AdamsWein

Simone Adams rückt Ingelheim wieder ins Rampenlicht
Ingelheim am Rhein war einst berühmt für seine Rotweine. Davon ist nicht viel geblieben. Kunstdünger und Agrarchemie als Insignien des Fortschritts und das typisch deutsche Ertragsdenken haben geschafft, daß Ingelheimer Spätburgunder heute nicht mal mehr Kennern ein Begriff ist. Dabei blieben die einst weltberühmten Lagen am sogenannten Rheinknie bis heute von den Zerstörungen der Flurbereinigung verschont. Ein Schatz, den es in Weinen, die an die glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen verstehen, zu heben und zu kommunizieren gilt. Genau diesem Ansinnen hat sich Simone Adams verschrieben. Dazu hat sie unter anderem eine aufgelassene Parzelle im »Pares«, der  berühmtesten Lage Ingelheims, neu bepflanzt, was ihr aber erst genehmigt wurde, nachdem sie in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde – die in Ingelheim, abseits des Chemiekriegs in Obst- und Weinbau, immerhin sechs Naturschutzgebiete überwacht - entsprechende Ausgleichsflächen für Bienen, Insekten, Vögel und Natur schuf. Zeitgleich stellte sie ihre Reben auf biologische Bewirtschaftung um.

Simone Adams wächst im Weingut der Familie auf. Der Vater ist Winzer, sie will Wissenschaftlerin werden, studiert im nahen Geisenheim Önologie. Als der Vater 2010 überraschend stirbt, weiß die Familie nicht, wie es weitergehen soll. Simone ist gerade dabei, ihre Promotion über die Alterung von Weißwein abzuschließen. Weil sie ihm versprochen hat, das Weingut zu übernehmen, beschließt sie in schlaflosen Nächten, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen. Im Sommer 2010 übernimmt sie dann das Weingut, erntet im Herbst ihren ersten Jahrgang, schreibt aber nach Feierabend an ihrer Doktorarbeit weiter, die sie 2012 erfolgreich abschließt.  

Jetzt kann Frau Dr. Simone Adams endgültig von der Wissenschaft in die Praxis wechseln. Das verwinkelte Gebäude der Familie wird umgebaut, das eigene Weingut nimmt Gestalt an. Heute bewirtschaftet sie 10 ha Reben biodynamisch. Aus der Naturwissenschaftlerin ist eine überzeugte Bio-Winzerin geworden, die, wie sie selbst sagt, mit der Wissenschaft abgeschlossen hat. Sie hat sie im Kopf, doch hat ihr der biologische Anbau die Augen für eine ganz neue, ganz andere Sichtweise auf den Weinbau geöffnet. Befreit von Dogmen, Zahlen und falschem Wissen hat sie staunend gelernt, ihre Reben und deren Rhythmen zu beobachten, eine ganz andere Natur lesen und verstehen zu lernen. Heute kann sie ihrer Intuition folgen und gelassen auf die Herausforderungen der Klimakrise reagieren, denn sie muß nicht nach Rezepten agieren, sondern kann ihrer Erfahrung und ihrem Gespür für die komplexen Gleichgewichte der Natur vertrauen. Wir durften ihren Werdegang mitverfolgen und können nur attestieren, daß sie ihn so zielstrebig, so staunend, so offen, so beherzt und mutig ging, wie es wohl nur Frauen können.

Simone Adams tritt das Erbe des Vaters an. Er brachte vor vielen Jahren Viognier nach Ingelheim, die große weiße Rebsorte der Nordrhône. Sie interpretiert deren Exotik auf den kalkigen Böden Ingelheims in unerwarteter Komplexität und Ausstrahlung. Des Vaters Begeisterung für die Burgunder-Sorten, die übrigens schon Karl der Große vor rund 1100 Jahren aus Burgund nach Ingelheim brachte, weil ihm die dortigen Böden ideal für deren Anbau schienen, setzt sie in weiß und rot fort. Dabei kann sie deren Trauben durch ihre visionäre Arbeit im Weinberg so respektvoll minimalistisch im Keller verarbeiten, daß Weine ganz eigener Stilistik entstehen. Dem ungeliebten Grauburgunder verpaßt sie ausgedehnte Maischegärung, füllt ihn provozierend unfiltriert ab und verleiht ihm so aufregend natürliches Eigenleben. Weißburgunder und Chardonnay baut sie mit langem Hefelager und minimaler Schwefelung im Holzfaß aus, und ihren Spätburgundern, deren Lagen und Herkunft von Jahr zu Jahr präziser unterscheidbar werden, verleiht sie Größe, Charakter und Strahlkraft, in dem sie sie mit Stiel und Stängel mazeriert und vergärt und nach langer Faßreife auf der Hefe ungeschönt und unfiltriert abfüllt. Eine Frau, die wagt und gewinnt, die macht und dabei ihrer Intuition und ihrem Können vertraut. Die Winzerkollegen im Ort sind sich einig, daß das nichts werden kann ...

Simone Adams setzt in ihren Weinen nicht auf Wirkung, nicht auf die Wucht des Alkohols, nicht auf Extraktion und schon gar nicht auf jene stilistischen Klischees, die die deutsche Spätburgunder-Szene so nachhaltig dominieren. Sie hat den Mut, sich abseits von Markt, Moden und Trends zu bewegen. Ihr geht es um den maximal authentischen Ausdruck ihrer Böden und Lagen. Mit ihnen und der Physiologie ihrer Reben beschäftigt sie sich intensiv, handelt es sich doch um die am stärksten vom Kalk geprägten Lagen Rheinhessens. Als Wissenschaftlerin forschte sie unter anderem auch über den Einfluss des sogenannten Gipfelns, jenes Kappens der Triebspitzen über das Weinjahr hinweg, das bis heute gängige Praxis in den Weinbergen der Welt ist. In diesen Triebspitzen steckt ein Hormon, das in den Chemie-Haushalt der Rebe eingreift und nach dem Gipfeln für verstärktes Blattwachstum an Stellen sorgt, die der Rebe nichts bringen, zudem beeinflußt es über die Beerenschale den Wein geschmacklich. Durch das Gipfeln gerät das vegetative Wachstum der Rebe außer Balance, was zu Lasten der Harmonie im Wein gehe, meint sie. Immerhin verzichten inzwischen immer mehr Winzer auf der Welt auf dieses Kappen der Triebspitzen. Sie binden sie aufwendig zu langen Girlanden und verändern damit den Wachstumstrieb der Rebe an entscheidender Stelle der Laubwand. Das sorgt speziell im Pinot Noir für feinere, aber dichter strukturierte Gerbstoffe mit reduzierter Bitterkeit. Da bricht dann bei Simone Adams doch die Wissenschaftlerin durch. Sie erläutert die entsprechenden Prozesse detailliert und bringt sie mit ihren Natur-Beobachtungen in Einklang.

Simone Adams steht eher für finessenreiche als kraftvolle Weine. Sie wagen unverwechselbar den Charakter ihrer Herkunft und ruhen dabei unaufgeregt in sich. Mit der Plattitüde »feminin« lassen sie sich nicht beschreiben. Lebendige Böden, schonende Verarbeitung, spontane Vergärung und ein langer und schonender Ausbau im Holzfaß mit nur minimalem Einsatz von Schwefel, sowie bei den Pinots je nach Jahrgang und Verholzung des Stielgerüstes unterschiedlicher Anteil von Stiel und Stengel, verleihen ihren Weinen natürliche Strahlkraft und Frische in ungeschminkt natürlichem Säurespiel. Im Stil angenehm trocken und weitgehend fruchtfrei, zeigen sie sich tiefgründig würzig und vielschichtig im Spektrum der Aromen. Es sind geschmacklich entwaffnend ehrliche Weine, spürbar geprägt von den prägnanten Kalkböden Ingelheims, die sie dort anknüpfen lassen, wo Ingelheim einst als einer der berühmtesten Weinorte seiner Zeit stand. Simone Adams geht ihren Weg. Von ihr wird man hören. 

Ingelheim am Rhein war einst berühmt für seine Rotweine. Davon ist nicht viel geblieben. Kunstdünger und Agrarchemie als Insignien des Fortschritts und das typisch deutsche Ertragsdenken haben geschafft, daß Ingelheimer Spätburgunder heute nicht mal mehr Kennern ein Begriff ist. Dabei blieben die einst weltberühmten Lagen am sogenannten Rheinknie bis heute von den Zerstörungen der Flurbereinigung verschont. Ein Schatz, den es in Weinen, die an die glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen verstehen, zu heben und zu kommunizieren gilt. Genau diesem Ansinnen hat sich Simone Adams verschrieben. Dazu hat sie unter anderem eine aufgelassene Parzelle im »Pares«, der  berühmtesten Lage Ingelheims, neu bepflanzt, was ihr aber erst genehmigt wurde, nachdem sie in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde – die in Ingelheim, abseits des Chemiekriegs in Obst- und Weinbau, immerhin sechs Naturschutzgebiete überwacht - entsprechende Ausgleichsflächen für Bienen, Insekten, Vögel und Natur schuf. Zeitgleich stellte sie ihre Reben auf biologische Bewirtschaftung um.

Simone Adams wächst im Weingut der Familie auf. Der Vater ist Winzer, sie will Wissenschaftlerin werden, studiert im nahen Geisenheim Önologie. Als der Vater 2010 überraschend stirbt, weiß die Familie nicht, wie es weitergehen soll. Simone ist gerade dabei, ihre Promotion über die Alterung von Weißwein abzuschließen. Weil sie ihm versprochen hat, das Weingut zu übernehmen, beschließt sie in schlaflosen Nächten, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen. Im Sommer 2010 übernimmt sie dann das Weingut, erntet im Herbst ihren ersten Jahrgang, schreibt aber nach Feierabend an ihrer Doktorarbeit weiter, die sie 2012 erfolgreich abschließt.  

Jetzt kann Frau Dr. Simone Adams endgültig von der Wissenschaft in die Praxis wechseln. Das verwinkelte Gebäude der Familie wird umgebaut, das eigene Weingut nimmt Gestalt an. Heute bewirtschaftet sie 10 ha Reben biodynamisch. Aus der Naturwissenschaftlerin ist eine überzeugte Bio-Winzerin geworden, die, wie sie selbst sagt, mit der Wissenschaft abgeschlossen hat. Sie hat sie im Kopf, doch hat ihr der biologische Anbau die Augen für eine ganz neue, ganz andere Sichtweise auf den Weinbau geöffnet. Befreit von Dogmen, Zahlen und falschem Wissen hat sie staunend gelernt, ihre Reben und deren Rhythmen zu beobachten, eine ganz andere Natur lesen und verstehen zu lernen. Heute kann sie ihrer Intuition folgen und gelassen auf die Herausforderungen der Klimakrise reagieren, denn sie muß nicht nach Rezepten agieren, sondern kann ihrer Erfahrung und ihrem Gespür für die komplexen Gleichgewichte der Natur vertrauen. Wir durften ihren Werdegang mitverfolgen und können nur attestieren, daß sie ihn so zielstrebig, so staunend, so offen, so beherzt und mutig ging, wie es wohl nur Frauen können.

Simone Adams tritt das Erbe des Vaters an. Er brachte vor vielen Jahren Viognier nach Ingelheim, die große weiße Rebsorte der Nordrhône. Sie interpretiert deren Exotik auf den kalkigen Böden Ingelheims in unerwarteter Komplexität und Ausstrahlung. Des Vaters Begeisterung für die Burgunder-Sorten, die übrigens schon Karl der Große vor rund 1100 Jahren aus Burgund nach Ingelheim brachte, weil ihm die dortigen Böden ideal für deren Anbau schienen, setzt sie in weiß und rot fort. Dabei kann sie deren Trauben durch ihre visionäre Arbeit im Weinberg so respektvoll minimalistisch im Keller verarbeiten, daß Weine ganz eigener Stilistik entstehen. Dem ungeliebten Grauburgunder verpaßt sie ausgedehnte Maischegärung, füllt ihn provozierend unfiltriert ab und verleiht ihm so aufregend natürliches Eigenleben. Weißburgunder und Chardonnay baut sie mit langem Hefelager und minimaler Schwefelung im Holzfaß aus, und ihren Spätburgundern, deren Lagen und Herkunft von Jahr zu Jahr präziser unterscheidbar werden, verleiht sie Größe, Charakter und Strahlkraft, in dem sie sie mit Stiel und Stängel mazeriert und vergärt und nach langer Faßreife auf der Hefe ungeschönt und unfiltriert abfüllt. Eine Frau, die wagt und gewinnt, die macht und dabei ihrer Intuition und ihrem Können vertraut. Die Winzerkollegen im Ort sind sich einig, daß das nichts werden kann ...

Simone Adams setzt in ihren Weinen nicht auf Wirkung, nicht auf die Wucht des Alkohols, nicht auf Extraktion und schon gar nicht auf jene stilistischen Klischees, die die deutsche Spätburgunder-Szene so nachhaltig dominieren. Sie hat den Mut, sich abseits von Markt, Moden und Trends zu bewegen. Ihr geht es um den maximal authentischen Ausdruck ihrer Böden und Lagen. Mit ihnen und der Physiologie ihrer Reben beschäftigt sie sich intensiv, handelt es sich doch um die am stärksten vom Kalk geprägten Lagen Rheinhessens. Als Wissenschaftlerin forschte sie unter anderem auch über den Einfluss des sogenannten Gipfelns, jenes Kappens der Triebspitzen über das Weinjahr hinweg, das bis heute gängige Praxis in den Weinbergen der Welt ist. In diesen Triebspitzen steckt ein Hormon, das in den Chemie-Haushalt der Rebe eingreift und nach dem Gipfeln für verstärktes Blattwachstum an Stellen sorgt, die der Rebe nichts bringen, zudem beeinflußt es über die Beerenschale den Wein geschmacklich. Durch das Gipfeln gerät das vegetative Wachstum der Rebe außer Balance, was zu Lasten der Harmonie im Wein gehe, meint sie. Immerhin verzichten inzwischen immer mehr Winzer auf der Welt auf dieses Kappen der Triebspitzen. Sie binden sie aufwendig zu langen Girlanden und verändern damit den Wachstumstrieb der Rebe an entscheidender Stelle der Laubwand. Das sorgt speziell im Pinot Noir für feinere, aber dichter strukturierte Gerbstoffe mit reduzierter Bitterkeit. Da bricht dann bei Simone Adams doch die Wissenschaftlerin durch. Sie erläutert die entsprechenden Prozesse detailliert und bringt sie mit ihren Natur-Beobachtungen in Einklang.

Simone Adams steht eher für finessenreiche als kraftvolle Weine. Sie wagen unverwechselbar den Charakter ihrer Herkunft und ruhen dabei unaufgeregt in sich. Mit der Plattitüde »feminin« lassen sie sich nicht beschreiben. Lebendige Böden, schonende Verarbeitung, spontane Vergärung und ein langer und schonender Ausbau im Holzfaß mit nur minimalem Einsatz von Schwefel, sowie bei den Pinots je nach Jahrgang und Verholzung des Stielgerüstes unterschiedlicher Anteil von Stiel und Stengel, verleihen ihren Weinen natürliche Strahlkraft und Frische in ungeschminkt natürlichem Säurespiel. Im Stil angenehm trocken und weitgehend fruchtfrei, zeigen sie sich tiefgründig würzig und vielschichtig im Spektrum der Aromen. Es sind geschmacklich entwaffnend ehrliche Weine, spürbar geprägt von den prägnanten Kalkböden Ingelheims, die sie dort anknüpfen lassen, wo Ingelheim einst als einer der berühmtesten Weinorte seiner Zeit stand. Simone Adams geht ihren Weg. Von ihr wird man hören. 

Inhalt: 0.75 l (18,67 €* / 1 l)

14,00 €*

Inhalt: 0.75 l (22,67 €* / 1 l)

17,00 €*
2021 Viognier »K&U« AdamsWein

Inhalt: 0.75 l (24,00 €* / 1 l)

18,00 €*

Inhalt: 0.75 l (30,67 €* / 1 l)

23,00 €*

Inhalt: 0.75 l (37,33 €* / 1 l)

28,00 €*

Inhalt: 0.75 l (38,67 €* / 1 l)

29,00 €*

Inhalt: 0.75 l (44,00 €* / 1 l)

33,00 €*

Inhalt: 0.75 l (53,33 €* / 1 l)

40,00 €*

Inhalt: 0.75 l (57,33 €* / 1 l)

43,00 €*

Inhalt: 0.75 l (74,67 €* / 1 l)

56,00 €*

Inhalt: 0.75 l (120,00 €* / 1 l)

90,00 €*