You're currently on:
Ribera del Duero 'Reserva' Viña Pedrosa
Reserva. Das will in Spanien nicht viel heißen. Man legt einen Wein einfach ein paar Jahre in den Keller und kann dann das, was vorher ein Joven oder eine Crianza war, als Reserva verkaufen. Damit wird viel Schindluder getrieben, wie der Blick ins Supermarktregal unschwer beweist.
Bei Viña Pedrosa ist das anders. Dort stammt die Reserva aus besonders guten Parzellen mit alten Reben und sie wird zudem, wie die Gran Reserva auch, mit 10 % Cabernet Sauvignon ‚getunt’.
Der Wein ist ein Hammer. Dicht, balsamisch wertvoll und traumhaft frisch dampft er aus dem Glas. 2007, ein großer Jahrgang, der sich in einem großen Wein manifestiert. Sorgfältig von Hand gelesen, am Stock schon selektioniert, vor der Kelter noch einmal von Hand verlesen. Endlich mal eine Reserva, die ihre Existenzberechtigung nicht aus noch mehr Holz im Duft schöpft! José Manuel Pérez, der verantwortliche Weinmacher im Hause Pérez, beweist auch hier, daß er der Entwicklung vorangeht. Keine Spur von Überreife, zu viel Holz oder verplemperter Süße, sondern tiefgründige, balsamisch reife Dichte und viel Substanz in spielerisch wertvoller Umgebung. Größe beweist der Wein auch im Duft, wo er enorme Potenz und Tiefe in breitem Spektrum reifer Sensationen enthüllt: Zimt und Nelken, Vanille, braune Gewürze und getrocknete Sommerkräuter in kühler Packung. Im Mundgefühl setzt er mehr auf Dichte und Finesse als auf vordergründige Wirkung. Trotzdem entfaltet er sich kraftvoll im Mund, bleibt dabei aber ‚normal’ im Alkohol; robust und breit gefächert beweist er prägnanten Herkunftscharakter mit frischer Säure und bezaubernder Tanninqualität, die die Zunge wie Kaschmir streichelt. Lange klingt er am Gaumen nach, ungewöhnlich konsistent und eben nicht süß, sondern animierend bitter und markant mineralisch. José Manuel Pérez hat Kraft und Muskeln seiner großen Reserva durch 24 Monate Ausbau auf der Vollhefe gekonnt in elegante Bahnen gelenkt. Trotz Kraft und ursprünglicher Fülle hat seine Reserva nichts von der uniformen Einfalt üblicher marktkonformer Ribera del Duero-Interpretationen, sondern setzt selbstbewußt eigene Duftmarken, die beweisen, wie attraktiv und spannend anders Ribera del Duero sein kann. Eine gekonnt gegen den Strich gebürstete Reserva für höchste Ansprüche. Wir empfehlen eine Serviertemperatur von 16 bis 18°C, am besten aus der Karaffe.
Viña Pedrosa, Perez Pascuas
Ribera del Duero. Eine der berühmtesten und spannendsten Appellationen Spaniens in der Region Castilla y Leon. Doch die meisten Weine aus Ribera del Duero nutzen das faszinierende Potential des extremen Klimas in 400 bis 800 m Höhe und der kalkigen Böden kaum, sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen in Stil, Überextraktion, Holzeinsatz und Geschmack und wirken wie nach Rezept produziert.
Die meisten Weine der berühmten Appellation kennen keinen Herkunftscharakter, sondern nur die Handschrift ihrer Weinmacher: Maximale Extraktion, unangenehme Süße durch Überreife und viel zu viel neues Holz, mangelnde Frische und brandiger Alkohol haben spanische Weine zwar sehr erfolgreich gemacht in den letzten Jahren, interessieren uns aber nicht. Uns interessiert der wahre Charakter einer Region in ihren Weinen und die hat hier einmaligen Reiz mit immensem Potential für Eigenständigkeit und expressive Individualität. Für spanische Verhältnisse sind in der Ribera del Duero die Mengen klein und die meisten Bodegas sind Familienbetriebe, deren Weinberge im Tal oder an den Hängen des Duero zwischen 500 und 800 m hoch liegen. Die klimatischen Gegebenheiten auf dieser Hochebene sind hart und extrem; hier pfeifen In den langen kalten Wintern heftige Winde über die Hochebene und die Sommer sind trocken und extrem heiß. Hier leiden die Reben, denn späte Fröste sind fast die Regel, und die stets reinsortige Tempranillo, dort auch Tinto fino oder Tinta del Pais genannt, hat knapp 110 Tage Zeit, um auszureifen. Es sind diese sehr spezifischen Wachstumsbedingungen, die den Weinen einen intensiv beerig würzigen Charakter verleihen, in dem auch frischer Tabak, rote Beeren- und kühle Gewürzaromen die tragende Rolle spielen.
Seit vielen Jahren führen wir die Riberas der drei Peréz Pascuas Brüder. Ihre Bodega wurde erst 1980 gegründet und ist heute neben dem berühmtesten Wein der Region, Vega Sicilia, der Klassiker der heftig boomenden Region, die erst seit 1982 den Status einer Appellation zuerkannt bekam. Die Brüder Perez bereiten von 135 Hektar Rebfläche, auf denen viele über 50 Jahre alte Reben stehen, manche ihrer Buschreben sind auch über 90 Jahre alt, ungewöhnlich elegante, feine und facettenreiche Rotweine, deren Kennzeichen eine begeisternde Frische ist, die auf feiner präsenter Säure basiert, die ihren bekömmlich alkoholdimensionierten Weinen raffiniert kühlen Antritt und legendäres Alterungspotential verleiht.
Besonders überzeugt ihre 'Viña Pedrosa Crianza'. Eine der schönsten der Region. Ein geschmeidig feiner Klassiker, der die bestechende Frische und Kühle der Höhe und der kalkigen Herkunft in sich trägt. Sie steht stilistisch und qualitativ souverän weit über den meisten ihrer Artgenossen, deren exzessiver Holzeinsatz zu spröde rustikalen Fremdtanninen führt, die wie Mehl die Zunge bestäuben und keinerlei Frische oder Finesse vermitteln. Überragend in Stilistik und Qualität ist auch die spezielle und rare Lagencuvée 'La Navilla', ein brillanter Pagowein, benannt nach einem Weinberg, der auf 845 m Höhe liegt und von alten Reben und nur in speziellen Jahrgängen den vielleicht vornehmsten Ribera del Duero außer 'Vega Sicilia' hervorbringt, nur preiswerter, trinkfreudiger, aber nicht minder klassisch in seinem unverwechselbaren, authentischen Herkunftscharakter.
Die Rebe
Tempranillo
Tempranillo kann man getrost als die spanische Rotweinsorte bezeichnen, obwohl sie in der Rangfolge spanischer Rotweinsorten nur den 4. Platz einnimmt. Sie wird in zahlreichen spanischen Weinregionen unter diversen Synonymen kultiviert und liefert einige der beeindruckendsten Weine der iberischen Halbinsel.
‚Temprano’ bedeuet auf spanisch’ früh’. Tempranillo reift tatsächlich früh, nämlich bis zu zwei Wochen vor der Grenache/Garnache, mit der er in der Rioja zu einem der berühmtesten Weine Spaniens bzw. der Welt verschnitten wird. Tempranillo braucht nur eine relativ kurze Wachstumsperiode, was die Rebsorte ideal macht für die extremen Klimata höher gelegener Weinbauregionen wie Ribera del Duero oder die Rioja Alta, weil sie die Trauben dort trotz kurzer Reifeperiode und kühler Klimaphasen zur Reife bringt.
Besonders in besagten kühleren Regionen liefert Tempranillo dunkelfarbige, langlebige Weine, denen prägnante Säurestruktur Frische und Haltbarkeit verleiht. Dabei erinnert ein guter Tempranillo im Duft an frische Tabakblätter, Gewürze, Zeder und Leder, sowie an reife Pflaumen- und Kirscharomen, doch leider werden in Spanien Rotweine oft mit derart viel neuem Holz ‚gewürzt’, daß nur zu oft der rebsorteneigene Fruchtcharakter der Weine überdeckt wird.
In manchen Weinbauregionen Spaniens verschneidet man Tempranillo mit Sorten, die ihm Saft und Fülle verleihen, z. B. mit Garnacha, Mazuelo oder Viura. Doch am besten gelingt die auch international immer populärer werdende Rebsorte reinsortig in Ribera del Duero, wo sie so etwas wie die spanische Antwort auf den Cabernet Sauvignon ist und famose Weine voller Tiefe, Farbe, Gerbstoffen und Säure liefert, die den einzigen Nachteil haben, mehr oder weniger gleich zu riechen und zu schmecken, weil sie alle mehr oder weniger gleich an- und ausgebaut werden. Trotzdem (oder gerade deswegen?) gehören reinsortige und verschnittene Tempranillo-Weine seit Jahren zu den erfolgreichsten in Europa.
Tempranillo kennt man im Penedès als Ull de LLebre oder Ojo de Liebre, in Valdepeñas heißt sie Cencibel und in Ribera del Duero nennt man sie Tinto fino. Tempranillo ist die einzige spanische Rebsorte, die es in die Weinberge des benachbarten Portugal schaffte. Dort ist sie als Tinta Roriz wichtiger und wertvoller Bestandteil der großen Portweine, aber auch der neuen anspruchsvoll strukturierten trockenen Spitzenweine des Douro-Tales, die auf faszinierende Weise vielschichtiger und komplexer ausfallen, als ihre Pendants aus Ribera del Duero. In Dao heißt sie Tinta Aragonez und wird dort für die nächste Rotweinrevolution Portugals sorgen. Eine alte, hochqualitative regionale Rebsorte mit Potential für eine vielversprechende Zukunft, weit über die iberische Halbinsel hinaus.
![]() | Spanien - Ribera del Duero |
![]() | Tempranillo |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Holzkiste |
| Art-Nr. SRR07007 | |
| Inhalt 0.75l |


















