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Rosé. Faszinierende Vielfalt.

Rosé. Faszinierende Vielfalt.

Rosé?

Im Jahr 2017 wollte die EU die Herstellung von Rosé neu definieren. Sie wollte zulassen, daß - der entsprechende Antrag kam natürlich aus Deutschland, wo sollte er sonst auch herkommen – sich in Zukunft auch Rotling als Rosé bezeichnen darf. Rotling entsteht, in dem man Weißwein mit Rotwein mischt. Großartige Idee: Du nimmst irgendeinen Weißwein, kippst ein paar Prozent Rotwein rein, und darfst das Gemisch dann als Rosé verkaufen (die meisten Rosé-Champagner entstehen übrigens so). Zum Glück gab es damals heftigen Protest seitens der französischen Winzerschaft und auch wir machten uns gegen dieses verbrauchertäuschende Recycling von Kellerresten stark. 

Rosé hat in Frankreich Tradition. Er ist der Wein des Sommers. Eine eigenständige Kulturform des Weines. Seine dritte Dimension, die auf raffinierte Weise den Duft und die Fragrance des Weißweines mit dem herben Reiz der Physis des Rotweines in Einklang zu bringen versteht. 

Der Protest fand Gehör und so bleibt Rotling das, was er ist, und Rosé fand zu neuem Bewußtsein. Vermutlich auch durch die Initiative der EU, die damals viel Beachtung fand in der Presse. Jedenfalls feiert Rosé seitdem weltweite Nachfragerekorde. Er ist das derzeit am schnellsten wachsende Segment im globalen Weinhandel – mit der Folge, daß er nun auch in den Billigsortimenten der Supermärkte und Discounter zu finden ist, und auf der anderen Seite des Marktes auf fast schon groteske Weise zum teuren Nobelgetränk gepimpt wird. 

Für die Winzer ist Rosé ein Geschenk, denn er bringt den schnellsten Cash-Flow im Keller. Heute gemacht, morgen verkauft, verdunstet in der auf die Ernte folgenden Saison. Durch den heftigen Mangel an Wein, den der Klimawandel in den letzten Jahren weltweit verursachte, sind die besten Rosés heute schon vorbestellt, bevor die Trauben am Stock hängen. Verkehrte Weinwelt. Aus jahrelangem Vielzuviel an Wein sind wir plötzlich im Zuwenig gelandet.

Jedes Jahr anders

Rosé entsteht nur aus blauen Beeren. Deren Saft ist weiß, in deren Schalen aber stecken die Pigmente der Farbstoffe, die sogenannten Anthocyane. Sie schützen die Beeren vor dem Photonenbeschuß der Sonne, vor Verdunstung und vor Schädlingen. Sie enthalten wertvolle Antioxidantien, die sogenannten Polyphenole, deren Polymer-Ketten man im Rotwein als herbe, ledrige Konsistenz auf der Zunge spürt. Sie schützen Most und Wein vor Oxidation.   

Bei der Rosé-Herstellung lutscht man nun während der sogenannten »Mazeration« diese Phenole in den Schalen der angequetschten Beeren, die sowohl die Farb- als auch Gerbstoffe enthalten, im Kontakt mit dem entstehenden weißen Traubensaft so lange schonend aus, bis dieser die gewünschte Farbe angenommen und den Gehalt an herben Gerbstoffen extrahiert hat, die dem Jahrgang entsprechen. Rosé schmeckt jedes Jahr anders. Im einen ist es heiß und trocken, die Beeren sind deshalb klein, ihre Schale dick, die Saftausbeute gering, der Zucker hoch, die Säure niedrig. Im anderen Jahr sorgt gute Wasserversorgung für große Beeren mit dünner Schalen und höherer Saftausbeute, bei weniger Zucker und höherer Säure. Das ist er, der besondere Reiz des Rosés, mit dem seine Winzer jedes Jahr aufs Neue konfrontiert werden. In dem Augenblick, wo Frucht, Farbe und Gerbstoffe dem Jahrgang zu entsprechen scheinen (was je nach Jahrgang mehr oder weniger viele Stunden dauern kann), trennt er die Beerenschalen vom Saft durch Abpressen ab und vergärt den entstandenen Rosé dann zum trockenen Endprodukt durch.  

Wie die Farbe, so der Geschmack

Je nach Farbintensität und Extraktion reicht das Aromenspektrum guter Rosés von zarten floralen Blütenaromen bis zu exotischen Gewürzen und dunklen Beeren. Und da ihre Farbe physikalisch direkt mit dem Gerbstoffgehalt verbunden ist, lassen sich gute Rosés in breiter geschmacklicher und physischer Diversität zu einer Vielzahl von Gerichten kombinieren, vom harmlos leichten Salat zu Mittag, über raffiniert asiatisch gewürzte Küche bis zum anspruchsvollen sommerlichen Diner am Abend.

Da die Küche im Sommer leichter und vegetabiler ist, eignen sich nach entsprechendem Typus ausgewählte Rosés hervorragend zu ihrer Begleitung. Nicht jeder Rosé will eiskalt oder mit Eiswürfeln serviert werden. Gönnen Sie den farblich etwas dunkleren Rosés mal ein paar Minuten Luft im Glas, damit sie atmen und Temperatur annehmen können. Dann werden Sie erleben, wie sich Rosé zur dritten Dimension im Wein entfaltet. Daß anspruchsvoller Rosé exzellent reifen kann, beweisen ein paar unserer Winzer, die ab und an ältere Jahrgänge in den Handel bringen. Da staunt man dann, wie aufregend gut ein gereifter Rosé z. B. gegrillten Lachs an einem kalten Winterabend zu begleiten versteht.

Zwei Macharten

N° 1:  Farblich dunklere und im Alkoholgehalt höher liegende Rosés stammen aus dem sogenannten Ausbluten des Saftes während der Rotweinherstellung, dem »Saignée«. Um Rotwein konzentrierter zu machen, zieht man während der Maischegärung eine gewisse Menge Most (10-30%) dann ab, wenn dieser Saft-Abzug noch roséfarben ist. Damit verändert man das Verhältnis von Saft zu Maische im Tank, der dort verbliebene Saft wird konzentrierter ausfallen. Weil Rosés aus Saftabzug aus Trauben gewonnen werden, die für die Rotweinbereitung aromatisch ausgereift geerntet werden, fallen sie grundsätzlich höher im Alkohol und farblich meist etwas dunkler aus, als die »leichteren«, delikateren Rosés aus Direktpressung. 

N° 2: Die berühmten südfranzösischen Rosés, denen man nachsagt, die feinsten der Welt zu sein, entstammen grundsätzlich der Direkt- oder Ganztraubenpressung. Sie werden aus dafür besonders geeigneten Rebsorten gekeltert (wie. z. B. der Cinsault) und für niedrigeren Alkohol und belebende Säure früher geerntet als für die Rotweinherstellung üblich. Ihre Trauben werden solange in der Presse auf den angequetschten Beerenschalen belassen, bis sie die gewünschte Farb- und Gerbstoffintensität abgegeben haben. Dann wird der Most durch Abpressen von den Schalen getrennt und anschließend wie Weißwein vergoren. Direktpressungs-Rosés zeichnen sich durch angenehm niedrigen Alkohol (11,5 - 13 Vol.%) und eine unverwechselbar animierende Wildlachsfarbe aus, und sie verwöhnen mit belebend herben Gerbstoffen, die ihre duftige Frucht und zarte Würze so delikat wie erfrischend umrahmen.


Es lebe die Vielfalt des Rosés! Kochen Sie für ihn, grillen Sie mit ihm, genießen sie ihn im Kreise von Freunden und lieben Mitmenschen, und freuen Sie sich auf einen lebensfrohen Rosé-Sommer 2022. 

Hier unser laufend ergänztes Angebot in Typen, Macharten und geschmacklicher Wirkung.


Die Unkomplizierten. Sie machen (fast) alles mit. Preiswert, quicklebendig, fröhlich erfrischend


Sie stammen sowohl aus »Direktpressung« als auch aus dem Ausbluten des Mostes. Ihre Farbe weist den Weg: Direktpressung hell, Ausbluten/Saignèe eher dunkel. Letztere besitzen etwas höheren Alkohol und sind milder in der Säure, weicher, fülliger und kräftiger im Geschmack. Die helleren hier sind eher zart und duftig in Aroma und Geschmack und bringen eine bißchen mehr frische Säure mit. Alle besitzen knackige Frucht und pikant würzige Frische.
Die Beschreibung zu jedem Wein finden Sie beim Kick auf »Details >«.
2021
Rosa de Azul y Garanza
Azul y Garanza
7,50 €
0.75l 
10,00 €/L
2021
Fusion »Rosé«
Sven Leiner
8,00 €
0.75l 
10,67 €/L
2020
Rosé »Syrah« VdF
Chemins de Bassac
8,00 €
0.75l 
10,67 €/L
2021
Rosé de Camargue »Gris des Sables«
Domaine de Montcalm
8,50 €
0.75l 
11,33 €/L
12,00 €
0.75l 
16,00 €/L
14,00 €
0.75l 
18,67 €/L

Die Mundfüllenden. Mit mehr Farbe und Struktur. Aus dem Ausbluten des Rotweinmostes


Rosés, wie sie die sonnen- und hitzeerprobten Südländer lieben und den ganzen Sommer über genießen. Saft und Kraft zu den Aromen des Südens.
Sie halten nicht hinter den Berg, haben Charakter und Eigenart, wagen Saft und Schmelz ohne schwer zu sein, erfrischen auf ihre ganz eigene Art und Weise, vor allem auch, weil sie kühl serviert werden. Sie begeistern mit prachtvoller Fülle der Aromen und der perfekten Dosis an Gerbstoffen, sind also nichts für Leichtwein-Schlucker und Harmlos-Connaisseure. So lange und heiß der Sommer auch zu werden verspricht, zu diesen Rosés kann Ihre Küche aus dem Vollen schöpfen ....
2021
»RAIZ« Rosé, IGP Côtes de Thongue
Chemins de Bassac
9,50 €
0.75l 
12,67 €/L
13,00 €
0.75l 
17,33 €/L
19,00 €
0.75l 
25,33 €/L

Die Delikaten. Mit dem Duft, der Eleganz und der Leichtigkeit des Seins der Direktpressung


Feingliedrig und zart. Trocken und dezent herb. Verhalten im Alkohol, weil früher gelesen. Deshalb besonders frisch und erfrischend, würzig und duftig transparent im Aroma, hell und lustmachend in der Farbtönung. Irgendwo zwischen hauchzart Rosé und animierend lachsfarben. Nicht umsonst geben hier südfranzösische Rosés den Ton an. Ihre wunderbare Balance von appetitlich herber Frische und sommerlich würzigem Duft, von Charakter und Charme, läßt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Diese Rosés gehören zu den feinsten und edelsten des Marktes.
10,50 €
0.75l 
14,00 €/L
2021
Ciro Rosé
Cataldo Calabretta
13,00 €
0.75l 
17,33 €/L
13,50 €
0.75l 
18,00 €/L
2021
Rosé »Corail« Côtes de Provence
Château de Roquefort
15,00 €
0.75l 
20,00 €/L
16,50 €
0.75l 
22,00 €/L
2021
Côtes de Provence Rosé »Première«
St. André de Figuière
18,00 €
0.75l 
24,00 €/L

Die Anspruchsvollen. Mit der Kraft der Ausstrahlung und Komplexität ihrer Herkunft


Terroir« als das Spannungsfeld der Komplexität der Herkunft zwischen Mensch und Rebe können auch Rosés besitzen. Diese drei beweisen es. Drei große, komplexe, die Sinne fordernde Rosés, die anders sind als alle, die wir hier anbieten. Kraftvoll und stark in Dichte, Ausstrahlung und Charisma. Trockenheit und Hitze, die Höhe und das Klima ihrer Herkunft, sowie der Mensch, der dies zu übersetzen wußte, haben sie zu echten Persönlichkeiten geformt. Man schmeckt, daß sich ihre Reben abmühen mußten, um an Wasser zu kommen. Ihre pikant würzige Mineralität und ihr nichtalltägliches Rosé-Erleben machen sie zu Idealpartnern anspruchsvoll würziger Sommerküche, wie immer Sie diese auch zu inszenieren gedenken. Der Süden ruft.
16,00 €
0.75l 
21,33 €/L
2021
Rosé »Qu´es Aquò«
Mas Cal Demoura
17,00 €
0.75l 
22,67 €/L
2016
Rioja Rosado Reserva »Onomastica«
Bodegas Carlos Serres
23,00 €
0.75l 
30,67 €/L

Die Natur- und Kultur-Rosés - machen die Freiheit der Natur im Wein schmeck- und erlebbar


Die Naturweinbewegung prangert überfälligen Wandel an: Sie verarbeitet Trauben ohne die chemisch-physikalischen Zusätze und geschmacksverändernden Manipulationen der modernen Kellerwirtschaft zu Wein. Nach vielen Irrungen und Wirrungen ist sie dabei, erwachsen zu werden, akzeptiert, daß auch die Natur im Wein dessen mühsam errungene Kultur braucht. Nur kerngesunde Trauben von lebendigen Böden übersetzen sie in maximal natürlichen Genuss. Nur dann kann Wein - bei uns Voraussetzung - auf seinen natürlichen Umgebungshefen vergären, dann muß er nicht geschönt, filtriert und auch nicht zusätzlich geschwefelt werden. Wie diese sechs ursprünglich schönen, aromatisch expressiven, geschmacklich ungewohnt »freien« Rosés für Genießer, die nicht immer nur trinken, was sie schon kennen.
12,00 €
0.75l 
16,00 €/L
2021
Rosé »Tournage Riant«
La Grange Tiphaine
12,00 €
0.75l 
16,00 €/L
2021
Rosé »Spring Break«
Zillinger
12,50 €
0.75l 
16,67 €/L
15,00 €
0.75l 
20,00 €/L
17,00 €
0.75l 
22,67 €/L
2018
»Chiar´otto« Rosato ADXVIII
Villa Calicantus
18,00 €
0.75l 
24,00 €/L

Fröhliche Natur-Schäumer ohne Zusatz von Hefe, Zucker und Schwefel


Ein natürlich auf der Flasche vergorener Naturschaumwein rollt den Markt auf: »Pét Nat«. Ein Namenskürzel, das noch vor wenigen Jahren für eklektizistische Schaumweine spinniger französischer Naturweinwinzer stand. Heute sind »Pétillants Naturels«, so die vollständige Bezeichnung, auch bei uns in der Mitte der weintrinkenden Gesellschaft angekommen. Das »naturel« erklärt sich dabei von selbst: Die Pét Nat-Winzer füllen Most, der sich mitten in der alkoholischen Gärung befindet, bei einem Restzuckergehalt von 24 g/l in die Flasche, die mit einem stabilen Kronenkorken verschlossen wird. Der Most gärt auf der Flasche weiter und vergärt dabei den verbliebenen Zucker mit der noch reichlich vorhandenen Hefe der alkoholischen Gärung zu Kohlensäure und Alkohol; weil die Kohlensäure nicht entweichen kann, geht sie in Lösung und bildet so jene Blasen, die den gärenden Wein zum trockenen Schaumwein machen. Weil die entstehende Kohlensäure den Wein konserviert, brauchen Pét Nats keinen Schwefelzusatz. Deshalb kommen diese Naturschäumer vor allem aus der Naturweinszene. Sechs so eigenständige wie eigenwillige, höchst fröhliche und verblüffend hochwertig schäumende Exemplare können Sie hier erleben. Einigen wurde die Gärhefe nicht entnommen, sie sind naturtrüb. Das soll Sie nicht stören. Einfach die Hefe aufschütteln und mitgenießen. Schmeckt gut und fühlt sich wunderbar cremig an im Mund.
16,00 €
0.75l 
21,33 €/L
16,00 €
0.75l 
21,33 €/L
19,00 €
0.75l 
25,33 €/L
20,00 €
0.75l 
26,67 €/L
21,00 €
0.75l 
28,00 €/L
28,00 €
0.75l 
37,33 €/L

Noble rosa Blasen


Um Schaumweine, egal ob Crémant, Sekt oder Champagner, zu Rosé zu machen, wird gemeinhin weißer Grundwein mit einem gewissen Anteil Rotwein verschnitten, der dann zum Rosé-Schäumer versektet wird (technisch ein »Rotling«). Er schäumt so aufgeregt wie Champagner aus weiß gekelterten Trauben.
Echter Rosé-Champagner (wie der von Elise Dechannes unten) ist ausgesprochen selten geworden. Er wird aus dem Mostabzug der Pinot Noir-Herstellung gewonnen und dann als »Saignée« gekennzeichnet. Er weist ein deutlich gröberes, aber auch deutlich weniger perlendes Blasenspiel auf. Der besondere Reiz echter Saignée-Rosé-Schaumweine? Die Perlung wirkt weich und sinnlich, löst sich erst auf der Zunge durch deren Temperatur von den Polymerketten der Gerbstoffe und setzt dann leise und cremig belebende Wirkung frei. Ein herber Hauch dezent präsenter Gerbstoffe zieht beerig würzige Frucht über die Zunge.... vom seltenen Lambrusco-Rosé bis zum echten Saignée-Rosé-Champagner finden Sie hier alles, was nobel rosa perlt. Viel Freude mit deren anregend edlem Blasenspiel.
16,00 €
0.75l 
21,33 €/L
19,00 €
0.75l 
25,33 €/L
22,00 €
0.75l 
29,33 €/L
24,00 €
0.75l 
32,00 €/L
43,00 €
0.75l 
57,33 €/L
62,00 €
0.75l 
82,67 €/L