Domaine François & Julien Pinon

Über 20 Jahre lang vertraten wir die wunderbaren Weine der Domaine Huet aus Vouvray hierzulande. Dann wurde der Betrieb unter wenig erfreulichen Umständen verkauft und Noel Pinguet, der über 30 Jahre lang für Weinbau und Keller, Stil und Qualität verantwortlich war, in den Ruhestand geschickt. Da für uns das menschliche Miteinander im Geschäftsleben wichtiger ist als der schnöde Mammon, quittierten wir aus Solidarität mit ihm die Geschäftsbeziehung. 

Mit François Pinon und seinem Sohn Julien können wir in Vouvray dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Mit Weinen, die denen von Huet der Pinguet-Zeit allemal ebenbürtig sind. Vater und Sohn Pinon machen die Rebsorte Chenin Blanc zu einer der spannendsten unter den Weißen der Welt. Wie keine andere steht sie für die Loire. Pinons zelebrieren sie in der ganzen Breite ihrer stilistischen Möglichkeiten. Dazu ernten sie die Trauben in aufwendig selektiver Handlese entsprechend der gewünschten Reife in mehreren Erntedurchgängen. Es beginnt mit den noch leicht unterreifen Trauben für den trockenen Schaumwein. Dann folgen die zunehmend reifen Trauben für die trockenen und halbtrockenen Weine, um schließlich aus den je nach Jahrgang verbleibenden überreifen oder gar edelfaulen Trauben ihre weltberühmten Süßweine zu keltern, die sie auf einem Niveau zelebrieren, das so nur an der Loire existiert und in der Welt des Weines seinesgleichen sucht.

François Pinon ist Quereinsteiger. Das macht ihn uns besonders sympathisch. Wir ziehen Quereinsteiger grundsätzlich dem klassischen Vater-Sohn-Betrieb vor, in dem es nur zu oft zum Generationenkonflikt kommt. Der bedeutet meist Stillstand. Quereinsteiger sind, so unsere Erfahrung, oft nicht nur kritischer, sondern auch selbstkritischer, deshalb dynamischer und innovativer. François Pinon z. B. war in seinem früheren Leben Kinderpsychologe. Trotzdem übernahm er den Betrieb, der sich seit 1786 über acht Generationen hinweg in Familienbesitz befindet, 1987 von seinem Vater. In Frankreich zählt Geschichte noch. Und Sohn Julien hat als Stadtplaner gearbeitet, bevor ihn die Familientradition zurück zu den Wurzeln holte. Auch er ein Quereinsteiger. Heute arbeiten beide zusammen daran, den Betrieb für die Zukunft fit zu machen. Die Grundlagen dafür hat Vater François 2003 gelegt. Er stellte damals auf zertifiziert biologischen Anbau um, weil er erkannte, daß guter Wein nur von lebendigem Boden kommen kann. Der ist reich an mikrobiellem Leben, kann also die entsprechende Nährstoffversorgung der Reben gewährleisten, um ohne Pestizide, Unkrautvernichtungsmittel und synthetischen Dünger wirtschaften zu können. Über ihre biologische Bewirtschaftung sorgen Vater und Sohn Pinon heute für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit ihrer Reben gegen Krankheiten ebenso, wie sie damit die Physiologie ihrer Reben so zu beeinflussen verstehen, daß sie die Stilistik ihrer Weine über den Erntezeitpunkt »einstellen« können. Biologischer Weinbau schmeckbar gemacht.

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Pinons Weingut liegt 5 Kilometer nordöstlich von Vouvray im Vallee de Cousse. Dort sind die Böden vielfälti. Sie bestehen auf dem Plateau über der Loire hauptsächlich aus Lehm, der auf unterschiedlich dichter und dicker Kalkablagerung liegt, und an den Hängen über der Loire aus diversen Feuerstein-Arten, die höhere und schnellere Traubenreife bringen. Die Sonneneinstrahlung, das Feuchtigkeitshaltevermögen der Böden und das Alter der Reben definieren die stilistische Bandbreite, die Pinons Weine besonders und die Rebsorte Chenin Blanc einzigartig macht. Sie ist übrigens die einzige Rebsorte, die hier gepflanzt werden darf. Optimale Adaption von Rebe und Standort. 

Das Lastenheft der Appellation Vouvray schreibt eine Pflanzdichte von 6 600 Reben/ha vor und setzt die Lese von Hand voraus. Bei Pinons erstreckt sie sich mit 25 Lesehelfern über 3 Wochen hinweg. Dabei geht es vor allem um die präzise Auswahl der Trauben, die ganz und unversehrt, also mit Stiel und Stengel, in die Presse kommen. Der Reifezustand der Rebsorte bestimmt den Lesezeitpunkt und damit die Stilistik der Weine. Auf diese Weise liefert Chenin Blanc grundverschiedene Weintypen, die sich nirgendwo sonst ähnlich charakteristisch ausprägen wie hier an der Loire. 

Die Ernte beginnt stets früh mit den Trauben für den Sekt. Darauf folgt, durch penible Auswahl der gesündesten Trauben am Rebstock, die Lese für den Sec, die trockenen Weine. Anschließend werden gezielt besonders reife Trauben für den berühmten Demi sec, den leicht süßen Vouvray, geerntet. Wenn die Witterungsbedingungen es erlauben, geht es schließlich in mehreren Lesedurchgängen an die mühsame Ernte der überreifen, von der Edelfäule befallenen Trauben für jene Weltklasse-Süßweine, die Vouvray Weltruf bescherten, den Moelleux und den Liquoreux.

Die Weinbereitung bei Familie Pinon ist unspektakulär rudimentär. Am fertigen Wein soll schließlich nichts verändert werden von dem, was die Natur geliefert hat. Nach der Ganztraubenpressung fällt der Most per Schwerkraft in große Edelstahltanks, in denen er einen Tag Zeit hat, sich auf natürliche Weise durch Sedimentation zu klären. Anschließend beginnt er auf natürliche Weise spontan zu gären. Wie viele andere Winzer in der Region, verfügen auch Pinons über einen in den Tuffstein der Region gehauenen Naturkeller, der viele hundert Jahre alt ist. Dort stehen nicht nur ihre Gärtanks aus Holz und Edelstahl, dort liegen auch die verschiedenen großen und kleinen Eichenfässer, in denen die Weine nach der Gärung reifen und lagern. Bis Ostern liegen alle Weine ungeschwefelt auf der Vollhefe. Dann werden sie von der Hefe abgezogen, leicht filtriert, und schließlich mit einer auf den jeweiligen Restzuckergehalt abgestimmten minimalen Schwefelung abgefüllt. 

Kein Hexenwerk also im Keller, sondern solides Handwerk. Die entscheidenden Arbeiten finden bei Pinons draußen im Weinberg statt. Dort müssen sie die Reben auf die vielen Niederschläge und die hohe Feuchtigkeit ebenso einstellen, wie auf die dramatisch steigenden Temperaturen und Hitzewellen der letzten Jahre. Zugleich drohen im Frühjahr Frost und im Frühsommer Hagel. Klima und Wetter machten nicht nur Pinons das Leben und das Überleben in den letzten Jahren schwer. Denn alles entscheidend für das Wohl und Wehe des familiären Kontos ist der Zeitpunkt der Lese. Er hat sich durch den Klimawandel radikal nach vorne verschoben, findet immer früher statt, mit noch nicht bekannten Folgen für Mikrobiologie und Chemie, aber auch für Stil und Qualität der Weine. Der Klimawandel stellt die Winzer an der Loire vor enorme Herausforderungen. Wer da nicht Böden und Reben so im Griff hat wie François und Julien Pinon, wird die Herausforderungen der Zukunft kaum bestehen.

Über 20 Jahre lang vertraten wir die wunderbaren Weine der Domaine Huet aus Vouvray hierzulande. Dann wurde der Betrieb unter wenig erfreulichen Umständen verkauft und Noel Pinguet, der über 30 Jahre lang für Weinbau und Keller, Stil und Qualität verantwortlich war, in den Ruhestand geschickt. Da für uns das menschliche Miteinander im Geschäftsleben wichtiger ist als der schnöde Mammon, quittierten wir aus Solidarität mit ihm die Geschäftsbeziehung. 

Mit François Pinon und seinem Sohn Julien können wir in Vouvray dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Mit Weinen, die denen von Huet der Pinguet-Zeit allemal ebenbürtig sind. Vater und Sohn Pinon machen die Rebsorte Chenin Blanc zu einer der spannendsten unter den Weißen der Welt. Wie keine andere steht sie für die Loire. Pinons zelebrieren sie in der ganzen Breite ihrer stilistischen Möglichkeiten. Dazu ernten sie die Trauben in aufwendig selektiver Handlese entsprechend der gewünschten Reife in mehreren Erntedurchgängen. Es beginnt mit den noch leicht unterreifen Trauben für den trockenen Schaumwein. Dann folgen die zunehmend reifen Trauben für die trockenen und halbtrockenen Weine, um schließlich aus den je nach Jahrgang verbleibenden überreifen oder gar edelfaulen Trauben ihre weltberühmten Süßweine zu keltern, die sie auf einem Niveau zelebrieren, das so nur an der Loire existiert und in der Welt des Weines seinesgleichen sucht.

François Pinon ist Quereinsteiger. Das macht ihn uns besonders sympathisch. Wir ziehen Quereinsteiger grundsätzlich dem klassischen Vater-Sohn-Betrieb vor, in dem es nur zu oft zum Generationenkonflikt kommt. Der bedeutet meist Stillstand. Quereinsteiger sind, so unsere Erfahrung, oft nicht nur kritischer, sondern auch selbstkritischer, deshalb dynamischer und innovativer. François Pinon z. B. war in seinem früheren Leben Kinderpsychologe. Trotzdem übernahm er den Betrieb, der sich seit 1786 über acht Generationen hinweg in Familienbesitz befindet, 1987 von seinem Vater. In Frankreich zählt Geschichte noch. Und Sohn Julien hat als Stadtplaner gearbeitet, bevor ihn die Familientradition zurück zu den Wurzeln holte. Auch er ein Quereinsteiger. Heute arbeiten beide zusammen daran, den Betrieb für die Zukunft fit zu machen. Die Grundlagen dafür hat Vater François 2003 gelegt. Er stellte damals auf zertifiziert biologischen Anbau um, weil er erkannte, daß guter Wein nur von lebendigem Boden kommen kann. Der ist reich an mikrobiellem Leben, kann also die entsprechende Nährstoffversorgung der Reben gewährleisten, um ohne Pestizide, Unkrautvernichtungsmittel und synthetischen Dünger wirtschaften zu können. Über ihre biologische Bewirtschaftung sorgen Vater und Sohn Pinon heute für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit ihrer Reben gegen Krankheiten ebenso, wie sie damit die Physiologie ihrer Reben so zu beeinflussen verstehen, daß sie die Stilistik ihrer Weine über den Erntezeitpunkt »einstellen« können. Biologischer Weinbau schmeckbar gemacht.

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Pinons Weingut liegt 5 Kilometer nordöstlich von Vouvray im Vallee de Cousse. Dort sind die Böden vielfälti. Sie bestehen auf dem Plateau über der Loire hauptsächlich aus Lehm, der auf unterschiedlich dichter und dicker Kalkablagerung liegt, und an den Hängen über der Loire aus diversen Feuerstein-Arten, die höhere und schnellere Traubenreife bringen. Die Sonneneinstrahlung, das Feuchtigkeitshaltevermögen der Böden und das Alter der Reben definieren die stilistische Bandbreite, die Pinons Weine besonders und die Rebsorte Chenin Blanc einzigartig macht. Sie ist übrigens die einzige Rebsorte, die hier gepflanzt werden darf. Optimale Adaption von Rebe und Standort. 

Das Lastenheft der Appellation Vouvray schreibt eine Pflanzdichte von 6 600 Reben/ha vor und setzt die Lese von Hand voraus. Bei Pinons erstreckt sie sich mit 25 Lesehelfern über 3 Wochen hinweg. Dabei geht es vor allem um die präzise Auswahl der Trauben, die ganz und unversehrt, also mit Stiel und Stengel, in die Presse kommen. Der Reifezustand der Rebsorte bestimmt den Lesezeitpunkt und damit die Stilistik der Weine. Auf diese Weise liefert Chenin Blanc grundverschiedene Weintypen, die sich nirgendwo sonst ähnlich charakteristisch ausprägen wie hier an der Loire. 

Die Ernte beginnt stets früh mit den Trauben für den Sekt. Darauf folgt, durch penible Auswahl der gesündesten Trauben am Rebstock, die Lese für den Sec, die trockenen Weine. Anschließend werden gezielt besonders reife Trauben für den berühmten Demi sec, den leicht süßen Vouvray, geerntet. Wenn die Witterungsbedingungen es erlauben, geht es schließlich in mehreren Lesedurchgängen an die mühsame Ernte der überreifen, von der Edelfäule befallenen Trauben für jene Weltklasse-Süßweine, die Vouvray Weltruf bescherten, den Moelleux und den Liquoreux.

Die Weinbereitung bei Familie Pinon ist unspektakulär rudimentär. Am fertigen Wein soll schließlich nichts verändert werden von dem, was die Natur geliefert hat. Nach der Ganztraubenpressung fällt der Most per Schwerkraft in große Edelstahltanks, in denen er einen Tag Zeit hat, sich auf natürliche Weise durch Sedimentation zu klären. Anschließend beginnt er auf natürliche Weise spontan zu gären. Wie viele andere Winzer in der Region, verfügen auch Pinons über einen in den Tuffstein der Region gehauenen Naturkeller, der viele hundert Jahre alt ist. Dort stehen nicht nur ihre Gärtanks aus Holz und Edelstahl, dort liegen auch die verschiedenen großen und kleinen Eichenfässer, in denen die Weine nach der Gärung reifen und lagern. Bis Ostern liegen alle Weine ungeschwefelt auf der Vollhefe. Dann werden sie von der Hefe abgezogen, leicht filtriert, und schließlich mit einer auf den jeweiligen Restzuckergehalt abgestimmten minimalen Schwefelung abgefüllt. 

Kein Hexenwerk also im Keller, sondern solides Handwerk. Die entscheidenden Arbeiten finden bei Pinons draußen im Weinberg statt. Dort müssen sie die Reben auf die vielen Niederschläge und die hohe Feuchtigkeit ebenso einstellen, wie auf die dramatisch steigenden Temperaturen und Hitzewellen der letzten Jahre. Zugleich drohen im Frühjahr Frost und im Frühsommer Hagel. Klima und Wetter machten nicht nur Pinons das Leben und das Überleben in den letzten Jahren schwer. Denn alles entscheidend für das Wohl und Wehe des familiären Kontos ist der Zeitpunkt der Lese. Er hat sich durch den Klimawandel radikal nach vorne verschoben, findet immer früher statt, mit noch nicht bekannten Folgen für Mikrobiologie und Chemie, aber auch für Stil und Qualität der Weine. Der Klimawandel stellt die Winzer an der Loire vor enorme Herausforderungen. Wer da nicht Böden und Reben so im Griff hat wie François und Julien Pinon, wird die Herausforderungen der Zukunft kaum bestehen.

2020 Vouvray sec François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (22,67 €* / 1 l)

17,00 €*
2018 Vouvray »BRUT« Méthode traditionnelle François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (24,00 €* / 1 l)

18,00 €*
2017 Vouvray »Petillant Brut« François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (24,00 €* / 1 l)

18,00 €*
2019 Vouvray »Silex Noir« demi-sec François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (26,67 €* / 1 l)

20,00 €*
2020 Vouvray »Les Deronnieres« sec François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (28,00 €* / 1 l)

21,00 €*

Inhalt: 0.75 l (28,00 €* / 1 l)

21,00 €*
2018 Vouvray »Moelleux« François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (30,67 €* / 1 l)

23,00 €*
1997 Vouvray »Liquoreux Botrytis« François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (78,67 €* / 1 l)

59,00 €*
1989 Vouvray »Réserve Passerilée« François et Julien Pinon

Inhalt: 0.75 l (92,00 €* / 1 l)

69,00 €*