Marietta Cellars

Wein von alten Reben, wie man ihn bei uns kaum noch erleben kann ...

Das neue LOT »Old Vine Red« wird ab Februar 2023 lieferbar sein.


Teure Weine gibt es reichlich in Amerika. Doch »teuer« bedeutet noch lange nicht »gut«, selbst wenn die Bewertungen hoch sind. Deshalb führten uns schon vor 25 Jahren die Wege zu Chris Bilbro. Keiner hatte damals so tolle Weine für den Dollar wie er in Kalifornien. Sein »Old Vine Red« wurde zum meistverkauften Wein in unserem Programm. Das war 1994. Tausende von Flaschen verkauften wir damals. Von deren offensichtlich glücklichen Besitzern werden wir noch heute immer wieder nach dem Wein gefragt. Hier ist er wieder! Nach langer Pause. Unser »REDS« war so erfolgreich, daß er Mariettas »Old Vine Red« aus dem Programm verdrängte. Jetzt importieren wir ihn wieder, weil unser REDS Vergangenheit ist. Leider ist Chris Bilbro inzwischen verstorben. Doch sein Sohn Scot (Bild oben) hat das Weingut übernommen und so knüpfen wir dort wieder an, wo wir vor 15 Jahren aufgehört haben.

Chris Bilbro hat ursprünglich Krankenhaus-Verwaltung studiert. Als er realisiert, daß er sich dabei vor allem mit Papierkram herumärgern muß, quittiert er den Job und kauft sich zusammen mit einem Partner die alte italienische Kellerei (Chris Eltern waren italienischer Abstammung) eines Onkels, der offenen Faßwein kaufte, den er in alten Fässern ausbaute und reifte. Chris erlernt das Faßwein-Geschäft von der Pieke auf, bringt es richtig zum Laufen und verkauft 1977 die Kellerei so gut, daß er vom Erlös Marietta Cellars gründen und aufbauen kann. Auch hier beginnt er zunächst, Faßweine zu kaufen. Im Laufe der Jahre gibt er den Faßwein-Zukauf aber auf und beginnt Trauben zu kaufen, die er in seiner Kellerei zu Wein verarbeitet. Aus der Kellerei wird ein Weingut, dem Chris mit einem einzigen Wein binnen weniger Jahre zum Durchbruch verhilft. Weil es damals in Kalifornien kaum einen Wein gibt, der echtes Trinkvergnügen zu fairem Preis verspricht, füllt er die Marktlücke mit einem Wein, den er »Old Vine Red« nennt. Einer so wilden wie ursprünglich ehrlichen Cuvée aus Zinfandel, Carignan, Petite Sirah und anderen alten, oft obskuren Rebsorten von historischen Weinbergen zwischen Sonoma und Mendocino, deren Trauben er billig kaufen kann, weil es für sie keinen Markt gibt. Um bei seinen Kunden Begehrlichkeit zu wecken, nummeriert er die Cuvée vom ersten Tag an durch. Sein »Old Vine Red« avanciert zu einem der erfolgreichsten Weine seiner Art in den USA.  

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In all den Jahren werden Chris Bilbro von Lieferanten und Freunden immer wieder Weinberge angeboten, die  mit alten Reben bestockt sind, deren Rebsorten niemand interessieren. Er kauft, und das über 25 Jahre hinweg. Heute verfügt Marietta Cellars über einen Schatz an Weinbergen, um den Familie Bilbro viele beneiden: 180 Hektar, bestockt mit teilweise uralten, fast durchweg wurzelechten Reben, meist Zinfandel, oft im Mischsatz mit anderen Rebsorten gepflanzt, ein wenig Riesling, Grenache, Mourvedre und andere alte Sorten, die es durch die Reblauskatastrophe bei uns in Europa zum Teil gar nicht mehr gibt. Robert Parker hat Chris Bilbros »Old Vine Red« nicht umsonst mit Châteauneuf du Pape verglichen, in dem 13 Rebsorten zugelassen sind. Ganz so wild hat es Chris Bilbro allerdings nie getrieben. 

Chris hat vier Söhne: Jake, Scot, Sam und Lucas. Er will nicht, daß sie im Weingut mitarbeiten. Sie sollen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Familie verdienen. Doch als Familie italienischer Abstammung ist der Zusammenhalt intensiv. Man ißt gemeinsam, der Vater geht auf die Jagd, das Gemüse wird im eigenen Garten angebaut, die Pasta stets selber gemacht und die Familie hält zusammen, wohin die Wege der Kinder auch führen. Jake, den ältesten, zieht es als ersten zurück ins Weinbusiness. Er kann das Weingut »Limerick Lane« im nahen Russian River kaufen und macht es zu einem der begehrtesten Zinfandel-Betriebe Kaliforniens. Bei uns im Programm. Bruder Scot zieht es in die Familie zurück. Er arbeitet einige Jahre mit Vater Chris zusammen und übernimmt nach dem Tod des Vaters das elterliche Weingut als Weinmacher und Regisseur. Bruder Sam kümmert sich auf dem eigenen Weingut in Santa Rosa um autochthone italienische Rebsorten und huldigt damit ebenfalls dem familiären Erbe. Nur Lucas hat bis heute mit Wein nichts zu tun.

»Ich möchte das Erbe meines Vaters fortführen«, meint Scot auf einer gemeinsamen Tour durch die weitverstreuten Parzellen der Familie. Er zeigt mir beeindruckend alte Rebstöcke, von denen manche dicken Baumstämmen ähneln. Sie sind schwer zu bearbeiten, weil sie groß sind und als mächtige einzelne Riesenrebstöcke im Weinberg stehen. Mechanisierung ist hier unmöglich. »Ohne unsere Mexikaner ginge hier gar nichts«, mein Scot und zeigt mir, wie aufwendig alleine der Rebschnitt bei diesen alten Reben ist. »So aufwendig sie zu bearbeiten sind, so sehr reizen sie mich, diese alten, wurzelechten Rebstöcke, die es so in Europa kaum noch gibt. Sie vermitteln ihren Weinen eine Kraft und Tiefe, die junge wie aufgepropfte Reben so niemals liefern können. Um dies noch zu forcieren bewirtschaften wir unsere Reben »sustainable«, also ohne synthetische Herbizide oder Düngemittel.« Die Fahrt durch die Weinberge ist eindrucksvoll. Jede einzelne Parzelle wird indviduell nach ihren Bedürfnissen begrünt, jede hat eine andere Form der Reberziehung, je nach Alter der Reben. Ein Wahnsinns-Aufwand, der ohne Mexikaner nicht zu bewerkstelligen wäre. Viele von ihnen sind schon in zweiter und dritter Generation bei Familie Bilbro beschäftigt. Sie sind das Rückgrat ihrer Produktion. Da droht die rigorose Trump´sche Immigrationspolitik zur ernsten Bedrohung der kalifornischen Weinwirtschaft zu werden. Ein ganz heißes Thema unter den Winzern Kaliforniens in diesen Tagen ...

»Mein Vater hat gerne mit Verschnitten gearbeitet. Allerdings nur bei unserem »Old Vine Red«, der deshalb keinen Jahrgang, sondern eine Lot-Nummer trägt. Wenn mein Vater es für nötig hielt, hat er Jahrgänge und einzelne Rebsorten miteinander verschnitten. Das verunsichert heute den modernen Weintrinker. Wenn er Verschnitt hört, denkt er an typisch italienisches Gemauschel im Keller. Das aber hat mit dem, was wir machen, nichts zu tun. Unser »Old Vine Red« ist dem Charakter unserer alten Reben gewidmet. Den soll er zeigen. Wir ernten die alten Reben als Mischsatz gemeinsam und wir verarbeiten sie gemeinsam. Da kommen also zahlreiche Rebsorten im gemischten Satz zusammen in die Kelter. Jedes Jahr reift jede Rebsorte aber anders aus. Also schmeckt sie jedes Jahr anders. Ich erlaube mir deshalb, einen Jahrgang mit einem anderen zu verschneiden, und wenn es mir nötig erscheint, auch mal eine Rebsorte mit einer anderen. Der so entstehende Wein soll die Kraft und Ausstrahlung haben, die seinen alten Reben gerecht wird. Jedes Lot soll auf seine Weise die Herkunft und den Charakter der alten Reben reflektieren, muß aber nicht zwangsläufig aus einem Jahrgang stammen. Für mich ist diese Art des Verschnitts die künstlerische Freiheit des Winzers,« erläutert Scot, um das entscheidende Argument zu seiner Sicht des Verschnitts zu liefern, während wir im Keller verkosten:

»Ich weiß, Europa ist skeptisch, wenn es Verschnitt hört. Dabei ist jeder Bordeaux ein Verschnitt. Genaugenommen sogar fast jeder Wein. Weißt du, ich verschneide lieber einen authentisch produzierten Wein mit einem anderen authentisch produzierten Wein, als daß ich Wasser zur Alkoholreduzierung zusetze oder mit den Chemikalien und Hilfsmitteln der modernen Önologie nachhelfe, die bei euch in Europa so die Regel sind, wie bei uns in Kalifornien. Da spricht nur niemand drüber. Ich garantiere dir, daß es bei uns kein »Megapurple« zur Farbaufbesserung gibt, keine Enzyme für die Aromen, keine Eichenchips als Holzersatz etc. etc. Mein Verschnitt ist echt. Er dient einer stilistischen Korrektur, ist also nicht der geschmacksverändernde Eingriff wie das, was ich gerade aufgezählt habe. Das mußt du deinen Kunden bitte so erklären . . .«. Gesagt, getan. Ich habe verstanden, worum es ihm geht. Scot kennt die Vorurteile der Europäer gegenüber den Weinen der neuen Welt genau, er ist schließlich mit einer Düsseldorferin verheiratet. Daß es seinen »Old Vine Red«, seine legendäre »Angeli«-Zinfandel-Cuvée und seinen Rosé, einen der schönsten Kaliforniens, wieder in Deutschland gibt, erfüllt ihn und seine Frau deshalb mit Stolz.

Das neue LOT »Old Vine Red« wird ab Februar 2023 lieferbar sein.


Teure Weine gibt es reichlich in Amerika. Doch »teuer« bedeutet noch lange nicht »gut«, selbst wenn die Bewertungen hoch sind. Deshalb führten uns schon vor 25 Jahren die Wege zu Chris Bilbro. Keiner hatte damals so tolle Weine für den Dollar wie er in Kalifornien. Sein »Old Vine Red« wurde zum meistverkauften Wein in unserem Programm. Das war 1994. Tausende von Flaschen verkauften wir damals. Von deren offensichtlich glücklichen Besitzern werden wir noch heute immer wieder nach dem Wein gefragt. Hier ist er wieder! Nach langer Pause. Unser »REDS« war so erfolgreich, daß er Mariettas »Old Vine Red« aus dem Programm verdrängte. Jetzt importieren wir ihn wieder, weil unser REDS Vergangenheit ist. Leider ist Chris Bilbro inzwischen verstorben. Doch sein Sohn Scot (Bild oben) hat das Weingut übernommen und so knüpfen wir dort wieder an, wo wir vor 15 Jahren aufgehört haben.

Chris Bilbro hat ursprünglich Krankenhaus-Verwaltung studiert. Als er realisiert, daß er sich dabei vor allem mit Papierkram herumärgern muß, quittiert er den Job und kauft sich zusammen mit einem Partner die alte italienische Kellerei (Chris Eltern waren italienischer Abstammung) eines Onkels, der offenen Faßwein kaufte, den er in alten Fässern ausbaute und reifte. Chris erlernt das Faßwein-Geschäft von der Pieke auf, bringt es richtig zum Laufen und verkauft 1977 die Kellerei so gut, daß er vom Erlös Marietta Cellars gründen und aufbauen kann. Auch hier beginnt er zunächst, Faßweine zu kaufen. Im Laufe der Jahre gibt er den Faßwein-Zukauf aber auf und beginnt Trauben zu kaufen, die er in seiner Kellerei zu Wein verarbeitet. Aus der Kellerei wird ein Weingut, dem Chris mit einem einzigen Wein binnen weniger Jahre zum Durchbruch verhilft. Weil es damals in Kalifornien kaum einen Wein gibt, der echtes Trinkvergnügen zu fairem Preis verspricht, füllt er die Marktlücke mit einem Wein, den er »Old Vine Red« nennt. Einer so wilden wie ursprünglich ehrlichen Cuvée aus Zinfandel, Carignan, Petite Sirah und anderen alten, oft obskuren Rebsorten von historischen Weinbergen zwischen Sonoma und Mendocino, deren Trauben er billig kaufen kann, weil es für sie keinen Markt gibt. Um bei seinen Kunden Begehrlichkeit zu wecken, nummeriert er die Cuvée vom ersten Tag an durch. Sein »Old Vine Red« avanciert zu einem der erfolgreichsten Weine seiner Art in den USA.  

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In all den Jahren werden Chris Bilbro von Lieferanten und Freunden immer wieder Weinberge angeboten, die  mit alten Reben bestockt sind, deren Rebsorten niemand interessieren. Er kauft, und das über 25 Jahre hinweg. Heute verfügt Marietta Cellars über einen Schatz an Weinbergen, um den Familie Bilbro viele beneiden: 180 Hektar, bestockt mit teilweise uralten, fast durchweg wurzelechten Reben, meist Zinfandel, oft im Mischsatz mit anderen Rebsorten gepflanzt, ein wenig Riesling, Grenache, Mourvedre und andere alte Sorten, die es durch die Reblauskatastrophe bei uns in Europa zum Teil gar nicht mehr gibt. Robert Parker hat Chris Bilbros »Old Vine Red« nicht umsonst mit Châteauneuf du Pape verglichen, in dem 13 Rebsorten zugelassen sind. Ganz so wild hat es Chris Bilbro allerdings nie getrieben. 

Chris hat vier Söhne: Jake, Scot, Sam und Lucas. Er will nicht, daß sie im Weingut mitarbeiten. Sie sollen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Familie verdienen. Doch als Familie italienischer Abstammung ist der Zusammenhalt intensiv. Man ißt gemeinsam, der Vater geht auf die Jagd, das Gemüse wird im eigenen Garten angebaut, die Pasta stets selber gemacht und die Familie hält zusammen, wohin die Wege der Kinder auch führen. Jake, den ältesten, zieht es als ersten zurück ins Weinbusiness. Er kann das Weingut »Limerick Lane« im nahen Russian River kaufen und macht es zu einem der begehrtesten Zinfandel-Betriebe Kaliforniens. Bei uns im Programm. Bruder Scot zieht es in die Familie zurück. Er arbeitet einige Jahre mit Vater Chris zusammen und übernimmt nach dem Tod des Vaters das elterliche Weingut als Weinmacher und Regisseur. Bruder Sam kümmert sich auf dem eigenen Weingut in Santa Rosa um autochthone italienische Rebsorten und huldigt damit ebenfalls dem familiären Erbe. Nur Lucas hat bis heute mit Wein nichts zu tun.

»Ich möchte das Erbe meines Vaters fortführen«, meint Scot auf einer gemeinsamen Tour durch die weitverstreuten Parzellen der Familie. Er zeigt mir beeindruckend alte Rebstöcke, von denen manche dicken Baumstämmen ähneln. Sie sind schwer zu bearbeiten, weil sie groß sind und als mächtige einzelne Riesenrebstöcke im Weinberg stehen. Mechanisierung ist hier unmöglich. »Ohne unsere Mexikaner ginge hier gar nichts«, mein Scot und zeigt mir, wie aufwendig alleine der Rebschnitt bei diesen alten Reben ist. »So aufwendig sie zu bearbeiten sind, so sehr reizen sie mich, diese alten, wurzelechten Rebstöcke, die es so in Europa kaum noch gibt. Sie vermitteln ihren Weinen eine Kraft und Tiefe, die junge wie aufgepropfte Reben so niemals liefern können. Um dies noch zu forcieren bewirtschaften wir unsere Reben »sustainable«, also ohne synthetische Herbizide oder Düngemittel.« Die Fahrt durch die Weinberge ist eindrucksvoll. Jede einzelne Parzelle wird indviduell nach ihren Bedürfnissen begrünt, jede hat eine andere Form der Reberziehung, je nach Alter der Reben. Ein Wahnsinns-Aufwand, der ohne Mexikaner nicht zu bewerkstelligen wäre. Viele von ihnen sind schon in zweiter und dritter Generation bei Familie Bilbro beschäftigt. Sie sind das Rückgrat ihrer Produktion. Da droht die rigorose Trump´sche Immigrationspolitik zur ernsten Bedrohung der kalifornischen Weinwirtschaft zu werden. Ein ganz heißes Thema unter den Winzern Kaliforniens in diesen Tagen ...

»Mein Vater hat gerne mit Verschnitten gearbeitet. Allerdings nur bei unserem »Old Vine Red«, der deshalb keinen Jahrgang, sondern eine Lot-Nummer trägt. Wenn mein Vater es für nötig hielt, hat er Jahrgänge und einzelne Rebsorten miteinander verschnitten. Das verunsichert heute den modernen Weintrinker. Wenn er Verschnitt hört, denkt er an typisch italienisches Gemauschel im Keller. Das aber hat mit dem, was wir machen, nichts zu tun. Unser »Old Vine Red« ist dem Charakter unserer alten Reben gewidmet. Den soll er zeigen. Wir ernten die alten Reben als Mischsatz gemeinsam und wir verarbeiten sie gemeinsam. Da kommen also zahlreiche Rebsorten im gemischten Satz zusammen in die Kelter. Jedes Jahr reift jede Rebsorte aber anders aus. Also schmeckt sie jedes Jahr anders. Ich erlaube mir deshalb, einen Jahrgang mit einem anderen zu verschneiden, und wenn es mir nötig erscheint, auch mal eine Rebsorte mit einer anderen. Der so entstehende Wein soll die Kraft und Ausstrahlung haben, die seinen alten Reben gerecht wird. Jedes Lot soll auf seine Weise die Herkunft und den Charakter der alten Reben reflektieren, muß aber nicht zwangsläufig aus einem Jahrgang stammen. Für mich ist diese Art des Verschnitts die künstlerische Freiheit des Winzers,« erläutert Scot, um das entscheidende Argument zu seiner Sicht des Verschnitts zu liefern, während wir im Keller verkosten:

»Ich weiß, Europa ist skeptisch, wenn es Verschnitt hört. Dabei ist jeder Bordeaux ein Verschnitt. Genaugenommen sogar fast jeder Wein. Weißt du, ich verschneide lieber einen authentisch produzierten Wein mit einem anderen authentisch produzierten Wein, als daß ich Wasser zur Alkoholreduzierung zusetze oder mit den Chemikalien und Hilfsmitteln der modernen Önologie nachhelfe, die bei euch in Europa so die Regel sind, wie bei uns in Kalifornien. Da spricht nur niemand drüber. Ich garantiere dir, daß es bei uns kein »Megapurple« zur Farbaufbesserung gibt, keine Enzyme für die Aromen, keine Eichenchips als Holzersatz etc. etc. Mein Verschnitt ist echt. Er dient einer stilistischen Korrektur, ist also nicht der geschmacksverändernde Eingriff wie das, was ich gerade aufgezählt habe. Das mußt du deinen Kunden bitte so erklären . . .«. Gesagt, getan. Ich habe verstanden, worum es ihm geht. Scot kennt die Vorurteile der Europäer gegenüber den Weinen der neuen Welt genau, er ist schließlich mit einer Düsseldorferin verheiratet. Daß es seinen »Old Vine Red«, seine legendäre »Angeli«-Zinfandel-Cuvée und seinen Rosé, einen der schönsten Kaliforniens, wieder in Deutschland gibt, erfüllt ihn und seine Frau deshalb mit Stolz.