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Petite Sirah 'Dry Creek Valley' 
2008

Petite Sirah 'Dry Creek Valley'

Petite Sirah ist eine fast mystische, kaum bekannte Rebsorte, von der man bis vor kurzem nur wenig wußte. Man sagte ihr nach, aus Südamerika zu stammen und es rankten sich zahlreiche Geschichten und Gerüchte um sie und ihre Herkunft. Tatsache ist, daß sie in Kalifornien seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts bekannt ist und dort in der Jugend merkwürdig strenge, unglaublich farbintensive, wenig aromatische Rotweine hervorbringt, deren Haltbarkeit legendär ist, weil sie sich über Jahrzehnte auf der Flasche entwickeln.

Quiviras Dry Creek Petite Sirah ist dick, kraftvoll, mit 15,4 Vol. % alles andere als leichtfüßig, und bringt pechrabenschwarze Farbe ins Glas, über dem dunkelwürzige Frucht- und Würzaromen stehen. Der Jahrgang 2008 präsentiert sich wie beim Zinfandel ungewöhnlich konzentriert. Der Wein kommt in den Mund und bahnt sich dann mit Wucht den Weg an den Gaumen. Ein Rotwein, der fordert und Aufmerksamkeit braucht, sonst schätzt man ihn falsch ein.

Seine Farbe ist eindrucksvoll. Nicht minder beeindruckend präsentiert sich der Jahrgang aber auch im Mund: Da hüllt dichte stoffige Textur einen Kern an dunkler Frucht ein, der an Schwarzkirschen, reife Pflaume, Tabak, Räucherspeck, Zedernholz und orientalische Gewürze wie Kardamom oder Piment erinnert. Der Wein ist extrem jung, trotzdem präsentiert er seine Gerbstoffe bereits saftig zupackend und geschmeidig. Weil der Wein heute so gewaltig wirkt, fast schon brutal in seiner Konzentration, mein man ihn nie wirklich mit Genuß trinken zu können. Doch in ein paar Jahren wird er plötzlich den inneren Schalter umlegen und erstaunlich charmant und kühl daherkommen in den Gerbstoffen, aromatisch wild bleibt er allerdings immer mit seinen ausgeprägten schwarzen Pfeffer-Aromen und dem Geruch nach Wild und frischem Leder.

Petite Sirah ist kein vornehmer, edler Rotwein, sondern ein wilder, ungestümer ‚Wildwein’ sozusagen, ein Blick zurück in vergangene Weintage mit Potential für morgen und übermorgen, und so wird sich auch dieser Petite Sirah mühelos über 2020 hinaus entwickeln, um dann seine gezähmte Wildheit in bemerkenswerter Frische in die Welt hinaus zu posaunen. Eine faszinierende Rebsorte aus biodynamischem Anbau, vielleicht eine Spur zu hoch im Alkohol, den Versuch aber wieder wert. Und wenn´s für die Enkel ist.

Quivira Vineyards

‚Quivira Vineyards’. Biodynamisches Pionierweingut im Dry Creek Valley, im nördlichen Sonoma County in Kalifornien. Das Weingut hat seit dem Besitzerwechsel im Jahr 2001 nachhaltige Neuorientierung in Stil, Machart und Qualität erfahren und schwingt sich auf zu neuen Höhen, die das engagiert geführte Weingut zum Idealpartner für uns machen: Im Frühjahr 2002 beschlossen Besitzer Pete Kight und seine Mitarbeiter in Weinberg und Keller die kompromißlose Umstellung vom bis dahin praktizierten biologischen Weinbau auf seriöse Biodynamik, die im Dezember 2005 mit der Zertifizierung durch Demeter® belohnt wurde.

‚Quivira Vineyards’ ist ein Familienbetrieb im Herzen des alten Zinfandel-Landes, dem Dry Creek Valley rund 70 Meilen nördlich von San Francisco. Auf ausschließlich eigenen Weinbergen baut Pete Kight hier legendären Zinfandel und Sauvignon Blanc an, sowie ein wenig Grenache, Mourvedre, Syrah und Petite Syrah. Ökologische Nachhaltigkeit, vor allem aber der Wille, den Herkunftscharakter der Weine noch spezifischer und expressiver zum Ausdruck zu bringen, brachten Pete Kight zum Abenteuer der Biodynamik. Kalifornien, das mit gravierenden Umweltproblemen zu kämpfen hat, erlebt derzeit im Weinbau eine ähnliche Entwicklung wie Frankreich: Es sind vor allem engagierte Spitzenbetriebe, die für eine konsequente Individualisierung ihrer Qualität zur Biodynamik konvertieren. So auch ‚Quivira Vineyards’, wo man eine besonders konsequente Wende vollzogen hat, von der europäische Winzer Lichtjahre entfernt sind: Seit 2005 ist das Weingut mittels Solarenergie und Wärmepumpen elektrisch vollständig autark und speist sogar Energie ins Netz ein. Die Kellerwirtschaft arbeitet mit einem Wasserrückgewinnungssystem, um die eigene Quellwasserversorgung zu schonen. Auf der Website von Quivira kann man den Stand der Stromproduktion verfolgen und sich über die Biodynamik und deren Realisierung informieren.

Bei Quivira geht man das Thema Biodynamik auch im Keller konsequent an. Die ausschließlich von Hand gelesenen Trauben werden schonend und langsam gekeltert, um anschließend spontan mittels wilder Umgebungshefen langsam zu vergären. Um seine Weine so weit wie möglich sich selbst überlassen zu können, arbeitet Kellermeister Steven Canter mit vielen kleinen Partien und er verzichtet auf Auf- und Entsäuerung ebenso wie auf Schönungsverfahren oder Filtration. Der Charakter des Dry Creek Valley soll in den Weinen von Quivira als Terroireinfluß, als unverkennbares Geschmacksmerkmal, nachvollziehbar sein. Das gelingt der engagierten Mannschaft von Quivira im Zusammenspiel mit Tony Castellanos, der seit 25 Jahren die Weinberge von Quivira betreut, derart überzeugend, daß Quiviras Zinfandel heute der Inbegriff klassischer Dry Creek Valley-Stilistik ist. Quivira macht Zinfandel zum authentisch kalifornischen Weingenuß, unverwechselbar in Stil und Geschmack, regional im Charakter und unwiderstehlich in Trinkfluß und Trinkvergnügen.

Quivira im Video.

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Die Rebe

Petite Sirah

Petite Sirah ist eine fast mystische Rebsorte, von der man bis vor kurzem nur wenig wußte. Man sagte ihr nach, aus Südamerika zu stammen und es rankten sich zahlreiche Geschichten und Gerüchte um sie und ihre Herkunft.

Tatsache ist, daß sie in Kalifornien seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts bekannt ist und dort in der Jugend merkwürdig strenge, unglaublich farbintensive, wenig aromatische Rotweine hervorbringt, deren Haltbarkeit legendär ist, weil sie sich über Jahrzehnte auf der Flasche entwickeln. Im Zustand der Reife präsentiert sich ein guter Petite Sirah fein, kühl und elegant, nie aber hocharomatisch oder expressiv. Er erinnert im Duft dann vor allem an Graphit und Blaubeeren und schmeckt samtig weich und frisch. Petite Sirah wird nur selten reinsortig ausgebaut. Sie wird heute meist mit Zinfandel verschnitten, um ihm mehr Struktur und Farbe zu verleihen.

Als man auf der Suche nach dem Ursprung der mysteriösen Rebsorte 2003 in Kalifornien DNA-Analysen vornahm,  kam zweifelfrei heraus, daß Petite Sirah mit der südfranzösischen Rebsorte Durif identisch ist. Die Überraschung war groß. Weitere Nachforschungen ergaben dann, daß ein gewisser Charles Melver die Rebsorte 1884 zusammen mit anderen Setzlingen nach San José in Kalifornien importiert haben soll, von wo aus sie in Länder wie Chile, Argentinien und Australien exportiert wurde.

Durif ist eine kaum noch bekannte rote Rebsorte, die aus Frankreich stammt, wo sie aber so gut wie ausgestorben ist. Einzig in der provençalischen Mini-Appellation ‚Palette’ ist sie noch zugelassen.

Der Landarzt François Durif soll sie dort um 1880 aus Sämlingen der längst vergessenen Sorte Peloursin, die als besonders widerstandsfähig gegen den Falschen Mehltau galt, selektioniert haben und gab der so entstandenen Varietät seinen Namen. Durif erwies sich zwar als wuchskräftig und ertragsstark und brachte dunkle, kräftige, rustikale Weine hervor, die sich aber auf dem Markt nicht durchsetzen konnten. Heute steht sie weitgehend vergessen auf nur noch wenigen Hektar in der Provence.

Als man 1999 auf der Suche nach anderen Rebsortenkreuzungen auch Durif mittels DNA-Analysen analysierte, fand man heraus, daß Durif eine spontane Kreuzung von Peloursin und Syrah war, weshalb sich der kalifornische Name Petite Sirah als nicht abwegig erwies. Heute wird der weltweite Anbau von Durif/Petite Sirah auf rund 3000 Hektar geschätzt, wovon der größte Teil als teilweise uralte Rebbestände in Kalifornien stehen dürfte.

 

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je Flasche à 0.75l / 33,33 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
USA - Sonoma
rotPetite Sirah
Langsam
Zertifiziert Demeter
12er Karton
Art-Nr. CAL08816
Inhalt 0.75l
Alkohol: 15,4 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2020+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Barrique
Boden: Rote Erde (Terra rossa)
Besonderes: Demeter®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork
Biogene Amine: Nein
pH-Wert: 3.7

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