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Zinfandel 'Dry Creek Valley' 
2009

Zinfandel 'Dry Creek Valley'

Es gibt grandiose Weine, die in Stil und Qualität souveränes Niveau bieten. Aber weil sie leise und unscheinbar auftreten, drohen sie im Lärm des internationalen Weinmarktes, auf dem die am erfolgreichsten sind, die am lautesten schreien, unterzugehen. Das ist traurige Realität. Die Kluft zwischen Marktpräsenz und Qualität in unserem Sinne wird immer größer.

Es gibt einen Zinfandel-Produzenten, der in Kalifornien legendären Ruf genießt, weil sein Wein zu den allerbesten weil feinsten und langlebigsten gehört, der Betrieb aber ist so klein und in seinem Marketing so bescheiden, daß er kaum in Erscheinung tritt: Doug Nalle aus dem Dry Creek Valley in Sonoma.

Doug Nalles Zinfandel sind legendär. Für uns sind sie die Inkarnation des Potentials und der Möglichkeiten der Rebsorte schlechthin. Sie sind die Meßlatte, an der sich die anderen messen lassen müssen. Seit 1984 produziert Doug Nalle (gesprochen Nol) bewundernswert unberührt von geschmacklichen Moden und ‚Anforderungen des Marktes’ den stilistisch eigenständigsten Zinfandel, den es gibt, den Burgunder unter den Zinfandels.

Unverwechselbar prägen ihn seidig transparente Gerbstoffe, die so fein verwoben, so sensibel und leise wirken, so edel, duftig, kühl und elegant, daß er unverwechselbar ist unter den Weinen dieser Welt. Ätherisch intensiv entströmt seinem kühlen Würzbukett der Duft von frischem Zimt, Gewürznelken, Pflaumen und Kirschen; kein anderer Zinfandel weiß Zunge und Sinne ähnlich wert- und anspruchsvoll zu verwöhnen wie Doug Nalles sensibel inszeniertes Prachtstück.

Es stammt von alten Rebstöcken im warmen Dry Creek Valley, die von Hand gelesen werden. Die Trauben werden wie im alten Burgund mit Stiel und Stengel mazeriert, der Most konsequent spontan vergoren und dann reift der edle Stoff 18 Monate in neuen und gebrauchten Barriques bester Provenienz. Pures Handwerk für einen Zinfandel der Oberliga. So souverän inszeniert wie entspannend und authentisch. Weingenuß, der zur Wohltat wird. Unverwechselbar Zinfandel.


Nalle Winery

Doug Nalle, gesprochen "Noll", produziert Dry Creek Valley-Zinfandel von rarer Finesse. Zart, subtil, reif und harmonisch balanciert wie kaum ein anderer, pflegt Doug Nalle einen einzigartigen Stil, der jene Weintrinker verunsichert, die schiere Extraktion und Konzentration in Zinfandel suchen; nur zu oft interpretieren sie Feinheit und Subtilität als Mangel an Tiefe, Kraft und Alterungspotential.

Doug Nalle geht es um die Qualität der Gerbstoffe. Weich und saftig, sanft und seidig, aber ungeheuer präzise ruhen sie in einem Mundgefühl, das die Aromen von Zimt und Nelken, Pflaumen und Kirschen freisetzt, die profunde Fruchtbrillanz aber zugleich sensibel in animierend frische Aromatik und strukturelle Komplexität zu integrieren versteht. Dazu erntet Doug Nalle bewußt früher als seine Kollegen, entrappt nur einen Teil der Trauben, läßt den anderen Teil als ganze Beeren auf Stiel und Stengel langsam und schonend mitvergären und gewinnt so ätherisch duftende, geschmeidig edle Zinfandels, die der originellen, typisch amerikanischen Rebsorte eine ganz eigenständige stilistische Nuance hinzufügen. Trotz ihrer geschmacklichen Reife und aromatischen Finesse reifen Doug Nalles Zinfandel über zehn und mehr Jahre und erinnern dann noch mehr an samtige große Burgunder, als sie es in ihrer Jugend schon tun.

Zinfandel at it´s best. Das ist es, was Doug Nalle zum ganz besonderen Winzer macht. Er ist nicht nur für uns die unumstrittene Institution in Sachen authentischen Zinfandels, wie man ihn heute nur noch selten findet: Aristokratisch souverän und brillant natürlich. Und das immer mit dem Schalk im Nacken. Praktizierter Spaß an gutem Wein.

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Die Rebe

Zinfandel

Zinfandel, Kaliforniens große alte Rebsorte. Er war in den 70er und 80er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts der Alltagswein für Heerscharen italienischer Einwanderer, die damals den amerikanischen Westen überschwemmten. Sie waren es, die ihn ins Land brachten. Für sie war er so etwas wie die ‚rote Hoffnung’ auf eine in der neuen Welt aufblühende Wein-Industrie, die allerdings erst 100 Jahre später Realität werden sollte. Trotzdem ist Zinfandel, anders als immer wieder (falsch) berichtet wird, nicht mit dem süditalienischen Primitivo verwandt. Im Jahr 2001 gelang der DNA-Nachweis, daß er von der Sorte Crljenak abstammt, einem Kreuzungspartner des berühmten kroatischen Plavda Mali, der für beachtliche Rotweine bekannt ist, schon lange auf dem Balkan zu Hause ist und vermutlich auf eine uralte griechische Rebsorte zurückgeht.

Längst hegen und pflegen amerikanische Weinmacher Zinfandel als originell eigenständige Ausnahme im Chardonnay- und Cabernet-See Kaliforniens. Seit ungefähr zwanzig Jahren gilt die Rebsorte in Amerika als Kultwein, der, lang hat´s gedauert, auch bei uns ernst genommen wird. Die besten Winzer und Winemaker Kaliforniens widmen sich der Rebsorte mit Inbrunst, arbeiten mit uralten Zinfandel-Anlagen und vinifizieren sie nach Lagen und Herkunft getrennt. Ihnen verdanken wir einige der spannendsten Weinerlebnisse Kaliforniens. ‚Echter’ Zinfandel ist salonfähig und zum gesuchten Sammlerobjekt geworden. Immerhin wird guter Zinfandel von den einzigen alten ursprünglichen Reben Amerikas gewonnen, viele der alten Zinfandel-Reben sind 80-100 Jahre alt! Dieses hohe Alter sorgt für enorme Komplexität in Aroma und Struktur.

Niedrigsterträge von Uralt-Reben sind dabei für jene Größe im Wein verantwortlich, die sich nicht in technischer Qualität manifestiert, sondern in Charakter, Individualität und unmißverständlicher Herkunft. Genau dieses Versprechen kann Zinfandel von alten Reben wie kaum eine andere Rebsorte auf faszinierende Weise einlösen.
Dabei reift Zinfandel so ungleichmäßig und ‚zickig’ aus wie keine andere Rebsorte. Er widerspricht damit total der modernen Napa-Bordeaux-Lehre, die auf möglichst uniformer Reifehomogenität der Trauben basiert. Zinfandel reift spät aus und das sehr ungleichmäßig: In einer Traube können neben vollreifen Beeren auch ganz grüne unreife hängen, was die Lese ungeheuer erschwert, denn man möchte möglichst wenig grüne Beeren lesen, zugleich aber auch nicht überreife. Deshalb spricht man von Zinfandel als dem provozierenden Fragezeichen vor dem Pflücker: ‚make something of me if you can’. Der Zinfandel-Produzent ist in Anbetracht extrem niedriger Erträge und des irregulären Reifezustands also besonders gefordert. 

Paul Draper von Ridge Vineyards, einer der renommiertesten Zinfandel-Produzenten der Welt, meint, daß Zinfandel von alten Reben mehr mit dem zu tun hat, was die Winzer in Bordeaux in Jahrgängen wie 1945 oder 1961 vorfanden, als das, was heute an homogen reifenden Niedrig-Säure-Hoch-Extrakt-Turbo-Klonen in den Weinbergen des Napa Valley oder des modernen Bordeaux geerntet wird.

Ob der kundige Genießer des 21. Jahrhunderts nun die glatte, gediegene Seriösität eines Cabernets oder die wilde, fast schon ungezügelte Frucht im überschwenglichen Charakter eines hochklassigen Zinfandels wählt, es ist keine Frage von Qualität, sondern eine Frage von Stil und Charakter im Wein. Cheers!

 

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USA - Sonoma
rotZinfandel
Langsam
12er Karton
Art-Nr. CAL09081
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,6 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2018+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Neues Barrique
Boden: Rote Erde (Terra rossa)
Besonderes: Unfiltriert
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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