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Rioja 'Vina Tondonia' Gran Reserva (weiß) 
1987

Rioja 'Vina Tondonia' Gran Reserva (weiß)

1987 ist der aktuelle Jahrgang dieses jeglicher Realität entrückten größten Weißweines der Rioja, der erst kürzlich auf den Markt kam! Eine der großen Legenden der Weinwelt. Aus 85 % Viura, in Frankreich Macabeu genannt, und Malvasia-Trauben gekeltert, hat die goldgelbe, morbid reif duftende Weinpersönlichkeit 10 Jahre im Faß auf der Vollhefe verbracht und anschließend dreizehn Jahre auf der Flasche, um nun jene wenigen Kenner, die sich diese vinologische Kostbarkeit gönnen, in Verzücken zu versetzen.
Goldgelb in der Farbe, reif entwickeltes Sekundärbukett, das aber fein, animierend und gar nicht alt, sondern nur entwickelt wirkt, nach Trocken- und kandierten Früchten, Bienen- und Gemäldewachs, schwülstigen Blüten und Kolophonium duftet und von einem merkwürdigen, ungewohnt angenehmen Geschmack begleitet wird. Ein Wein, der den kundigen Genießer nachhaltig entschleunigt, weil er Zeit im Wein erlebbar macht. Einmaliges Weißweinerlebnis, dem man nur mit Andacht, Ruhe und profunder Erfahrung gerecht wird und das man dann nicht vergißt.
 

Lopez de Heredia

‚Lopez de Heredia Viña Tondonia’ ist eines der außergewöhnlichsten Weingüter der Welt, es ist gewiß das ungewöhnlichste Spaniens. ‚Lopez de Heredia Viña Tondonia’ steht für großen traditionellen Rioja, wie man ihn kaum noch kennt. Nicht umsonst gilt die Stilistik dieser Weine als vom Aussterben bedroht. Es ist der bemerkenswert entschleunigte Umgang mit der Zeit im Wein, der ‚Lopez de Heredia’ zu einem raren Gesamtkunstwerk macht, zur absoluten Ausnahmeerscheinung als zeitlos agierender Spitzenbetrieb, der 1877 zu den Gründerbetrieben der Rioja gehörte und sich auch heute souverän unmodisch und von den Zeitläuften merkwürdig unbeeindruckt präsentiert.
Kein anderes uns bekanntes Weingut der Welt setzt so konsequent den Einfluß der Zeit auf die Weinqualität ein. Auf ‚Lopez de Heredia’ werden als einzigem Weingut Spaniens seit 125 Jahren in der eigenen Tonnellerie Fässer aus amerikanischer Eiche ausschließlich für den eigenen Gebrauch gefertigt; Holz ist den Weinmachern von ‚Lopez de Heredia’ wichtig, nicht als prägendes Geschmackselement, sondern als idealer Behälter für Reifung und Entwicklung, für Gerbstoffpolymerisation und reife Finesse; 10 % der Fässer im Keller sind neu, 50 % zwischen zwei und zehn Jahre alt, der Rest ist älter als zehn Jahre.
Welches Weingut der Welt setzt für seine gesamte Produktion so konsequent und gekonnt Faßreife ein wie ‚Lopez de Heredia’? Ich könnte spannende Details berichten! Immerhin reift die weltberühmte 'Viña Tondonia Grand Reserva' neun Jahre im Faß auf der Hefe, um anschließend über zehn und mehr Jahre auf Flasche vollendete Finesse zu entwickeln, bevor sie in den Handel kommt. Selbst der Basiswein der Bodega, die Crianza ‚Viña Cubillo’, reift 3 Jahre im Faß und 4 Jahre auf der Flasche, bevor er vermarktet wird. Vergoren wird hier übrigens vom ersten Tag an spontan auf wilden Hefen in großen alten Redwood-Gärtanks und man betont, daß keinerlei önologische Zusätze, Filtrationen oder Schönungen zum Einsatz kommen.
Wer nun meint, die Weine von ‚Lopez de Heredia’ wären schwere, holzbeladenen Weine, wie sie typisch sind für Spaniens Weinmoderne, der irrt. Diese traditionellen Riojas der Spitzenklasse ähneln verblüffend feinsten Burgundern. Sie wirken zart und reif im Duft, fein und unaufdringlich präsent in den Gerbstoffen, kaum spürbar vom Holz der Fässer beeinflußt, säurebetont frisch und ungemein trinkfreudig am Gaumen, bemerkenswert leicht im Alkohol und im Mundgefühl geprägt von duftiger Transparenz und erfrischender Finesse, die wir einfach begeisternd finden. Krach im Glas kann jeder machen. Die Spuren der Zeit sensibel für eine authentisch und stimmig wirkende Stilistik zu nutzen, das ist Kunst. Rare traditionelle Winzerkunst. Souveräne Umsetzung von Erfahrungswissen und gelebter Tradition. Ein Weltklasse-Betrieb mit spektakulär charaktervollen, angenehm 'leisen' Weinen für Kenner und Könner.

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Die Rebe

Macabeo

Macabeo oder Maccabeu ist die meistangebaute Weißweinsorte Nordspaniens, dennoch ist sie so gut wie nicht bekannt. Im angrenzenden südfranzösischen Roussillon wurde sie in den letzten Jahren derart populär, daß sie auch dort zu einer der meistangebauten Rebsorten wurde.

Man muß ihre natürliche Produktivität zügeln und bei der Lese aufpassen, daß ihre Trauben nicht zu reif werden. Dann kann man mehr als nur flaue, dezent blumige Weißweine mit niedriger Säure daraus keltern. Das Qualitätsprofil der Rebsorte hat sich wie bei keiner anderen weißen Sorte des Südens in den letzten Jahren stilistisch verändert:

Während die einen Winzer daraus nette, aber wenig charaktervolle, etwas müde wirkende, säurearme Weißweine typisch mediterranen Charakters keltern, haben es avancierte Winzer verstanden, durch präzise definierte relativ frühe Lese und niedrige Erträge der offensichtlich fehlinterpretierten Sorte eine Stilistik abzuringen, die faszinierend mineralisch wirkende Struktur und Frische offenbart (pH-Werte von 2.9-3.2 sind dann keine Seltenheit im Wein), die an große Burgunder erinnert. Pikant in der Mineralität, gesund und knackig in der Säure, rassig im Körper und von filigraner, an gelbe Blüten und sommerliche Kräuter erinnernder Aromatik, die rare Frische und buchstäblich salzige Mineralität vermittelt.

Der große Vorteil der Macabeo, als eine der wenigen weißen Sorten des Südens nicht oxidationsanfällig zu sein, hat ihr enorme Verbreitung z. B. in der Rioja gebracht, wo sie als Viura die ursprünglich angestammten Sorten Garnacha Blanca und Malvasia weitgehend verdrängt hat. Auch dort kann sie müde, flau und langweilig ausfallen, zumal bei übermäßigem Holzfaßausbau, doch gibt es auch ein paar herausragend spannende weiße Riojas, die auf ganz eigene, schwer zu verstehende Art und Weise Weltklasseniveau besitzen und rassig, schlank, säurebetont und ausgesprochen interessant schmecken. Auf der Flasche kann sich eine derart ‚anders’ definierte Maccabeu ausgezeichnet entwickeln, wobei sie einer ungewohnt aromatischen und strukturellen Reifeentwicklung folgt, die vom unerfahrenen Weintrinker gerne als ‚Der ist ja schon kaputt’ abgetan wird, vom kundigen Weinfreund aber als interessant und vielschichtig geschätzt wird. Der Weltklassebetrieb ‚Lopez de Heredia’ in der Rioja ist das wohl beste (und 'langsamste') Beispiel dieser Stilistik. Der Markt für derart besondere Weine ist winzig, denn es bedarf einiger Erfahrung, um Weine, die so weit ab von der Norm liegen, verstehen und schätzen zu lernen.

Ansonsten wird Maccabeu in unzähligen Verschnitten des mediterranen Raumes mitverarbeitet und spielt im spanischen Penedès eine entscheidende Rolle in gutem Cava, den sie zusammen mit Parellada und Xarel-lo im Triumvirat der traditionellen Cava-Sorten dominiert.

 

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54,80 €
je Flasche à 0.75l / 73,07 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Spanien - Rioja
weissMacabeo
Langsam
6er Kiste
Art-Nr. SRW87703
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2020
Restzucker: < 4 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Barrique
Boden: Kalkmergel
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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