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Silvaner »K&U-Sonderedition« 
Abbildung und Jahrgang sind beispielhaft.
2013

Silvaner »K&U-Sonderedition«

Ein besonderer Silvaner, der im Jahrgang 2012, wo es ihn zum ersten Mal gab, viel Stoff geliefert hat für Diskussionen und heute, ein Jahr später, längst den Weg weist. Silvaner mit seiner dicken Beerenschale eignet sich für einen Anteil Maischegräung bestens. Um ihre Weine zu individualisieren, um rauszukommen aus der banalen Uniformität moderner Weißweinvorstellung, denken inzwischen sogar Weinbauverbände wie der fränkische darüber nach, mehr mit Schalenkontakt beim Silvaner zu arbeiten. Gestern noch Revolution, heute schon in den Köpfen der engagierten Winzer.

Philipp Wittmann hat für unseren »Orange-Silvaner« (ich mag den Ausdruck nicht und er sieht auch nicht »orange« aus, er hat eine fast normale Farbe) ca. 10 % der Trauben von Hand entrappt und diese ganzen Trauben bis zur Befüllung der Fässer im Kühlhaus eingelagert. Der Rest der Trauben wurde gemahlen und anschließend 24 h auf der Maische mazeriert. Dann legte er die Trauben aus dem Kühlhaus in ein Stück- und ein Halbstückfaß, die er mit dem Most befüllte. So vergoren die beiden Fässer über 30 Tage hinweg spontan auf der wilden Hefe; nach Ende der Gärung erfolgte kein Abstich von der Hefe, sondern der Wein blieb samt den Beerenschalen bis Ende Juni in den Fässern auf der Vollhefe, ganz im Sinne östlicher Weinbautradition, die auch heute noch Weißwein durch die Phenole aus den Beerenschalen haltbar macht. Das nennt man heute »Orange-Wine«, weil viele dieser weine tatsächlich eine Farbe aufweisen, die ins Orange geht. Nicht so unserer. Der wirkt herb mundfüllend und dicht in stofflicher Substanz. Ist knochentrocken, schmeckt aber nicht so. Wenn er 3 h vor Genuß dekantiert wird, demonstriert er, wie einfältig unsere Wein-Konventionen sind. Selbstbeschränkung. Dieser Silvaner hat vorgemacht, was heute andere längst nachmachen. Spannend, wie der lange Schalenkontakt Charakter, Geschmack und Mundgefühl beeinflußt. Der Wein stellt sich spannend komplex dar in Aroma und Struktur. Mit unter 1 g/l Restzucker gleitet er geschmeidig dicht durchs Mundgefühl und verleiht der Rebsorte ein gänzlich neues Profil. Silvaner in ungewohnter Eigenart und spannender Expressivität. Sprengt gewohnte Silvaner-Konvention.

Seine komplexe physikalische Struktur sorgt für unkonventionelles Weinerleben. Mundwässernd herbe Bitterkeit agiert aromatisch intensiv in dichter, seidiger Fülle im Mund. Ein Silvaner fernab jener Konventionen, die vorgeben, genau zu wissen, was »gut, besser und am besten« ist im Wein. Dieser Wein konfrontiert mit dem Unterschied zwischen Qualität und Stil.

Zwar wirkt er maßgeblich geprägt von seiner Machart und weniger von seiner Herkunft, so könnte man gegen ihn argumentieren, doch vielleicht müssen wir seine Sprache erst erlernen, sein so anderes Spektrum an Aromen und Mundgefühl in einen neuen Kontext zur Herkunft zu setzen? Auf jeden Fall bietet er Stoff für Diskussionen und einen spannenden Ausblick auf das, was die Zukunft in Sachen Weißwein bringen wird: Mehr Vielfalt, weniger Banalität, mehr Spannung und Komplexität.

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Deutschland - Rheinhessen
weiss Silvaner
Weingut Wittmann
Zertifiziert Bio
6er Karton
Art-Nr. DRH13030
Inhalt 0.75l
seit 1988
Deklarationen
Alkohol: 12 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: > 2020+
Restzucker: 0.8 g/l
Ausbau: Grosses Holzfass
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Maischevergoren. Zertifiziert Naturland®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Spontan
Verschlussart: Naturkork
Biogene Amine: Nein
pH-Wert: 3.45
Malolaktik: Nein
ManuVin®: Ja
Schwefel: Enthält Sulfite
Vegan: Nein