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Cabernet Sauvignon Napa Valley
Wein und Jahrgang. In Kalifornien wird längst nicht so simpel auf Jahrgänge reagiert, wie hierzulande. Bis dort ein Jahrgang als groß oder klein gilt, dauert es ein paar Jahre, Man ist längst nicht so schnell bzw. vorschnell in der Beurteilung, trotz Parkers noch immer enormen Einflusses. Der Jahrgang ist drüben allgemein als Qualitätskriterium weniger wichtig als der Ruf des Produzenten, und das ist richtig so und gut. Dennoch wird es der Jahrgang 2008 schwer haben, zumindest hierzulande, gegen die beiden als groß titulierten Jahrgänge 2007 und 2009 anzustinken. 2008 war ein kühles Jahr ohne jeden Hitzestreß. Die lange Reifeperiode der Trauben am Stock sorgte für kühlen, belebend frischen Grundcharakter, der mit ungewöhnlich dichten, raffiniert strukturierter Gerbstoffen glänzt, an denen man den Jahrgang in jeder roten Rebsorte unschwer erkennt. Sie sind auffallend dicht, aber unglaublich seidig und fein, eben kühl. 2008 braucht deshalb aber ein wenig länger zur Trinkreife als 2007 oder 2009. Ein spezifischer Jahrgang, der, da bin ich mir sicher, irgendwann seinen Ruf als großer Jahrgang haben wird. Das wird aber dauern. Immerhin, unter den Winzern Kaliforniens wird 2008 eindeutig dem heißen Jahrgang 2007 vorgezogen. Die Presse aber liebt die weiche, etwas mollige Plüschigkeit des Jahrgangs 2007, weshalb er sich wie verrückt verkauft, wogegen wir garantiert kämpfen müssen, um 2008 an den Mann/die Frau zu kriegen.
Cathy Corison ist eine der großen Winzerpersönlichkeiten des Napa Valley. Sie ist die stille Größe im berühmtesten Tal der Weinwelt und produziert einen der bemerkenswertesten Understatement-Cabernets Kaliforniens. Weil sie keine Proben an Journalisten verschickt und ihre raren Weine per Mailingliste und unter ihren Importeuren weltweit per alljährlicher Zuteilung verkauft, gehört sie aber zu den unbekannten Größen des Napa Valley, was in Anbetracht ihrer Qualität unverständlich ist. Sie widmet ihre Arbeit dem Respekt vor der Natur, versteht ihren Wein als feinfühlige Interpretation dessen, was ihr Weinberg in einer der legendärsten Parzellen des Napa Valley hergibt.
Cathy Corison vereint auf einmalige Weise Finesse und Kraft in einem sensiblen Cabernet Sauvignon, der sinnlich edle Entspannung in purer Schönheit ohne die übliche Napa Valley-Makulatur bietet. Ein großer Wein für schöne Stunden, leiser Hochgenuß statt simpler Krach im Glas. Nicht umsonst gilt Cathys Cabernet unter den Winzer des Napa Valley als Referenz.
Genießen Sie einen der schönsten Cabernets des Napa Valley. Seine Frische und Feinheit sind Legende. Das kann so nur sie. Ein in sich ruhender Cabernet aus kühlem Jahrgang mit bestechendem Herkunftscharakter: Samt und Seide, Größe und Feinheit, Napa Valley in seiner schönsten Form, absolut einmalig auf der Welt. Für Genießer, die über eigene Kriterien verfügen und den schweineteuren, aber uniformen Langweileretiketten des Napa Valley abgeschworen haben. Einer unserer schönsten, einer der besten. Persönlicher Lieblings-Cabernet.
Corison Wines
Die zierliche Cathy Corison ist Napa Valley-Ureinwohnerin und gehört zu den stillen Größen im berühmtesten Weintal der Welt. Nach erfolgreich absolviertem Biologie- und anschließendem Önologie-Studium war sie viele Jahre lang Kellermeisterin für bekannte Betriebe wie Chappellet, Staglin, York Creek und Long Meadow Ranch. 1987 gründet sie ihr eigenes Weingut ‚Corison Wines’ in St. Helena und zieht sich aus dem Consultinggeschäft zurück. Heute zelebriert Cathy Corison unter eigenem Etikett selbstbewußt ‚femininen’ Cabernet Sauvignon unaufgeregt souveräner Stilistik, der zu den Klassikern des Napa Valley zählt. Er beweist, daß man auch in Kalifornien vornehm distinguierten Cabernet produzieren kann, der keine Alkoholbombe mit Machostruktur ist, sondern Finesse paart mit Saft und Kraft, fein verwoben, seidig und duftig im Mundgefühl, und zudem wohltuende Bescheidenheit im Auftritt beweist.
Nie werde ich die erstaunten Gesichter vergessen, als wir, eine Gruppe von Journalisten und Importeuren aus aller Welt, bei Cathy Corison im Keller saßen, um alle Jahrgänge ihres Weines zu probieren. Die kleine Cathy servierte fröhlich einen Jahrgang nach dem anderen und wir kamen aus dem Staunen nicht heraus: Jeder einzelne Jahrgang bewies famoses Potential, stellte sich als perfekt reifend oder gereift dar und machte nicht nur Spaß in der Stringenz der Stilistik, sondern auch und gerade in einem betörend eleganten Mundgefühl, das über 20 Jahrgänge hinweg rare Qualität der Gerbstoffe bewies. Puristisches Cabernet-Vergnügen in perfekt gereiften Understatement-Weinen bewundernswert eigenständiger Stilistik - das eindrucksvolle Tasting sorgte noch lange für Gesprächsstoff.
Cathy Corisons Cabernet verdankt seine Haltbarkeit und Entwicklungsfähigkeit einem grandiosen Terroir. Ihr unspektakulär aussehender Weinberg am südlichen Ortsausgang von St. Helena liegt direkt neben dem legendären ‚Topolos-Vineyard’, der Mondavis weltberühmte Reserve hervorbrachte. Hier, auf den tiefgründig kieseligen Ausläufern des ‚Rutherford Bench’, entsteht die seidige Konsistenz ihrer Gerbstoffe, die blau und kühl wirken in ihrer Frische, dicht und kompakt, aber spielerisch fein in Duft und Geschmack.
Cathy Corisons Cabernet ist einzigartig. Seine raffiniert ‚leise’ Transparenz in genial samtigen Gerbstoffen steht für eine avantgardistische Kombination aus kalifornischer Reife und Konzentration mit animierender europäischer Frische und Finesse. Cathy Corisons Weine tauchen kaum in den einschlägigen Weinpublikationen auf und gehören doch, anders als ihr Preis vermuten läßt, zu den ganz großen des Napa Valley, zur absoluten Spitze. Sie sind typisch Napa Valley, sind Referenz an Natürlichkeit, authentischer Herkunft und purer handwerklicher Machart. Deshalb gehen sie unter der Hand weg an Liebhaber wie Sie und uns.
Die Rebe
Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon gilt heute allgemein als die Inkarnation guten Rotweines. Es ist die populärste aller roten Rebsorten und wird in praktisch jedem Land der Erde, in dem die Rebsorte ausreifen kann, auch angebaut. So wurde Cabernet Sauvignon zur dominanten Spitzenrebsorte der Welt.
Wie keine andere rote Rebsorte schmeckt Cabernet Sauvignon, egal wo er auf der Welt angebaut wird, stets unverkennbar nach Cabernet Sauvignon. Er ist also in Geschmack und Charakter weniger abhängig von Jahrgang, Herkunft und Machart als andere rote Rebsorten. Immer bringt er satte Konzentration an Gerbstoffen und Farbpigmenten auf die Zunge, immer steht ein kraftvolles, nach schwarzen Johannisbeeren, Zeder, Leder und dunkler Schokolade erinnerndes Bukett über dem Glas, das nur dann unangenehm in grüne Paprika und wenig attraktive unreife Aromen verfällt, wenn der Ertrag zu hoch und/oder das Klima so kühl war, daß die Trauben nicht physiologisch ausreifen konnten. Cabernet Sauvignon gedeiht als spätreifende Sorte also am besten in wärmeren Klimata, in denen er physiologisch ausreifen kann.
Ob seiner dicken Beerenschale und seiner vielen Kerne im Fruchtfleisch kann reinsortiger Cabernet Sauvignon, der nicht extrem sorgfältig mazeriert und ausgebaut wurde, ruppig, hart und uncharmant ausfallen. Seine Struktur ist ungewöhnlich potent und präsent, doch Gerbstoffe und Farbintensität alleine ergeben noch keinen großen Wein mit Fülle, Eleganz und Tiefe. Deswegen verschneidet man Cabernet Sauvignon in aller Welt mit anderen Rebsorten, wobei das klassische Bordeaux-Rezept das bekannteste und weitverbreitetste ist: Der spätreifende kernige, für Rückgrat und stoffigen Körper sorgende, stets etwas hart agierende Cabernet Sauvignon wird dabei mit dem um bis zu zwei Wochen früher reifenden, fruchtigen weil dünnschaligeren, aber etwas behäbigen Merlot verschnitten; Cabernet Franc verleiht der Cuvée raffinierte kühle Frische und rassige Duftigkeit und in geeigneten Jahrgängen besorgt die kleinbeerige, noch dickschaligere Petit Verdot prägnante Würze und zusätzliche Farbintensität. In der Toskana harmoniert die dortige Sangiovese verblüffend gut mit Cabernet Sauvignon und in der Provence, Südfrankreich und Australien hat sich Syrah als interessanter Partner des Cabernet Sauvignon bewährt.
Um seine natürlich hohe Konzentration an Phenolen, die während der Mazeration und Maischung den Beerenschalen und reichlich vorhandenen Fruchtkernen entzogen werden, zu zähmen, hat sich der Ausbau im kleinen Holzfaß für Cabernet Sauvignon als fast schon notwendige Voraussetzung für späteren Genuß etabliert. Durch bewußten Kontakt mit Sauerstoff während des Faßausbaus, der je nach Qualität und Reife des Weines bis zu 18 und mehr Monaten dauern kann, versucht man dabei die Polymerisation der Phenole/Gerbstoffe in feinere Bahnen zu lenken. Wie kaum eine andere rote Rebsorte belohnt großer Cabernet Sauvignon diese Faßreifung mit subtil komplexen Geschmacks- und Aromastoffen, die sich über viele Jahre der Reife zu einem delikaten Bukett entfalten, das in seiner Vielschichtigkeit und Tiefe einmalig ist. Aus einem deftigen, gerbstoffbetonten harten Burschen in der Jugend wird so mit den Jahren ein gediegener, edler Grandseigneur, der Finesse vor Kraft und Komplexität vor Wucht stellt.
In den letzten Jahren kommen speziell aus Kalifornien reinsortige Cabernet Sauvignons, die so sorgfältig gekeltert und verarbeitet wurden und so lange im Holzfaß auf der Hefe reifen konnten, daß sie unvergleichliches Weltklasseniveau erreichen, das den Weinen der alten Welt neue Maßstäbe vorgibt. Die enorme Popularität der Rebsorte sorgt so für ungewöhnliche Qualitätsdynamik in jenen Weinbergen der Welt, in denen Cabernet Sauvignon engagiert angebaut wird.
Um den Ursprung der Rebsorte ranken sich viele Märchen und Geschichten. 1997 ergab eine DNA-Analyse der berühmten Wein-Universität von Davis in Kalifornien, daß Cabernet Sauvignon mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist, was großes Erstaunen in der Fachwelt auslöste, bis heute aber unwidersprochen blieb. Tatsächlich tritt die Rebsorte nicht, wie immer wieder behauptet wird, schon im 16. Jahrhundert in Bordeaux offiziell in Erscheinung, sondern erst Ende des 18. Jahrhunderts, als im Médoc die ersten großen Weingüter entstehen. Nach der Reblauskatastrophe ist es die Merlot, die zusammen mit Cabernet Franc in Bordeaux maßgeblich angebaut wird. Erst in den 1980er Jahren nimmt die Rebfläche an Cabernet Sauvignon vor allem im Médoc enorm zu, in den späten 1990er Jahren kommt dann der Merlot wieder mehr ins Spiel. Der Klimawandel sorgt schließlich nach 2001 dafür, daß wieder dickschalige, später reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec, Petit Verdot und Cabernet Franc vermehrt angepflanzt werden.
Es sind also Geschmacksmoden aber auch klimatische Notwendigkeiten, die zu einem sich dynamisch verändernden Rebsortenspiegel führen im weltberühmten Bordeaux, mit dem Cabernet Sauvignon stets fast schon zwangsläufig in Verbindung gebracht wird, obwohl er dort nur äußerst selten reinsortig abgefüllt wird. Neue Maßstäbe für die Rebsorte werden heute eher in der neuen Welt, und dort vor allem in Washington State und Kalifornien, gesetzt, weniger in der alten Welt.
je Flasche à 0.75l / 85,33 €/L
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![]() | USA - Napa Valley |
![]() | Cabernet Sauvignon |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. CAL08060 | |
| Inhalt 0.75l |

















