SZ vom 18. Mai | Martin Kössler zum Thema Naturwein.

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Steillage

Generell sind steile Lagen mit der richtigen Exposition (Südwesten bis Südosten gelten als ideal) durch die weit höhere Energieaufnahme aus dem Sonnenlicht besser für den Weinbau als Flachlagen. Starke Hangneigung erschwert jedoch die maschinelle Bewirtschaftung oder macht sie unmöglich, was die Produktionskosten entscheidend erhöht. Hangneigungen von mehr als 30 % gelten in Deutschland als Steillagen, in den engen Flusstälern von Mittelrhein und Mosel findet man auch Steilstlagen mit extremer Hangneigung von bis zu 100 %. Steil- und Steilstlagen sind qualitativ das beste, was es für den Weinbau gibt, ihre Bewirtschaftung ist allerdings derart aufwendig und arbeitsintensiv, daß viele der besten Lagen Deutschland permanent von der Aufgabe bedroht oder bereits aufgegeben sind.
Steillagenweinbau ist praktizierter Naturschutz, ist Inbegriff der Weinkultur, und bringt einige der eindrucksvollsten Weinpersönlichkeiten der Welt hervor, egal ob an der Nordrhône, im Dourotal, im Wallis, in Malaga oder an Nahe, Mosel, Saar oder Rhein.