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Flaschenpost | ARTEN-VIELFALT 2019

Flaschenpost | ARTEN-VIELFALT 2019

Natur will Vielfalt. Je härter die Lebensbedingungen einer Spezies, um so mehr braucht sie die Ungleichheit der Individuen, um zu überleben. Reben sind solche Meister der Diversifikation. Im Zuge der Anpassung an veränderte Wachstumsbedingungen hat die Natur tausende unterschiedlicher Rebsorten geschaffen, von denen jedoch nur ein Teil für die Weinproduktion taugt. Seit er sesshaft wurde, hat zusätzlich der Mensch selektiert und gekreuzt, um die technischen und geschmacklichen Eigenschaften der Weinreben zu verbessern.

Dieses bunte Kaleidoskop - von allen Kulturpflanzen hat die Weinrebe die größte Sortenvielfalt – hat im Lauf der Geschichte zu einem ebenso vielgestaltigen Potpourri an Weinen geführt. Immer wieder jedoch wurde und wird es bedroht. Beinahe ausgerottet wurde die Vielfalt im Weinbau durch die Reblaus, einen aus Amerika eingeschleppten Schädling, gegen den sich die europäische Rebe Vitis vinifera nicht zu wehren wußte. Kaum gerettet durch die Entdeckung resistenter Unterlagsreben, dräute neues Ungemach durch die Mechanisierung des Weinbaus.

Hatte man Reben, diese Meister der Genügsamkeit, über viele Generationen überwiegend dort gepflanzt, wo nichts anderes mehr wächst, weil die Böden zu karg und trocken sind, wanderte Vitis vinifera dem Traktor zuliebe talwärts. Die Weingärten wurden größer, bepflanzt mit einheitlichem Rebmaterial. Vergessen und verlassen die unzähligen kleinen Parzellen an den steilen Hängen beinahe sämtlicher Flußtäler in den gemäßigten Klimazonen, die häufig nur für den Hausgebrauch bewirtschaftet wurden und doch den unermesslichen Schatz regionaler Rebsorten bewahrten. Geschmacksmoden taten ein Übriges, um das Kulturgut Wein zum mal banalen, mal spekulativen Wirtschaftsgut zu degradieren.

Doch allenthalben bildet sich neuerdings Widerstand gegen den schleichenden Exodus autochthoner Rebsorten ebenso wie gegen den Verlust alter Weinkulturlandschaft. Eine neue Lust am Echten und Unverfälschten treibt Menschen unterschiedlichster Herkunft, ausgebildete Önologen, Winzersöhne und -töchter, aber auch hochmotivierte Seiteneinsteiger dazu, beinahe verschwundene Rebsorten dem Vergessen zu entreißen, aufgelassene Reb-Terrassen zu rekultivieren und Weine zu keltern, die ihre jeweilige Herkunft vibrierend lebendig ins Glas bringen. Der Fülle dieser mit ebenso viel Mut wie Herzblut gemachten Weine widmen wir diese Flaschenpost. Wir wünschen Ihnen genussreiche Stunden beim Entdecken der neuen, alten Artenvielfalt!

Hier finden Sie den Bestellzettel zum Ausdrucken

Wir listen die Weine in der Reihenfolge unserer Print-Flaschenpost, damit Sie sie schnell und leicht finden können.



Rebsorten und die Physik der Blasen
Schaumwein ist durch Zufall entstanden. Über Jahrhunderte hinweg kam es in allen Weinbauregionen durch Restzucker, der den Hefen Nahrung gibt, zu Nachgärungen auf der Flasche. Deren Blasen gefielen den Menschen schon immer so gut, daß sie versuchten, sie zu kultivieren. Doch erst im Laufe des 19. Jahrhunderts beginnt man die alkoholische Gärung zu verstehen. Seitdem hat uns die kontrollierte zweite Gärung im Tank oder in der Flasche nicht nur Billig-Frizzante und teure Marken-Champagner beschert, sondern auch viele originelle Regional-Schaumweine, die zu entdecken sich lohnt, weil ihre nicht alltäglichen Rebsorten für anregende Vielfalt und aufregendes Anderssein in der Uniformität des globalen Angebotes sorgen. Früher zog die Marke, heute weckt die Rebsorte das Interesse. Sie entscheidet, zusammen mit der Art der Vergärung, über Stil und Charakter, Perlung und Wirkung. Ob fröhlich süßer Regionalschäumer, knochentrockener Cava, übel beleumundeter Lambrusco, mißachteter deutscher Sekt oder echter Rosé-Champagner aus Les Riceys - im Schaumwein geht die Post ab und die Rebsorte weist den Weg.
12,90 €
0.75l 
14,80 €
0.75l 
13,90 €
0.75l 
18,00 €
0.75l 
23,00 €
0.75l 
Griesel & Compagnie. Der Insider.
Die Eigner des 2013 neugegründeten Sekthauses Griesel & Compagnie engagieren den jungen Niko Brandner direkt aus dem Studium heraus. Der verarbeitet zu Beginn die Trauben von Vertragsbauern, aber die Versektung erfolgt bereits im Haus. Profund wie ein Altmeister macht er sich im Verständnis seines Metiers ans Werk, kümmert sich um die Nährstoffversorgung der Reben, legt größten Wert auf die Qualität der Grundweine, die er spontan vergärt und im Holzfaß ausbaut, und seinen Sekt läßt er lange auf der Hefe der zweiten Gärung reifen. Erst nach zwei Jahren bringt er die ersten Flaschen auf den Markt. Die verschaffen dem jungen Sekt-Meister aus dem Stand Respekt und machen aus dem Insider-Laden quasi über Nacht einen hochbewerteten Sekt-Produzenten.
18,90 €
0.75l 
2013
Sekt »Rosé« Extra Brut
Griesel & Compagnie
22,50 €
0.75l 
31,80 €
0.75l 
Elise Dechannes. Die Aussenseiterin in der Champagne.
Ganz in der Tradition von Riceys, das unter Sonnenkönig Louis XIV für seine markanten Roséweine berühmt war, sind die Weingärten von Elise Déchannes zu 95 Prozent mit Pinot Noir bepflanzt. Ihre fünf Hektar, die sich auf sieben Parzellen mit jeweils anderem Boden und Mikroklima verteilen, bewirtschaftet die ebenso geradsinnige wie unbeirrbare ehemalige Bankerin biologisch. Im Keller meidet Elise gängige Zusatzstoffe ebenso wie banale Rezepte und lässt jeden ihrer Champagner seine eigene Entwicklung nehmen. Alles darf so lange dauern wie die Natur und bei der Champagner-Herstellung die Hefen brauchen. Jahr für Jahr präsentieren sich ihre Champagner souveräner, geprägt von feiner Ricey-Struktur, perfekt integrierter Perlage und subtiler Pinot-Aromatik.
2013
Champagne »Tradition« Brut
Elise Dechannes
29,00 €
0.75l 
36,00 €
0.75l 
37,00 €
0.75l 
Weiß | Rot | Rosé.
Rotwein ist »besser« als Weißwein und Rosé nur »Damenwein«? Unwissenheit, Märchen und Vorurteile sind weitverbreitet im Wein. Nicht nur die Vielfalt seiner rund 1300 Rebsorten, bereits die Wahl zwischen globaler Uniformität oder regionaler Individualität scheint den gemeinen Weinfreund zu überfordern. Deshalb zieht er die »Sicherheit« des Klischees der Marke oder des ihm bekannten dem Unbekannten vor. Dies wird ihn aber nie erleben lassen, wie schonend guter Rotwein aus den Schalen seiner Beeren extrahiert werden kann. Er kommt dann zwar weniger dunkel ins Glas als erhofft, dafür aber ist die Farbe so echt und unmanipuliert wie die Gerbstoffe, die die Zunge fühlbar geschmeidig und kühl umhüllen. Er wird nie erfahren, daß der neue Weißwein sehr viel spannender sein kann als Rotwein. Er präsentiert sich durch gänzlich veränderte Weinbereitung weit mehr als nur banal »fruchtig« so faszinierend vielfältig in Stil und Charakter, wie er es noch nie war. Und daß Rosé die souveräne dritte Dimension im Wein sein kann, wird ihm ebenso entgehen, wie dessen sinnlich herber Hauch zarter Gerbstoffe, der ihn charmant und hochwertig, würzig und belebend frisch über die Zunge transportiert. Wein nicht als Getränk, sondern als Kulturgut.
16,90 €
0.75l 
2016
Gewürztraminer »Les Fous«
Leon Boesch
15,90 €
0.75 
2017
Rosé »Rosanoire«
Cantrina
12,00 €
0.75l 
12,00 €
0.75l 
2017
St. Magdalener Classico
Gojer Glögglhof
12,50 €
0.75l 
19,90 €
0.75l 
Chardonnay. Vielfalt der Interpretation.
Keine weiße Rebsorte entfaltet ein so breites Spektrum in Stil und Charakter wie Chardonnay. In Chablis fällt Chardonnay karg und mager aus. Der Charakter der Herkunft dominiert dort so sehr über den der Sorte, daß man diese nicht mal auf dem Etikett findet. Die Idee der französischen Appellation. In Kalifornien fällt Chardonnay reif aus. Da duftet er exotisch nach Ananas und füllt den Mund in sahniger Konsistenz. Weil das nur er so kann, weist man ihn stolz auf dem Etikett aus. Auch reagiert Chardonnay wie keine andere weiße Rebsorte auf die Art der Weinbereitung. Vergärt man ihn im Edelstahltank mit Reinzuchthefe, fällt er einfach und fruchtig aus. Vergärt man ihn im Holzfaß und läßt ihn auf der Feinhefe reifen, wird er charaktervoll und komplex. Bewegt man die Feinhefe während des Ausbaus im Faß nicht, kommt er druckvoll, schlank und zielgerichtet auf die Zunge, schlägt man sie immer wieder auf (»Battonage«), wird er zunehmend füllig, sahnig und weich. Die faszinierende Vielfalt der Interpretation.
2017
»Remordimiento« Chardonnay
Viña Cerrón
9,90 €
0.75l 
2015
Arbois Chardonnay »Les Bruyères«
Stéphane Tissot
34,00 €
0.75l 
28,00 €
0.75l 
Pinot Noir. Vielfalt der Genetik.
»Spätburgunder« oder »Pinot Noir«? Ein und dieselbe Rebsorte, zwei Namen? Der Unterschied macht Sinn. Alleine von dieser Rebsorte gibt es rund 800 verschiedene Klone, also genetisch verschiedene Arten, die sich nicht nur im Reifeverhalten, sondern auch in Größe und Morphologie der Trauben und Beeren deutlich unterscheiden. Spätburgunder wird von Reben gekeltert, deren Genetik aus Deutschland stammt. Sie hat man bis vor wenigen Jahren auf Ertragssicherheit gezüchtet. Deren größere Trauben und Beeren liefern geringere Intensität der Aromen, weniger dichten Geschmack und weniger Farb- und Gerbstoffe, als die bewußt kleinund lockerbeerig gezüchteten französischen Pinot-Noir-Klonen, die zwar deutlich weniger Ertrag liefern, dafür aber mehr Farbe, Struktur und Geschmack bringen. Diese Vielfalt der Genetik wird unter den Pinot-Noir-Winzern der Welt heftig diskutiert, scheint sie in Zeiten des Klimawandels doch für Anbau, Reifeverhalten, Farbe und strukturelle Qualität ihrer Weine entscheidend zu sein.
12,80 €
0.75l 
16,80 €
0.75 
76,90 €
0.75l 
Rotwein. Dicke oder dünne Beerenschale?
Rebsorte und Machart prägen den Weißwein maßgeblich. Im Rotwein sind es mehr als alles andere die Dicke und die Struktur der Beerenschale. Alles, was man in Rotwein sehen, riechen und schmecken kann, stammt aus der Schale der Beeren. Aus ihr versucht der Winzer zu extrahieren, was Wetter, Boden, Licht und Sonne ein Jahr lang an Informationen hineingesteckt haben. Er löst während der Gärung über den Most jene Polymerketten der Gerbstoffe aus den Beerenschalen, an denen die Farbstoffe hängen. Je dicker die Schale, um so mehr Gerbstoffe, um so dunkler die Farbe des Weines. Die Schale einer Cabernet ROTWEIN: DICKE ODER DÜNNE BEERENSCHALE? Sauvignon-Beere ist so dick, daß man sie nicht essen kann. Deshalb ist der Wein gerbstoffreich, seine Farbe dunkel und sein Duft »männlich« intensiv nach Zeder, Leder und Tabak. Die dünnschalige Pinot Noir ist heller in der Farbtönung, hat delikate, »weiblichere« Gerbstoffe, wirkt leichter, ohne es zu sein, und duftet elegant und tiefgründig fruchtbeladen nach Beeren und Gewürzen. Die Dicke der Beerenschale teilt aber nicht nur den Rotwein in zwei Lager, sondern auch seine Trinker. So scheinen die Freunde dickschaliger Rebsorten nahezu unversöhnlich den Liebhabern dünnerer Beerenschalen gegenüberzustehen.
13,90 €
0.75l 
2015
Syrah »La Rosine« VdPays
Stéphane Ogier
19,90 €
0.75l 
2014
Merlot
Richard Östreicher
34,00 €
0.75l 
2016
Cahors »Calcaire«
Château les Croisille
15,80 €
0.75l 
38,00 €
0.75l 
98,00 €
0.75l 
Villa Calicantus. Die alte Welt.
Daniele Delaini ist Banker in Paris und trinkt sie, die Spitzenweine der Welt. 2010 schenkt ihm Tante Teresa ihr Anwesen hoch über Calmasino am Gardasee. Er kommt, bleibt und verliebt sich in die 1,5 ha Reben, die zum Hof gehören, stellt auf biologischen Anbau um und beginnt 2011 in aller Naivität, aber mit profunder Verkostungserfahrung, den ersten Wein zu machen. Bardolino. Der sprengt nicht nur sein eigenes Klischee, sondern auch die Preisgrenzen der Region, schlägt ein wie eine Bombe. Obwohl die Moränenböden »nur« einen hellfarbig zarten Rotwein so fein und elegant wie großer Burgunder hervorbringen. Fragil und morbid auf der Zunge, enorm lang am Gaumen, komplex im Charakter, atemberaubend authentisch und kostbar in der Ausstrahlung. Kaum zu glauben.
2017
»Chiar´otto« Rosato ADXVII
Villa Calicantus
15,80 €
0.75l 
2017
»Soracuna« Vino Rosso
Villa Calicantus
15,80 €
0.75l 
2014
Bardolino Superiore »Avresir«
Villa Calicantus
32,00 €
0.75l 
Marietta Cellars. Die neue Welt.
Alte Reben sind Scot Bilbros tägliches Vergnügen. Sie stehen, auf zahlreiche Parzellen verteilt, im Norden Kaliforniens. Sie überlebten die Prohibition, die Arroganz des Fortschritts und selbst die Ignoranz von Cabernet und Chardonnay überdauerten sie unbeschadet. Die alten Zinfandel-, Grenache-, Carignan- und Petite Sirah-Reben sind Familie Bilbros Kapital. Vater Chris kaufte sie, als niemand sie wollte. Heute keltert Sohn Scot daraus zeitlos singuläre Wein-Dokumente, die Legenden-Status genießen. Das hohe Alter der Reben und der Verzicht auf Herbizide mit entsprechender Bodenbearbeitung sorgen für tiefe Verwurzelung. Sie macht Bewässerung überflüssig und läßt die Reben den Herausforderungen des Klimawandels trotzen. Scots Weine wirken wie aus der Zeit gefallen. Entwaffnend echt und authentisch sind sie, unberührt von Moden und Trends, rustikal ohne simpel zu sein, dicht und konzentriert, muskulös und kraftvoll, aber frei von Kitsch und Klischee, von Anbiederung und Technik. Naturburschen uramerikanischer Ausstrahlung. Von der Natur gezähmt, im Keller frei im Geiste. So verschneidet Scot Jahrgänge und Parzellen miteinander, wenn es Stil und Qualität seines wichtigsten Weines »Old Vine Red« dienlich erscheinen lassen. Er hat Marietta Cellars berühmt gemacht als preiswertesten, von alten Reben stammenden Rotwein Kaliforniens. Zinfandel. Das wiederentdeckte Erbe der Alten in der Neuen Welt.
Old Vine Red »Lot N°67«
Marietta Cellars
14,80 €
0.75l 
29,90 €
0.75l 
2016
Zinfandel »Old Vine« Sonoma Valley
Bedrock Wine Co.
28,00 €
0.75l 
Autochthon - die Wilden unter den Reben.
Autochthone Reben sind die letzten indigenen Völker im modernen Weinbau. Bei ihnen hat nicht der Mensch, sondern die Natur, die Charaktereigenschaften selektiert. Entstanden sind sie überall dort, wo Reben auf besondere Wachstumsbedingungen reagieren mussten. Also dort, wo Hitze oder Kälte, Trockenheit oder Feuchtigkeit extremer waren, an den Rändern der idealen Reb-Standorte also. Zahllose dieser Reben sind wieder verschwunden, da die Erträge zu gering oder die gekelterten Weine zu schlecht waren, andere mussten im Zuge der Industrialisierung des Weinbaus weltläufigeren Sorten oder effizienteren Anbaumethoden weichen. Manche überlebten nur auf wenigen Hektar. Zwischen all den menschengemachten Züchtungen sind autochthone zweifellos die Rebsorten, deren Weine am markantesten ihre Herkunft zeigen. Ihre Alkohol- und Säurewerte reflektieren die Wetterverhältnisse vor Ort, ihre Aromen sind nicht weichgespült und gefällig, sondern vielfältig und fordernd. Umsiedeln lassen sie sich kaum, weshalb die Menge der aus ihnen gekelterten Weine klein ist, ihre Pflege ist mühsam, weshalb sie nicht billig sein können. Dafür sind sie beglückend echt, unverfälscht, manchmal knorrig und eigen - Persönlichkeiten eben.
8,90 €
0.75l 
13,80 €
0.75l 
2015
»Vitovska« DOC Carso
Zidarich
29,90 €
0.75l 
9,90 €
0.75l 
13,95 €
0.75l 
2016
»L´ottava isola« Etna Rosso
Tenuta di Castellaro
15,00 €
0.75l 
Bodegas Ojuel. Verdammt.
Im Süden Logroños, der Hauptstadt der Rioja, macht der junge Miguel Martinez mit hinreißend charaktervollen Weinen auf sich aufmerksam. Sie kommen von Lagen in der Nähe der Sierra Montcalvillo, die auf bis zu 1000 m Höhe liegen und als viel zu kühl für den hochwertigen Weinbau gelten. Nur noch wenige Bauern bewirtschaften dort die historischen Parzellen. Deren Rebsorten gelten als minderwertig, die Trauben gehen an große Handelshäuser. Doch den Jungwinzer fasziniert das Potential der verdammten Rebgärten rund um sein Dorf. Er regeneriert die alten Reben, stellt auf biologischen Anbau um und produziert mit Intuition, Leidenschaft und Können subtile Weine faszinierender Persönlichkeit, die der stilistischen Monotonie der Rioja den Spiegel vorhalten.
2016
Rioja blanca »Fuente Leon«
Bodegas Ojuel
11,80 €
0.75l 
2015
Rioja tinto »La Plana«
Bodegas Ojuel
14,80 €
0.75l 
2015
Rioja tinto »Carrasojuela«
Bodegas Ojuel
19,80 €
0.75l 
Domaine Lombard. Vergessen.
Ein Hektar Reben war alles, was von einer der nobelsten Appellationen des französischen Rhônetals vor einigen Jahrzehnten noch übrig war. Julien und Emmanuelle Montagnon haben es sich zur Lebensausgabe gemacht, den Wein von »Brézème« dem Vergessen zu entreißen. Fünf Kilometer Trockensteinmauern haben sie seit der Übernahme des Weinguts »Lombard« renoviert und neu gebaut, und die schmalen Terrassen auf den bis zu 45 Prozent steilen Hängen mit Syrah und ihrer Verwandten Serine bepflanzt. Das Klima am Zusammenfluss von Rhône und Drôme mit heißen Tagen, kühlen Nächten und unablässig blasenden Fallwinden aus den Alpen sorgt in den Trauben für beeindruckende Balance zwischen Zucker und Säure sowie reifen Tanninen und Aromen. Julien übersetzt sie in Weine von distinguierter Größe.
11,90 €
0.75l 
2016
Brézème
Lombard
18,00 €
0.75l 
22,00 €
0.75l 
Alte Reben. Die Grandezza der Methusalems.
Rebstöcke können Hunderte Jahre alt werden. Allerdings erreichen dieses Alter nur wenige. Das Gros stirbt lange vorher oder wird gerodet, weil es nicht mehr genug Ertrag bringt. Der Begriff „Alte Reben“ ist nicht definiert, im konventionellen Weinbau ist meist schon mit zwanzig Jahren Schluss. Spannend im Sinne der Weinqualität wird es, wenn ein Rebstock im Bio-Anbau ein halbes Jahrhundert oder mehr auf dem Buckel hat. Dann nämlich hatte er die Zeit, sich an seinen Standort anzupassen und seine Wurzeln bis zu zwanzig Meter tief in Erde und Gestein zu graben. Dort findet er nicht nur Nährstoffe und Mineralien, sondern auch Feuchtigkeit. Mit jedem Jahr auf ihrem knorrigen Buckel entwickeln solche Rebstöcke mehr Autonomie. Sie trotzen Wind und Wetter, Trockenheit und Rebkrankheiten und verweigern quantitative Höchstleistungen. Ihre wenigen Trauben liefern dafür einen ganz besonderen Saft: vielschichtig und dicht, konzentriert und würzig, überraschend und individuell. Die Grandezza der Methusalems.
28,00 €
0.75l 
33,00 €
0.75l 
100,00 €
0.75l 
Der gemischte Satz. Artenvielfalt im Weinberg.
Die Bepflanzung kleiner Parzellen mit vielen verschiedenen Rebsorten war vor der Erfindung der Agrarchemie die Risikovorsorge des Winzers. Im gemischten Satz, wo spätblühende neben frühreifenden, rote neben weißen, säurearme neben säurebetonten Sorten stehen, können sich Schädlinge und Krankheiten kaum epidemisch ausbreiten. Auch Spätfröste und andere Wetterkapriolen wirken weniger desaströs. Großflächige Monokulturen wurden erst mit der Mechanisierung der Landwirtschaft und dem Einsatz von Kunstdünger und synthetischen Spritzmitteln möglich. Im Wein führt der gemischte Satz zu besonderer Komplexität, werden doch alle Trauben - dezent unreife ebenso wie leicht überreife - gemeinsam geerntet und verarbeitet. Die Frage des richtigen Lesezeitpunkts zur Steuerung von Alkohol, Frische, Aromatik und Tanninen im Wein erhält hier eine ganz neue Dimension.
2017
»Gemischter Satz«
Neumeister
11,00 €
0.75l 
2015
»Buchertberg« Gemischter Satz
Herrenhof-Lamprecht
19,90 €
0.75l 
2016
Bedrock Vineyard »Heritage Red«
Bedrock Wine Co.
48,00 €
0.75l 
Die Cuvée. Artenvielfalt in der Flasche.
Bei uns genießt die Cuvée als »Verschnitt« üblen Ruf. Im englischen heißt sie »Blend« und wird von einem Master betrieben. Das Italienische nennt sie emotionslos »Uvaggio«. In Frankreich adelt sie einen Beruf, der das wichtigste Exportprodukt des Landes zu dem gemacht hat, was es heute ist: Den Kellermeister der Champagne. Aus bis zu 120 verschiedenen Partien, vom Jungwein bis zur alten Reserve, stellt er aufwendig und kunstvoll jene Brut-Cuvée zusammen, die den Stil seiner Marke widerspiegeln muß. In Frankreich nennt man die Cuvée auch »Mariage«, die Hochzeit, denn mit ihr bringt man zusammen, was zusammengehört bzw. zusammenpaßt. Man geht davon aus, daß die Cuvée besser ist als deren Bestandteile. Deshalb verschneidet man in Bordeaux den fruchtigen Merlot mit dem harten Cabernet, im Süden Frankreichs die oxidative Grenache mit der reduktiven Syrah, in der Toskana die magere Sangiovese mit der globalen Uniform. Überschuß trifft Mangel, Chemie regelt Physik, Kühle mildert Hitze. Nur wenn die Qualität der Trauben es erlaubt, kann man mit der Fülle der Möglichkeiten spielen. Dann aber macht das Cuvetieren Sinn, wird zur eigenen Handschrift, einmalig und persönlich. Die Freiheit des Winzer-Handwerks.
13,00 €
0.75l 
2017
Bianco »Pomice« IGT Sicila
Tenuta di Castellaro
21,00 €
0.75l 
29,90 €
0.75l 
16,80 €
0.75l 
19,80 €
0.75l 
19,80 €
0.75l 
Aus der Wildnis im Hinterland des Languedoc: Mas Seren.
Weinberge erwartet man hier nicht. In der kargen, winddurchbrausten und sonnenverbrannten Landschaft der südlichen Cevennen weitab vom nächsten Zentrum menschlicher Zivilisation. Emmanuelle Schochs Reben stehen auf kleinen Parzellen inmitten immergrüner Eichen, Pinien, es duftet nach Thymian und Lavendel, zu hören ist sommers nur der Gesang der Zikaden. Besser integriert in ein natürliches Umfeld können Weinberge kaum sein, weshalb die gelernte Önologin auch nicht zauderte, als ihr die sechs Hektar alter und uralter Anlagen, bepflanzt mit sieben verschiedene Rebsorten, zum Kauf angeboten wurden. Der ungewöhnliche Mix unterschiedlichster Bodenarten (Buntsandstein, Schiefer, Kalk) und das spezielle Kleinklima aus lichtdurchfluteten Tagen und kühlen Nächten prädestinieren Emmanuelles »Biotop« für hochqualitativen Weinbau. Trotz der auch körperlich harten Arbeit - zweimal jährlich kommt beim Ackern ein Pferd Emmanuelle zur Hilfe - fühlt sich die einstige Weintechnikerin hier »dem Himmel ein Stück näher«. Dort findet sie auch die Namen für ihre expressiven Weine, die sie auch im Keller mit quasi null Technik (Fiberglastanks und alte Fässer) produziert. Im großen Weinsee leuchten sie dank ihrer Individualität, nicht glatt und geschmeidig kommen sie daher, sondern machen ebenso gekonnt wie mutig - da merkt man Emmanuelles lange Berufserfahrung - ihre Herkunft aus der Wildnis in rauer Üppigkeit schmeckbar. Berührendes Weinerlebnis.
9,90 €
0.75l 
14,90 €
0.75l