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Die K&U-Wein-Termine

Um die Faszination des Weines zu erleben, muß man etwas über ihn wissen. Neugier, Offenheit und Interesse sind der beste Einstieg - und schon ist Wein mehr als nur »lecker« ...

Viele würden gerne mehr über Wein wissen wollen, doch sein riesiges Angebot und seine erschlagende Vielfalt schrecken sie ab. Aus lauter Verzweiflung geben sie sich mit Primitivo und Lugana zufrieden. Das muß nicht sein. Mit unseren digitalen und präsenten Wein-Terminen wollen wir auch Ihre Lust auf mehr im Wein schüren. Wir zeigen Ihnen, was das Gute im Wein ist und wie man es zu genießen lernt. Mit Empathie und Informationen, statt mit Arroganz und Fachchinesisch. Wir freuen uns auf Sie!

21.03

Wissens-Durst: Lebenselixier Hefe mit Arnd Erbel

Mittwoch 21. März 2018 | 19:00 - 22.30 Uhr | 50.- €
K&U-Weinhalle Kössler & Ulbricht | Nordostpark 78 | 90411 Nürnberg

Wissens-Durst:

Lebenselixier Hefe.

Mit Freibäcker Arnd Erbel.

 

Bis vor nicht allzulanger Zeit lernten die Winzer der Welt, den Wein möglichst schnell von der Hefe zu nehmen. Man machte - und macht noch immer - die Hefe für einen der meistnotierten Fehler im Wein verantwortlich, den sogenannten »Böckser«. Auch heute noch ziehen viele Winzer, die ihre Moste bei niedrigen Temperaturen mit synthetischen Reinzuchthefen in Edelstahltanks vergären, ihre fertigen Weine schon kurz nach der Gärung von der Hefe ab, filtrieren sie und schicken sie auf die Flasche.

 

Das finden wir von K&U brutal. Deshalb waren wir der vermutlich erste und einzige Weinhändler, der schon vor über 25 Jahren auf Weine von Winzern setzte, die es wagten, ihre Moste »spontan« zu vergären, also mittels natürlicher Umgebungshefen. Ein uraltes Verfahren, das man praktiziert, seit es Wein gibt. Als dann Ende der fünfziger Jahre der Glaube an die Machbarkeit der Technik die Erfahrungen von Jahrhunderten auszuradieren begann, war es aus mit der Naturhefe im Wein. Der Siegeszug der synthetisch hergestellten Reinzuchthefe war nicht aufzuhalten, vergor sie doch sogar chemisch kontaminierte und faule Trauben sicher und schnell. Viele Winzer warfen ihre Holzfässer aus dem Keller und wurden stolze Besitzer »moderner« Edelstahltanks. Dann entdeckten sie, daß sie nur die Gärtemperaturen senken mußten, um im Zusammenspiel mit den neuen Hefen und noch effizienteren Enzymen laute Frucht aus ihren Weißweinen herauskitzeln zu können. Der Duft konnte gar nicht laut und reintönig genug sein, weshalb man die Moste zentrifugierte und die Weine im Keller entsprechend manipulierte, um auf der Jagd nach maximaler »Frucht« im Wein noch erfolgreicher zu sein. Ein trauriger Trend, der bis heute unbeirrt anhält. Rund 98% aller Weißweine der Welt werden noch immer so gemacht. Banale »Frucht« im Wein macht nach wie vor die meisten Weintrinker glücklich. Hefeeinfluß, Charakter und Herkunft lehnt diese Kundschaft als fehlerhaft ab. Unser Alltag. 

  

Heute vergären angeblich ganz viele Winzer »spontan« und setzen ihre Weine dem Einfluß der Hefe aus. Die beiden Worte sind zu einer wichtigen Vokabel im Marketingsprech geworden. Vieles davon ist schlicht Lüge. Man kann ihn nämlich riechen und schmecken, den Einfluß der Spontangärung und der Hefe auf den Wein. Sie macht ihn »reduktiv«, schützt ihn also vor dem zerstörerischen Einfluß des Sauerstoffs. Dieses und viel mehr wollen wir an diesem Abend praktisch erkunden.

 

Wir haben dazu d e n Fachmann für Hefe schlechthin eingeladen, den bekannten Freibäcker Arnd Erbel, der, links im Bild oben, mit Leidenschaft praktiziert, was seine Zunft über Jahrhunderte gemacht hat, was heute aber auszusterben droht, nämlich richtig seriös handwerklich zu backen. Seine Frau Michaela, oben im Bild rechts, hält ihm dabei den Rücken frei. Erstaunt werden wir feststellen, welche Parallelen zwischen Brot und Wein bestehen. Es ist das Wissen um und der richtige Umgang mit der Hefe, der gutes Brot wie guten Wein neu definiert, sie »anders« duften und schmecken läßt und radikal von der technischen Uniformität und Banalität industrieller Produkte unterscheidet.

 

Zusammen mit Arnd wollen wir der Faszination »Hefe« auf den Grund gehen. Wir hören etwas zu ihrer chemisch biologischen Wirkung in Brot und Wein, werden frische Hefe ebenso probieren, wie frischen Teig und frisch gebackenes Brot - aus Industrieproduktion und von Arnd Erbel. Wir werden den Hefeeinfluss in noch trübem Jungwein direkt aus dem Faß erleben, und um gegen den Marketingsprech besagter Winzer gewappnet zu sein, werden wir gereifte Weißweine aus Reinzuchtvergärung ohne Hefeeinfluß mit Weinen aus spontaner Vergärung und langem Hefelager vergleichen.

Den Unterschied in Duft und Mundgefühl, den man als völlig neue »Wirk-Sensorik« beschreiben kann, werden Sie erstaunt erleben und mühelos nachvollziehen können. Wer sich an diesen Unterschied einmal herangepirscht hat, kann kaum mehr zurück, egal ob im Brot oder im Wein. Warum das so ist, wird dieser hefig gärende Abend eindrucksvoll unter Beweis stellen.


Wissens-Durst: Lebenselixier Hefe. Mit Freibäcker Arnd Erbel.

Termin: Mittwoch 21. März 2018 | 19:00 - 22:00 Uhr

Kosten: 50.- Euro 

Ort: K&U-Weinhalle Kössler & Ulbricht | Nordostpark 78 | 90411 Nürnberg

Anmeldung: Tel. 0911- 525153 oder per MailStichwort »Hefe«.