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Ausdünnen

Das Ausdünnen, auch Grüne Lese (franz. Vendange vert) genannt, ist das vorzeitige Herausschneiden grüner, unreifer Trauben zur Verringerung des Traubenbehangs ca. 4 bis 6 Wochen vor der eigentlichen Ernte. Man versucht so die Reife der restlichen Trauben zu homogenisieren und die Fruchtqualltät des erhaltenen Mostes zu verbessern.


In Zeiten des Klimawandels ist das Verfahren aber umstritten, denn es stresst die Rebe zur falschen Zeit unnötig, was sich in erhöhter Zuckerproduktion und somit auch in erhöhtem Alkoholgehalt des Weines manifestiert. Den aber gilt es zu zügeln. Deshalb verzichten engagierte Bio- und Biodynamikwinzer auf die grüne Lese; sie setzen auf die natürliche Balance des Rebstockes durch Arbeit am Blattwerk (Photosynthesefläche und Verdunstungsoberfläche) und gezielte Bodenbearbeitung für entsprechende Steuerung des Wasser- und Feuchtigkeitshaushaltes der Rebe durch gezielte Begrünung, Einmulchen etc. Sie schneiden im Frühjahr stark zurück, warten auf die Lese ohne weitere Eingriffe in die Traubenproduktion und schneiden schließlich lieber am Stock aus während der Lese, als von außen mit unsicheren Folgen in die Physiologie der Rebe einzugreifen.


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