Champagne Piollot Père & Fils

Familie Piollot ging über Generationen hinweg einem Beruf nach, der in Kalifornien oder der Champagne angesehen und absolut üblich ist, bei uns in Deutschland aber eher verpönt ist, dem des Traubenbauern. An der Côte des Bar besitzen viele Bauern auch ein paar Hektar Reben. Deren Trauben verkaufen sie per fester Lieferverträge an die großen berühmten Handelshäuser der Champagne, die vor allem die Pinot Noirs der Côte des Bar suchen und schätzen. Auch heute verdienen die meisten Winzer an der Côte des Bar ihr Geld auf diese Weise.

Robert Piollot, der Vater von Roland Piollot, der heute den 8,5-Hektar leitet, gehörte schon in den 1950er Jahren zu den visionären Vordenkern der Region. Er beschäftigte sich intensiv mit der Genetik der Reben , sorgte schon damals durch eigene Sélection massale, mit der er jene Reben ersetzte, die ersetzt werden mußten, für genetische und biologische Diversität in seinen Lagen. Dazu suchte er die jeweils gesündesten und besten Rebstöcke, von denen er Reiser vervielfältigte, die er dann wieder auspflanzte. Ein Verfahren, das heute unter den ambitionierten Winzern der Welt gang und gäbe ist, weil die größere genetische Vielfalt die Widerstandkraft der Reben signifikant verbessert und deren Weinen eine ganz andere Komplexität in Struktur und Aroma verleiht. Von des Vaters visionärer Arbeit profitiert Roland Piollot heute. Er übernahm 1986 die Leitung des Hauses von seinem Vater und entschloß sich kurz darauf dazu, keine Trauben mehr zu verkaufen. Er wollte die gesamte Produktion selbst vinifizieren und vermarkten. Kein leichtes Unterfangen, das damals so visionär war, wie des Vaters genetische Ambitionen zu seiner Zeit. Winzer-Champagner waren 1986 kaum auf dem Markt, es gab sie kaum, und die Champagner der Aube waren damals nicht nur völlig unbekannt, sie wurden auch deutlich schwächer bewertet als die der berühmten Champagne rund um Reims und Épernay. Doch Roland fand mit einem sehr persönlichen Stil, den er langem Ausbau der Grundweine, langer Hefereife und spätem Degorgement ebenso verdankte, wie dem exzellenten Rebmaterial, das der Vater bis zu dessen Tod im Jahr 2003 draußen in den Weinbergen für ihn hegte und pflegte, sowie hohem technischen Niveau vor allem im Norden Europas und in Japan Abnehmer, die die Individualität seiner Champagner verstanden. Heute findet Roland nachhaltige Unterstützung durch seine Frau Dominique Moreau. Sie produziert ihre eigenen Champagner, deren selbstbewußt reifer Stil sie unter dem Namen ihrer Urgroßmutter Marie-Courtin berühmt gemacht hat. Gemeinsam haben die beiden ihre Reben auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Seit 2014 sind beide Betriebe zertifiziert, Dominique auch durch Demeter®. Roland scheint ihr auch auf diesem Weg folgen zu wollen.

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Dominique Moreau und Roland Piollot sind bedachte, mit der Natur eng verbundene Winzer. Für sie steht die Qualität der Böden im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sie haben jeweils eigene Weinberge, jeder stellt seine eigenen Champagner her, aber sie helfen und beraten sich gegenseitig. Dabei kümmert sich Roland vor allem um den organischen Kompost, den er mit Sorgfalt aufbereitet. Seit vielen Jahren verwenden die beiden weder Herbizide, noch Insektizide oder Fungizide, und auf chemischen Dünger hat schon Vater Robert verzichtet. Roland schwört auf seinen langsam gereiften Kompost. »Er bringt, was unsere Reben brauchen. Er macht das langsam, sorgt so für gleichmäßiges Wachstum der Trauben, die schön klein bleiben und in der Zuckergradation verhalten. Er unterstützt so, wofür wir ein ganzes Jahr lang draußen arbeiten«, meint er und fügt hinzu, daß er glaubt, daß die Reben die Wärme, die der frisch ausgebrachte Kompost im Winter in die Weinberg bringt, zu schätzen wissen. »Weinberge sind ein komplexes, ganzheitliches System, das man auch ganzheitlich betrachten muß« meint er. Deshalb bedeutet für ihn der organische Anbau vor allem, mit Respekt vor der Natur zu beobachten, was im Weinberg passiert.

Piollots Champagner sind in den letzten Jahren ausdrucksstärker und potenter geworden. Seit 2012 spürt man in ihnen die Kraft der gut drainierten lehmhaltigen Kalkmergelböden, die, wie im nahegelegenen Chablis, vom sogenannten Kimmeridge-Kalk geprägt sind. Der versorgt die Reben auch in heißen Jahren so gut mit Nährstoffen und Wasser, daß sie keine Anzeichen von Stress oder vorzeitiger Alterung zeigen. Piollots Champagner sind charaktervoll entspannt. Sie wirken auf den ersten Blick etwas rustikal, erweisen sich dann aber als ausdrucksstark und mutig eigenwillig. Jeder Piollot-Champagner steht für eine Rebsorte. Roland Piollot hat sie auf einzeln ausgewiesenen Parzellen stehen, die er jede für sich getrennt verarbeitet und abfüllt. Er schönt und filtriert keinen seiner Grundweine und schwefelt seine Champagner nicht. Sie liegen in der freien SO2 deshalb selten über 25 mg/l. Piollots Champagner von der Aube sind mit ihrem erdverbundenen, ursprünglich natürlichen, ungekünstelten Stil eine Bereicherung des bunten Champagner-Puzzles, das dieses wunderbare Getränk in den letzten Jahren so spannend gemacht hat, wie es in seiner langen Geschichte wahrscheinlich noch nie war.

Familie Piollot ging über Generationen hinweg einem Beruf nach, der in Kalifornien oder der Champagne angesehen und absolut üblich ist, bei uns in Deutschland aber eher verpönt ist, dem des Traubenbauern. An der Côte des Bar besitzen viele Bauern auch ein paar Hektar Reben. Deren Trauben verkaufen sie per fester Lieferverträge an die großen berühmten Handelshäuser der Champagne, die vor allem die Pinot Noirs der Côte des Bar suchen und schätzen. Auch heute verdienen die meisten Winzer an der Côte des Bar ihr Geld auf diese Weise.

Robert Piollot, der Vater von Roland Piollot, der heute den 8,5-Hektar leitet, gehörte schon in den 1950er Jahren zu den visionären Vordenkern der Region. Er beschäftigte sich intensiv mit der Genetik der Reben , sorgte schon damals durch eigene Sélection massale, mit der er jene Reben ersetzte, die ersetzt werden mußten, für genetische und biologische Diversität in seinen Lagen. Dazu suchte er die jeweils gesündesten und besten Rebstöcke, von denen er Reiser vervielfältigte, die er dann wieder auspflanzte. Ein Verfahren, das heute unter den ambitionierten Winzern der Welt gang und gäbe ist, weil die größere genetische Vielfalt die Widerstandkraft der Reben signifikant verbessert und deren Weinen eine ganz andere Komplexität in Struktur und Aroma verleiht. Von des Vaters visionärer Arbeit profitiert Roland Piollot heute. Er übernahm 1986 die Leitung des Hauses von seinem Vater und entschloß sich kurz darauf dazu, keine Trauben mehr zu verkaufen. Er wollte die gesamte Produktion selbst vinifizieren und vermarkten. Kein leichtes Unterfangen, das damals so visionär war, wie des Vaters genetische Ambitionen zu seiner Zeit. Winzer-Champagner waren 1986 kaum auf dem Markt, es gab sie kaum, und die Champagner der Aube waren damals nicht nur völlig unbekannt, sie wurden auch deutlich schwächer bewertet als die der berühmten Champagne rund um Reims und Épernay. Doch Roland fand mit einem sehr persönlichen Stil, den er langem Ausbau der Grundweine, langer Hefereife und spätem Degorgement ebenso verdankte, wie dem exzellenten Rebmaterial, das der Vater bis zu dessen Tod im Jahr 2003 draußen in den Weinbergen für ihn hegte und pflegte, sowie hohem technischen Niveau vor allem im Norden Europas und in Japan Abnehmer, die die Individualität seiner Champagner verstanden. Heute findet Roland nachhaltige Unterstützung durch seine Frau Dominique Moreau. Sie produziert ihre eigenen Champagner, deren selbstbewußt reifer Stil sie unter dem Namen ihrer Urgroßmutter Marie-Courtin berühmt gemacht hat. Gemeinsam haben die beiden ihre Reben auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Seit 2014 sind beide Betriebe zertifiziert, Dominique auch durch Demeter®. Roland scheint ihr auch auf diesem Weg folgen zu wollen.

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Dominique Moreau und Roland Piollot sind bedachte, mit der Natur eng verbundene Winzer. Für sie steht die Qualität der Böden im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sie haben jeweils eigene Weinberge, jeder stellt seine eigenen Champagner her, aber sie helfen und beraten sich gegenseitig. Dabei kümmert sich Roland vor allem um den organischen Kompost, den er mit Sorgfalt aufbereitet. Seit vielen Jahren verwenden die beiden weder Herbizide, noch Insektizide oder Fungizide, und auf chemischen Dünger hat schon Vater Robert verzichtet. Roland schwört auf seinen langsam gereiften Kompost. »Er bringt, was unsere Reben brauchen. Er macht das langsam, sorgt so für gleichmäßiges Wachstum der Trauben, die schön klein bleiben und in der Zuckergradation verhalten. Er unterstützt so, wofür wir ein ganzes Jahr lang draußen arbeiten«, meint er und fügt hinzu, daß er glaubt, daß die Reben die Wärme, die der frisch ausgebrachte Kompost im Winter in die Weinberg bringt, zu schätzen wissen. »Weinberge sind ein komplexes, ganzheitliches System, das man auch ganzheitlich betrachten muß« meint er. Deshalb bedeutet für ihn der organische Anbau vor allem, mit Respekt vor der Natur zu beobachten, was im Weinberg passiert.

Piollots Champagner sind in den letzten Jahren ausdrucksstärker und potenter geworden. Seit 2012 spürt man in ihnen die Kraft der gut drainierten lehmhaltigen Kalkmergelböden, die, wie im nahegelegenen Chablis, vom sogenannten Kimmeridge-Kalk geprägt sind. Der versorgt die Reben auch in heißen Jahren so gut mit Nährstoffen und Wasser, daß sie keine Anzeichen von Stress oder vorzeitiger Alterung zeigen. Piollots Champagner sind charaktervoll entspannt. Sie wirken auf den ersten Blick etwas rustikal, erweisen sich dann aber als ausdrucksstark und mutig eigenwillig. Jeder Piollot-Champagner steht für eine Rebsorte. Roland Piollot hat sie auf einzeln ausgewiesenen Parzellen stehen, die er jede für sich getrennt verarbeitet und abfüllt. Er schönt und filtriert keinen seiner Grundweine und schwefelt seine Champagner nicht. Sie liegen in der freien SO2 deshalb selten über 25 mg/l. Piollots Champagner von der Aube sind mit ihrem erdverbundenen, ursprünglich natürlichen, ungekünstelten Stil eine Bereicherung des bunten Champagner-Puzzles, das dieses wunderbare Getränk in den letzten Jahren so spannend gemacht hat, wie es in seiner langen Geschichte wahrscheinlich noch nie war.