Duxoup Wine Works

Vorurteile wollen gepflegt werden. Kalifornische Weine leiden unter grundsätzlichen Vorurteilen, die wir Europäer gegen sie haben. Die Kultur haben demnach wir gepachtet, weil wir sie haben, die Tradition, die »die da drüben« nicht haben. Genau. So einfach ist das. Ohne jemals »drüben« gewesen zu sein, wissen wir, wie »die Amis« ticken, wer sie sind, was sie essen, trinken und wie sie leben. Mal nachzudenken über unseren dümmlich fehlinterpretierten Begriff der »Tradition« scheint nicht nötig.

Am liebsten würden wir jeden dieser vorurteilsbeladenen Nichtwisser mitnehmen zu Andy und Deborah Cutter. Die beiden betreiben ein winziges Weingut im Nordwesten des malerischen Dry Creek Valley, eineinhalb Autostunden nördlich von San Francisco. Obwohl schon 1981 gegründet, kennt »Duxoup Wine Works« selbst vor Ort kaum jemand. Es gibt weder ein Schild, noch ist es das, was man sich unter einem »richtigen« Weingut vorstellt. Die beiden haben ihren Keller einfach unter ihr Wohnhaus gebaut. 

Dort produzieren sie in homöopathischer Dosierung schrullig altmodische Weine aus Rebsorten, die, zumal aus Kalifornien, freiwillig niemand kauft, weil man sie mit Kalifornien nicht verbindet. Dabei waren sie es, die hier zuerst angebaut wurden und es damals, lange vor Cabernet und Chardonnay, durchaus zu einigem Ruhm brachten: Charbono, Gamay, Dolcetto und Sangiovese. Ohne neues Holz, dafür voller Frucht und trinkfröhlicher Saftigkeit, ohne Mega-Konzentration, ohne Punkte-Jubel und ohne Presse-Hype. Dieses Juwel hat noch niemand entdeckt. Dem eitlen Weinzirkus verweigern sich Deborah und Andy beharrlich. Sie schicken ihre Weine nach der Abfüllung in ein klimatisiertes Warehouse, von wo aus sie verschickt werden. Sie haben keinen Tastingroom und Wein kaufen kann man bei ihnen auch nicht. Nur trinken.

Sie leben in einem Holzhaus im Wald, das voller liebevoller Details steckt und an Gemütlichkeit kaum zu überbieten ist. Hier stehen Hunderte von Büchern im Regal, hier wird Vinyl gehört und Fernsehen gibt es nicht. Sie haben ihr Haus selbst gebaut. Von Grund auf. Viele Jahre haben sie daran gearbeitet. Energetisch sind sie unabhängig. Strom und Wärme verdanken sie der Photovoltaik. Das Wasser kommt aus dem eigenen Brunnen. Man könnte meinen, die beiden sind Spinner, Alt-Hippies, Weltfremde. Weit gefehlt. Beide sind Naturwissenschaftler, sie Biologin, er Ingenieur. Beide haben aber auch das Weinmachen von der Pike auf in renommierten Betrieben des Napa Valley gelernt. Als Naturwissenschaftler haben sie dann schnell bemerkt, daß ihnen die moderne Weinwelt nicht das gibt, was sie im Wein suchen und von ihm erwarten: Seele und Unabhängigkeit von Technik und »Fortschritt« durch so überschaubare wie beherrschbare Dimension; Freude an einer Qualität, die sich für sie im Respekt vor alter Kultur und vergessenen Traditionen manifestiert.

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Seit 1981 produzieren Andy und Deborah Cutter im Eine-Frau-ein-Mann-Betrieb Naturweine im besten Sinne. Sie haben weder Mitarbeiter noch eine Pumpe im Keller. Ihre Weine werden nur per Schwerkraft bewegt. Ihr Keller ist winzig, aber zweckmäßig auf jeden Handgriff ausgerichtet. Kein Computer, keine überflüssige Technik, nur Tanks und Fässer, Schläuche und eine alte Presse. Ach ja, und eine alte Abfüllanlage, die Andy als versierter Tüftler und Ingenieur modifiziert hat, weil ihm die Füllung per Schwerkraft zu schnell (!) ging. Zusammen mit einem Freund hat er eine Vorrichtung gebaut, die den Wein nun langsamer als per Schwerkraft in die Flasche befördert. Schrullige Anti-Technik für schrullige Weine aus profunder naturwissenschaftlicher Kompetenz und Erfahrung heraus. So werden Duxoup-Weine seit über dreißig Jahren mit weniger als 20 mg freiem Schwefel gefüllt. Es geht also. Sie reifen trotzdem über viele Jahre hinweg ausgezeichnet. Können und Erfahrung, Anspruch und Sorgfalt, präzise Reife und sorgfältig ausgelesenes gesundes Lesegut garantieren, daß die Weine von Duxoup frei von Fehlern sind. Sie waren schon Naturweine, bevor der Trend den Stempel brauchte. Und so halten sie gestern wie heute jedem noch so angesagten Naturweinwinzer in Europa souverän den Spiegel vor.

Dabei besitzen Cutters kaum eigene Reben. Nur ein paar Hektar Gamay, die direkt hinter ihrem Haus stehen, gehören ihnen. Die Trauben, die sie ansonsten verarbeiten, stammen weitgehend von zertifiziert biologisch bewirtschafteten Parzellen, die u. a. ihre Freunde und Nachbarn Ray und Lori Teldeschi seit über 50 Jahren in Familienbesitz bewirtschaften. Auch hier visionäre Qualitätsphilosophie in aufwendiger Handarbeit. »Altmodisch« nennen wir das in der alten Welt, mit negativem Zungenschlag.

»Duxoup Wine Works«, benannt nach dem legendären Film »Duck Soup« der Marx Brothers, steht für Weine, von denen es nur wenige hundert Kartons gibt. Sie wagen den ursprünglichen Charakter puren Handwerks, wie es bei uns in Deutschland kaum noch existiert und eher belächelt, denn als Vorbild gesehen wird. So vermitteln sie visionär untechnisch die Ausstrahlung ihrer Natur. Und doch sind sie durch und durch geplant, nur eben ohne die Mittelchen der modernen Önologie. Andy Cutter ist belesen. Er kennt die neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen rund um die moderne Önologie und hat die Erfahrung des Alters, um sie beurteilen und bewerten zu können. Seine Weine mögen altmodisch wirken, tatsächlich sind sie visionäre Avantgarde. Weine von morgen. Wegweisend in einem »modernen« Kalifornien, dessen gefeierte »Kult-Weinmacher“ kein noch so banales Klischees auslassen auf der Jagd nach Punkten, Anerkennung und Geld.

Diese Hochglanz-Realität Kaliforniens zieht an Cutters kleinem Paradies geräuschlos vorüber. Selbstbewußt stehen ihre Weine auf der natürlichen Seite in Extraktion und Konzentration. Sie kommen sprichwörtlich süffig und trinkfröhlich daher, weder von neuem Holzfaß noch vom Extraktionswahn der Punktejäger entstellt. Cutters Weine geben sich wunderbar natürlich in Farbe, Stil und Charakter. Sie sind phantastische Begleiter zu aromatischer Frischküche und in sich ruhende, glücklich eigenwillige Weincharaktere, unberührt von Zeitgeist, Moden und Trends. Solche Weine und Winzer belächeln wir in Europa heute, um sie morgen oder übermorgen in ihrer schwerelosen Süffigkeit und beglückenden Unbeschwertheit als den nächsten großen Trend zu feiern. Dafür allerdings gibt es zu wenig Wein von Duxoup, und das ist gut so. Wer weiß, wie lange Debbie und Andy uns überhaupt noch mit ihren Weinen beglücken ...

Vorurteile wollen gepflegt werden. Kalifornische Weine leiden unter grundsätzlichen Vorurteilen, die wir Europäer gegen sie haben. Die Kultur haben demnach wir gepachtet, weil wir sie haben, die Tradition, die »die da drüben« nicht haben. Genau. So einfach ist das. Ohne jemals »drüben« gewesen zu sein, wissen wir, wie »die Amis« ticken, wer sie sind, was sie essen, trinken und wie sie leben. Mal nachzudenken über unseren dümmlich fehlinterpretierten Begriff der »Tradition« scheint nicht nötig.

Am liebsten würden wir jeden dieser vorurteilsbeladenen Nichtwisser mitnehmen zu Andy und Deborah Cutter. Die beiden betreiben ein winziges Weingut im Nordwesten des malerischen Dry Creek Valley, eineinhalb Autostunden nördlich von San Francisco. Obwohl schon 1981 gegründet, kennt »Duxoup Wine Works« selbst vor Ort kaum jemand. Es gibt weder ein Schild, noch ist es das, was man sich unter einem »richtigen« Weingut vorstellt. Die beiden haben ihren Keller einfach unter ihr Wohnhaus gebaut. 

Dort produzieren sie in homöopathischer Dosierung schrullig altmodische Weine aus Rebsorten, die, zumal aus Kalifornien, freiwillig niemand kauft, weil man sie mit Kalifornien nicht verbindet. Dabei waren sie es, die hier zuerst angebaut wurden und es damals, lange vor Cabernet und Chardonnay, durchaus zu einigem Ruhm brachten: Charbono, Gamay, Dolcetto und Sangiovese. Ohne neues Holz, dafür voller Frucht und trinkfröhlicher Saftigkeit, ohne Mega-Konzentration, ohne Punkte-Jubel und ohne Presse-Hype. Dieses Juwel hat noch niemand entdeckt. Dem eitlen Weinzirkus verweigern sich Deborah und Andy beharrlich. Sie schicken ihre Weine nach der Abfüllung in ein klimatisiertes Warehouse, von wo aus sie verschickt werden. Sie haben keinen Tastingroom und Wein kaufen kann man bei ihnen auch nicht. Nur trinken.

Sie leben in einem Holzhaus im Wald, das voller liebevoller Details steckt und an Gemütlichkeit kaum zu überbieten ist. Hier stehen Hunderte von Büchern im Regal, hier wird Vinyl gehört und Fernsehen gibt es nicht. Sie haben ihr Haus selbst gebaut. Von Grund auf. Viele Jahre haben sie daran gearbeitet. Energetisch sind sie unabhängig. Strom und Wärme verdanken sie der Photovoltaik. Das Wasser kommt aus dem eigenen Brunnen. Man könnte meinen, die beiden sind Spinner, Alt-Hippies, Weltfremde. Weit gefehlt. Beide sind Naturwissenschaftler, sie Biologin, er Ingenieur. Beide haben aber auch das Weinmachen von der Pike auf in renommierten Betrieben des Napa Valley gelernt. Als Naturwissenschaftler haben sie dann schnell bemerkt, daß ihnen die moderne Weinwelt nicht das gibt, was sie im Wein suchen und von ihm erwarten: Seele und Unabhängigkeit von Technik und »Fortschritt« durch so überschaubare wie beherrschbare Dimension; Freude an einer Qualität, die sich für sie im Respekt vor alter Kultur und vergessenen Traditionen manifestiert.

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Seit 1981 produzieren Andy und Deborah Cutter im Eine-Frau-ein-Mann-Betrieb Naturweine im besten Sinne. Sie haben weder Mitarbeiter noch eine Pumpe im Keller. Ihre Weine werden nur per Schwerkraft bewegt. Ihr Keller ist winzig, aber zweckmäßig auf jeden Handgriff ausgerichtet. Kein Computer, keine überflüssige Technik, nur Tanks und Fässer, Schläuche und eine alte Presse. Ach ja, und eine alte Abfüllanlage, die Andy als versierter Tüftler und Ingenieur modifiziert hat, weil ihm die Füllung per Schwerkraft zu schnell (!) ging. Zusammen mit einem Freund hat er eine Vorrichtung gebaut, die den Wein nun langsamer als per Schwerkraft in die Flasche befördert. Schrullige Anti-Technik für schrullige Weine aus profunder naturwissenschaftlicher Kompetenz und Erfahrung heraus. So werden Duxoup-Weine seit über dreißig Jahren mit weniger als 20 mg freiem Schwefel gefüllt. Es geht also. Sie reifen trotzdem über viele Jahre hinweg ausgezeichnet. Können und Erfahrung, Anspruch und Sorgfalt, präzise Reife und sorgfältig ausgelesenes gesundes Lesegut garantieren, daß die Weine von Duxoup frei von Fehlern sind. Sie waren schon Naturweine, bevor der Trend den Stempel brauchte. Und so halten sie gestern wie heute jedem noch so angesagten Naturweinwinzer in Europa souverän den Spiegel vor.

Dabei besitzen Cutters kaum eigene Reben. Nur ein paar Hektar Gamay, die direkt hinter ihrem Haus stehen, gehören ihnen. Die Trauben, die sie ansonsten verarbeiten, stammen weitgehend von zertifiziert biologisch bewirtschafteten Parzellen, die u. a. ihre Freunde und Nachbarn Ray und Lori Teldeschi seit über 50 Jahren in Familienbesitz bewirtschaften. Auch hier visionäre Qualitätsphilosophie in aufwendiger Handarbeit. »Altmodisch« nennen wir das in der alten Welt, mit negativem Zungenschlag.

»Duxoup Wine Works«, benannt nach dem legendären Film »Duck Soup« der Marx Brothers, steht für Weine, von denen es nur wenige hundert Kartons gibt. Sie wagen den ursprünglichen Charakter puren Handwerks, wie es bei uns in Deutschland kaum noch existiert und eher belächelt, denn als Vorbild gesehen wird. So vermitteln sie visionär untechnisch die Ausstrahlung ihrer Natur. Und doch sind sie durch und durch geplant, nur eben ohne die Mittelchen der modernen Önologie. Andy Cutter ist belesen. Er kennt die neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen rund um die moderne Önologie und hat die Erfahrung des Alters, um sie beurteilen und bewerten zu können. Seine Weine mögen altmodisch wirken, tatsächlich sind sie visionäre Avantgarde. Weine von morgen. Wegweisend in einem »modernen« Kalifornien, dessen gefeierte »Kult-Weinmacher“ kein noch so banales Klischees auslassen auf der Jagd nach Punkten, Anerkennung und Geld.

Diese Hochglanz-Realität Kaliforniens zieht an Cutters kleinem Paradies geräuschlos vorüber. Selbstbewußt stehen ihre Weine auf der natürlichen Seite in Extraktion und Konzentration. Sie kommen sprichwörtlich süffig und trinkfröhlich daher, weder von neuem Holzfaß noch vom Extraktionswahn der Punktejäger entstellt. Cutters Weine geben sich wunderbar natürlich in Farbe, Stil und Charakter. Sie sind phantastische Begleiter zu aromatischer Frischküche und in sich ruhende, glücklich eigenwillige Weincharaktere, unberührt von Zeitgeist, Moden und Trends. Solche Weine und Winzer belächeln wir in Europa heute, um sie morgen oder übermorgen in ihrer schwerelosen Süffigkeit und beglückenden Unbeschwertheit als den nächsten großen Trend zu feiern. Dafür allerdings gibt es zu wenig Wein von Duxoup, und das ist gut so. Wer weiß, wie lange Debbie und Andy uns überhaupt noch mit ihren Weinen beglücken ...

Inhalt: 0.75 l (30,67 €* / 1 l)

23,00 €*