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Proprietary Red 'Viader' Napa Valley
Delia Viaders 'Proprietay Red' (übersetzt: des Besitzers Roter) präsentiert sich Im Jahrgang 2006 ‚männlich’, konzentriert, kraftvoll und substantiell. Von wegen ‚Ami-Weine’ schmecken alle gleich! Die zierliche Exil-Argentinierin Delia Viader produziert auf einem der steilsten Weinberge Kaliforniens einen der wenigen, maßgeblich von Cabernet Franc geprägten Rotweine des Napa Valley, der deshalb auch zu den charaktervollsten Kaliforniens gehört. Früher war sie vielbeachtetes Darling der amerikanischen Weinszene; seit sie ihre Weine geschmeidiger Eleganz widmet, wird sie von der Presse richtiggehend geächtet. Die scheint in Amerika noch immer mehr auf Konzentration und Extraktion zu setzen.
Das ficht Sohn Alan, inzwischen Winemaker im Keller seiner Mutter, nicht sonderlich an. Er sorgt in seinem zweiten Jahrgang für begeisternde Balance zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Cabernets. Dem Sauvignon widmet er über ungewöhnliche lange Mazerationszeiten mit zum größten Teil nicht entrappten Trauben strukturelle Komplexität und kraftvolles Rückgrat, den Cabernet Franc setzt er ein für Charme, Eleganz und kühle blaue Aromatik. Feiner Veilchenduft entströmt denn auch seinem überzeugend gelungenen Zweitwerk, spannend anders als andere und intensiv im Duft; er schafft es, die harschen trockenen Tannine so vieler 2006er überzeugend zu vermeiden. Tiefdunkel funkelt sein Wein im Glas, wie kühle Seide umhüllt er die Zunge, lange Spuren samtiger Konsistenz hinterlassend . Ein eleganter Charmeur, dessen Muskeln unter prachtvoller Schale spielen, die 2006 aus 66 % Cabernet Sauvignon und 34 % Cabernet Franc besteht.
Viader ist Kraft und Finesse, Konzentration und Spiel. Feine Mokka- und Tabakaromen, umhüllt von braunem Zucker und schwarzem Tee, geben sich ein sinnliches Stelldichein mit schwarzer Johannisbeere. Spürbar agiert die Mineralität der vulkanischen Böden am Howell Mountain auf der Zunge. Die Verarbeitung der Trauben erfolgt so schonend, daß man jeden Viader-Jahrgang auch schon jung genießen kann. Delia und Alan Viaders seit vielen Jahren biologisch zertifizierter Wein ist in Stil und Charakter besonders.
Viader Vineyard
Im Napa Valley vereint niemand Kraft und Finesse so souverän zu einem fein verwobenen delikaten Weinwunder, wie es nur im Napa Valley entstehen kann, wie die dynamische Argentinierin Delia Viader.
Delia Viader agiert wie ein Wirbelwind. Ihre Dynamik und Energie sind kaum zu bremsen. Sie war die erste, die schon vor Jahren mutig neue Orientierung am Wein-Himmel des Napa Valley anstrebte. Nach Jahren konzentrierter, dicker fetter Rotweine mit viel zu viel neuem Holz im Bukett, brutal hohem Alkohol und überreifem Charakter für reichen Punktesegen beschloß sie, aus dem System auszusteigen und Wein nach ihrem Gusto zu machen. Von einem Jahrgang auf den anderen änderte sie den Stil ihrer Weine und brachte 2002 einen eleganten Wein mit kühlem Schliff, feinsten Gerbstoffen und zarter, aber zugleich kraftvoll nachhaltiger Struktur auf den Markt. Die persönliche Ausstrahlung dieses Weines, der so anders war als alle anderen in der Zeit, brachte ihr seitens der Presse schlagartig schlechte Bewertungen ein. Viaders großer Cabernet schien vom Firmament des Napa Valley buchstäblich abzustürzen. Ihre Verkäufe gingen drastisch zurück, viele Händler ließen sie im Stich. Doch Delia Viader setzte auf langfristigen Erfolg und treue Kunden und steht tatsächlich heute, zehn Jahre später, mit ihrer Stilistik, die damals so avantgardistisch schien, an der Spitze der aktuellen Entwicklung. Sie steht heute für einen der feinsten Weine in einem der nobelsten Weintäler der Welt.
Mit ungebrochenem Ehrgeiz, Können und Durchsetzungsvermögen verfolgt sie ein Geschmacksideal, das, untypisch für Kalifornien, auf Cabernet Franc basiert. Zäh kämpfte sie vor zwanzig Jahren gegen alle bürokratischen und ökologischen Erosionsbefürchtungen für den steilsten Weinberg Kaliforniens - und setzte sich durch. Um der Erosion vorzubeugen bewirtschaftet sie ihre steilen Rebzeilen, die zu den steilsten des Napa Valley gehören dürften, biologisch. Die Lage und Exposition braucht sie, um ihre Cabernet Franc-Reben perfekt ausreifen zu können. Längst hat ihr die Natur recht gegeben und so produziert Delia Viader zusammen mit Sohn Alan, der seit 2005 für Keller und Weinberge verantwortlich ist, in bewundernswert harmonischem Familienzusammenhalt einen der selbstbewußtesten und feinsten Rotweine des Napa Valley. Ihr Freund Michel Rolland steht ihr beratend zur Seite. Delias eigenständige Stilistik hat er bis heute nicht verändert, sondern eher gefördert.
So spektakulär die Viader-Weinberge liegen, so einzigartig ist ihr Wein. In ihm finden seidige Finesse, duftig kühle Transparenz und kraftvolle Konzentration in seltener Harmonie zusammen. Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon sorgen in je nach Jahrgang unterschiedlicher Proportion für Eleganz, innere Harmonie und ein komplex eigenwilliges Bukett, das den großen Viader-Wein von jedem anderen im Napa Valley unterscheidet. Sohn Alan Viader hat die biologische Bewirtschaftung von Mutter Delia inzwischen zur Biodynamik geführt und produziert Rotweine, die weder Krach im Glas machen noch ihre Muskeln spielen lassen, sie umhüllen eher leise und verführerisch die Zunge mit sinnlich kühler Trinkseide. Sein großer ‚Viader’ steht für einen sensibel strukturierten Wein von eigenständiger Ausstrahlung, der Kraft und Sinnlichkeit durch Kühle und Wärme zugleich so gekonnt zähmt und zügelt, daß man jubeln möchte, wenn man ihn genießt. Rarer Weincharakter des Napa Valley.
Die Rebe
Cabernet Franc
Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cabernet Franc, früher reifend und wetterresistenter als sein ‚Bruder’ Sauvignon, die Basis eines guten Bordeaux. Er glich die Kapriolen des Merlot und des Cabernet Sauvignon aus. Doch dann verdrängte die moderne Merlot-Seuche den zickigen Franc, der stärker im Wuchs ist als Cabernet Sauvignon und trotzdem einen längeren Anschnitt braucht, weil er kleinere Erträge liefert; sein Hang zum Verrieseln sorgt regelmäßig für natürliche Ertragsreduzierung und die dickschalige Rebsorte ist anfällig für Pilzkrankheiten. Doch der größte ‚Nachteil’ für den Winzer ist sein kleines Reifefenster: Um ein aromatisch reifes und interessantes Aromaprofil zu erzielen, muß Cabernet Franc in einem ganz bestimmten Reifeintervall, das oft nur wenige Tage groß ist, gelesen werden.
Nach seiner Verdrängung aus den Weinbergen des Bordelais über die letzten zwanzig Jahre zwingt jetzt der Klimawandel den kühlend wirkenden Cabernet Franc wieder zurück. Der beliebte Merlot ist zu heiß geworden, zu alkoholisch, er braucht aromatische 'Kühlung'. Die garantieren ihm, neben dem Cabernet Franc, auch die einst altbewährten, dann aber bewußt eliminierten dickschaligen Malbec und Petit Vedot, die derzeit ebenfalls ein ungewolltes aber fast zwangsläufiges Comeback in den Weinbergen Bordeaux feiern.
Wenn Cabernet Franc reif gelesen wird, kann er mit dunkel würzigem, komplexem Duft nach frischem grünem Pfeffer, animierenden Kräutern und kühl wirkendem Hauch von Süßholz und Veilchen aromatisch begeistern. Jene unattraktiv kräuterig grünen, harten Noten, die an unreife Paprika und frisch gemähtes Gras in Duft und Geschmack erinnern, die ihm in den neunziger Jahren schlechten Ruf einbrachten, sind nichts anderes als Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial und zu hohe Erträge, sprich für schlechte Winzerarbeit.
In Reinkultur kann man Cabernet Franc heute am besten an der Loire erleben und genießen; in Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny oder Brissac bewirkt der Klimawandel wahre Wunder; noch nie waren rote Loireweine so aufregend, so reif und so gelungen wie in den Jahren seit 2001.
So bekannt und beliebt Cabernet Sauvignon ist, so wenig bekannt ist Cabernet Franc. Dabei sind gute reinsortige Cabernet Francs die vielleicht interessanteste Bordeaux-Alternative überhaupt. Interessanter in Duft und Geschmack sind sie, wenn gut gemacht, allemal. Die starken Jahrgangsschwankungen, die die Rebsorte spürbar prägen, strapazieren unsere Loyalität Winzern wie Rebsorte gegenüber allerdings immer wieder. Deshalb scheint die umstrittene Rebsorte ihre optimale Wirkung in Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und Merlot am überzeugendsten zu verwirklichen. Ihre aromatische Komplexität und ihre angenehm kühlenden Eigenschaften kommen im elegant frischen Charakter einer gekonnt zusammengestellten Cuvée am besten zur Geltung.
![]() | USA - Napa Valley |
![]() | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. CAL06061 | |
| Inhalt 0.75l |














