Les Chemins de Bassac

Kleine Weine, ganz groß und mit Mehrwert!

Eine Geschichte wie aus dem Groschenroman. Ein junges Paar im brasilianischen Sao Paolo beschließt 2015 im Zeichen der ökonomischen wie politischen Krise des Landes, alles aufzugeben, um seinen Kindern eine Zukunft frei von täglicher Gewalt in der Kultur menschlichen Zusammenlebens ermöglichen zu können. Bruno Trigueiro und seine Frau Thama geben ihr Architekturbüro auf und verkaufen ihren gesamten Besitz. Weil Bruno einen Teil seiner Kindheit in Frankreich verbracht hat und die Sprache spricht, zieht es die beiden dorthin. Sie wissen aber nicht, womit sie ihren Unterhalt verdienen sollen. Sie landen in der Provence. Dort kommt Bruno zum ersten Mal mit Wein in Berührung. Der beginnt ihn spontan zu faszinieren. Sein Schwager, ein reicher Investor aus den USA, besucht die beiden in Südfrankreich und im Laufe der Gespräche keimt, trotz fehlender Erfahrung und Wissens, der Wunsch nach einem Weingut auf. Sie fangen an zu suchen, engagieren eine Agentur, die ihnen diverse Projekte vorstellt, im Frühsommer 2016 landen die drei schließlich bei Isabelle und Remy Ducellier im Languedoc, die ihr Weingut »Les Chemins de Bassac« verkaufen möchten, um den Bauernhof von Isabelles Eltern im französischen Südwesten übernehmen zu können.

Man wird handelseinig, denn für Trigueiros kommt nur ein Biobetrieb infrage. »Les Chemins de Bassac« ist seit 1999 zertifiziert und hat darüberhinaus alles, was die drei Glücksritter suchen, einen gut ausgestatteten Keller, 20 ha exzellenter Weinberge und weil Bruno, der den Betrieb leiten soll, keinerlei Ahnung von Wein hat, bietet Remy zudem an, ihn zwei Jahre lang auszubilden und auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Trigueiros ziehen nach Puimisson im Hinterland von Bezier, mitten ins Languedoc, von dem sie bis dahin nicht gehört haben. Sie beginnen den Beruf der Winzerei von der Pieke auf zu lernen. Remy ist ein exzellenter Lehrmeister, Bruno ein leidenschaftlich lernender und hart arbeitender Schüler. Die Ernte 2016 und 2017 keltern sie zusammen, den Jahrgang 2018 absolviert Bruno bereits alleine. Selbstbewußt verändert er die ersten Dinge und zusammen mit seiner Frau geht er die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung an, der Jahrgang 2019 wird Demeter® zertifiziert sein.

Quereinsteiger lernen schnell und produzieren oft spannendere Weine als der klassische Vater-Sohn-Betrieb, der sich nur zu oft selbst im Weg steht. So auch hier: Während sich Remy stets auf die Sicherheit im Keller berief, deshalb seine Moste mit Reinzuchthefe vergor, sicher abschwefelte und die Rotweine kräftig extrahierte, um sie wirkungsvoll und dicht zu machen, reduziert Bruno schon in seinem ersten eigenen Jahrgang behutsam die Extraktion, um feinere und geschmeidigere Gerbstoffe zu erzielen, er schwefelt seine Weine nur minimal und stellt die Vergärung all seiner Weine auf natürliche Wildhefe um. Prompt präsentieren sich die Weine von »Les Chemins de Bassac« ab dem Jahrgang 2018 seidiger, saftiger, delikater und lebendiger als sie es je zuvor waren.

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Es ist einer dieser historisch heißen Tage des Sommers 2019 im Languedoc. Wir besuchen »Les Chemins de Bassac« und Thama und Bruno Trigueiro an ihrer neuen Wirkungsstätte. Das Weingut haben wir seit knapp zwanzig Jahren im Programm. Oft schon waren wir hier. Das viel zu große Kellereigebäude, das Ducelliers damals als Glücksfall aus einer Insolvenz kaufen konnten (man kann im Languedoc zwar fast beliebig Rebflächen kaufen, entsprechende Kellereigebäude aber sind Mangelware, ein Neubau ist teuer und wird oft nur viele Kilometer von den Reben entfernt genehmigt), hat sich nicht verändert. Es wird noch immer nur zu einem kleinen Teil genutzt. Bruno verwendet Remys Fässer und Kellertechnik, die Weinbereitung aber hat er behutsam verändert und verfeinert, denn Bruno geht es nicht um Sicherheit, ihm geht es um maximale Natürlichkeit. Er braucht keine Önologie im Keller. Seine Weine sind unfiltriert und ungeschönt, nur minimal geschwefelt und werden im Keller in ihrer Entwicklung geleitet, nicht aber »gemacht«. Bruno lehnt geschmacksverändernde Eingriffe ab. Um sich das leisten zu können, braucht er kerngesunde, nährstoffreiche Trauben. Die liefern ihm gesunde, lebendige Böden, wie unser gemeinsamer Gang durch die Weinberge beweist. Während bei den konventionell wirtschaftenden Nachbarn die Reben sichtlich unter der Trockenheit des Jahrgangs 2019 leiden, stehen seine Reben - siehe unsere Bilder - da wie eine Eins. Sie befinden sich noch im generativen Wachstum, die Blattfarben sind perfekt, die Trauben sind, bis auf gelegentlichen Sonnenbrand, kerngesund. Bruno hat, anders als seine Nachbarn, die Ausdünnung des Blattwerkes ausgesetzt, als sich Trockenheit und Hitze ankündigen. 

Der Klimawandel fordert die Winzer der Welt heraus. Immer mehr Reben, egal wo in Europa, leiden unter Sonne, Hitze und Trockenstress. Bruno hat in diesem Jahrgang der Extreme endgültig verstanden, wie gut seine 20 Hektar Reben stehen, auf von ständigem Wind gekühlten, tiefgründig kalkig-lehmigen Terrassen zwischen 100 und 200 m über dem Meer und fast vollständig von Eichen, Mandel- und Obstbäumen umgeben, die seine Reben über Mykorrhiza-Pilzkulturen mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgen. Bisher hat sich Bruno vor allem mit der Weinbereitung beschäftigt. Weil sie reibungslos verlief, hat er sich noch nicht  mit den Auswirkungen von Boden und Lage auf seine Philosophie im Keller beschäftigen müssen. 

»Jetzt will ich die Sache mit dem Boden lernen«, meint Bruno. Wir berichten ihm von Permakultur-Projekten im Weinbau, die noch in den Kinderschuhen stecken, aber spannende Lösungsansätze versprechen. Wir diskutieren, wie radikal sich der Weinbau in den kommenden Jahren verändern muß (und wird), denn nur über eine beherrschbare Betriebsgröße, differenziertes Verständnis der Bodenmechanismen und ausgeklügelte biologische Diversität im und um den Weinberg herum wird den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen sein. Bruno hat nicht umsonst umgestellt auf Biodynamik. Seine Rebfläche will er keinesfalls vergrößern. Er möchte mit seinen zwei Mitarbeitern schnell im Weinberg auf Klima und Pilzdruck, den man im Languedoc bisher nicht kannte, reagieren können.

Trigueiros werden ihren Weg gehen. Sie sind bescheiden und ehrlich, ambitioniert und selbstkritisch. Hart arbeitet Thama an der Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes, die auf Kante genäht ist. Wichtige alte Kunden haben ihnen nach dem Verkauf des Weingutes den Rücken gekehrt, weil sich Trigueiros preislich nicht erpressen ließen. Doch zunehmend finden neue Kunden den Weg nach Puimisson, die Qualität honorieren und die Preise nicht diskutieren. Thamas und Brunos Konzept »RAÏZ« beginnt zu greifen.

Weine wie die von »Les Chemins de Bassac« werden in der Weinschwemme des Languedoc leicht übersehen. Sie sind zu leise, weil nicht von »berühmten« Önologen in Szene gesetzt, und sie sind zu ehrlich und damit zu wenig »spektakulär« für einen Weinzirkus, der aus Mücken gerne Elefanten macht, die Suche nach der Nadel im Heuhaufen aber nicht auf sich zu nehmen bereit ist. Dabei sind es Weine, die ihren Käufern maximal natürlichen Genusswert zu einem Preis garantieren, der es ihnen ermöglicht, ohne die geschmacklichen Manipulationen der modernen Önologie auszukommen (hier mehr dazu | auf PDF klicken, lesen und sich wundern). Für uns sind die Weine von Thama und Bruno Trigueiro echte Perlen im Weinsee, in denen weit mehr steckt als nur banal »gut« zu schmecken.

Eine Geschichte wie aus dem Groschenroman. Ein junges Paar im brasilianischen Sao Paolo beschließt 2015 im Zeichen der ökonomischen wie politischen Krise des Landes, alles aufzugeben, um seinen Kindern eine Zukunft frei von täglicher Gewalt in der Kultur menschlichen Zusammenlebens ermöglichen zu können. Bruno Trigueiro und seine Frau Thama geben ihr Architekturbüro auf und verkaufen ihren gesamten Besitz. Weil Bruno einen Teil seiner Kindheit in Frankreich verbracht hat und die Sprache spricht, zieht es die beiden dorthin. Sie wissen aber nicht, womit sie ihren Unterhalt verdienen sollen. Sie landen in der Provence. Dort kommt Bruno zum ersten Mal mit Wein in Berührung. Der beginnt ihn spontan zu faszinieren. Sein Schwager, ein reicher Investor aus den USA, besucht die beiden in Südfrankreich und im Laufe der Gespräche keimt, trotz fehlender Erfahrung und Wissens, der Wunsch nach einem Weingut auf. Sie fangen an zu suchen, engagieren eine Agentur, die ihnen diverse Projekte vorstellt, im Frühsommer 2016 landen die drei schließlich bei Isabelle und Remy Ducellier im Languedoc, die ihr Weingut »Les Chemins de Bassac« verkaufen möchten, um den Bauernhof von Isabelles Eltern im französischen Südwesten übernehmen zu können.

Man wird handelseinig, denn für Trigueiros kommt nur ein Biobetrieb infrage. »Les Chemins de Bassac« ist seit 1999 zertifiziert und hat darüberhinaus alles, was die drei Glücksritter suchen, einen gut ausgestatteten Keller, 20 ha exzellenter Weinberge und weil Bruno, der den Betrieb leiten soll, keinerlei Ahnung von Wein hat, bietet Remy zudem an, ihn zwei Jahre lang auszubilden und auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Trigueiros ziehen nach Puimisson im Hinterland von Bezier, mitten ins Languedoc, von dem sie bis dahin nicht gehört haben. Sie beginnen den Beruf der Winzerei von der Pieke auf zu lernen. Remy ist ein exzellenter Lehrmeister, Bruno ein leidenschaftlich lernender und hart arbeitender Schüler. Die Ernte 2016 und 2017 keltern sie zusammen, den Jahrgang 2018 absolviert Bruno bereits alleine. Selbstbewußt verändert er die ersten Dinge und zusammen mit seiner Frau geht er die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung an, der Jahrgang 2019 wird Demeter® zertifiziert sein.

Quereinsteiger lernen schnell und produzieren oft spannendere Weine als der klassische Vater-Sohn-Betrieb, der sich nur zu oft selbst im Weg steht. So auch hier: Während sich Remy stets auf die Sicherheit im Keller berief, deshalb seine Moste mit Reinzuchthefe vergor, sicher abschwefelte und die Rotweine kräftig extrahierte, um sie wirkungsvoll und dicht zu machen, reduziert Bruno schon in seinem ersten eigenen Jahrgang behutsam die Extraktion, um feinere und geschmeidigere Gerbstoffe zu erzielen, er schwefelt seine Weine nur minimal und stellt die Vergärung all seiner Weine auf natürliche Wildhefe um. Prompt präsentieren sich die Weine von »Les Chemins de Bassac« ab dem Jahrgang 2018 seidiger, saftiger, delikater und lebendiger als sie es je zuvor waren.

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Es ist einer dieser historisch heißen Tage des Sommers 2019 im Languedoc. Wir besuchen »Les Chemins de Bassac« und Thama und Bruno Trigueiro an ihrer neuen Wirkungsstätte. Das Weingut haben wir seit knapp zwanzig Jahren im Programm. Oft schon waren wir hier. Das viel zu große Kellereigebäude, das Ducelliers damals als Glücksfall aus einer Insolvenz kaufen konnten (man kann im Languedoc zwar fast beliebig Rebflächen kaufen, entsprechende Kellereigebäude aber sind Mangelware, ein Neubau ist teuer und wird oft nur viele Kilometer von den Reben entfernt genehmigt), hat sich nicht verändert. Es wird noch immer nur zu einem kleinen Teil genutzt. Bruno verwendet Remys Fässer und Kellertechnik, die Weinbereitung aber hat er behutsam verändert und verfeinert, denn Bruno geht es nicht um Sicherheit, ihm geht es um maximale Natürlichkeit. Er braucht keine Önologie im Keller. Seine Weine sind unfiltriert und ungeschönt, nur minimal geschwefelt und werden im Keller in ihrer Entwicklung geleitet, nicht aber »gemacht«. Bruno lehnt geschmacksverändernde Eingriffe ab. Um sich das leisten zu können, braucht er kerngesunde, nährstoffreiche Trauben. Die liefern ihm gesunde, lebendige Böden, wie unser gemeinsamer Gang durch die Weinberge beweist. Während bei den konventionell wirtschaftenden Nachbarn die Reben sichtlich unter der Trockenheit des Jahrgangs 2019 leiden, stehen seine Reben - siehe unsere Bilder - da wie eine Eins. Sie befinden sich noch im generativen Wachstum, die Blattfarben sind perfekt, die Trauben sind, bis auf gelegentlichen Sonnenbrand, kerngesund. Bruno hat, anders als seine Nachbarn, die Ausdünnung des Blattwerkes ausgesetzt, als sich Trockenheit und Hitze ankündigen. 

Der Klimawandel fordert die Winzer der Welt heraus. Immer mehr Reben, egal wo in Europa, leiden unter Sonne, Hitze und Trockenstress. Bruno hat in diesem Jahrgang der Extreme endgültig verstanden, wie gut seine 20 Hektar Reben stehen, auf von ständigem Wind gekühlten, tiefgründig kalkig-lehmigen Terrassen zwischen 100 und 200 m über dem Meer und fast vollständig von Eichen, Mandel- und Obstbäumen umgeben, die seine Reben über Mykorrhiza-Pilzkulturen mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgen. Bisher hat sich Bruno vor allem mit der Weinbereitung beschäftigt. Weil sie reibungslos verlief, hat er sich noch nicht  mit den Auswirkungen von Boden und Lage auf seine Philosophie im Keller beschäftigen müssen. 

»Jetzt will ich die Sache mit dem Boden lernen«, meint Bruno. Wir berichten ihm von Permakultur-Projekten im Weinbau, die noch in den Kinderschuhen stecken, aber spannende Lösungsansätze versprechen. Wir diskutieren, wie radikal sich der Weinbau in den kommenden Jahren verändern muß (und wird), denn nur über eine beherrschbare Betriebsgröße, differenziertes Verständnis der Bodenmechanismen und ausgeklügelte biologische Diversität im und um den Weinberg herum wird den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen sein. Bruno hat nicht umsonst umgestellt auf Biodynamik. Seine Rebfläche will er keinesfalls vergrößern. Er möchte mit seinen zwei Mitarbeitern schnell im Weinberg auf Klima und Pilzdruck, den man im Languedoc bisher nicht kannte, reagieren können.

Trigueiros werden ihren Weg gehen. Sie sind bescheiden und ehrlich, ambitioniert und selbstkritisch. Hart arbeitet Thama an der Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes, die auf Kante genäht ist. Wichtige alte Kunden haben ihnen nach dem Verkauf des Weingutes den Rücken gekehrt, weil sich Trigueiros preislich nicht erpressen ließen. Doch zunehmend finden neue Kunden den Weg nach Puimisson, die Qualität honorieren und die Preise nicht diskutieren. Thamas und Brunos Konzept »RAÏZ« beginnt zu greifen.

Weine wie die von »Les Chemins de Bassac« werden in der Weinschwemme des Languedoc leicht übersehen. Sie sind zu leise, weil nicht von »berühmten« Önologen in Szene gesetzt, und sie sind zu ehrlich und damit zu wenig »spektakulär« für einen Weinzirkus, der aus Mücken gerne Elefanten macht, die Suche nach der Nadel im Heuhaufen aber nicht auf sich zu nehmen bereit ist. Dabei sind es Weine, die ihren Käufern maximal natürlichen Genusswert zu einem Preis garantieren, der es ihnen ermöglicht, ohne die geschmacklichen Manipulationen der modernen Önologie auszukommen (hier mehr dazu | auf PDF klicken, lesen und sich wundern). Für uns sind die Weine von Thama und Bruno Trigueiro echte Perlen im Weinsee, in denen weit mehr steckt als nur banal »gut« zu schmecken.

Inhalt: 0.75 l (10,67 €* / 1 l)

8,00 €*

Inhalt: 0.75 l (12,67 €* / 1 l)

9,50 €*