Wein- und Sektkellerei Kirchmayr

Die Wein- und Sektkellerei Kirchmayr war ein sympathischer Familienbetrieb im unpopulären Mostviertel in Niederösterreich. In der dynamischen Selbstbeweihräucherungsszene Österreichs wirkten Kirchmayrs altmodisch und konservativ, unzeitgemäß uneilig. Sie strahlten souveräne Ruhe aus und eine noble Bescheidenheit, sie hatten Stil und vermittelten eine ganz eigene Kompetenz.

Tatsächlich wollten die »langsamen, entschleunigten Weine« von Familie Kirchmayr nie ins »schnelle« Bild österreichischer Turbo-Weißweine passen, die mit leicht verständlichem Duft und kaltem schnellem Fruchtgeschmack zum Inbegriff österreichischen Weines wurden.

Vor ein paar Jahren übernahm Sohn Andreas im Keller die Regie. Darauf hin wurden die spontane Vergärung und der langsame Holzfaß-Ausbau noch prägnanter spür- und schmeckbar in den Weinen. Sie wurden feiner, reintöniger und präziser, ohne ihre faszinierend »andere«, zeitlose Komplexität zu verlieren, die selbstbewußt jene Entschleunigung demonstrierte, die Kirchmayrs seit Dekaden mutig aus der österreichischen Reihe tanzen ließ. Kirchmayrs Weingut war ein Weingut ohne Reben. Kirchmayrs waren keine Winzer, sondern sie kauften Trauben von ausgesuchten, renommierten Lagen der Wachau, des Kamptales, des Kremstales und aus dem Donauland, die sie in ihren Kellergewölben in Weistrach vinifizierten. Sie taten dies seit Generationen mittels langfristiger Lieferverträge. Alles andere als »normal« war auch Kirchmayrs zweites Standbein: Gereifte Weißweine. In den tiefen, dunklen Kellern des Benediktinerstifts Seitenstetten im Mostviertel lagerten Kirchmayrs wahre Weinschätze, die sie erst nach fünf und mehr Jahren Flaschenlager als »Solisten« auf den Markt brachten. Anachronismus pur, huldigt man doch gerade in Österreich mit der Heurigen-Kultur dem Leitbild der Jugend. Auf ihre Weise waren Kirchamyrs das in Österreich, was Lopez Heredia in der Rioja ist. Wer den Unterschied zwischen Duft und Bukett kennenlernen und mit komplexen Aromen im Wein Erfahrung sammeln wollte, wer sich gerne auch im Glas entschleunigtem Genuß hingeben wollte, der war bei Famlie Kirchmayr richtig. Eine eigenwillige Ausnahme im schnellebigen Weißweingeschäft Österreichs.


Wir schreiben hier in der Vergangenheit, weil es das Weingut Kirchmayr seit Dezember 2019 nicht mehr gibt. Eine der großen Institutionen für reifen Weißwein auf der Welt hat damit ein Ende gefunden. Nach dem überraschenden Tod von Sohn Andreas fand sich niemand, der das Weingut fortführen konnte und wollte und so wurde es Ende 2019 liquidiert. Aus dem Nachlaß stammen die letzten großen reifen Veltliner, die wir hier anbieten. Eine Rebsorte, die, wenn so schonend und langsam ausgebaut wie bei Kirchmayrs, über dreißig und mehr Jahre reifen und sich entwickeln kann. 

Kirchmayrs fehlen uns. Ihren souveränen Esprit gelebten Understatements, ihre störrische Beharrlichkeit, aber auch ihre fröhliche Vision eines anderen, bewußt unmodernen und damit avantgardistisch altmodischen Weißweines werden wir fortleben lassen in unseren Herzen. Wir verdanken Familie Kirchmayr besondere Erlebnisse, nicht missen wollende Erfahrungen, Warmherzigkeit, Menschlichkeit und eine selten gewordene Loyalität. Danke dafür!

Die Wein- und Sektkellerei Kirchmayr war ein sympathischer Familienbetrieb im unpopulären Mostviertel in Niederösterreich. In der dynamischen Selbstbeweihräucherungsszene Österreichs wirkten Kirchmayrs altmodisch und konservativ, unzeitgemäß uneilig. Sie strahlten souveräne Ruhe aus und eine noble Bescheidenheit, sie hatten Stil und vermittelten eine ganz eigene Kompetenz.

Tatsächlich wollten die »langsamen, entschleunigten Weine« von Familie Kirchmayr nie ins »schnelle« Bild österreichischer Turbo-Weißweine passen, die mit leicht verständlichem Duft und kaltem schnellem Fruchtgeschmack zum Inbegriff österreichischen Weines wurden.

Vor ein paar Jahren übernahm Sohn Andreas im Keller die Regie. Darauf hin wurden die spontane Vergärung und der langsame Holzfaß-Ausbau noch prägnanter spür- und schmeckbar in den Weinen. Sie wurden feiner, reintöniger und präziser, ohne ihre faszinierend »andere«, zeitlose Komplexität zu verlieren, die selbstbewußt jene Entschleunigung demonstrierte, die Kirchmayrs seit Dekaden mutig aus der österreichischen Reihe tanzen ließ. Kirchmayrs Weingut war ein Weingut ohne Reben. Kirchmayrs waren keine Winzer, sondern sie kauften Trauben von ausgesuchten, renommierten Lagen der Wachau, des Kamptales, des Kremstales und aus dem Donauland, die sie in ihren Kellergewölben in Weistrach vinifizierten. Sie taten dies seit Generationen mittels langfristiger Lieferverträge. Alles andere als »normal« war auch Kirchmayrs zweites Standbein: Gereifte Weißweine. In den tiefen, dunklen Kellern des Benediktinerstifts Seitenstetten im Mostviertel lagerten Kirchmayrs wahre Weinschätze, die sie erst nach fünf und mehr Jahren Flaschenlager als »Solisten« auf den Markt brachten. Anachronismus pur, huldigt man doch gerade in Österreich mit der Heurigen-Kultur dem Leitbild der Jugend. Auf ihre Weise waren Kirchamyrs das in Österreich, was Lopez Heredia in der Rioja ist. Wer den Unterschied zwischen Duft und Bukett kennenlernen und mit komplexen Aromen im Wein Erfahrung sammeln wollte, wer sich gerne auch im Glas entschleunigtem Genuß hingeben wollte, der war bei Famlie Kirchmayr richtig. Eine eigenwillige Ausnahme im schnellebigen Weißweingeschäft Österreichs.


Wir schreiben hier in der Vergangenheit, weil es das Weingut Kirchmayr seit Dezember 2019 nicht mehr gibt. Eine der großen Institutionen für reifen Weißwein auf der Welt hat damit ein Ende gefunden. Nach dem überraschenden Tod von Sohn Andreas fand sich niemand, der das Weingut fortführen konnte und wollte und so wurde es Ende 2019 liquidiert. Aus dem Nachlaß stammen die letzten großen reifen Veltliner, die wir hier anbieten. Eine Rebsorte, die, wenn so schonend und langsam ausgebaut wie bei Kirchmayrs, über dreißig und mehr Jahre reifen und sich entwickeln kann. 

Kirchmayrs fehlen uns. Ihren souveränen Esprit gelebten Understatements, ihre störrische Beharrlichkeit, aber auch ihre fröhliche Vision eines anderen, bewußt unmodernen und damit avantgardistisch altmodischen Weißweines werden wir fortleben lassen in unseren Herzen. Wir verdanken Familie Kirchmayr besondere Erlebnisse, nicht missen wollende Erfahrungen, Warmherzigkeit, Menschlichkeit und eine selten gewordene Loyalität. Danke dafür!

Inhalt: 0.75 l (25,33 €* / 1 l)

19,00 €*

Inhalt: 0.75 l (37,33 €* / 1 l)

28,00 €*

Inhalt: 0.75 l (52,00 €* / 1 l)

39,00 €*

Inhalt: 0.75 l (58,67 €* / 1 l)

44,00 €*