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Rioja 'Solar de Libano' Crianza
Die Crianza ‚Solar de Libano', benannt nach den Besitzern der Bodega Castillo de Sajazarra, Familie Libano, ist der Basis-Wein dieses engagiert traditionell agierenden Betriebes. Ein duftig daherkommender Rioja traditionellen Zuschnitts, den wir Ihnen als Referenz für klassischen, traditionellen Rioja empfehlen, der eben nicht dick, fett, süß und zugeballert mit neuem Holz daherkommt, wie so viele 'moderne' Riojas, sondern aromatisch ätherisch und würzig, strukturell fast leicht wirkend und deshalb ungemein süffig im Mundgefühl und wohltuend geschmeidig im Trunk. Ein Klassewein, der richtig Spaß macht mit seiner feinen, rassigen Säure, die für viel Spiel und Eleganz sorgt und ungewohnte Frische am Gaumen verbreitet, wie sie typisch ist für die Höhenlage der Rioja Alta, die sich hier auf 550 bis 700 Meter Höhe aufschwingt. Hier wird nur die Tempranillo reif, die alten Rebsorten der Rioja Graciano oder Maturana reifen hier nur in besonders warmen Jahren aus.
Xabier versteht seine Crianza als Aushängeschild und vermittelt ihr deshalb ein Niveau, das in der Rioja zu diesem Preis außergewöhnlich ist. Zumindest kennen wir keinen wertigeren und überzeugenderen Rioja in dieser Preisklasse, als seinen 'Solar de Libano'!
Die 18 Monate in gebrauchten Barriques ausgebaute Crianza des Jahrgangs 2008 duftet attraktiv nach Kirschen und Veilchen, nach Lakritze und Edelhölzern; auf der Zunge und am Gaumen überzeugt sie mit geschmeidiger, saftiger Struktur in erfrischend lebendigem Mundgefühl, dessen duftiger Körper köstlichen Trinkfluß auslöst. An Kraft und Biß fehlt es ihr nicht, doch viel wichtiger scheint uns, daß sie die Eleganz und Frische der Rioja so unverwechselbar wie unverfälscht und selbstbewußt ins Glas bringt. Ein toller Wein, der nicht mehr vorgibt zu sein, als er in Wahrheit ist, was in Spanien eher die Ausnahme ist.
Bodega Castillo de Sajazarra
Spanien gilt trotz seiner wirtschaftlichen Probleme als erfolgreichstes Weinland Europas und die Rioja ist unbestritten die bekannteste Weinbauregion des Landes. Doch was aus der Rioja hierzulande auf dem Markt ist, haut uns selten um. Zwar gibt es dort technisch gut gemachte Weine zuhauf, doch Weine, die auch nach Rioja schmecken, haben Seltenheitswert.
Was wir aber kürzlich bei Jabier Marquínez in Sajazarra im äußersten nördlichen Eck der Rioja Alta, dem kühlsten Teil der gesamten Rioja, entdeckten, begeistert uns nachhaltig. Wir funkten sozusagen auf der gleichen Wellenlänge und waren deshalb schnell handelseinig.
Jabier Marquínez ist trotz seiner jungen Jahre nicht nur ein renommierter Önologe, er ist auch sehr erfolgreicher Buchautor. Er leitet den 48 ha großen Betrieb mit profunder Kompetenz, persönlichem Engagement und einer Begeisterung, die sofort auf seine Besucher überspringt. 48 Hektar stehen unter seiner Regie. Die besten weil höchsten Lagen kultiviert er biologisch, die wenigen Weinberge in der Ebene im integrierten Anbau. Die Zertifizierung steht kurz bevor. Die Pflanzentees für seine Spritzungen präpariert Xabier höchst persönlich und er verweist stolz darauf, daß seine Weinberge zu den wenigen in der Rioja gehören, die nicht mit Herbiziden totgespritzt sind. Auf Castillo de Sajazarra, benannt nach dem mittelalterlichen Schloß, in dem die Besitzer des Weingutes leben, werden ausschließlich eigene Trauben gekeltert, aus denen drei Weine entstehen, die Jabier gekonnt zu stilsicher stilistischen Vertretern ihrer Kategorie gemacht hat: Crianza, Reserva und Châteauwein.
Xabier betreibt enorme Sorgfalt im Detail. Seine Weinbergsarbeit ist mustergültig und für die Region visionär; man sieht, daß Xabier viel reist, viel sieht und viel reflektiert; die Traubenlese erfolgt von Hand in kleine Steigen, vergoren wird mittels natürlicher wilder Umgebungshefen in kleinen Stahltanks, Parzelle für Parzelle; önologisch übliche Manipulationen wie Auf- oder Entsäuerung, Anreicherung oder Schönungen gibt es in seinem Keller nicht, stattdessen bekommen seine Weine viel Zeit in gebrauchten Barriques, in denen sie 18 und mehr Monate auf der Hefe reifen, bevor sie nach dem Verschnitt der einzelnen Barriques 6 Monate in großen alten Holzfässern zur Ruhe kommen können.
Castillo de Sajazarras Riojas verbinden Tradition mit Moderne überzeugend wie wenige andere. Es sind geschmeidige, saftige Weine von erfrischend lebendiger Struktur, deren duftige Körper es an Kraft und Biß nicht fehlen lassen. Vor allem aber sind es selbstbewußt auftretende, unverwechselbare Riojas, die die Ausstrahlung und Frische ihrer eindrucksvoll wilden Kulturlandschaft unverfälscht ins Glas bringen.
Die Rebe
Tempranillo u.a.
Tempranillo kann man getrost als die spanische Rotweinsorte bezeichnen, obwohl sie in der Rangfolge spanischer Rotweinsorten nur den 4. Platz einnimmt. Sie wird in zahlreichen spanischen Weinregionen unter diversen Synonymen kultiviert und liefert einige der beeindruckendsten Weine der iberischen Halbinsel.
‚Temprano’ bedeuet auf spanisch’ früh’. Tempranillo reift tatsächlich früh, nämlich bis zu zwei Wochen vor der Grenache/Garnache, mit der er in der Rioja zu einem der berühmtesten Weine Spaniens bzw. der Welt verschnitten wird. In vielen Weinbauregionen Spaniens verschneidet man Tempranillo mit Sorten, die ihm Saft und Fülle verleihen, z. B. mit Garnacha, Mazuelo oder Viura. Tempranillo braucht nur eine relativ kurze Wachstumsperiode, was die Rebsorte ideal macht für die extremen Klimata höher gelegener Weinbauregionen wie Ribera del Duero oder die Rioja Alta, weil sie die Trauben dort trotz kurzer Reifeperiode und kühler Klimaphasen zur Reife bringt. Reinsortig oder im Verschnitt, immer liefert Tempranillo dunkelfarbige, langlebige Weine, denen prägnante Säurestruktur Frische und Haltbarkeit verleiht. Dabei erinnert ein guter Tempranillo im Duft an frische Tabakblätter, Gewürze, Zeder und Leder, sowie an reife Pflaumen- und Kirscharomen, doch leider werden in Spanien Rotweine oft mit derart viel neuem Holz ‚gewürzt’, daß nur zu oft der rebsorteneigene Fruchtcharakter der Weine überdeckt wird.
Tempranillo kennt man im Penedès als Ull de LLebre oder Ojo de Liebre, in Valdepeñas heißt sie Cencibel und in Ribera del Duero nennt man sie Tinto fino. Tempranillo ist die einzige spanische Rebsorte, die es in die Weinberge des benachbarten Portugal schaffte. Dort ist sie als Tinta Roriz wichtiger und wertvoller Bestandteil der großen Portweine, aber auch der neuen anspruchsvoll strukturierten trockenen Spitzenweine des Douro-Tales, die auf faszinierende Weise vielschichtiger und komplexer ausfallen, als ihre Pendants aus Ribera del Duero. In Dao heißt sie Tinta Aragonez und wird dort für die nächste Rotweinrevolution Portugals sorgen. Eine alte, hochqualitative regionale Rebsorte mit Potential für eine vielversprechende Zukunft, weit über die iberische Halbinsel hinaus.
![]() | Spanien - Rioja |
![]() | Tempranillo u.a. |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Kiste |
| Art-Nr. SRR08500 | |
| Inhalt 0.75l |


















