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Biohof Radoar

Edith und Norbert Blasbichler

In Südtirol derart eigenständige Weine zu finden, die ihre Herkunft aus der Höhe so ungeschminkt und frei aller geschmacklichen Klischees zu Markte tragen, ist ein Glücksfall besonderer Art. Der winzige Bio-Betrieb hoch über dem Eisacktal zelebriert Authentizität, handwerkliche Leidenschaft und nachhaltige Bewirtschaftung in wohltuend unaufgeregter Bescheidenheit und Haltung. 

Region: Südtirol | Eisacktal

Rebfläche: 3 ha

Bewirtschaftung: Biodynamisch

Boden: vulkanische Quarzphilit- und Urgesteinsböden

Rebsorten: Kerner, Müller-Thurgau, Riesling, Spätburgunder, Zweigelt

  

Alpenwein. Wein aus der Höhe. Er hat uns schon immer fasziniert. In den Bergen sind die Böden durch Jahrhunderte lange Erosion eher karg, der Untergrund meist steinig hart und felsig und die Erdauflage dünner als anderswo. Die Sonneneinstrahlung fällt je nach Lage intensiv aus, die Stunden mit Licht sind hier oben aber limitiert, so daß die Reifeperiode der Trauben kürzer ausfällt als im Weinbau in der Ebene. Darauf muß sich die Rebphysiologie einstellen, weshalb Weine aus der Höhe meist ein schlankes, präzise fokussiertes, glasklar wirkendes Mundgefühl von sprichwörtlicher Frische aufweisen, während die Rotweine je nach Rebsorte, in den Alpen und Bergen oft spezifisch lokal verwurzelt, ein prägnant samtiges bzw. präsentes Gerbstoffgerüst prägt, weil die Schalen der Beeren durch die niedrigeren Erträge und die klimatischen Bedingungen in der Höhe zum Selbstschutz dicker ausfallen. 

Norbert Blasbichlers Weiß- und Rotweine sind fühl- und spürbar Weine der Höhe. Wer den berühmten Eisacktaler Keschtnweg geht, der im Herbst von vielen Wanderern frequentiert ist, kommt früher oder später an seinem historischen »Radoarhof« vorbei, der eines der höchstgelegenen Weingüter Südtirols ist. Viele Weinbaubetriebe suchen dort inzwischen die Antwort auf die Klimakrise in der Höhe. Manche haben Reben auf über 1000 m Meereshöhe gepflanzt. Norbert Blasbichlers Weingärten liegen auf 750m bis 900m Höhe, seit 1997 biologisch bzw. biodynamisch bewirtschaftet. Ein Pionierbetrieb des nachhaltigen Weinbaus in Südtirol.  

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Radoarhof im Besitz von Familie Blasbichler. Ursprünglich stammt der Begriff »Radoar« aus spätromanischer Epoche, wo er für die Scheibe stand, ein rundes Feld. Norbert Blasbichler und seine Frau Edith sehen in dem Namen ihres Hofes das »Rad des Lebens, das sich einfach immer weiter dreht«. Für sie beschreibt »Radoar« die biologische Wirtschaftsweise am Hof, die auf nachhaltigem Handwerk, dem schonenden Umgang mit Ressourcen und der Kreislaufwirtschaft im Einklang mit der Natur beruht. Diesem Rad des Lebens widmen die beiden auch die Etiketten ihrer Weine. 

Wir kennen Norbert Blasbichler und seine Weine seit über 20 Jahren. Er hat sie in all den Jahren auf das Wesentliche reduziert, den Einfluss der Weinbereitung immer weiter zurückgefahren und so ihre Herkunft aus der Höhe zunehmend sprechen lassen. Sie sind spürbar ehrlich und ungeschminkt, wirken gelassen und entspannt, mehr geprägt von der Höhe und dem Rhythmus der Natur, des Klimas und der kargen Böden als von aufgeregter Frucht oder zeitgeistigen Klischees.

Im Bild oben der Blick vom Radoarhof auf die Dolomiten im Osten. Man ist von hier aus zwar schnell im Tal und damit auf der Autobahn Richtung Norden oder Süden, das Leben hier oben ist dennoch ein anderes als im nahen Dorf Feldthurns oder im Tal. Hier oben bestimmen Licht und Schatten, Wärme und Kälte das Leben. Auf dem Bio-Hof von Familie Blasbichler geht es ruhig und gelassen zu. Man lebt im Rhythmus der Natur, ist näher dran an ihr, muß mit ihr leben, und so pflegen Blasbichlers bewußt den schonenden Umgang mit ihren Ressourcen in biologischer Kreislaufwirtschaft, mit traditionellem Weinbau, regionalem Obstanbau, den »Kescht’n«, die im Herbst im Buschenschank der Familie frisch geröstet an die zahlreichen Wanderer verkauft werden, und dem Tiroler Grauvieh, das rund um den Hof auf den Weiden der Familie steht und für natürliche Düngung sorgt.

Der Radoarhof liegt hoch über dem Eisacktal. Der legendäre Südtiroler Kastanienweg, der »Keschtnweg«, der über 90 Kilometer an den Sonnenhängen zwischen Vilpian und Brixen entlangführt, führt direkt durch den Hof. 

Die vielen Wanderer sind für Familie Blasbichler wichtiger Wirtschaftsfaktor, dem sie mit einem Hofladen und einem beliebten Buschenschank Rechnung tragen. Geöffnet zwischen Anfang September und Ende November gehören sie zu den Geheimtipps entlang der Strecke. Familie Blasbichler bewirtet die Einkehrer mit ihren Bio-Weinen und famosen Destillaten, die Norbert Blasbichler mit großer Leidenschaft aus eigenem Obst brennt. Es gibt Säfte aus eigener Produktion und eine traditionelle »Marende«, wie in Südtirol die Brotzeit heißt, und in der Saison gibts warme, frisch geröstete Kastanien. Ein kleines Paradies nachhaltiger Gastfreundschaft in atemraubend schöner Kulisse ... 

Wir von K&U streben nicht nach »Weltklasse-Weinen«, wir suchen nicht »die Spitze«. Die Weine unseres Programms sollen nicht durch die üblichen geschmacklichen Manipulationen der Kellerwirtschaft für einen bestimmten Stil produziert werden. Unsere Weine müssen auf lebendigen Böden entstehen und durch Leidenschaft und klare Haltung in der Umsetzung ihre Herkunft und Ursprünglichkeit in berührend sinnliches Erlebnis übersetzen können. Norbert Blasbichlers Weine können das. Sie werden sorgfältig von Hand gelesen, maximal schonend verarbeitet und dürfen mit viel Zeit zu dem werden, was ihnen die besondere Natur der Höhe mitgegeben hat. 

Die Rebgärten sind nach Südosten ausgerichtet. Viel Morgensonne, Hitze und harte Sonneneinstrahlung am Tag, am späten Nachmittag sorgt der Schatten des Berges im Rücken für Kühlung. Humusreicher, lebendiger Boden auf vulkanisch steinigem Untergrund. Starker Temperaturgradient. Alte Reben, im Laubwerk hoch aufgestellt für maximale Lichtausbeute. Die Hänge- und Reifezeit der Trauben am Stock will optimal genutzt werden. Winzerhandwerk unter besonderen Bedingungen.  

Der Keller von Familie Blasbichler ist klein, sinnvoll abgestimmt auf die Größe der Parzellen ihrer drei Hektar Rebfläche.  

Je nach Rebsorte reifen die Radoar-Weine neun Monate lang in großen Eichenholz- oder Edelstahlfässern auf der Voll- und später auf der Feinhefe. Vergoren werden sie spontan auf den wilden Umgebungshefestämmen. Konsequent verzichtet Norbert Blasbichler auf die üblichen Zusatzstoffe der Kellerwirtschaft. Er schönt seine Weine nicht, korrigiert sie nicht in Stil und Geschmack, setzt lediglich je nach Bedarf und Jahrgang kleine Mengen an Schwefel zu, um Oxidation und möglichem bakteriellem Befall vorzubeugen. Ihren ursprünglich unverwechselbaren Herkunftscharakter, ihre prägnante kristalline Mineralität, verdanken sie dieser Sorgfalt im Keller, vor allem aber der natürlichen Spontangärung. Nach der Abfüllung lagern sie mindestens zwei Jahre, bevor sie in den Verkauf gehen. Gut Ding will Weile haben.

Das Rebsorten-Spektrum des Bio-Hofes Radoar wirkt ungewöhnlich. Dem Riesling ist es hier schon fast zu heiß. Der Spätburgunder fällt hier oben erstaunlich dicht verwoben und kompakt aus im Mundgefühl. Die Höhenlage prägt ihn zusammen mit der französischen Genetik, für die sich Norbert Blasbichler entschieden hat, signifikant, macht ihn zum einzigartigen Pinot-Erlebnis in Südtirol.

Herausragend gelingen hier oben zwei weiße Rebsorten, die bei uns nur noch am Rande Beachtung finden - wenn überhaupt: Müller-Thurgau und Kerner. Sie gelingen hier unerwartet gut. Als würden sie hierher gehören. Stilistisch auf ihre Art einmalig. Unverkennbar in Stil und Charakter. Und sie reifen verblüffend gut, zehn und mehr Jahre sind für sie kein Problem. Sie reifen, ohne alt zu werden. Vermutlich dank der gezügelten Erträge, der guten Nährstoffversorgung durch die Böden, der besonderen klimatischen Verhältnisse und des schonend respektvollen Ausbaus. Die authentische Expression ihrer besonderen Südtiroler Herkunft.

Familie Blasbichler hängt ihre Haltung nicht an die große Glocke. Sie lebt sie. Ihre Landwirtschaft ist nachhaltig durch den geschlossenen Kreislauf zwischen Boden, Nutzpflanzen und der umgebenden Natur. Blasbichlers hören auf die Natur und nutzen das jahrhundertealte Wissen der Vorfahren für ihre landwirtschaftliche Arbeit. Ihr vitaler Hoforganismus beruht auf biologischen Präparaten mit Tees aus Wildkräutern, einer breiten Artenvielfalt von Sträuchern, Bäumen und der natürlichen Umgebung, sowie auf Einsaaten und eigens kompostiertem Natur-Dünger. Der Hof arbeitet für gesunden und lebendigen Boden, für Ertrag ohne Degradation der Natur, für die Langlebigkeit von Nutzpflanzen im Einklang mit der Natur. Eine Haltung, die man spürt, wenn man Familie Blasbichler auf ihrem Radoar-Hof besucht.   

Radoarhof | Pedratz 1 | 39040 Feldthurns (BZ) Südtirol | Erstinverkehrbringer: Gebr. Kössler & Ulbricht GmbH & Co KG

Radoar

Inhalt: 0.75 l (21,20 €* / 1 l)

15,90 €*

Inhalt: 0.75 l (22,53 €* / 1 l)

16,90 €*

Inhalt: 0.75 l (37,33 €* / 1 l)

28,00 €*