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Weißburgunder 'Herrenstück' QbA
Holger Kochs legendärer Weißburgunder aus der Lage ‚Herrenstück’. Ein badischer Weißburgunder von alten Elsässer Klonen, wie sie damals, vor der Flurbereinigung, auch in Baden standen. Vielleicht schmeckt dieser Weißburgunder so, wie er in Baden vor der Flurbereinigung geschmeckt hat? Spontanvergärung und lange Reifung auf der Hefe im 500l-Holzfaß für mehr Herkunftscharakter; in seinem Lagen-Weißburgunder geht es Holger Koch vor allem um Finesse. Die beweist der Wein in exemplarischem Rebsortencharakter und der gewohnten Präzision im Mundgefühl. Butterkeks- und Nußaromen im Duft, frisches Brot und ein Hauch laktischer Noten, im Mund frische, weiche Säure, pikant gewürzt, kein fetter, simpel entsäuerter Kraftprotz ohne Profil, sondern ein straff trockener, anspruchsvoll dichter Weißburgunder, dem man nicht mehr andichten sollte, als in ihm steckt.
Der Jahrgang erweist sich auch in diesem Wein als vielleicht schwierig in An- und Ausbau, auf der Zunge aber macht er Spaß in seiner präzisen Kargheit, seiner Konzentration auf das Wesentliche, das Holger Koch sehr schön herausgearbeitet hat, ach was, falsch: Er hat die Natur machen lassen und das ist herausgekommen. Auch das muß man nämlich können: Lassen. Klare Kontur, regionale Charakteristik, realistischer Anspruch in brillant badischer Realisierung. Nicht mehr, nicht weniger.
Weingut Holger Koch
Holger Koch aus Bickensohl am Kaiserstuhl beklagt als engagierter Winzer den weltweiten Trend zur pflegeleichten Banalisierung durch bequeme Kellertechnik. Sie brandmarkt er als Bequemlichkeit und Inkompetenz und die Flurbereinigung vor seiner Haustür hält er für eine Katastrophe, weil sie gewachsene Weinkultur unwiederbringlich zerstörte, den Menschen ihre Identität nahm und den badischen Wein qualitativ nivellierte.
Holger Koch konzentriert sich auf durchgegorene trockene Burgunder-Sorten. Ihm geht es um den Herkunftscharakter seiner Weine; elegant aber auch gehaltvoll und stoffig sollen sie sein, ohne fett oder gar süß zu wirken. Holger Koch tritt bescheiden auf, und ist doch einer der qualitativen Hoffnungsträger Badens.
Er vergärt aus Überzeugung spontan, schwefelt so wenig wie möglich, baut in Holzfässern aus und hat vor ein paar Jahren auf zertifiziert ökologischen Anbau umgestellt. Seitdem entdeckt er seine Profession neu. Es macht Spaß ihm zuzuhören, wenn er über seine Reben spricht. Er hat sich und seine Arbeit im Weinberg grundlegend verändert. Sensibel, kompetent und informiert geht er ans Werk. Seine Trauben bringen seitdem völlig neue Weinqualitäten hervor; er attestiert ihnen spürbar veränderte Chemie mit entsprechend verändertem Reife- und Extraktionsverhalten. Wirkten seine Weine früher oft ein wenig bemüht, steif und akademisch, begeistern sie nun mit Saft, Kraft und Ausstrahlung, sie leben und sie animieren den begeisterten Jungwinzer zu rastloser Reflektion über Stil und Qualität.
Holger Koch sieht die Qualität seiner Weine in hochwertigen, kleinbeerigen, aromatischen Trauben, wie sie vor der Flurbereinigung typisch waren in Baden. Visionär ersetzte er über Jahre hinweg die in Baden üblichen Hochertragsreben durch ertragsschwache Massenselektionen. Seitdem begeistern seine Weine mit tiefgründiger Frische, kühler Finesse und rassiger Textur im Mundgefühl. Statt von der Sonne verwöhnt wirken sie in der Jugend manchmal schlank und unscheinbar; kaum beginnen sie aber zu reifen, schmecken sie animierend frisch und erinnern dann in ihrer strahlenden Mineralität eher an Burgund, denn an Badischen Wein wie man ihn kennt.
Holger Kochs knapp 5 Hektar Reben stehen in Bickensohl am südwestlichen Kaiserstuhl. In der wärmsten Gegend Deutschlands entlockt er seinen Lößböden auf terrassierten Südlagen kraftvollen Körper mit frischer, finessenreicher Fruchtfülle. Holger Kochs Weine vereinen enormes Trinkvergnügen mit hohem Anspruch. Mineralische Dichte und Rasse zeichnen seine Weißweine aus, die sich bescheiden geben, aber vibrierend lebendig und stoffig auf der Zunge präsentieren, ohne Aufzuckerung (Chaptalisierung) bekömmlich natürlichen Alkohol aufweisen, nie in der Säure manipuliert und stets kompromißlos trocken ausgebaut werden. Seine zarten Spätburgunder stammen von hochqualitativen Burgunderreben, bezaubern mit duftigem Spiel und rassiger Finesse und beweisen noble aromatische Qualität, sind aber nie dunkelfarbige, dicke Konzentrationsmonster, sondern feine, zarte, nur selten chaptalisierte, nie farbmanipulierte Natur-Pinots, die man am besten kühl serviert. Ein ehrgeiziger Winzer mit visionärem Blick für die Zukunft Badens.
Die Rebe
Weißburgunder
Weißburgunder ist eine weiße Rebsorte, die je nach Herkunft auch Pinot Blanc, Pinot Bianco oder Klevner genannt wird. Sie ist sehr alt, wurde schon im 14. Jahrhundert erwähnt und stammt von einer Mutation des Grauburgunders, also der Burgunderfamilie, ab.
Obwohl wir finden, daß die drei Sorten Pinot Blanc, Chardonnay und Auxerrois sehr unterschiedlich riechen und schmecken, behaupten Ampelographen, daß der Unterschied zwischen den drei nur durch geschulte Ampelographen und molekularbiologische Verfahren festgestellt werden kann.
Weißburgunder, wie wir ihn definieren würden, schmeckt körperreich und cremig, besitzt relativ milde Säure, die umso niedriger wirkt, je wärmer die Reben stehen und je später die Trauben gelesen werden, und duftet, je nach Herkunft und Machart, mehr oder weniger intensiv nach frischen und gerösteten Haselnüssen und frischem Teig. Wir kennen keinen Weißburgunder, der jemals die Säure und druckvolle Intensität eines großen Chardonnay erreicht hätte, trotzdem schätzen wir die Rebsorte als relativ neutralen, aber saftigen und angenehm unaufdringlichen, universellen Essensbegleiter.
Wenn Weißburgunder reift, entwickelt er angenehme Teig- und Backaromen, die sich gut zu diversen Gerichten kombinieren lassen, und seine weiche Säure macht ihn interessant für Menschen mit empfindlichem Magen, vorausgesetzt er wurde knochentrocken ausgebaut.
Weinbaulich ist Weißburgunder eine schwierige Rebsorte. Seine dünnschaligen Trauben sind empfindlich. Sie reagieren im Weinberg sensibel auf Klimaschwankungen und müssen vorsichtig geerntet und gekeltert werden. Weißburgunder sollte auf Südhanglagen gepflanzt werden und auf fruchtbaren, warmen und vor allem kalkhaltigen Böden stehen, um seine positiven Eigenschaften ausspielen zu können. Dann kann er sehr attraktiv ausfallen, ohne durch zu intensiven Charakter aufdringlich oder fordernd zu wirken. Ein anspruchsvoll strukturierter Weißwein, den man ohne groß nachzudenken gerne trinkt.
![]() | Deutschland - Baden |
![]() | Weißburgunder |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. DBW10211 | |
| Inhalt 0.75l |


















