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Rioja 'Vina Tondonia' Gran Reserva (rot)
Lopez de Heredia
‚Lopez de Heredia Viña Tondonia’ ist eines der außergewöhnlichsten Weingüter der Welt, es ist gewiß das ungewöhnlichste Spaniens. ‚Lopez de Heredia Viña Tondonia’ steht für großen traditionellen Rioja, wie man ihn kaum noch kennt. Nicht umsonst gilt die Stilistik dieser Weine als vom Aussterben bedroht. Es ist der bemerkenswert entschleunigte Umgang mit der Zeit im Wein, der ‚Lopez de Heredia’ zu einem raren Gesamtkunstwerk macht, zur absoluten Ausnahmeerscheinung als zeitlos agierender Spitzenbetrieb, der 1877 zu den Gründerbetrieben der Rioja gehörte und sich auch heute souverän unmodisch und von den Zeitläuften merkwürdig unbeeindruckt präsentiert.
Kein anderes uns bekanntes Weingut der Welt setzt so konsequent den Einfluß der Zeit auf die Weinqualität ein. Auf ‚Lopez de Heredia’ werden als einzigem Weingut Spaniens seit 125 Jahren in der eigenen Tonnellerie Fässer aus amerikanischer Eiche ausschließlich für den eigenen Gebrauch gefertigt; Holz ist den Weinmachern von ‚Lopez de Heredia’ wichtig, nicht als prägendes Geschmackselement, sondern als idealer Behälter für Reifung und Entwicklung, für Gerbstoffpolymerisation und reife Finesse; 10 % der Fässer im Keller sind neu, 50 % zwischen zwei und zehn Jahre alt, der Rest ist älter als zehn Jahre.
Welches Weingut der Welt setzt für seine gesamte Produktion so konsequent und gekonnt Faßreife ein wie ‚Lopez de Heredia’? Ich könnte spannende Details berichten! Immerhin reift die weltberühmte 'Viña Tondonia Grand Reserva' neun Jahre im Faß auf der Hefe, um anschließend über zehn und mehr Jahre auf Flasche vollendete Finesse zu entwickeln, bevor sie in den Handel kommt. Selbst der Basiswein der Bodega, die Crianza ‚Viña Cubillo’, reift 3 Jahre im Faß und 4 Jahre auf der Flasche, bevor er vermarktet wird. Vergoren wird hier übrigens vom ersten Tag an spontan auf wilden Hefen in großen alten Redwood-Gärtanks und man betont, daß keinerlei önologische Zusätze, Filtrationen oder Schönungen zum Einsatz kommen.
Wer nun meint, die Weine von ‚Lopez de Heredia’ wären schwere, holzbeladenen Weine, wie sie typisch sind für Spaniens Weinmoderne, der irrt. Diese traditionellen Riojas der Spitzenklasse ähneln verblüffend feinsten Burgundern. Sie wirken zart und reif im Duft, fein und unaufdringlich präsent in den Gerbstoffen, kaum spürbar vom Holz der Fässer beeinflußt, säurebetont frisch und ungemein trinkfreudig am Gaumen, bemerkenswert leicht im Alkohol und im Mundgefühl geprägt von duftiger Transparenz und erfrischender Finesse, die wir einfach begeisternd finden. Krach im Glas kann jeder machen. Die Spuren der Zeit sensibel für eine authentisch und stimmig wirkende Stilistik zu nutzen, das ist Kunst. Rare traditionelle Winzerkunst. Souveräne Umsetzung von Erfahrungswissen und gelebter Tradition. Ein Weltklasse-Betrieb mit spektakulär charaktervollen, angenehm 'leisen' Weinen für Kenner und Könner.
Die Rebe
Tempranillo u.a.
Tempranillo kann man getrost als die spanische Rotweinsorte bezeichnen, obwohl sie in der Rangfolge spanischer Rotweinsorten nur den 4. Platz einnimmt. Sie wird in zahlreichen spanischen Weinregionen unter diversen Synonymen kultiviert und liefert einige der beeindruckendsten Weine der iberischen Halbinsel.
‚Temprano’ bedeuet auf spanisch’ früh’. Tempranillo reift tatsächlich früh, nämlich bis zu zwei Wochen vor der Grenache/Garnache, mit der er in der Rioja zu einem der berühmtesten Weine Spaniens bzw. der Welt verschnitten wird. In vielen Weinbauregionen Spaniens verschneidet man Tempranillo mit Sorten, die ihm Saft und Fülle verleihen, z. B. mit Garnacha, Mazuelo oder Viura. Tempranillo braucht nur eine relativ kurze Wachstumsperiode, was die Rebsorte ideal macht für die extremen Klimata höher gelegener Weinbauregionen wie Ribera del Duero oder die Rioja Alta, weil sie die Trauben dort trotz kurzer Reifeperiode und kühler Klimaphasen zur Reife bringt. Reinsortig oder im Verschnitt, immer liefert Tempranillo dunkelfarbige, langlebige Weine, denen prägnante Säurestruktur Frische und Haltbarkeit verleiht. Dabei erinnert ein guter Tempranillo im Duft an frische Tabakblätter, Gewürze, Zeder und Leder, sowie an reife Pflaumen- und Kirscharomen, doch leider werden in Spanien Rotweine oft mit derart viel neuem Holz ‚gewürzt’, daß nur zu oft der rebsorteneigene Fruchtcharakter der Weine überdeckt wird.
Tempranillo kennt man im Penedès als Ull de LLebre oder Ojo de Liebre, in Valdepeñas heißt sie Cencibel und in Ribera del Duero nennt man sie Tinto fino. Tempranillo ist die einzige spanische Rebsorte, die es in die Weinberge des benachbarten Portugal schaffte. Dort ist sie als Tinta Roriz wichtiger und wertvoller Bestandteil der großen Portweine, aber auch der neuen anspruchsvoll strukturierten trockenen Spitzenweine des Douro-Tales, die auf faszinierende Weise vielschichtiger und komplexer ausfallen, als ihre Pendants aus Ribera del Duero. In Dao heißt sie Tinta Aragonez und wird dort für die nächste Rotweinrevolution Portugals sorgen. Eine alte, hochqualitative regionale Rebsorte mit Potential für eine vielversprechende Zukunft, weit über die iberische Halbinsel hinaus.
![]() | Spanien - Rioja |
![]() | Tempranillo u.a. |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Kiste |
| Art-Nr. SRR91702 | |
| Inhalt 0.75l |
















