You're currently on:

Gemütliche Rote

Gemütliche Rote

Draußen ist es grau, kalt und ungemütlich. Da freuen sich Weintrinker auf gemütliche Rotweine, die innere Ruhe zu stiften wissen. Durch hochwertige Gerbstoffe, die präsent, aber fein, dicht und geschmeidig agieren. Rotweine, die alleine schon physisch Wohlgefühl auslösen. Sie können durchaus mächtig sein, kraftvoll und dicht; hart, kantig und anstrengend aber sollten sie nicht sein.

Klar, daß derart hochwertige Gerbstoffqualität Geld kostet. Sie entsteht schließlich ausschließlich im Weinberg. Da muß z. B. die Blattfläche ausreichend groß sein, um nicht nur die Farbstoffe ausreifen zu lassen, sondern auch physikalisch und aromatisch die Gerbstoffketten, an denen die Farbstoffe hängen. Dazu beobachtet der Rotwein-Winzer den klimatischen Verlauf das ganze Jahr über, um im entscheidenden Augenblick der Extraktion - wenn er also über den Most aus den Beeren deren Schalen gezielt »auslutscht« - das Verhältnis von Saftmenge in der Beere zu deren Schalendicke berücksichtigen muß,

Das ist sie, die handwerkliche Kunst des Rotweinwinzers. Sie unterscheidet sich von der des Weißwein-Winzers deutlich, denkt sie doch schon an die Physik und Chemie der Gerbstoffpolymere in den Beerenschalen, wenn die Trauben gerade mal den Farbwechsel absolvieren. Da ahnt der engagierte Rotwein-Winzer bereits, in welche Richtung der Jahrgang in der Physik der Gerbstoffe tendieren könnte.

Leider kennt die moderne Kellerwirtschaft zahlreiche Mittelchen, mit denen sie die Qualität und physische Struktur der Gerbstoffe »schönen« kann, was nichts anders bedeutet, als sie zu manipulieren. Sie macht dann aus kantigen, unreifen, nachläßig im Weinberg produzierten Gerbstoffen, in der Fachsprache »Phenole« genannt, ein weiches, samtig rundes Mundgefühl, dem oft noch mit verstecktem Zucker nachgeholfen wird (was dann als »Passito« in bunten sprachlichen Abwandlungen verbrauchertäuschend angepriesen wird).

Tatsächlich werden heute viele Rotweine, egal ob saubillig oder schweineteuer, gezielt mit önologischen Zusatzstoffen behandelt, um den niedrigen Preis des Ausgangsweines zu kaschieren oder den zu hohen Preis und die damit verbundenen Erwartungen der Weintrinker an »weichen, runden« Rotwein zu rechtfertigen.

Hier der aktuelle Katalog (als PDF) eines bekannten deutschen Önologie-Lieferanten mit all jenen Zusatzstoffen, die ohne jede Deklaration nicht nur dem Most, sondern sogar selbst dem füllfertigen Wein zugegeben werden dürfen, um die Erwartungen des gemeinen Weintrinkers so klischeehaft wie möglich erfüllen zu können (es lohnt sich, sich mit dem PDF genauer zu beschäftigen!).

Zum Glück weiß der versierte Weintrinker, daß die Farbe eines Rotweines fast unmittelbar, bis auf wenige Ausnahmen, physikalisch direkt mit dem Gerbstoffgehalt verbunden ist: So haben dickschalige Rebsorten wie Cabernet Sauvignon eine dunkle Farbe und deshalb hohen Gerbstoffgehalt; dünnschalige Rebsorten wie Pinot Noir weisen, je nach Klon und Extraktionsverfahren, mehr oder weniger helle bzw. transparente Farbe auf und verwöhnen deshalb mit feinerer, eher sanft wirkender Gerbstoffkonsistenz.

Der Manipulation verdächtig ist jeder Rotwein, der dunkle und intensiv dichte Farbe aufweist, die nicht  seiner Gerbstoffdichte und Konsistenz auf der Zunge entspricht.

Merke: Die Farbe eines Rotweines ist kein zwingendes Qualitätskriterium!

Zu leicht ist sie durch entsprechende Enzyme aus den Beerenschalen herauszulösen und durch Zusatz von Konzentraten wie »Megapurple« oder »Rossissimo« zu manipulieren, zu erkennen am typischen Duft nach Brombeermarmelade, dem stets vorhandenen Schwänzchen an Restzucker (siehe die billigen Primitivos aus dem SB-Regal) und dem drastischen Mißverhältnis zwischen Farbe und Gerbstoffstruktur.  

Alle von uns angebotenen Rotweine sind frei von solchen Manipulationen. Ihre Gerbstoffe sind echt und unmanipuliert. Ihre Farben entsprechen in Gehalt und Struktur der natürlichen Gerbstoffqualität.

Zu Ihrer geschmacklichen Orientierung haben wir die Weine dieses winterlichen Angebotes in thematische Gruppen eingeteilt, die wir entsprechend der physischen Wirkung ihrer Gerbstoff in aufsteigender Qualität, also Dichte und Komplexität (Länge der Polymerketten), sortiert haben.

Wir wünschen gute Orientierung und gemütliche Winter-Abende mit den Wohlfühl-Gerbstoffen dieser »gemütlichen«  Rotweine.

Preiswert und trotzdem vielfältig und hochwertig in den Gerbstoffen

Old Vine Red »Lot N°72«
Marietta Cellars
16,00 €
0.75l 
21,33 €/L
2019
»Banastero« Tinta de Toro
Zabdi Wines
13,00 €
0.75l 
17,33 €/L
14,00 €
0.75l 
18,67 €/L
2017
Rioja tinto »La Plana«
Bodegas Ojuel
14,80 €
0.75l 
19,73 €/L
14,90 €
0.75l 
19,87 €/L
2020
Lagrein »Granat« DOC
Gojer Glögglhof
15,00 €
0.75l 
20,00 €/L
2019
»Naturaleza Salvaje« Tinto
Azul y Garanza
16,90 €
0.75l 
22,53 €/L
2018
»Clef de Sol« rouge
La Grange Tiphaine
22,00 €
0.75l 
29,33 €/L
22,00 €
0.75l 
29,33 €/L

Wie Samt und Seide

18,00 €
0.75l 
24,00 €/L
2016
Ribera del Duero »Crianza«
Viña Pedrosa
24,00 €
0.75l 
32,00 €/L
27,50 €
0.75l 
36,67 €/L

Kernig, kraftvoll, muskulös und beindruckend komplex

2015
Douro tinto »Vale do Inferno«
Quinta de la Rosa
54,00 €
0.75l 
72,00 €/L
2018
Pinot Noir »Luss«
Leon Boesch
28,00 €
0.75 
37,33 €/L
28,00 €
0.75l 
37,33 €/L

Pinot Noir. Fein und sinnlich, aber auch kraftvoll und dicht

2017
Pinot Noir »Sonoma Coast«
Kutch Wines
39,00 €
0.75l 
52,00 €/L
2018
Pinot Noir »Eichert«
Beck, Charlotte und David
45,00 €
0.75l 
60,00 €/L
50,00 €
0.75l 
66,67 €/L
2016
Pinot Noir »La Neblina«
Radio-Coteau
54,00 €
0.75l 
72,00 €/L
39,00 €
0.75l 
52,00 €/L
2016
»Poeira« Douro tinto
Poeira (Jorge Moreira)
36,00 €
0.75l 
48,00 €/L

Gerbstoffe - so originell wie berührend

49,00 €
0.75l 
65,33 €/L
2013
Domaine de l´Aurage
L´ Aurage
36,00 €
0.75l 
48,00 €/L
2017
Domaine de Cambes
Domaine de Cambes
54,00 €
0.75l 
72,00 €/L

Höchste Gerbstoffqualität in Weinen, die träumen lassen

64,00 €
0.75l 
85,33 €/L
2019
Old Hill Ranch »Heritage«
Bedrock Wine Co.
64,00 €
0.75l 
85,33 €/L
139,00 €
0.75l 
185,33 €/L