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Ein für Wein geeignetes Holzfaß besteht fast immer aus Eiche, einem der wenigen Hölzer, das nicht harzt. Es gibt mehrere hundert Eichenarten. Roteichen besitzen stark poröses Holz und sind für den Ausbau von Wein ungeeignet. Drei Arten der Weisseiche aber, eine amerikanische (Kentucky White Oak) und zwei europäische, die zur Gattung Quercus gehören, bewähren sich seit Jahrhunderten im Weinbau. Amerikanische Eiche wächst schneller, ist deutlich billiger und gibt mehr Tannin und Aromastoffe an den Wein ab als die langsamer wachsende europäische Eiche. Für die Fassqualität ist aber weniger die Herkunft des Eichenholzes maßgebend, sondern dessen Ablagerung und Trocknung, Schnitt (Säge oder gekeilt), Toastung und Weiterverarbeitung. Ein 225-Barriquefass aus französischer oder europäischer Eiche kostet heute ca. 1500.- Euro, ein amerikanisches Faß etwa die Hälfte.
Europa besitzt riesige Eichenvorkommen. Frankreich, Deutschland (Pfalz), Slowenien, Polen, Tschechei und die Ukraine sind heute Hauptlieferanten. Alleine Frankreich besteht zu fast einem Viertel seiner Fläche aus Wald, ein Drittel davon sind Eichenwälder. Das mag die lange Erfahrung Frankreichs im Umgang mit und der Herstellung von Holzfässern erklären. Die meisten hochwertigen französischen Weine werden in Fässern aus französischer Eiche ausgebaut, was für die allermeisten großen Weine der restlichen Weinwelt ebenfalls gilt . Wer es sich leisten kann, kauft Fässer aus französischer oder europäischer Eiche, je nach gewünschtem Weintyp.