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Verrieseln

Dem Verrieseln des Fruchtansatzes gilt eine der großen Sorgen der Winzer. Es tritt als Folge anhaltender Regenfälle oder kühler Witterung während der Rebblüte auf, einem der kritischsten Momente im Rebjahr. Jede Rebsorte hat dafür ihre eigene, spezifische Anfälligkeit und Sensibilität, in deren Folge viele ihrer Blüten nicht mehr befruchtet werden. Die Fruchtansätze verkümmern und fallen schließlich ab. Der Ertrag wird dadurch je nach Ausmaß drastisch verringert, Verrieselung kann sogar bis zum Totalverlust einer Ernte führen, je nach Klimaverlauf und Dauer.
Verrieselung fungiert wie natürliche Ertragsreduzierung; sie beeinflußt nicht direkt die Qualität der Trauben, trotzdem aber die Qualität des fertigen Weines, denn der schmeckt aus niedrigen Erträgen viel besser als aus hohen. So ist die Verrieselung das Geheimnis mancher famoser Qualität des mengenmäßig kleinen, qualitativ aber höchst bemerkenswerten Jahrgangs 2009 in Deutschland.