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Fusarien | Mykotoxine

Fusarien-Toxine | Oberbegriff Mykotoxine (im Bild links »Fusarium verticilloides«) sind natürliche, sekundäre Stoffwechselprodukte niederer Pilze mit toxischer, zum Teil kanzerogener Wirkung auf Mensch und Tier. Bei ungünstigen Bedingungen entstehen sie in Nahrungs- und Futtermitteln bereits auf dem Feld oder bei Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung. 

Ochratoxine werden wie Aflatoxine von typischen Lagerpilzen weltweit gebildet. Ochratoxine sind im Vergleich mit anderen Mykotoxinen in den meisten Lebensmittelkategorien anzutreffen. Sie können nach einem Pilzbefall hauptsächlich in Getreidearten wie Mais, Hafer, Gerste, Weizen, Roggen, Buchweizen, Reis, Hirse, aber auch in vielen Obst- und Gemüsearten (Trauben, Feigen, Zitrusfrüchten) gebildet werden. Auch Wein, Obst-/Gemüsesäfte und Bier können Ochratoxine enthalten. Daneben werden Ochratoxine regelmäßig in Fruchtgewürzarten, Kaffee, Kakao und deren Verarbeitungserzeugnissen wie z. B. Schokolade nachgewiesen. Seltener findet man sie in Nüssen, Hülsenfrüchten und in tierischen Produkten wie z. B. Wurst.

Mykotoxine gelten für die menschliche Gesundheit als weitaus gefährlicher als Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln. 

 

Besonders bei feuchtem Wetter befallen Fusarienpilze im Frühjahr die Getreideblüten, anfällig dafür sind vor allem Hart- und Durumweizen, Winterweizen und Mais. Auch bei falscher, zu feuchter Lagerung kann es zu Infektionen kommen. Es gilt inzwischen als gesichtere Erkenntnis, daß das in der konventionellen Landwirtschaft übliche Düngen mit Stickstoff und die ebenfalls übliche Herbizidausbringung alle Arten von Pilzinfektionen massiv fördert.


Deoxynivalenol (DON) ist der wichtigste Giftstoff, der sich vor allem in Winter- und Durumweizen besonders häufig nachweisen läßt. Im Körnermais, der fast immer im Ausland bezogen wird (Argentinien, Italien) fand man Fumonisine. Sie schädigen im Tierversuch Körperzellen und Zellmembranen und verursachen damit möglicherweise auch Krebs. Deshalb warnt z. B. der Vorsitzende der »Gesellschaft für Mykotoxinforschung« davor, regelmäßig Hartweizenprodukte wie Nudeln in grossen Mengen zu essen. Auch Polenta erwies sich als stark belastet. Nahezu all diese Pilzgifte werden durch Hitze nicht abgebaut. Schimmelpilz-Gifte wie Mykotoxine und die Sporen von Bakterien überleben den Backprozess und können danach sogar wieder auskeimen. 

 

Was kaum jemand weiß: Fast alle bekannten italienischen Nudelhersteller verwenden kanadischen Hartweizen, der in der Regel aus konventioneller Bewirtschaftung stammt. Sie wollen das natürlich nicht deklarieren. Doch genau in diesem Weizen hat man in der Vergangenheit immer wieder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat sowie Mykotoxine gefunden. Deshalb versuchen wir aus Italien Nudelproduzenten anzubieten, die ausschließlich ihren eigenen (>Mancini & MaKaira) oder zumindest italienischen Hartweizen (>Gragnano & Rustichella)  verarbeiten, wenn möglich aus biologischem Anbau.

 

Fusariumpilze verursachen grosse Schäden im Garten- und Ackerbau, aber auch im Weinbau, worüber noch viel zu wenig berichtet wird. Bei Äpfeln verursachen sie die Kernhausfäule. Bei Blumenkohl, Cyclamen, Erbsen, Gurken usw. lösen sie Blattflecken aus, führen zu Fruchtfäule, Gefässerkrankungen und Krebswucherungen. Im Weinbau lösen sie Stängel- und Wurzelfäule aus. 

Man weiß heute, daß Glyphosat (»Round up«) den katastrophalen Befall mit Wurzelpilzen (Fusarium) fördert, weshalb Fusarien heute eines der großen ungelösten Probleme der gesamten Landwirtschaft sind, den Weinbau eingeschlossen. Sie gehören weltweit zu den katastophalsten Schadpilzen in allen Arten von Getreide und Mais. Sie setzen Gifte frei, die ganze Ernten verderben können, weil sie giftige Stoffwechselprodukte, die Mykotoxine, bilden, die im Erntegut feststellbar sind und die Gesundheit von Tier und Mensch ernsthaft gefährden können, weil sie sich als hoch karzinogen erwiesen (Leber- und Nierenkrebs etc.). Ganz abgesehen davon führen sie zu katastrophalen Ertragseinbußen, Qualitätsverlusten und vermindern die Keimfähigkeit des Saatgutes.

 

In Amerika erlebt man neuerdings bei mit dem Herbizid Glyphosat gespritztem genmanipulierten Weizen, Soja und Mais unerklärliche katastrophale Ernteverluste. Dieses Thema ist hierzulande noch kaum bekannt, doch weisen wir in diesem Zusammenhang auf einen dramatisch klingenden Brief von Professor Don Burger an die amerikanischen Agrarbehörden hin (>Link).

Es ist absehbar, daß das Problem der Fusarien bald auch international heftig diskutiert werden wird, denn es mehren sich nicht nur bei Getreide und Mais, sondern auch im gesamten Intensivanbau (Kaffee, Zitronen, Kakao etc.) sowie im konventionellen Weinbau katastrophale Pilzerkrankungen.

Weil man längst auch im Wein Mykotoxine nachweisen kann, diskutiert z. B. die OIV in Paris bereits Grenzwerte dafür im Wein. Die schwer zu bestimmende enorme Vielfalt der Fusarien stellt dabei ein großes Problem dar. Allein auf Mais kennt man heute schon 16 verschiedene Arten. Diese Vielfalt erschwert die Bekämpfung. Das Thema der Wechselwirkung von Fusarien und Mykotoxinen mit der Ausbringung von Glyphosat wird von der Agrarindustrie und den ihr willfährigen Wissenschaftlern totgeschwiegen, von der Politik bewußt nicht thematisiert und von der seriösen Wissenschaft stiefmütterlich behandelt.

 

Die konventionelle Landwirtschaft muß aufwachen. Der Einfluss von Mykotoxinen auf die menschliche Gesundheit ist bewiesen. Die DLG zu Mykotoxinen.


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