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Zucker im Wein

Immer wieder kommt es zur Verunsicherung in Bezug auf die Deklaration des Restzuckers im Wein.

Im Schaumwein ist der maximal mögliche Restzucker über die Bezeichnungen Brut, Extra Brut und Brut Nature und deren Derivate klar definiert.

Im Wein sind die Bezeichnungen irreführend, denn »trocken« ist nicht wirklich trocken. Die in Deutschland erlaubten und oft ausgenutzten maximalen 9 g/l Restzucker hält der Franzose für zu süß. Die Korrelation zwischen den deutschen und den italienischen oder französischen Begriffen zur Abgrenzung der Zuckergehalte sind wenig geläufig. Wir versuchen hier ein wenig Licht ins Dunkel zu kriegen.  

Grundsätzlich gilt, daß eine Abweichung von +/- 1 g/l erlaubt ist.

 

Der Restzucker im Wein und seine begriffliche Abgrenzung:

Deutsch

International

Rechtliche Definition

Trocken

 Sec

 Secco

 Dry

Als »trocken« darf ein Wein bezeichnet werden, dessen Zuckergehalt folgende Werte nicht überschreitet:

- 4 g / l oder

- 9 g / l, wenn der in g/l Weinsäure ausgedrückte Gesamtsäuregehalt höchstens um 2 g / l niedriger ist als der Restzuckergehalt.

Halbtrocken

 Demi sec

 Abboccato

 Medium dry

»Halbtrocken« ist ein Wein, dessen Restzuckergehalt über 9 g / l liegt, folgende Werte aber nicht überschreitet:

- 12 g / l  oder

- 18 g / l  wenn der in g /l  Weinsäure ausgedrückte Gesamtsäuregehalt höchstens um 10 g / l niedriger ist als der Restzuckergehalt.

Lieblich

 Moelleux

 Amabile

 Medium sweet

»Lieblich« muß sich ein Wein nennen, der über 18 g / l - Restzucker enthält, aber nicht mehr als 45 g /l  Restzucker auf die Waage bringt.

Süss

 Doux

 Dolce

 Sweet

Wenn der Zuckergehalt eines Weines über 45 g /l liegt, muß er sich »Süss« nennen .


Weitere Begriffe:

Mild

Eine kaum noch verwendete Bezeichnung für Weine mit einem Restzuckergehalt von über 45 g / l, bei denen die Säure so niedrig ist, daß sie gegenüber dem Zucker geschmacklich in den Hintergrund rückt.


Feinherb 

Eine irreführende Bezeichnung für halbtrockene Weine, die nur in Deutschland Verwendung findet. Sie war ursprünglich verboten, weil auf Etiketten keine Angaben gemacht werden dürfen, die im Gesetz nicht vorgesehen sind. Eine Gruppe von Moselwinzern ging dagegen vor und erreichte per Gerichtsentscheid, daß die Bezeichnung feinherb erlaubt ist. Das Gericht konnte keinen Verstoß gegen das Irreführungsverbot erkennen, weil mit dem Begriff feinherb im Gegensatz zu den gesetzlich definierten Begriffen keine gesicherte Verbrauchererwartung verbunden sei«.

Genau deshalb finden wir es irreführend, weil immer wieder als feinherb deklarierte Weine Restzuckergehalte aufweisen, die über der Grenze für halbtrocken liegen. Praktisch ist also feinherb kein Synonym für halbtrocken, was es juristisch sein sollte. 


© K&U