Search Site

You're currently on:

Pahlmeyer 'Proprietary Red' 
2007

Pahlmeyer 'Proprietary Red'

Für zartbesaitete Neulinge ist Jayson Pahlmeyers ‚Proprietary red’, übersetzt ‚der eigene Rote’, meist ein mittlerer Kulturschock. Als Inkarnation großen kalifornischen Rotweines bringt er die Natur nämlich so ungestüm und mächtig konstituiert ins Glas, daß man darüber staunt, wie viel Kraft und Körper in einem Wein stecken können. Der große Jahrgang 2007 ist bei Pahlmeyer ein wahrlich großer geworden. Er besteht aus 85 % Cabernet Sauvignon, 7 % Merlot, 4 % Cabernet Franc, 3 % Petit Verdot und 1% Malbec und macht seine physische Größe als mächtiges Weinerlebnis schmeckbar. So etwas hat man nicht oft im Glas, außer man kennt sie schon, die Weine von Jayson Pahlmeyer.

Dabei werden sie von Weinmacherin Erin Green extrem schonend und sorgfältig verarbeitet. Die Trauben werden von Hand gelesen; sie kommen von Jaysons eigener Waters Ranch und von zwei berühmten Weinbergen des Napa Valley, Stagecoach und Rancho Chimiles, und werden vor der Kelter sorgfältig von Hand entrappt und einzeln ausgelesen. Der Most vergärt dann spontan in zu 79 % neuen Barriques, der Wein bekommt viel Zeit auf der Vollhefe im Faß und wird schließlich ohne Schönung oder Filtration auf Flasche gefüllt. Sein Geheimnis steckt in der ausgereizten Reife der Trauben; sie ist es, die den monströsen Charakter dieses Weines entscheidend prägt.

2007 stellt sich unglaublich vielschichtig dar. Ein gewaltiges Bukett entsteigt dem Glas: Blaubeeren, Crème de Cassis, Kakao und Schokolade, Edelhölzer, Teer, Räucherspeck und der typisch süffige Cola-Geruch überreifer Trauben machen mächtig Eindruck schon in der Nase. Am Gaumen steht der Wein nicht minder wuchtig und dicht, brutal konzentriert und mächtig in opulenter, muskelbepackter Physis; doch trotz aller Macht und Kraft entblättert er sich sensibel und vielschichtig in süßen, ultrafeinen Gerbstoffen einer Qualität, wie man sie nur selten in dieser Perfektion und Definition erleben kann. An den Zungenrändern spürt man sogar Mineralität durch die Reife hindurch, feine salzig pikante Attacken, die in satten Wogen reifer Frucht und berstender Würze ausklingen.

Dieser Riese von Wein, der mit 15.2 Volumenprozent nicht unserer Idealstilistik im Napa Valley entspricht, aber als Extrem recht eindrucksvoll agiert in diesem großen Jahrgang, macht Extraktion als geballte Kraft erlebbar, die den Fokus der Sinne ganz auf das Mundgefühl lenkt. Hier inszeniert er sein Muskelspiel von ultrareifen Tanninen und gewaltiger Fruchtintensität; schwarzlila steht der Wein im Glas und offeriert intensiv und gar nicht scheu ein beeindruckendes Bukett, das er körperreich und voluminös in physische Konsistenz umsetzt, die am Gaumen in milder weicher Säure samtig und schmelzig ausklingt. Ein beeindruckend großer Pahlmeyer auf Referenzniveau (Parker 96+-Punkte).

Der Jahrgang 2007 trifft Ende Oktober 2011 noch einmal bei uns ein. Wir empfehlen Reservierung!

Pahlmeyer Winery

Jayson Pahlmeyer, steinreicher Ex-Anwalt, ist einer der Stars des Napa Valley. Pahlmeyer-Weine sind eine Institution in Kalifornien, sind Legende, sind unverwechselbar. Seit 1988 arbeiten wir zusammen, seit 1985 gibt es Wein unter seinem Etikett. Jayson Pahlmeyer kauft für seine Weine Trauben von ausgewählten Weinbauern und Kollegen zu, unter anderem auch bei Ric Forman. Sie kommen von unterschiedlichsten Lagen im gesamten Napa Valley und an der Sonoma Coast, verarbeitet werden sie in der eigenen Winery hoch über dem Silverado Trail südöstlich von Napa. Jayson Pahlmeyer hat sich aber auch 1997 am Atlas Peak eine Ranch mit eigenen Weinbergen gekauft, die 2007 die erste Ernte lieferten, und er engagiert sich seit über zehn Jahren als Pionier an der Sonoma Coast, um dort Weine, vor allem Chardonnay und Pinot Noir, mit Frische, Säure und Finesse zu produzieren.

Alles, was Jayson Pahlmeyer auf Flasche präsentiert, hat das Zeug zum Superlativ. Er liebt es ‚big’ und so sind auch seine Weine. Sie zu beschreiben ist nicht einfach. Es sind sensibel agierende Monstertropfen von monumentaler Größe, die man in ihrer spannenden Kombination von Gewalt und Sentiment, von Kraft und Feinheit, auch im Napa Valley so nicht oft findet. Immerhin haben sie Schule gemacht und das Genre der ‚typisch kalifornischen’ Weine maßgeblich mit geprägt. Es sind persönliche Weine, weniger Ausdruck ihrer Herkunft als jener Persönlichkeit, die dahintersteht: Jayson Pahlmeyer himself.

Pahlmeyer widmet seine Weine, weiß wie rot, einem Maximum an Extraktion und aromatischer und geschmacklicher Intensität. Sie sorgen für in jeder Hinsicht berauschende Sinneserlebnisse, sind multidimensional, fordernd und beeindruckend, aber nie ermüdend. Eindrucksvoll sind sie immer. Pahlmeyers fröhliche Winemakerin Erin Green verantwortet seit dem Jahr 2000 Weinberge und Keller in bewundernswerter Konstanz und Ausgeglichenheit. Sie versteht es meisterhaft, den Weinen ihren eigenen Stempel aufzudrücken, ohne Pahlmeyers geliebte ‚Big’-Stilistik grundsätzlich zu verändern. Sie beherrscht die nicht einfache Gratwanderung zwischen Extraktion und Finesse geradezu künstlerisch. Das hat sie bei Helen Turley gelernt, der berühmten Weinmacherin, die viele Jahre Jayson Pahlmeyers Stilistik prägte. Erin Green hat auf organischen Anbau umgestellt, sie vergärt im Keller ausschließlich spontan und verzichtet auf die üblichen Manipulationsmethoden der modernen Önologie. Pahlmeyer-Weine sind natürlich in des Wortes bestem Sinne. Deshalb sollte man sie auch in den ersten zehn Jahren ihres Flaschendaseins trinken und genießen. Pahlmeyers Weine neuer Generation sind so eindrucksvoll wie spannend, so eigenwillig wie eigenständig und so kalifornisch wie nur möglich. Lassen Sie sich vom Reiz dieser Weine aus einer gänzlich anderen Weinwelt verzaubern. Pahlmeyer ist mehr Pahlmeyer als Kalifornien. Doch nur in Kalifornien gibt es Pahlmeyers.

Mehr von diesem Produzenten
 

Die Rebe

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon gilt heute allgemein als die Inkarnation guten Rotweines. Es ist die populärste aller roten Rebsorten und wird in praktisch jedem Land der Erde, in dem die Rebsorte ausreifen kann, auch angebaut. So wurde Cabernet Sauvignon zur dominanten Spitzenrebsorte der Welt.

Wie keine andere rote Rebsorte schmeckt Cabernet Sauvignon, egal wo er auf der Welt angebaut wird, stets unverkennbar nach Cabernet Sauvignon. Er ist also in Geschmack und Charakter weniger abhängig von Jahrgang, Herkunft und Machart als andere rote Rebsorten. Immer bringt er satte Konzentration an Gerbstoffen und Farbpigmenten auf die Zunge, immer steht ein kraftvolles, nach schwarzen Johannisbeeren, Zeder, Leder und dunkler Schokolade erinnerndes Bukett über dem Glas, das nur dann unangenehm in grüne Paprika und wenig attraktive unreife Aromen verfällt, wenn der Ertrag zu hoch und/oder das Klima so kühl war, daß die Trauben nicht physiologisch ausreifen konnten. Cabernet Sauvignon gedeiht als spätreifende Sorte also am besten in wärmeren Klimata, in denen er physiologisch ausreifen kann.

Ob seiner dicken Beerenschale und seiner vielen Kerne im Fruchtfleisch kann reinsortiger Cabernet Sauvignon, der nicht extrem sorgfältig mazeriert und ausgebaut wurde, ruppig, hart und uncharmant ausfallen. Seine Struktur ist ungewöhnlich potent und präsent, doch Gerbstoffe und Farbintensität alleine ergeben noch keinen großen Wein mit Fülle, Eleganz und Tiefe. Deswegen verschneidet man Cabernet Sauvignon in aller Welt mit anderen Rebsorten, wobei das klassische Bordeaux-Rezept das bekannteste und weitverbreitetste ist: Der spätreifende kernige, für Rückgrat und stoffigen Körper sorgende, stets etwas hart agierende Cabernet Sauvignon wird dabei mit dem um bis zu zwei Wochen früher reifenden, fruchtigen weil dünnschaligeren, aber etwas behäbigen Merlot verschnitten; Cabernet Franc verleiht der Cuvée raffinierte kühle Frische und rassige Duftigkeit und in geeigneten Jahrgängen besorgt die kleinbeerige, noch dickschaligere Petit Verdot prägnante Würze und zusätzliche Farbintensität. In der Toskana harmoniert die dortige Sangiovese verblüffend gut mit Cabernet Sauvignon und in der Provence, Südfrankreich und Australien hat sich Syrah als interessanter Partner des Cabernet Sauvignon bewährt.  

Um seine natürlich hohe Konzentration an Phenolen, die während der Mazeration und Maischung den Beerenschalen und reichlich vorhandenen Fruchtkernen entzogen werden, zu zähmen, hat sich der Ausbau im kleinen Holzfaß für Cabernet Sauvignon als fast schon notwendige Voraussetzung für späteren Genuß etabliert. Durch bewußten Kontakt mit Sauerstoff während des Faßausbaus, der je nach Qualität und Reife des Weines bis zu 18 und mehr Monaten dauern kann, versucht man dabei die Polymerisation der Phenole/Gerbstoffe in feinere Bahnen zu lenken. Wie kaum eine andere rote Rebsorte belohnt großer Cabernet Sauvignon diese Faßreifung mit subtil komplexen Geschmacks- und Aromastoffen, die sich über viele Jahre der Reife zu einem delikaten Bukett entfalten, das in seiner Vielschichtigkeit und Tiefe einmalig ist. Aus einem deftigen, gerbstoffbetonten harten Burschen in der Jugend wird so mit den Jahren ein gediegener, edler Grandseigneur, der Finesse vor Kraft und Komplexität vor Wucht stellt.

In den letzten Jahren kommen speziell aus Kalifornien reinsortige Cabernet Sauvignons, die so sorgfältig gekeltert und verarbeitet wurden und so lange im Holzfaß auf der Hefe reifen konnten, daß sie unvergleichliches Weltklasseniveau erreichen, das den Weinen der alten Welt neue Maßstäbe vorgibt. Die enorme Popularität der Rebsorte sorgt so für ungewöhnliche Qualitätsdynamik in jenen Weinbergen der Welt, in denen Cabernet Sauvignon engagiert angebaut wird.

Um den Ursprung der Rebsorte ranken sich viele Märchen und Geschichten. 1997 ergab eine DNA-Analyse der berühmten Wein-Universität von Davis in Kalifornien, daß Cabernet Sauvignon mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist, was großes Erstaunen in der Fachwelt auslöste, bis heute aber unwidersprochen blieb. Tatsächlich tritt die Rebsorte nicht, wie immer wieder behauptet wird, schon im 16. Jahrhundert in Bordeaux offiziell in Erscheinung, sondern erst Ende des 18. Jahrhunderts, als im Médoc die ersten großen Weingüter entstehen. Nach der Reblauskatastrophe ist es die Merlot, die zusammen mit Cabernet Franc in Bordeaux maßgeblich angebaut wird. Erst in den 1980er Jahren nimmt die Rebfläche an Cabernet Sauvignon vor allem im Médoc enorm zu, in den späten 1990er Jahren kommt dann der Merlot wieder mehr ins Spiel. Der Klimawandel sorgt schließlich nach 2001 dafür, daß wieder dickschalige, später reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Petit Verdot und Cabernet Franc vermehrt angepflanzt werden.

Es sind also Geschmacksmoden aber auch klimatische Notwendigkeiten, die zu einem sich dynamisch verändernden Rebsortenspiegel führen im weltberühmten Bordeaux, mit dem Cabernet Sauvignon stets fast schon zwangsläufig in Verbindung gebracht wird, obwohl er dort nur äußerst selten reinsortig abgefüllt wird. Neue Maßstäbe für die Rebsorte werden heute eher in der neuen Welt, und dort vor allem in Washington State und Kalifornien, gesetzt, weniger in der alten Welt.


 

Senden Sie Ihren Freunden eine Empfehlung zu diesem Produkt per E-Mail.

 

Absender:





Empfänger:





89,00 €
je Flasche à 0.75l / 118,67 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
USA - Napa Valley
rotCabernet Sauvignon, Merlot
Langsam
6er Karton
Art-Nr. CAL07907
Inhalt 0.75l
Alkohol: 15,2 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2020+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Neues Barrique
Boden: Urgestein (Basalt)
Besonderes: Unfiltriert
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork