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Xiloca Tinto (Garnacha) 
2010

Xiloca Tinto (Garnacha)

Xiloca. Hinter auffallend modernem Etikett steckt die geballte Ladung reiner Grenache von uralten Reben. Xiloca, der Region Ribera del Jiloca gewidmet, der höchsten Weinregion der Provinz Zaragoza. Eine wilde, fast vergessene Bergregion im Zentrum Aragons. Hier stehen uralte Grenache-Rebstöcke. Lebende Dokumente vergangener Weinzeiten. Eindrucksvolle Rebstöcke, von denen Jose Antonio Martin mit seinem Weingut Vinae Mureri begeisternd eigenständige Rotweine keltert. Von seinem ‚Pago de la Moratilla’ soll sie unter anderem stammen, die legendäre mediterrane Rebsorte, deren wahre Werte gerade erst wiederentdeckt werden. Hier soll ihr Ursprung liegen. SlowFood Spanien hat Vinea Mureris alte Grenache-Stöcke kürzlich in die Arche-Sammlung Spaniens aufgenommen.

Alte Grenache. Im Edelstahltank spontan vergoren und ausgebaut. Fest und muskulös in den Gerbstoffen, die samtig wirken, aber konzentriert und präsent ans Werk gehen. Dichte dunkelwürzige Frucht, mehr Würze als Frucht über dem Glas, urwüchsig erdige Mineralität und schwarze Kirsche mit dem kühlen Hauch schwarzen Pfeffers und dunklem Tabak. Klassische Grenache-Aromen. Auch im Mund packt sie zu, die straffe Mineralität der alten Reben. Ihrer breiten Würze im Geschmack steht dichte Tanninstruktur entgegen, die diesen fast unglaublich preiswerten Rotwein jedem Cabernetfreund spontan ans Herz wachsen lassen sollte. Hoher Anspruch und verdammt viel Realität im Glas, attraktiv würzig, saftig, lecker, charaktervoll und elegant in ihrer würzigen Frische am Gaumen. Xilocas breite Frucht im Bukett überzeugt durch kraftvoll ursprünglichen Charakter, wie er in dieser Preisklasse fast einzigartig sein dürfte. Eine tolle Entdeckung! 

Bodegas Vinae Mureri

Aragon. Vergessene Region Spaniens. Armes Land. Karge Hochflächen bis zu 1000 m hoch. Felsig, trocken, und uralte Reben, vornehmlich Grenache. Genossenschaftsland. Sie dominieren den Markt mit einfachen Konsumweinen, hauptsächlich aus Grenache, aber auch Cariñena und Tempranillo. Der spanische Weinmarkt? Modisch schnell, geil auf berühmte Etiketten und Önologen, kritiklos orientiert an garantiert erfolgreichen Populismustropfen, Wein fürs Volk, simpel, süß, breit und reif, meist im Keller zusammengebastelt. Unbegreiflich, daß auch der deutsche Spanienweinhandel kaum über diese Klischees hinauskommt. Wenig ambitioniert, orientiert an den üblichen Weinführern und Publikationen. Ein eigenes Profil mit Weinen, die mutig anders sind, fehlt. Dabei hat Spanien faszinierende Weinpersönlichkeiten zu bieten, die hierzulande aber kaum angeboten werden oder in den stets gleich bejubelten Angeboten untergehen.

Weine wie die der Vinae Mureri. Eigner Jose Martin widmet sein kleines Weingut im Hinterland von Calatayud alten Grenache-Reben. Weit verstreut auf einem 800 bis 1000 m hohen Hochplateau stehen uralte, teilweise über 100 Jahre alte Reb-Methusalems auf kühlen Schieferböden ähnlich dem Priorat. Von hier soll sie kommen, die Grenache. Die Region gilt als der Ursprung der Rebsorte. Stolz zeigt uns Jose Martin seine vielen kleinen, steilen Parzellen, von denen man spektakulären Blick bis in die Navarra und nach Somontano hinein hat, unweit leuchtet der Schnee auf dem höchsten Berg des Sistema Iberico, dem 2300 m hohen Montcayo. Jose Martin hegt und pflegt seine in traditioneller Buschform in der Landschaft stehenden, im Durchschnitt sechzig Jahre alten Grenachereben mit Engagement und ist mit Begeisterung bei der Sache.

Jose Martin ist Industrieller. Als seine Eltern zu alt werden, um die Rebflächen zu bewirtschaften, übernimmt er sie, baut 2003 ein neues Betriebsgebäude und ist heute mit seinem Vinae Mureri einer der wenigen in der Region, der Wein aus eigenen Trauben bereitet. Immer wieder kauft er Parzellen dazu, die aufgegeben werden sollen.

Vinae Mureri produziert Weine, die nichts mit den süßen, breiten, weichgespülten Langweilertropfen des modernen Spaniens zu tun haben wollen. Es sind dunkle, würzige, tanninbeladene Rotweine kraftvollen Regionalcharakters, in denen man die Kraft und Intensität der alten Reben spürt, man riecht und schmeckt sie. Die Erträge sind winzig, die Reben nicht bewässert, mühsam werden sie von Hand bearbeitet und gelesen. Moderne Agrarchemie haben diese Reben noch nie gesehen, ideale Adaption an die Umgebung. In kleinen, auf die Parzellengröße  abgestimmten konischen  Gärtanks werden die Trauben nach dem Keltern spontan vergoren. Die Extraktion ist nicht einfach, weil die kleinen Beeren massive Ladungen Gerbstoffe enthalten, die durch entsprechend sensible Weinbereitung gezähmt werden wollen. Die Weine sind trocken und besitzen feine animierende Bitterkeit, die ihnen eine ganz eigene Art von Frische verleiht. 100 % Grenache. Unmodisch ehrlich, authentisch rustikal, hochkonzentriert, bewußt nicht weichgespült, aber exzellent bereitet. Es sind mutig unmodische Regionalcharaktere, deren Ausstrahlung so ehrlich und ungeschminkt wirkt, daß sie ob der Konzentration ihrer Inhaltsstoffe tatsächlich eigenwillig ‚anders’ schmecken. Die Gerbstoffe sind samtig präsent, man muß sie mögen, um diese Weine zu mögen. Uns hat ihre Originalität und Lebendigkeit begeistert. Die Faszination alter Reben.

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Die Rebe

Grenache

Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht
 als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.

Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.

Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist.  Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung. 

 

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je Flasche à 0.75l / 10,00 €/L
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Spanien - Aragon
rotGrenache
Langsam
6er Karton
Art-Nr. SRR10650
Inhalt 0.75l
Alkohol: 14 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2015+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biologisch
Ausbau: Edelstahltank
Boden: Schiefer
Besonderes: Alte Reben
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Kunststoff-Kork

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