SZ vom 18. Mai | Martin Kössler zum Thema Naturwein.

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Mehltau

Der echte Mehltau, auch Oidium genannt, ist eine katastrophale Pilzkrankheit, die alle grünen Teile der Rebpflanze befällt und mit einem spinnwebartigen Netz überzieht, so daß sie absterben.

Der sogenannte falsche Mehltau, auch Blattfallkrankheit oder Peronospora genannt, ist eine gefürchtete Pilzkrankheit der Rebe, die durch den Fadenpilz Plasmopara viticola hervorgerufen wird, der 1878 aus Amerika eingeschleppt wurde und seitdem die in Europa meistbekämpfte Rebkrankheit darstellt. Peronospora wurde bisher auch im ökologischen Weinbau mit anorganischen Spritzmitteln aus Kupferverbindungen bekämpft. Wegen der Belastung des Bodenlebens beim Einsatz dieses Schwermetalls ist heute der Einsatz eingeschränkt und soll demnächst vollständig verboten werden.

Die konventionelle Landwirtschaft nutzt heute überwiegend synthetisch hergestellte systemische Fungizide und Kontaktfungizide zur Prophylaxe. Inzwischen gibt es zur Mehltaubekämpfung einen Pflanzenschutz-Warndienst, der von staatlichen Pflanzenschutzämtern und wissenschaftlichen Instituten während der Vegetationsperiode herausgegeben wird und regional empfiehlt, wann auf Grund von Niederschlagsmenge und Temperaturen Bekämpfungsmaßnahmen nötig sind.