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Kutch Wines

Jamie Kutch

Jamie Kutch steht für die Magie, die gutem Wein innewohnt. Er trinkt irgendwann sein erstes Glas, hat Fragezeichen im Blick, beginnt sich mit dem Medium anzufreunden - und schon hat ihn die Lust auf mehr gepackt. Er hängt seinen Job an den Nagel, arbeitet auf Weingütern als Keller-Ratte, lernt die Weinbereitung von der Pike auf - und gehört heute zu den Stars der kalifornischen Pinot Noir-Szene.

Region: Sonoma Coast / Santa Cruz Mountains

Betriebsgröße: Trauben kommen bislang aus Zukauf

Boden: Diverse

Bewirtschaftung: Biologisch / Biodynamisch

Rebsorten: Pinot Noir, Chardonnay

Jamie Kutch steht als Quereinsteiger für eine neue Generation von Winzern in Amerika. Nachdem ihn irgendwann der Wein-Virus gepackt hat, gibt er seine Karriere als NASDAQ-Händler in New York auf und zieht mit seiner Lebensgefährtin nach Kalifornien, um dort gemeinsam ein Leben aufzubauen, das sich um Landwirtschaft und Wein dreht. Er macht eine Lehre auf einem renommierten Betrieb und lernt dort die Weinbereitung von der Pike auf. Dabei entdeckt er seine Vorliebe für Finesse und Zurückhaltung im Wein, für Harmonie und Ausgewogenheit. Vor allem fasziniert ihn, daß Wein den Ort seiner Herkunft in Stil und Charakter reflektieren kann.  

Je mehr er Weine aus aller Welt probiert, je mehr entsteht der Wunsch, Pinot Noirs und Chardonnay mit weniger Alkohol als in Kalifornien üblich zu produzieren. Seine Weine sollen so natürlich und ungeschminkt wie möglich sein. Zunehmend fühlt er sich von Weinen angezogen, die unter kühlen maritimen Bedingungen entstehen. Er lernt die Weine der kühlen Sonoma Coast und der Santa Cruz Mountains kennen und zieht ihre Klarheit in Mundgefühl und Struktur, ihre feine frische Säure und ihre ruhige Intensität den Weinen, die weiter im Landesinneren angebaut werden, entschieden vor. 

So keimt in ihm der Wunsch, Weine aus kühlen Lagen entlang der Pazifikküste mit minimalistischem An- und Ausbau produzieren zu wollen. Der Weg dahin scheint weit, doch Quereinsteiger wie er sehen die Dinge oft anders, lockerer, distanzierter, weniger verkrampft. Und so gründet er in einer gemieteten Blechhalle in einem Industriegebiet in Sonoma 2005 das eigene kleine Weingut, ohne auch nur einen einzigen Rebstock zu besitzen: Kutch Wines ist geboren. 

Er beginnt geeignete Weinberge zu suchen, deren Trauben er kaufen kann. Er findet überraschend schnell exzellente Lagen mit geeigneten Böden entlang des Küstenstreifens am Pazifik zwischen den Santa Cruz Mountains im Süden und der Sonoma Coast im Norden von San Francisco. Er wird mit deren Besitzern handelseinig und so entsteht 2006 der erste Jahrgang unter eigenem Etikett. Er wird ihm buchstäblich aus den Händen gerissen, seine Produktion beginnt zu wachsen. 2014 beginnt Jamie Kutch mit der Chardonnay-Produktion aus Trauben eines bekannten Weinberges in den Santa Cruz Mountains. Seine Weine werden bekannter, er macht längerfristige Verträge mit seinen Traubenlieferanten, das Geschäft läuft und er beginnt zu exportieren.

Aus gekauften Trauben grosse Weine produzieren zu wollen, setzt enorme viel Arbeit und grossen Zeitaufwand voraus. Jamie ist sehr oft in den Rebzeilen, von denen er seine Trauben bekommt. Er kontrolliert Behang und Laubwerk, spricht viel mit seinen Traubenlieferanten über Anbau und Bodenbeschaffenheit. Er beginnt, Vorgaben zu machen bezüglich Ertrag und Erntezeitpunkt, ist bei der Ernte jeden Tag dabei. Je mehr er sich mit dem Anbau draussen beschäftigt, um so mehr beginnen ihn die verschiedenen Weinbereitungsschulen und –stile zu interessieren, die Pinot Noir so unterschiedlich prägen. 

Nach einem Besuch auf Romanee-Conti und einem ausführlichen Gespräch mit dessen Co-Direktor Aubert de Villaine beschließt er 2007, auch seine Pinot Noirs mit Stiel und Stengel, also per Ganztraubengärung ohne Entrappung, verarbeiten zu wollen. Einfache, oben offene Gärtanks sind schnell gekauft. Doch die ersten Weine wollen nicht schmecken. Doch Jamie Kutch ist ehrgeizig. Schnell hat er sich eingearbeitet in die Materie. Ganztraubenverarbeitung bei Pinot Noir setzt enorme Detailkenntnisse und harte Arbeit am Rebstock voraus. Während Burgund zu wenig Sonne hat und deshalb für den gewünschten Alkoholgehalt fast schon systematisch aufzuckern muß, hat Kalifornien zu viel Sonne. Während Burgund Probleme hat, seine Trauben geschmacklich reif zu kriegen, neigt Pinot Noir in Kalifornien zu Überreife und die Weine müssen aufgesäuert werden. Jamie Kutch geht die Herausforderung an und kann seine Trauben seit 2012 zu 100% mit Stiel und Stengel per Ganztraubenvergärung verarbeiten.

Wenn man die Trauben mit Stiel und Stengel verarbeiten und deren Most spontan vergären will, müssen die Beeren kerngesund sein und dürfen nicht mit Spritzmitteln kontaminiert sein. Deshalb werden sie bei der Traubenannahme im Keller schonend behandelt und sorgfältig von Hand sortiert. 

Anschließend kommen sie in oben offene Gärtanks aus Edelstahl, in denen sie schonend mit den Füssen eingemaischt werden.  Nach der spontanen natürlichen Gärung reifen Jamie Kutchs Weine ausschließlich in neutralen französischen Eichenfässern. Er möchte seine Weine nicht durch den Einfluss neuen Fassholzes beeinträchtigt sehen. In diesen Fässern reifen sie bis zur Abfüllung zwischen elf und sechzehn Monaten nach der Ernte auf der Feinhefe, ohne abgezogen zu werden. So bewahren sie ihre Frische und Ausgewogenheit, ohne daß Jamie in die Weinwerdung eingreifen muß. 

Hier ein Blick in die Traubenannahme während der Ernteperiode. Im Hintergrund werden die frisch geernteten Trauben in kleinen Kassetten angeliefert. Sie werden schonend auf das Rüttelband geschüttet, an dem sie sorgfältig von Hand kontrolliert werden. Sie fallen von dort auf das Band im Vordergrund, das sie direkt in einen der oben offenen Gärtanks transportiert.

Die Ganztraubenverarbeitung setzt einen Lesezeitpunkt für reifes Stielgerüst voraus. Jamie Kutch sieht in der speziellen Verarbeitung seiner Trauben die Möglichkeit, alle Komponenten, die er für seinen angestrebten Stil mit niedrigerem Alkohol und natürlich dichter Gerbstoffstruktur für nötig hält, zusammenfügen zu können. Seine Weine benötigen deshalb stets 1-2 Jahre Zeit, um ihre Gerbstoffe zu harmonisieren.

Um dies realisieren zu können, verbrachte er enorm viele Stunden bei seinen Traubenproduzenten, denn die mußten für ihn ihre Arbeit am Rebstock ändern. 

Sie dürfen nicht mehr beliebig bewässern, müssen die Blätter nach seinen Vorgaben ausschneiden und auch die allseits praktizierte grüne Lese lehnt Jamie Kutch ab, weil sie die Reben stresst und so die Zuckerproduktion anregt, die zu höherer Alkoholgradation im Wein führt. Binnen weniger Jahre ist es ihm so geglückt, sich mit seinem mutig visionärem Stil einen Namen zu machen. Heute sind seine Weine gesuchte Sammlerstücke. Ihre Produktion ist limitiert und sie können mit den raren Spitzen Burgunds mithalten, was ihnen in prominent bestückten Verkostungen immer wieder bestätigt wird.

Das ist sie, die Küstenlandschaft am nahen Pazifik, die Jamie Kutch so fasziniert. Kleine, oft schwer zu erreichende Rebparzellen liegen dort auf kühlen Bergkuppen oder an geeigneten Hängen, damit ihre Trauben in möglichst langer Hängezeit am Rebstock langsam ausreifen können. Die Besonderheit dort sind die Nebel, die abends vom Pazifik kommend für kühle Temperaturen während der Nacht sorgen, um sich am Morgen wieder zurückzuziehen und der Wärme des Tages Platz zu machen. Diese starken Temperaturgradienten prägen den Charakter der Weine der Sonoma Coast stilistisch entscheidend.  

Kutch Estate | 190 Wilson Road | Sebastopol, California 95472 | Erstinverkehrbringer: Gebr. Kössler & Ulbricht GmbH & Co KG

Kutch Wines

Inhalt: 0.75 l (58,53 €* / 1 l)

43,90 €*

Inhalt: 0.75 l (72,00 €* / 1 l)

54,00 €*

Inhalt: 0.75 l (77,33 €* / 1 l)

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Inhalt: 0.75 l (86,67 €* / 1 l)

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