 €* / 1 l)
Inhalt: 0.75 l (37,33 €* / 1 l)